James Turk: Zentralbanken verlieren Krieg um Gold & Silber

Peak Prosperity, 26.01.2012
James Turk im Interview mit Peak Prosperity

„Ich schätze, dass 2013 und 2014 die großen Aufwärtsjahre für die Edelmetalle sein werden, aber wir werden immer noch mit den Zentralplanern und den verschiedenen staatlichen Strategien zu kämpfen haben, mit denen bisher aktiv versucht worden ist, Gold und Silber davon abzuhalten, ihren realen Wert zu erreichen. Die Zentralplaner verlieren den Krieg. Sie mögen ab und an ein oder zwei Schlachten gewinnen, aber den Krieg verlieren sie, und am Ende werden Gold und Silber steigen“,

sagt James Turk, der Gründer und Vorsitzende von GoldMoney.com, voraus.

Turk ist der Meinung, dass es sich bei Gold nicht um ein Investment, sondern um einen sterilen Vermögenswert handelt, da es keine Umsätze generiert. Gold ist Geld, und seine Funktion ist es, Vermögen zu speichern.

Aber Geld kann ebenso wie Investments unter- oder überwertet sein. Und was wir zurzeit auf der Weltbühne beobachten können, ist, dass die Währungen einer extremen Falschbewertung unterliegen, da die Zentralbanken mittels der Inflation (Gelddruckmaßnahmen) die Entwertung ihrer Fiatwährungen vorantreiben.

Dieser Prozess ist aber nicht sonderlich effizient. Die Masse ist sich dieses Vermögenstransfers kaum bewusst, weshalb das Vertrauen in die Papierwährungen immer noch hoch ist, was den vermeintlichen Wert der Fiatwährungen stützt. Die Marktinterventionen der Zentralbanken und anderer Parteien zielen darauf ab, den Preis von Gold und Silber künstlich niedrig zu halten und die Metalle suspekt erscheinen zu lassen.

Das ermöglicht es dem Einzelnen, Arbitrage-Gewinne zu erzielen, indem man Gold und Silber unter ihrem realen Wert erwirbt, dem sie sich nach Auffassung von Turk in den nächsten paar Jahren annähern werden, während der Edelmetallbullenmarkt in seine dritte und finale Phase eintritt.

Ein Aspekt, der bei diesem Preisanstieg in den kommenden Jahren eine Rolle spielen wird, ist das zunehmende Wegbrechen der Kooperation zwischen den Zentralbanken. Die Zentralbanken außerhalb des Einflussbereichs der US-Notenbank erachten Gold immer stärker als echtes Geld und treten als Nettokäufer am Markt auf, um ihre Goldreserven auszubauen.

Am Ende, so Turk, wird der Goldpreis irgendwo im Bereich von USD 8.000 und USD 10.000 pro Unze liegen, während die prozentualen Zuwächse bei Silber sogar noch stärker ausfallen werden.

„Die Art, wie die Märkte normalerweise funktionieren, ist, dass auf eine große Kursbewegung eine Korrektur folgt. Das ist selbst bei Gold so, wenn wir uns die letzten zwölf Jahre anschauen. In 2005, 2006 und 2007 hatten wir bedeutende Kursbewegungen, wo es bei Gold in einigen dieser Jahre zu Preisanstiegen von über 20% kam. In 2008 kam es dann zu einer Korrektur – und obwohl es eine Korrektur gab, wies Gold in diesem Jahr trotzdem noch ein Plus aus.

Danach, in 2009, 2010 und zu Beginn des Jahres 2011, kam es wieder zu bedeutenden Kursbewegungen. Dem folgte die Korrektur, bei der sich das Metall im Grunde seitwärts bewegte. Ich tippe mal darauf, dass 2013 und 2014 die großen Aufwärtsschübe bringen werden, und dabei geht es gar nicht so sehr um den Goldpreis, sondern darum, ob Gold gut bewertet ist.

