Globaler Inflationsschock: Preisexplosionen bei Lebensmitteln halten an

Die Welt steht vor einer globalen Nahrungsmittelkrise. Einige Beobachter rechnen bereits in 2010 und 2011 mit Verknappungen essentieller agrarwirtschaftlicher Produkte. 75% aller Hungertoten auf dem Planeten sind Kinder, die ihr 5. Lebensjahr nicht erreichen. Schuld daran tragen vornehmlich die skrupellosen Zentralbanken, welche die Gelddruckmaschinen auf Hochtouren laufen lassen, und die nicht minder psychopathische Politiker-Mafia, die aus wertvollen Nahrungsmitteln lieber Benzin herstellen lässt

Michael Snyder, The Economic Collapse, 24.06.2011

Wenn Sie viel in Lebensmittelläden Einkaufen gehen, dann haben Sie wahrscheinlich bereits selber festgestellt, dass die Nahrungsmittelpreise in den vergangen 12 Monaten rasend schnell gestiegen sind. Doch warum ist das so? Fragt man den Chef der US-Notenbank Federal Reserve, Ben Bernanke, so sind die Preise immer noch sehr niedrig, und das bei gleichzeitiger Erholung der US-Wirtschaft. Also, was stimmt nun wirklich?

Wenn ich heutzutage in ein Lebensmittelgeschäft gehe, dann gibt es nur sehr wenige Dinge, die ich kaufe, außer sie sind im Angebot. Man kann sogar beobachten, dass die Waren, welche die Läden zu „Sonderpreisen“ anbieten, lediglich zum alten Preis verkauft werden, während bei anderen Produkten einfach die Verpackungsgröße verkleinert wurde, um die Teuerung zu verschleiern.

Millionen amerikanische Familien kommen jedoch heute bereits gerade so über die Runden, was soll dann erst werden, wenn die Nahrungsmittelpreise weiter mit einer solch starken Rate steigen?

Besonders einschneidend wirkt sich die Nahrungsmittelinflation aus, wenn man versucht sich gesund zu ernähren. Die meisten günstigen Sachen in den Lebensmittelgeschäften sind schlichtweg Müll. Sich „typisch amerikanisch“ zu ernähren, führt direkt zu Krebs, Herzinfarkt und Diabetes.

Wenn man jedoch versucht, sich „gesund“ zu ernähren oder gar „biologische“ Nahrungsmittel zu kaufen, können dabei in Windeseile hunderte von Dollars draufgehen. Fakt ist, dass zig Millionen amerikanische Familien heutzutage aufgrund der Preissteigerungen garnicht mehr in der Lage sind, sich gesund zu ernähren. Und schon bald werden sich Millionen weiterer amerikanischer Familien nicht einmal mehr leisten können, sich ungesund zu ernähren.

Die jüngsten Daten der US-Behörde für Arbeitsstatistik sind einfach nur absolut atemberaubend. Laut einem kürzlich von CNBC veröffentlichten Artikel kam es bei vielen der beliebtesten Nahrungsmittel Amerikas innerhalb der letzten 12 Monate buchstäblich zu Preisexplosionen:

 

„Kaffee ist beispielsweise um 40% gestiegen, Sellerie um 28%, während der Preis für Butter um 26,4% anzog. Die fünf teuersten Artikel werden durch Schinken, der um 23,5% stieg, und Weißkohl mit plus 23,3% komplettiert…Alleine im April – dem letzten Monat, für den Zahlen vorliegen – haben sich Weintrauben um fast 30%, Weißkohl um rund 17% und Orangensaft um über 5% verteuert.“

Fleisch wird ebenfalls immer teurer. Die Preise für Schlachtvieh sind seit März 2009 um 138% in die Höhe geschossen.

Wenn Ben Bernanke den US-Bürgern erklärt, die Inflation sei niedrig, dann ist das nichts weiter als eine Lüge. Bei den Dingen, für die die Menschen tagtäglich Geld ausgegeben (Nahrungsmittel und Benzin), kam es zu dramatischen Verteuerungen.

Und diese Verteuerungen sind kein amerikanisches Phänomen. Fakt ist, dass der gesamte Planet aktuell mit Riesenschritten einer entsetzlichen globalen Nahrungsmittelkrise entgegeneilt. In 2010 sind die Nahrungsmittelpreise weltweit um 37% gestiegen, was dafür sorgte, dass bisher weitere 44 Millionen Menschen auf dem Planeten unter die Armutsgrenze abrutschten.

Wenn die Nahrungsmittelpreise in den USA anziehen, mag dies vielleicht für Millionen von amerikanischen Familien schmerzhaft sein, auf globaler Ebene werden steigende Nahrungsmittelpreise jedoch zu einer Frage über Leben und Tod. Das ist auch der Grund dafür, warum es so alarmierend ist, dass sich der Preis für Weizen alleine innerhalb der vergangenen 24 Monate weltweit verdoppelt hat.

