Das Krisenmanagement der Vollidioten: Na los doch, besteuert die Reichen!

Die Staatsmafia wird die Ursache der Schuldenkrise nie verstehen, weil sie sich dann eingestehen müsste, dass sie selbst das Problem ist

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.org, 31.05.2012

Natürlich übernimmt die Regierung nie für irgendetwas die Verantwortung. Wir sollten uns hier auch noch einmal an die Worte Einsteins erinnern: „Vergiss nicht, alles, was Hitler tat, war gesetzmäßig.“ Nur weil man über die Macht verfügt, Gesetze zu erlassen, heißt das noch lange nicht, dass sie auch moralisch sind.

Der französische Präsident François Hollande verkündete, dass er die Steuern bei den Reichen auf 75% anheben will. Wann werden diese Sozialisten und Kommunisten mit diesem Schwachsinn eigentlich aufhören? Fakt ist, dass diese Typen einfach nur gehirnamputiert sind.

Der demokratische US-Präsident Grover Cleveland (1837 – 1908) stellte sich während der Panik von 1893 den Demokraten entgegen und verurteilte sie, weil sie Silber überbewertet hatten, was dazu führte, dass die Goldreserven der USA ins Ausland abflossen, und weil sie versuchten, die Einkommenssteuer einzuführen, die der Oberste Gerichtshof jedoch bereits für verfassungswidrig erklärt hatte.

Bei der Panik von 1893 wurden 172 staatliche Banken, 177 Privatbanken, 47 Sparkassen, 13 Kredit- und Treuhandanstalten sowie 16 Hypothekenfirmen ausradiert. Dass US-Finanzministerium war praktisch pleite, da ein enormer Abfluss der Goldreserven vom Zaum gerissen wurde. Es kam zu Bank-Runs, weil alle auf einmal alle versuchten, ihre ausstehenden Banknoten gegen Gold einzutauschen.

Während der neun Monate des Finanzzusammenbruchs versuchte der damalige US-Finanzminister Foster die Goldeinlagen des Staates irgendwie zu schützen, um den Zusammenbruch der US-Regierung zu verhindern. Cleveland erkannte das wahre Wesen der Krise:

„In Zeiten wie der jetzigen, wo wir vom Unheil unsolider Finanzen bedroht werden, rechnen sich die Spekulanten vielleicht aus, dass sie von dem Unglück anderer profitieren können; kann sich der Kapitalist vielleicht schützen, indem er hortet oder aus den Wertschwankungen sogar Gewinn zieht; doch der Durchschnittsverdiener – der erste, der von einer entwerteten Währung getroffen wird – ist praktisch schutzlos. Er ist bei seiner Arbeit auf den Einsatz zuversichtlichen und zufriedenen Kapitals angewiesen. Lässt ihn dieses im Stich, gibt es für seine Lage keine Linderung, da er sich weder an dem Unglück anderer bereichern noch seine Arbeit horten kann.“

Also, wenn die Sozialisten all die Reichen vertreiben, ja wer schafft dann Arbeitsplätze? Der Staat? Das ist Kommunismus und gescheitert.

Es ist völlig unerheblich, welche Berge an Beweisen man auch herbeischafft, um zu zeigen, dass Steuererhöhungen einzig dazu führen, dass die Wirtschaft geschwächt und das Kapital ins Ausland getrieben wird – die Politiker werden immer die Reichen attackieren, die zahlenmäßig nur ganz wenige sind und zu denen in den USA heute bereits all jene mit einem jährlichen Haushaltseinkommen von USD 250.000 zählen.

Ein gutes Beispiel ist die Freie Stadt Mainz, wo die Gutenberg-Presse erfunden wurde. Die Stadt wurde von den Politikern ebenfalls zugrunde gerichtet. Die Druckerpresse hatte der Stadt einen Wirtschaftsboom beschert, woraufhin die Politiker damit begannen, die Steuern zu erhöhen, weil sie es einfach nicht lassen konnten, anderen in die Tasche zu greifen. Und sie liehen sich Geld gegen die von ihnen vermuteten künftigen Steuereinnahmen. Die Reichen verließen die Stadt. Übrig blieben nur noch diejenigen, die keine Steuern zahlten und bei den Politikern – von denen sie verlangten, sich an dem Geld anderer Leute zu bedienen – die Hand aufhielten.

