Krieg gegen den Iran: Es geht um Massenmord und nicht um Atombomben

Kurt Nimmo, Infowars.com, 20.02.2010

John Bolton möchte, dass Sie glauben, ein Angriff auf Irans Nuklearanlagen wäre eine chirurgische Operation, bei der nur wenige Zivilisten sterben werden. Auf der anderen Seite sagt er, dass die Sachen, naja, Sie wissen schon, schief gehen könnten.

Auf die Frage „Wenn es also einen militärischen Angriff durch uns oder durch Israel gibt, denken Sie nicht, dass es dann auch irgendwelche zivilen Opfer geben würde?“ antwortete er: „Das kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Dinge könnten schiefgehen.“

Wenn Sie denken, dass Israel oder die Vereinigten Staaten die iranische Nuklearanlage Buscher einfach nur wie in einem Hollywood Film bombardieren würden, sind Sie extrem naiv – das Militär wird die ganze (militärische und zivile) Infrastruktur des Landes zerstören, genauso, wie man dies 2003 im Irak tat.

Eine Studie von Anthony Cordesman vom Center for Strategic and International Studies (die im November 2007 überarbeitet wurde) listet zahlreiche zu bombardierende Orte auf, die sich überall über den Iran verteilt befinden. Diese erstrecken sich von Gachin und Buscher im Süden bis hin zu Lashkar A´bad und der bevölkerungsreichen Metropole Teherans im Norden. Bei dem von Cordesman entworfenen Szenario geht es nicht nur um die Ausschaltung von Reaktoren durch die USA oder Israel (oder beide), sondern auch um Uranverarbeitungsanlagen, Forschungseinrichtungen und sogar Uranminen.

Es wird spekuliert, dass ein Angriff auf den Iran dem Angriff Israels auf den Osirak-Reaktor im Jahre 1981 ähnlich sein wird. Tatsache ist, dass Irans (gemäß dem Atomsperrvertrag völlig legales) Nuklearprogramm nur der Vorwand für einen größeren und unheilvolleren Plan ist, den Iran – genauso, wie es beim Irak auch der Fall war – wieder zurück in die Steinzeit zu bomben.

Die zweifachen Angriffe auf den Irak durch zwei Mitglieder der Bush-Verbrecherfamilie – die mehr als ein Jahrzehnt auseinanderlagen und den mittelalterlichen Sanktionen somit genügend Zeit gaben ihren Schaden zu entfalten – zielten nicht nur auf Saddam und sein Militär ab, sondern auf das Land als solches.

„Die Absicht und die Anstrengungen der Bombardierung zivilen Lebens und ziviler Anlagen zur systematischen Zerstörung der Infrastruktur des Irak, ließen das Land in vorindustriellem Zustand zurück. Die Zivilbevölkerung des Irak war auf die Industriekapazitäten angewiesen. Der Angriff der USA hinterließ den Irak in nahezu apokalyptischem Zustand, wie die ersten Beobachter der Vereinten Nationen nach dem Krieg berichteten.“

schrieben Ramsey Clarke und Andere in dem Bericht „Kriegsverbrechen: Ein Bericht der Kriegsverbrechen der Vereinigten Staaten gegen den Irak“, der kurz nach der Invasion von Bush Senior im Jahre 1991 veröffentlicht wurde.

Unter Bush hatte es das Pentagon im Besonderen auf die folgenden Dinge abgesehen: Stromkraftwerke, Umspannwerke und Stromnetze; Wasseraufbereitungsanlagen, Pump- und Verteilungssysteme und Wasserreservoire; Telefon- und Radionetze, Umspannwerke, Türme und Übertragungsanlagen; Nahrungsmittelverarbeitungsanlagen, Läger, Verteilungsanlagen und Märkte, Babymilch- und Getränkefabriken, Tierimpfungs- und Bewässerungsanlagen; Schienenverkehrsanlagen, Busstationen, Brücken, Autobahnüberführungen, Autobahnen, Straßenmeistereien, Züge, Busse und andere Fortbewegungsmittel des öffentlichen Verkehrs, gewerbliche und private Fahrzeuge; Ölquellen und -pumpen, Ölleitungen, Raffinerien, Öllagertanks, Tankstellen und Tanklastwagen, Kerosinläger; Abwasseraufbereitungsanlagen und Entsorgungssysteme; Fabriken ziviler Produktionsbereiche, z. B. Textil- und Automobilfertigung; sowie historische und altertümliche Plätze.

