Auflösungserscheinungen: Bei einer Staatspleite wird’s hässlich

Wie es aussieht, wenn ein Land kollabiert

Mac Slavo, SHTFplan.com, 25.06.2012

Es steht außer Frage, dass das System zusammenbrechen wird.

Die meisten informierten Menschen begreifen, dass die mit Billionen Dollars an Schulden angeheizten und völlig außer Kontrolle geratenen Staatsausgaben, die beispiellose Geldmengenausweitung und das soziale Netz, das durch die stetig zunehmende Abhängigkeit von Millionen von Bedürftigen völlig überlastet ist, nicht auf immer und ewig aufrechterhalten werden können.

Für viele Amerikaner und Europäer ist der Zusammenbruch bereits da.

Und die Behauptung, dass sich die westliche Welt gegenwärtig auf dem Pfad der Wirtschaftserholung befindet, ist eine reine Mutmaßung. Sprott Asset Management erklärte dazu am 24.06.2012:

„Wir wissen natürlich auch, dass alle von den schlechten Meldungen die Nase voll haben, trotzdem setzen wir uns lieber mit den Fakten auseinander: Europa erlebt zurzeit schwerwiegende Bank-Runs, die Haushaltsbudgets fast aller westlichen Länder sind außer Kontrolle geraten, das Bankensystem arbeitet mit exzessiven Kredithebeln und hält enorme Risiken, die Kosten für die immer größeren Mengen an Staatsschulden steigen zusehends und die Wirtschaften Europas, Asiens und der Vereinigten Staaten machen eine Abschwächung, wenn nicht gar Schrumpfung durch.

Das kann nicht mehr schöngeredet werden – und wir sollten aufhören, den Politikern und Zentralplanern Gehör zu schenken, die die aktuelle wirtschaftliche Realität herunterspielen, vernebeln oder uns direkt ins Gesicht lügen. Glauben Sie denen kein Wort mehr!“

Auf welche Indikatoren man auch schaut, Fakt ist, dass wir uns zurzeit mit Riesenschritten einer wirtschaftlichen, finanziellen, politischen und gesellschaftlichen Katastrophe nähern.

Der Frühindikator Griechenland gewährt uns einen Einblick auf das, was uns noch bevorsteht.

Wenn die Regierung eines Landes nicht mehr länger in der Lage ist, ihre Schulden-, Ausgabe- und Umverteilungspraxis aufrechtzuerhalten, so wie es die Menschen gewohnt sind, wenn die Finanzinstitutionen den Punkt der Insolvenz erreichen, wenn die Einzelhandelswirtschaft zusammenbricht und wenn die Menschen nicht mehr länger in der Lage sind, Arbeit zu finden, wird’s richtig hässlich.

Neben einer Nahrungsmittelverknappung in griechischen Gefängnissen, die soweit reichte, dass die Insassen zum Teil Hunger leiden mussten, hat sich die Situation in Griechenlands mittlerweile derart verschlimmert, dass zigtausende verzweifelte Menschen Schlange stehen, um von wohltätigen Landwirten aus Kreta Nahrungsmittel zu erhalten. Daily Mail meldete am 19.06.2012:

„Hungernde Griechen standen gestern in einer um das Karree reichenden Schlange, um kostenlose Nahrungsmittelspenden zu erhalten, während es den Politikern des Landes gelang, dem lähmenden Stillstand in Form einer Koalitionsregierung ein Ende zu bereiten.

Junge wie Alte warteten in einer Schlange in Athen, um sich die Pakete mit Früchten und Gemüse abzuholen, die von Landwirten aus Kreta gespendet wurden, um die verheerende Austerität abzumildern, mit der zahlreiche Griechen zu kämpfen haben.“

Wenn der Regierung das Geld ausgeht und das soziale Netz zusammenbricht, gibt es nichts mehr, was die Regierung noch tun kann, um zur Erholung eines verarmten Landes beizutragen.

Wir hatten bereits in früheren Berichten auf die Folgen hingewiesen, die mit dem Zusammenbruch der Rettungsdienste und des Stromnetzes einhergehen, und erörtert, wie ein Mangel an Geldern dazu führt würde, dass essentielle Bestandteile der Infrastruktur wie die Gesundheits-, Strom- und Wasserversorgung plötzlich nicht mehr bereitstehen. In einer modernen Gesellschaft scheint eine derartige Entwicklung aber undenkbar.

Doch die Anfänge dieser Entwicklung lassen sich zurzeit in Griechenland mitverfolgen. Natural News meldete am 22.06.2012:

„Die Wirtschaftssituation Griechenlands verschlechtert sich immer mehr. Meldungen legen nahe, dass den landesweiten Krankenhäusern und Betreuungseinrichtungen die Medikamente ausgehen. Viele Mitarbeiter im Gesundheitswesen arbeiten bereits ohne Bezahlung.