Zwischen 1436 und 1437 flossen 75% aller Stadtausgaben in den Zinsdienst. Die Zinsen schossen in die Höhe. Frankfurt, Worms und Speyer hielten gigantische Forderungen. Bis 1444 war der Schuldenstand der Stadt auf 373.184 Gulden angeschwollen. Nachdem man die Kredite nicht mehr überrollen konnte, wurde Frankfurt die komplette Stadt Mainz als Pfand für ein Darlehen von 60.000 Gulden angeboten. Der Niedergang von Mainz war besiegelt, die Stadt wirtschaftlich und finanziell erledigt.

„Immer häufiger mussten Einnahmen über Kredite erzielt werden, was die Stadt zusätzlich von Gläubigern abhängig machte. Der Versuch, die Finanzkrise durch stärkere in Anspruchnahme der reichen Familien beizulegen beschleunigte nur deren Abwanderung aus der Stadt, meist ins benachbarte Frankfurt.

Für die Schulden der Stadt wurden auswärts aber die Bürger haftbar gemacht. Dies bedeutete, dass Mainzer Kaufleuten auf Messen die Beschlagnahme ihrer Güter zur Deckung von Verbindlichkeiten der Stadt drohte. Dies behinderte den Handel immer mehr, was wiederum die Finanzen der Stadt noch stärker belastete. Schließlich mussten 3/4 der Stadteinnahmen für Zinsen aufgebraucht werden. 1437 und 1444 war die Stadt deshalb zahlungsunfähig.

Die Stadt hatte 1444 bei den Bürgern fast aller größeren Städte im Umkreis Schulden gemacht, besonders in der Messestadt Frankfurt, wo nun viele ehemalige Mainzer Bürger wohnten. Durch die Eroberung der Stadt 1462 gingen alle diese Außenstände verloren. Das Ende der Freien Stadt war somit auch für die Städte um sie herum ein schwerer Schlag,“ heißt es dazu bei Wikipedia.

Na, kommt Ihnen das nicht bekannt vor? Es ist genau so, wie es Adam Smith in seinem Buch „Wohlstand der Nationen“ beschrieben hat:

„Dennoch ist es eine Frechheit und Anmaßung höchsten Grades, wenn Könige und Minister vorgeben, sie müssten für Sparsamkeit bei den Privatleuten sorgen … zumal sie selbst immer und ohne Ausnahme die größten Verschwender im Lande waren. Sie sollten lieber auf den eigenen Aufwand achten und den Privatleuten getrost den ihren überlassen. Ruiniert ihre Unmäßigkeit nicht den Staat, die ihrer Untertanen wird es ganz gewiss nicht tun.“

Es ist immer dasselbe. Auch heute befinden sich die Reichen wieder auf der Flucht. Sie werden vom Ausland besser behandelt als von ihrer eigenen Regierung, die sie einfach nur hasst und verachtet, da die Politiker nach ihrem Vermögen trachten. Diese Abwanderung der Reichen findet zurzeit überall statt. Sie ist auch dafür verantwortlich, dass es in Kanada einem Immobilienboom gegeben hat.

Diese Dynamik ist darauf zurückzuführen, dass alles mit allem vernetzt ist. Und es ist immer dasselbe. Es ist unmöglich, Regierungsvertreter davon zu überzeugen, dass sie selbst das Problem sind. Sie versuchen alles zu manipulieren. Als ihnen das misslang, gaben sie mir die Schuld, weil mir laut ihrer bizarren Theorie weltweit mehr „Reiche“ folgen würden als irgendwem sonst. Anstatt einfach zuzugeben, dass sie vielleicht falsch liegen könnten – nein, das würden sie niemals tun! Die Politiker haben immer Recht.

