Hyperinflationärer Dollar-Crash: Grausige Daten aus den USA

Katastrophale Finanzlage: Steigende Defizite und wegbrechende Steuereinnahmen. Aus geldgeschichtlicher Perspektive haben die USA die Wegmarke, an der sich eine Regierung für oder gegen die Hyperinflation entscheidet, schon vor langer Zeit passiert. Die Dollarentwertung wird in 2012 immer offenkundiger werden und dürfte bei Gold und Silber massive Preisansteige zur Folge haben

James Turk, FGMR, 19.12.2011

In den ersten beiden Monaten des aktuellen Fiskaljahrs, das am 01.10.2011 begann, ist die US-Staatsverschuldung um weitere USD 320 Milliarden gestiegen. Im Vergleich zum Zweimonatszeitraum des Vorjahres ist dies ein Anstieg in Höhe von USD 21 Milliarden. Diese Zahlen verdeutlichen, dass die US-Staatsverschuldung mit einer beschleunigten Rate steigt.

Der Grund für diesen sich beschleunigenden Schuldenanstieg ist natürlich das riesige Haushaltsdefizit der US-Regierung, das um keinen Deut kleiner wurde, was auch aus der nachfolgenden Grafik deutlich hervorgeht:

Hyperinflation ist stets das Resultat ungezügelter Regierungsausgaben. Diese Ausgaben führen zu immer größeren Haushaltsdefiziten, was die Regierung dazu zwingt, immer größere Kredite aufzunehmen. Am Ende wird ein Punkt erreicht, wo sich die Regierung mehr Geld leihen muss, als die Gläubiger ihr zu geben bereit oder in der Lage sind.

In diesem Falle hat die Regierung nur noch zwei Möglichkeiten: Entweder verringert die Regierung die Staatsausgaben und sieht der Realität, dass ihr das Geld ausgegangen ist, ins Auge, oder aber die Zentralbank springt ein, um das Geld, das die Regierung ausgeben will, „aus dem nichts“ zu schaffen. Die zweite Möglichkeit führt unvermeidlich in die Hyperinflation.

Der Zeitpunkt, an dem sich eine Regierung dafür entscheidet, den hyperinflationären Weg einzuschlagen, wird von mir als „Havenstein-Moment“ bezeichnet, ein Begriff, der auf den unglückseligen Reichsbankpräsidenten Rudolf Havenstein zurückgeht, dessen Entscheidungen zu einer massiven Hyperinflation führten, die im Deutschland der 20er Jahre die Vernichtung der Wirtschaft sowie der Mittelklasse zur Folge hatte.

Die US-Regierung hat den Havenstein-Moment schon lange hinter sich gebracht. Mit den sogenannten „quantitativen Lockerungsmaßnahmen“ – der moderne Begriff für das Gelddrucken – hat die US-Notenbank Federal Reserve der US-Regierung die Möglichkeit an die Hand gegeben, sich für die politisch angenehmere Lösung zu entscheiden.

Die US-Regierungsausgaben sind nicht zurückgefahren worden – und das trotz anhaltend defizitärer Steuereinnahmen. Das Gelddrucken befördert diese unkontrollierten Staatsausgaben, was sich heutzutage in der Ausweitung der Bankenbilanzen bemerkbar macht.

So gesehen, unterscheiden sich die Vereinigten Staaten von der Weimarer Republik, da es sich bei der Weimarer Republik um eine Bargeldwirtschaft gehandelt hat, wo fast der gesamte Handel über Banknoten abgewickelt wurde. Im Gegensatz dazu wird in den USA ein erheblicher Teil der wirtschaftlichen Aktivität über Bankeinlagen, Schecks, telegrafische Geldüberweisungen, Kreditkarten und ähnliches abgewickelt.

Die Gelddruckerei erfolgt heute also durch die Ausweitung der Bankenbilanzen, um auf diese Weise mehr Einlagengelder zu schaffen.

Im vergangenen Jahr erhöhten sich die gewerblichen Bankenbilanzen um USD 611 Milliarden. Darüber hinaus wurde auch die Bilanz der US-Notenbank um USD 516 Milliarden oder um 21,6% ausgeweitet.

Die unvermeidlichen Folgen der Gelddruckerei fangen nun damit an, sich bemerkbar zu machen.
Innerhalb der letzten sechs Monate ist die Geldmenge M1 um 22,8% gestiegen, während M2 um 14% zulegte. Shadowstats.com hat für das vergangene Jahr eine US-Inflation in Höhe von 11% ermittelt.

Ein weiterer Beweis, dass die USA den Havenstein-Moment bereits hinter sich gebracht haben, ist die Tatsache, dass 58% des Geldes, das die US-Regierung zwischen Oktober und November dieses Jahres ausgegeben hat, geliehenes Geld gewesen ist (USD 320 Milliarden Schulden gegenüber USD 551 Milliarden an Ausgaben).

Ein Blick auf die Geldgeschichte offenbart uns, dass eine Regierung immer dann den hyperinflationären Pfad eingeschlagen hat, wenn die entscheidende Marke von 40% überschritten wird – einen Punkt, den die US-Regierung bereits vor langer Zeit hinter sich ließ.

Schaut man sich die oben stehende Grafik an, so wird deutlich, dass es die US-Regierung hier nicht mit irgendeinem zyklischen Wirtschaftsproblem zu tun hat, das mithilfe stabiler Wirtschaftsaktivität, die zu einer Erhöhung der Steuereinnahmen führen würde, bewältigt werden kann. Jahrzehnte an defizitären Ausgaben, des Konsums und der Schulden fordern nun ihren Tribut.

Kurzum: Die US-Regierung ist pleite, aber die Regierung und die US-Notenbank weigern sich, diese Realität einzugestehen. Und da man den Havenstein-Moment bereits vor so langer Zeit passiert hat, ist es unvermeidlich, dass die Kaufkraft des US-Dollars weiter absinkt.

Wir werden erleben, wie diese Dollarentwertung in 2012 immer offenkundiger werden wird. Infolgedessen ist es auch nur logisch, für das kommende Jahr mit bedeutend höheren Gold- und Silberpreisen zu rechnen.

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