Finanzkrise: US-Notenbank rettete Bankenmafia mit USD 16 Billionen

Der diese Woche von der Finanzaufsicht des US-Kongresses veröffentlichte Untersuchungsbericht kommt zu dem Ergebnis, dass die US-Notenbank Federal Reserve der globalistischen Bankenmafia im Rahmen der Finanzkrise USD 16 Billionen an Notfallkrediten zur Verfügung stellte, während sich die Lieblingsbanken der FED die Verteilung der Gelder mit USD 660 Millionen vergüten ließen

Mikhail Zinstheyn, The American Independent, 21.07.2011

Zwei Tage nach Veröffentlichung der Ergebnisse des Government Accountability Office (GAO – Finanzaufsicht des US-Kongresses), das damit beauftragt wurde, eine Überprüfung der Aktivitäten der Federal Reserve während der Wirtschaftsrezession durchzuführen, bezeichnete Senator Bernie Sanders die Kreditvergabeentscheidungen der FED als „Sozialismus für die Reichen“.

Im Rahmen des im vergangenen Jahr verabschiedeten Frank-Dodd Gesetzes zur Finanzreform wurde das GAO damit beauftragt, die Notmaßnahmen zu untersuchen, die zwischen dem 01.12.2007 und dem 21.07.2010 vom Federal Reserve Board durchgeführt worden sind.

Der GAO-Untersuchungsbericht kommt zu dem Schluss, dass während des vorgenannten Zeitraums Notfallkredite in Höhe von USD 16 Billionen an Finanzinstitutionen in aller Welt ausgezahlt wurden und die FED einer Handvoll Banken, die mit der Verteilung der Notfallkredite beauftragt wurden, für diese Dienstleistungen USD 660 Millionen gezahlt hat.

Die meisten der mit der letzteren Zahl in Verbindung stehenden Verträge wurden nicht ausgeschrieben, sondern frei vergeben, was laut dem Bericht auf die „dringlichen Umstände“ zurückzuführen sei.

Und obwohl diese Verträge mit den Vergaberegelungen der Federal Reserve Bank of New York, der während der Finanzkrise aktivsten aller Federal Reserve Banken, in Einklang standen, könnten die Vergabestrategien, so die Autoren des Berichts,

 „verbessert werden, indem man im Hinblick auf die Außerkraftsetzung des Wettbewerbs Richtlinien festschreibt – beispielsweise, dass man sich um so viel Wettbewerb, wie praktikabel ist, bemüht und die Laufzeit der nicht ausgeschriebenen Verträge auf die dringliche Phase beschränkt.“

Und obwohl die Erkenntnisse des Berichts in typischer GAO-Manier, also in einem sehr distanzierten Stil abgefasst wurden, zogen sie nichtsdestotrotz die Aufmerksamkeit des parteilosen Senators Bernie Sanders aus Vermont auf sich. In der Presserklärung von Sanders heißt es dazu:

 „Beispielsweise saß der Geschäftsführer von JP Morgan Chase zu genau jener Zeit im Vorstand der New Yorker FED, als seine Bank von der FED mehr als USD 390 Milliarden an Finanzhilfe erhielt. Darüberhinaus war JP Morgan Chase eine der Clearing-Banken für die Notfall-Kreditprogramme.

Eine weitere beunruhigende Erkenntnis, zu der das GAO gelangt, ist, dass William Dudley, der nun der Präsident der New Yorker FED ist, am 19.09.2008 eine Sondergenehmigung erhielt, die es ihm erlaubte, seine Investments bei AIG und General Electric zu behalten, während man AIG und GE zur selben Zeit Rettungsgelder übermittelte. Ein Grund, warum die FED nicht auf den Verkauf von Dudleys Anteilen bestand, war laut der Prüfung, dass dadurch der Anschein eines Interessenkonflikts hätte erweckt werden können.

Für Sanders ist die Schlussfolgerung aus all dem recht einfach: ´Keinem, der für eine Firma tätig ist, die direkte finanzielle Unterstützung durch die FED erhält, sollte es erlaubt sein, im Vorstand der FED zu sitzen oder bei der FED angestellt zu sein.`“

Michael Brigg, ein Sprecher des Senators, erklärte gegenüber The American Independent, dass die Informationen nach Auffassung von Sanders „hätten öffentlich gemacht werden müssen und die FED stärkerer Kontrolle bedarf.“

Auf die Frage, was anders gewesen wäre, hätte die Federal Reserve gegenüber den Bürgern transparenter agiert, antwortete Briggs: „Größere Transparenz führt oftmals zu Ergebnissen, welche für die Öffentlichkeit in der Regel vorteilhafter sind.“

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