Und wenn man ihnen in die Augen schaut, dann erkennt man, dass sie allen Ernstes glauben, dass sie im Recht sind. Man hat überhaupt keine Chance, da das bedeutend würde, dass sie einräumen müssten, dass sie falsch liegen.

Bedauerlicherweise herrscht in den Köpfen der Politiker die Vorstellung vor, dass sie nicht das Problem sind. Es sind immer die Reichen, die mehr zahlen sollten. Aber selbst wenn sie alles beschlagnahmen würden, hätten sie dadurch nicht ein einziges Problem gelöst. Die Politiker werden die Wirtschaft aufgrund ihrer eigenen Gier nach Geld und Macht immer in den Sand setzen – also genau wegen der Dinge, die sie den Reichen vorwerfen.

Einstein hatte also völlig Recht! Alles, was Hitler tat, war „gesetzmäßig“, weil er die entsprechenden Gesetze verabschieden ließ. In den USA werden gerade in Windeseile die Grenzen dichtgemacht, während die US-Regierung ausländischen Unternehmen mit der Konfiszierung ihrer in den USA gehaltenen Vermögenswerte droht, wenn sie nicht über ihre US-amerikanischen Geschäftskunden Bericht erstatten.

Die Lösung ist einfach: Auswandern und seine Staatsbürgerschaft aufgeben. Die Zahl derjenigen, die ihre US-amerikanische Staatsbürgerschaft aufgeben, ist seit Dezember 2011 um das Zehnfache explodiert. Den USA steht das Schicksal der Freien Stadt Mainz bevor.

Weitere Artikel zu diesem Thema


  • Staatsschuldenkrise: Räuberische Regierungen werden die gesamte Weltwirtschaft auslöschen
  • Das größte Problem, mit dem wir es zu tun haben, ist die Tatsache, dass die weltweite Liquidität seit 2007 um 50% zurückgegangen ist. Die Regierungen werden jetzt mit ihrer Besteuerung so aggressiv, dass sie der Weltwirtschaft dadurch das Licht ausblasen und dafür sorgen, dass das Kapital einfach gehortet wird.
  • François Hollande vernichtet Frankreich im Alleingang
  • Der französische Präsident François Hollande wird 2015 mit einem steigenden Haushaltsdefizit konfrontiert, während er die größte Schuldenmenge, die das Land jemals gehabt hat, überrollen muss. Wenn es dann keine Bieter gibt, könnte es durchaus sein, dass der Euro bis 2016 auf USD 1,00 oder USD 1,03 einbricht.
  • Globaler Staatsschuldencrash: Hyperinflation ist völlig ausgeschlossen
  • Der weltweite Wirtschaftszusammenbruch wird ohne Hyperinflation vonstattengehen. Wir werden uns alle noch wünschen, dass die Hyperinflation einsetzt. Die Staaten werden stattdessen Hatz auf alles und jeden machen. Sie werden die Bürger auspressen, die staatlichen Leistungen massiv zurückfahren und zum Schluss die Zahlungsunfähigkeit ausrufen
  • Horten vs. Investieren
  • Achten Sie besonders auf das Ende des Jahres 2013. Es sieht ganz danach aus, als würde die Lage nach dem 07.08.2013 eskalieren, und dann haben wir im September noch die Wahlen in Deutschland. Frankreich hat sich von einer soliden Wirtschaftspolitik nun gänzlich verabschiedet, und die Franzosen waren ja der zweite wichtige Anker des Euros.
  • Staatsschuldendebakel: Die Geheimagenda der US-Regierung, des Internationalen Währungsfonds und der Euroländer
  • Ende der 1970er Jahre war ich für ein Jahr der Vorsitzende des American Gold Council. Ich musste in den USA herumfliegen und eine Medientour machen. Dadurch lernte ich eine Menge darüber, wie das abläuft. Man fliegt in eine Stadt …