Aber Weizen ist nicht das einzige agrarwirtschaftliche Produkt, das im Preis explodiert ist. Bloomberg informierte jüngst darüber, dass die innerhalb der vergangenen 12 Monate weltweit zum Tragen gekommenen Preissteigerungen eine ganze Reihe von Nahrungsmitteln betreffen:

 

„An der Chicagoer Börse, dem weltweiten Gradmesser, sind Mais-Futures innerhalb der vergangenen 12 Monate um 77% im Preis gestiegen. Reis legte um 39% zu und Zucker machte einen Satz um 64% nach oben. Laut der niederländischen Rabobank Gruppe wird es bei Mais, Weizen, Sojabohnen, Kaffee und Kakao in diesem oder im nächsten Jahr zu Verknappungen kommen. Die Preissteigerungen sind auch auf Dürren und Fluten zurückzuführen, die sich von Australien bis nach Kanada erstreckten und die Ernten ruiniert haben. Europäische Farmer sagen, dass sie aktuell die trockenste Erntesaison seit mehr als 30 Jahren durchmachen.“

Auch ohne die jüngsten Preissteigerungen bei den Lebensmitteln war es bereits ein Kampf, alle Menschen auf dem Planten zu ernähren. Es wird davon ausgegangen, dass alle 3,6 Sekunden ein Mensch an Hunger stirbt. 75% dieser Hungertoten sind Kinder, die das 5. Lebensjahr nicht erreichen.

Was wird also geschehen, sollten die Nahrungsmittelpreise mit der gegenwärtigen Rate weiter steigen? Nun ja, gute Frage. Es handelt sich hierbei tatsächlich um völliges Neuland. Niemand kann mit Sicherheit sagen, was als nächstes passieren wird. Doch es stellt sich natürlich die Frage, warum wir überhaupt mit dieser Entwicklung zu kämpfen haben.

Ja, eine ganze Reihe an Beobachtern macht die Federal Reserve für diese Entwicklung verantwortlich. Die ganzen „quantitativen Lockerungsmaßnahmen“ haben dafür gesorgt, dass die Finanzmärkte mit Geld geflutet wurden. Und da das Geld irgendwohin muss, floss ein substantieller Teil davon in harte Vermögenswerte wie Öl, Gold und agrarwirtschaftliche Güter, was die Preise steigen ließ.

Aber die FED trägt nicht die alleinige Schuld an dieser Entwicklung. Fakt ist, dass alle Zentralbanken auf dem Planeten rücksichtslos ihre Gelddruckmaschinen angeschmissen haben. Wenn die Geldmenge steigt, geht logischerweise auch die Kaufkraft des bereits existierenden Geldes weiter zurück. Für die USA bedeutet dies beispielsweise, dass man mit seinen Dollars nicht mehr so weit reicht wie früher.

Aber es ist nicht nur die Geldpolitik, die Auswirkungen auf die Preisentwicklung bei Nahrungsmitteln hat. In 2010 und 2011 kam es zu einer beispiellosen Welle an Naturkatastrophen und verrückten Wetterphänomenen, was weltweit für Probleme bei den Ernten sorgte.

Darüberhinaus spielt auch die Wirtschaftspolitik eine Rolle. Aktuell wird beispielsweise fast ein Drittel der gesamten Maisernte der Vereinigten Staaten genutzt, um daraus Benzin herzustellen, was den Preis für Mais natürlich enorm unter Druck stetzt.

Und dann gibt es auch noch ein paar Langzeittrends, die ebenfalls nicht besonders vorteilhaft erscheinen. Beispielsweise könnte die kontinuierliche Entleerung des Ogallala-Aqifers in den Great Plains der USA am Ende dafür sorgen, dass sich Amerikas Kornkammer in ein Trockengebiet verwandelt. Wenn Sie davon noch nichts gehört haben sollten, würde ich empfehlen, sich dieses Thema doch einmal anzuschauen.

Die Lage wird sich jedenfalls noch bedeutend zuspitzen, und das obwohl die USA bereits enorme Probleme dabei haben, die eigene Bevölkerung zu versorgen. Laut der Untersuchung „Feeding America 2010“ sind aktuell über 37 Millionen US-Bürger auf Lebensmitteltafeln und Suppenküchen angewiesen.

Und, ist diese Zahl ungewöhnlich? Mit Sicherheit. Die Zahl der Amerikaner, die Tafeln und Suppenküchen aufsuchen müssen, ist seit 2006 um 46% gestiegen. Das ist ein sehr unheilvoller Trend.

Eine andere Statistik, über die ich viel berichte, ist die Zahl der Amerikaner, die aktuell auf Lebensmittelmarken der Regierung angewiesen sind. Aktuell erhalten 44 Millionen Amerikaner Lebensmittelmarken. Fast die Hälfte davon sind Kinder.

Man schätzt, dass aktuell jedes 4. amerikanische Kind Lebensmittelmarken erhält, und prognostiziert, dass künftig rund 50% aller US-Kinder bis zu ihrem 18. Lebensjahr mindestens einmal auf Lebensmittelmarken angewiesen sein werden.

Und was passiert, wenn sich die Wirtschaftssituation in den USA weiter verschlimmert? Was wird geschehen, falls es in den USA eines Tages wirklich zu einer gravierenden Nahrungsmittelkrise kommen sollte?

Die Nahrungsmittelpreise steigen bereits seit langem und werden auch künftig weiter steigen. Beängstigend ist jedoch die Geschwindigkeit, mit der die Preise aktuell zulegen. Da die Mittelklasse in den USA kontinuierlich vernichtet wird, steigt auch die Zahl derer, die sich nicht genug Nahrungsmittel leisten können. So steigen die Nahrungsmittelpreise bedeutend schneller als die Gehälter, und es sieht nicht danach aus, als würde sich dies in nächster Zeit ändern.

Nahrungsmittel verwandeln sich gerade in das bedeutendste globale Wirtschaftsproblem dieses Jahrzehnts. Umso weiter man in die Zukunft schaut, desto düsterer erscheint der Ausblick bezüglich der weltweiten Nahrungsmittelsituation. Hoffentlich sind Sie darauf vorbereitet.

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