Das griechische Gesundheitswesen, das staatlich organisiert und in einem sich auftürmenden Schuldenberg versunken ist, musste internationale Hilfe erhalten, nur um den Anschein von ein wenig Normalität aufrechterhalten zu können. Es wurden zahlreiche Schuldscheine ausgegeben, und verzweifelte Patienten stecken den Ärzten still und leise Geld-´Geschenke` zu, um behandelt zu werden.

Alles in allem lässt sich sagen, dass die Situation des griechischen Gesundheitswesens ein einziges Chaos wäre, wenn es nicht all jene gäbe, die ihre eigene Zeit opfern, um den Bedürftigen – oftmals ohne Bezahlung – zu helfen …

Mittlerweile ist die Lage sogar noch schlimmer geworden, was zum Teil darauf zurückzuführen ist, dass das griechische Gesundheitswesen massiv auf Arznei von Markenherstellern angewiesen ist, anstatt auf die viel günstigeren alternativen Präparate. Und da das gesamte System aufgrund der unbezahlten Rechnungen bereits in Stottern geraten ist, haben, um nur ein Beispiel zu nennen, zahlreiche Apotheken bereits dicht gemacht.

Die Apotheken, die jetzt noch auf sind und weiterhin Arznei auf Kredit liefern, sind rar gesät und werden von den langen Schlangen verzweifelter Patienten, die nach lebenserhaltenden Medikamenten verlangen, völlig überwältigt. ´Es geht hier nicht um Schmerzmittel`, so eine griechische Frau, eine Krebspatientin gegenüber Reuters. ´Wir haben gelernt, mit den Schmerzen umzugehen. Wir brauchen Medikamente, um am Leben zu bleiben.`“

Neben der Nahrungsmittel- und der Gesundheitsversorgung, die für das Überleben unabdingbar sind, stehen nun auch die griechischen Energieversorger kurz davor, die Strom- und Gasversorgung einzustellen, was zur Folge hätte, dass das gesamte Versorgungsnetz ausfallen und das Land in die Steinzeit zurückgeworfen würde.

In den vergangenen drei Jahren konnten wir mitverfolgen, wie sich die Katastrophe Stück für Stück hochgeschaukelt hat – eine solche Entwicklung muss also nicht unbedingt über Nacht eintreten. Sie kann sich im Laufe der Zeit sukzessive aufbauen und Stück für Stück alle Facetten des Systems ausschalten, bis es sich schließlich auflöst.

Und wie wird das Ganze dann aussehen? Bei derartigen Zusammenbrüchen geht Nahrungsmittelversorgung zurück oder wird gar vollständig unterbrochen. Das Versorgungsnetz ist dann aufgrund von Privatpersonen und Firmen, die nicht in der Lage sind, ihre Rechnungen zu begleichen, so starken Belastungen ausgesetzt, dass die Strom-, Gas- und Wasserversorgung einfach eingestellt wird. Die Rettungsdienste – zu denen die Mitarbeiter des Gesundheitswesens, der Polizei und der Feuerwehr zählen – werden von der überschuldeten Regierung auch nicht mehr bezahlt, was dazu führt, dass viele von ihnen nur noch freiwillig tätig sind. Am Ende werden auch sie nicht mehr zur Arbeit kommen, und das ist dann der Punkt, wo Recht, Ordnung und Normalität über Bord geworfen wird.

Alle staatlichen Dienstleistungen gelangen dann an ihre Belastungsgrenze, wodurch all jene, die für ihre Notfallpläne auf die Regierung angewiesen sind, plötzlich mit Nichts dastehen. Entweder wird die Regierung die Verteilung von Lebensmittelmarken einstellen oder die Zuteilungen werden so gering ausfallen, dass man damit kaum in der Lage ist, eine Familie zu versorgen.

Die Gesundheitsversorgung wird schlicht ausfallen, und hierzu zählt auch die Versorgung mit lebenserhaltenden Medikamenten wie Antibiotika. Gewalt und Verbrechen werden zweifelsohne zunehmen und auf den Straßen wird Blut fließen, da die nicht vorbereitete Öffentlichkeit mit dem neuen Paradigma zu kämpfen hat.

Diejenigen, die der Auffassung sind, dass eine solche Entwicklung in den USA nicht möglich ist, sollten sich noch einmal in aller Ruhe umschauen. Praktisch jeder Indikator über die wirtschaftliche, finanzielle und gesellschaftliche Situation in den USA legt nahe, dass sich das Land in Richtung eines Kipppunktes aufgemacht hat.

Der Zusammenbruch – von dem viele behaupten, dass er nie eintritt, während andere damit rechnen, dass er in Zukunft einsetzen wird – findet hier und jetzt bereits statt. Alles, was wir tun können, ist, von den Geschehnissen in Griechenland zu lernen und Vorkehrungen zu treffen, solange noch Zeit bleibt. Man kann von denjenigen lernen, die sich in Griechenland zurzeit inmitten einer hoffnungslosen Situation wiederfinden – Menschen wie unserem griechischen Freund Manos, der uns vor kurzem schrieb: „Meine Gewehr ist geladen und gut ausgerüstet. Ich hoffe, dass ich es nicht brauchen werde.“

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