Für Schnäppchenjäger: Der Silber-Hedge

Silber kaufen … ist wie Gold kaufen für USD 554 pro Unze. Sollte der säkulare Edelmetallbullenmarkt weiter anhalten und die künftige Preisentwicklung von Gold und Silber der des vorangegangenen Bullenmarkts ähneln, dürfte sich Silber gegenüber Gold in Zukunft erheblich verteuern

Hubert Moolman, HGM & Associates, 08.12.2011

Ich bin der Meinung, dass Silber zu kaufen so ist, als würde man Gold für USD 554 pro Unze kaufen, was ich im Folgenden ausführen werde. Während ich diese Zeilen schreibe, liegt Silber aktuell bei rund 65,2% (USD 32,60/USD 50) seines Hochs von Januar 1980. Läge Gold bei 65,2% seines Januarhochs von 1980, beliefe sich der Preis auf USD 554 pro Unze (0,652*USD 850).

Ich mag Gold außerordentlich, selbst bei dem jetzigen Preis von USD 1.738 pro Unze, aber warum sollte ich USD 1.738 pro Unze zahlen, wenn ich es zurzeit auch für USD 554 pro Unze kaufen kann – ganz einfach, indem ich Silber kaufe und es dann später gegen Gold eintausche, wenn das Gold/Silber-Verhältnis (GSV) wieder zu Gunsten von Silber ins Extreme ausschlägt.

Die Logik, die sich hinter diesem Ansatz verbirgt, basiert auf der grundlegenden Beziehung zwischen Gold und Silber.

Um mit meinem Argument Recht zu behalten, ist es jedoch notwendig, dass Silber Gold im Verlaufe des entsprechenden Investmentzeitraums aussticht. Genauer gesagt, muss die Kursentwicklung von Silber mit der des gelben Metalls im Vergleich zu ihren jeweiligen Höchstständen des Jahres 1980 zumindest gleichziehen.

Würde der Goldpreis beispielsweise auf fünffachen Wert seines Hochs von 1980 (USD 4.250 pro Unze) ansteigen, müsste Silber im selben Zeitraum ebenfalls auf den fünffachen Wert seines Januarhochs, also auf USD 250 pro Unze klettern. In diesem Falle ergäbe sich ein Gold/Silber-Verhältnis von 17.

Wenn Silber Gold bei den Zugewinnen schlägt, bedeutend das, dass das GSV im Verlaufe meines Investmentzeitraums absinkt. In meinem letzten Artikel mit dem Titel „Silber: Das beste Geldmetall für den Währungs-Crash“ hatten wir das langfristige GSV über einen Zeitraum von 200 Jahren analysiert, dieses Mal möchte ich mir jedoch einen etwas kürzeren Zeitraum anschauen. Im Folgenden sehen Sie eine Grafik, die das Gold/Silber-Verhältnis über einen Zeitraum von 40 Jahren ausweist:

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Auf dem Chart lassen sich zwei Fraktale identifizieren, die von mir jeweils mit den Zahlen 1 bis 3 gekennzeichnet worden sind. Die Kursmuster sind sich optisch sehr ähnlich. Darüber hinaus habe ich zwei Möglichkeiten aufgezeigt, in welche Richtung das GSV gehen könnte, wenn man seine bisherige Entwicklung mit der in den 70er Jahren vergleicht.

Es scheint, als befände sich das GSV gegenwärtig an einer entscheidenden Weggabellung – bereit dazu, einen großen Satz nach oben oder nach unten zu machen. Das würde bedeuten, dass uns in nächster Zeit massive Bewegungen beim Gold- und Silberpreis bevorstehen.

Die künftige Kursentwicklung des GSV ließe auch Schlussfolgerungen im Hinblick auf den Zustand des aktuellen Edelmetallbullenmarkts zu: Steigt das GSV, wäre dies ein Hinweis auf das Ende des Bullenmarkts, so wie es im Januar 1980 der Fall gewesen ist. Ein fallendes GSV würde hingegen auf eine Beschleunigung des aktuellen Gold- und Silberbullenmarkts hindeuten, ähnlich der Entwicklung, wie sie in den Monaten August und September 1979 beobachtet werden konnte.

Daher stellt sich die Frage: Ist Edelmetallbullenmarkt bereits vorbei? Bevor wir versuchen, diese Frage zu beantworten, sollten wir vielleicht noch einen Blick auf einen anderen Chart, das Dow Jones/Gold-Verhältnis werfen:

Zum Vergrößern anklicken.

Hier wird der aktuelle Goldbullenmarkt seit dem Jahre 1999 dem Goldbullenmarkt in den 60er und 70er Jahren gegenübergestellt. Der vorangegangene Goldbullenmarkt erstreckte sich vom Höhepunkt des Dow Jones/Gold-Verhältnisses bis zu seinem Tiefststand über einen Zeitraum von rund 14 Jahren. Der aktuelle Bullenmarkt ist, ausgehend vom Höhepunkt des Dow Jones/Gold-Verhältnisses bis heute, zwölf Jahre alt.

Diese Charts sagen mir, dass es bedeutend wahrscheinlicher ist, dass wir in Zukunft noch einen parabolischen Anstieg des Goldpreises sehen werden, als dass wir bereits am Ende des aktuellen Bullenmarkts angelangt sind. Das würde wiederum darauf hindeuten, dass der Gold- und Silberpreis wie auch das Gold/Silber-Verhältnis eher in einer Entwicklungsphase stecken, die den Jahren 1978 und 1979 ähnelt als dem Höhepunkt des letzten Bullenmarkts im Januar 1980.

Zurück zu dem eingangs formulierten Argument, dass der Kauf von Silber so ist, als würde man Gold zurzeit für USD 554 pro Unze bekommen: Für mich steht fest, dass Silber das gelbe Metall während des noch verbleibenden Edelmetallbullenmarkts ausstechen wird, und ich bin mir auch sicher, dass die Kursentwicklung von Silber mit der des gelben Metalls im Vergleich zu ihren jeweiligen Höchstständen des Jahres 1980 zumindest gleichziehen wird.

Für mich wäre es in diesem Zusammenhang keine Überraschung, zu sehen, dass Gold auf USD 4.250 pro Unze klettert, während Silber bei USD 250 pro Unze oder sogar darüber liegt und das Gold/Silber-Verhältnis auf 1:17 oder noch tiefer fällt.

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