„Als direktes, beabsichtigtes, und voraussagbares Ereignis dieser Zerstörung starben zehntausende Menschen an Dehydrierung, Ruhr, durch unreines Wasser verursachte Krankheiten, die Unfähigkeit wirksame medizinische Unterstützung zu erhalten sowie Entkräftung durch Hunger, Schock, Kälte und Stress. Es werden noch mehr sterben, bis trinkbares Wasser, hygienische Lebensbedingungen, eine ausreichende Nahrungsmittelversorgung und andere Notwendigkeiten bereitgestellt werden. Es gibt während des Sommers 1991 ein hohes Risiko von Cholera-, Typhus- und Gelbsuchtepidemien und anderer Krankheiten, ebenso wie des Verhungerns und der Unterernährung, wenn die Versorgung mit Nahrungsmitteln und lebensnotwendigen Dienstleistungen nicht wieder einsetzt.“ wurde in dem Bericht von Clarke 1992 angemerkt.

Zu dem Zeitpunkt als Bush Junior in den Irak einmarschierte, war nicht mehr viel Infrastruktur übriggeblieben, die man hätte bombardieren können – die über ein Jahrzehnt andauernden Sanktionen hatten sichergestellt, dass die Iraker nicht in der Lage waren ihre Gesellschaft wiederaufzubauen – also begnügte sich George W. damit, mehr als eine Million Iraker umzubringen.

Wenn Sie der Meinung sind, dass diese Art des kriminellen Verhaltens den republikanischen Neocons vorbehalten ist, denken Sie besser noch einmal darüber nach. Bill Clinton bombardierte Bagdad am 26.06.1993 nicht nur – was acht Irakern, darunter auch der bedeutenden irakischen Künstlerin Layla al-Attar, das Leben kostete – sondern er griff auch Jugoslawien an, wobei er es auf die zivile Infrastruktur, zivile Anlagen, wie Häuser, Krankenhäuser, Schulen, Züge, Fabriken, Kraftwerke und Rundfunkanstalten abgesehen hatte.

Laut Angaben der jugoslawischen Behörden waren 60% der NATO-Ziele ziviler Natur, worunter 33 Krankenhäuser, 344 Schulen sowie 144 große Industrieanlagen und eine große petrochemische Anlage fielen. Die Zerstörung der Letzteren hatte eine Umweltkatastrophe zur Folge. John Pilger stellte fest, dass die Liste der zivilen Ziele auch

„Siedlungen, Hotels, Büchereien, Jugendeinrichtungen, Theater, Museen, Kirchen und Klöster aus dem 14. Jahrhundert, die auf der Weltkulturerbeliste standen [beinhaltete]. Landwirte sind bombardiert und ihre Felder abgebrannt worden.“ (s. Edward S. Herman: „Clinton ist der größte weltweit aktive Kriegsverbrecher“)

„US-Führer begangen Kriegsverbrechen als eine Art institutioneller Notwendigkeit, da ihre imperiale Rolle es verlangt unterworfene Völker auf den für sie angemessenen Platz zu halten…[Clintons] Politik der zivilen Ausrottung im Irak…gilt in den USA als völlig normalisiert und bringt das Land durch das von der Elite dominierte globale System nicht in Verruf.“ führt Herman weiter aus.

Dieselbe „Notwendigkeit“ trifft auch auf Bush, seinen trottligen Sohn und Obama zu, Letzterer ist nun für die Fortführung in Afghanistan und Pakistan (und früh genug auch im Jemen und Iran) verantwortlich.

John Bolton ist ein Neocon, ein Lügner und ein Kanaille. Er ist sich völlig im Klaren darüber, dass ein Angriff auf den Irak Völkermord sein wird. Er begrüßt eine solche Politik institutionellen Serienmords. Er versteht, dass es kontraproduktiv ist die Wahrheit zuzugeben – dass es bei einem drohenden Angriff auf den Iran nicht um Nuklearwaffen geht, sondern es sich dabei um die Fortsetzung der Politik der Neocons der Dezimierung der Muslime im Nahen Osten (und Zentralasien) handelt.

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