Die vernünftige Art, sein Portfolio zu verwalten, besteht darin, die überbewerteten Vermögenswerte im Portfolio rauszuwerfen und sich auf Vermögenswerte zu konzentrieren, die unterbewertet sind. Das gilt für Investments wie für Geld gleichermaßen. Man sollte unterbewertete Formen des Geldes halten. Man sollte unterbewertete Investments halten.

Ich nutze ein paar mathematische Formeln, über die ich bereits viel geschrieben habe. Eine davon ist der Angst-Index und eine andere ist der Goldgeld-Index; und nach beiden Gradmessern ist Gold immer noch sehr stark unterbewertet, und Silber auch. Silber ist sogar noch stärker unterbewertet als Gold.

Ich rechne damit, dass diese unterbewerteten Vermögenswerte auch künftig weiter im Preis steigen werden, weil der Markt derartig hohe Niveaus der Über- oder Unterbewertung nicht mag. Und das ist es im Grunde auch, was wir bei den Edelmetallen beobachten können: Die Menschen gehen aus den überbewerteten Fiatwährungen in Richtung der unterbewerteten Edelmetalle.

Ich schätze, dass 2013 und 2014 die großen Aufwärtsjahre für die Edelmetalle sein werden, aber wir werden immer noch mit den Zentralplanern und den verschiedenen staatlichen Strategien zu kämpfen haben, mit denen bisher aktiv versucht worden ist, Gold und Silber davon abzuhalten, ihren realen Wert zu erreichen. Die Zentralplaner verlieren den Krieg. Sie mögen ab und an ein oder zwei Schlachten gewinnen, aber den Krieg verlieren sie, und am Ende werden Gold und Silber steigen.

Interessant ist, dass, als es Ende 2012 zum Preisrückgang bei Gold und Silber kam, die Nachfrage nach den physischen Metallen extrem anstieg, weil die Menschen begriffen, dass diese Vermögenswerte unterbewertet sind, und sich dachten, dass, wenn sie schon zu solch billigen Preisen verkauft werden, sie einfach zuschlagen und weiter zukaufen können.

Es geht also mit Sicherheit mit perversen Nebenwirkungen einher, wenn die Zentralbanken intervenieren. Fakt ist, wie wir bereits anmerkten, dass Gold gegenüber dem US-Dollar zwölf Jahre in Folge zulegen konnte – und zwar mit einer zweistelligen Zuwachsrate.

Hier bedient man sich am besten einer Analogie: Wenn man einen Topf mit kochendem Wasser auf der Herdplatte stehen hat, muss man ab und an den Deckel hochheben, um ein klein wenig Dampf abzulassen, und dann packt man den Deckel wieder drauf. Ja und genau das tun die Zentralplaner zurzeit.

Jedes Jahr heben sie den Deckel hoch – und Gold konnte in den letzten zwölf Jahren im Schnitt um 16,8% pro Jahr zulegen – und dann packen sie den Deckel wieder drauf. Irgendwann wird aber der Tag kommen, wo sie nicht mehr in der Lage sein werden, den Deckel wieder drauf zu packen, und dann werden wir in die dritte Phase des Bullenmarkts eintreten, wo Gold einfach immer weiter steigt, weil das Vertrauen in die Währung verloren gegangen sein wird. Ich denke, dass es das ist, worauf wir uns konzentrieren müssen.

Ich kann nun nicht behaupten, dass das Vertrauen unter den Zentralbanken schwindet, aber man muss begreifen, dass es zwei Kategorien von Zentralbanken gibt: Es gibt Zentralbanken, die sich im Kontroll- und Herrschaftsbereich der USA befinden, und dann haben wir die Zentralbanken, die sich außerhalb des Kontroll- und Herrschaftsbereichs der USA befinden. Und speziell was Gold anbelangt sind viele Zentralbanken auf die Versprechungen anderer Zentralbanken angewiesen. ´Oh ja, mit dem Gold ist alles klar`, bekommt man zu hören, wenn nachgefragt wird.

Diese Versprechungen werden wahrscheinlich gebrochen werden, da die Nachfrage nach physischem Metall weiter wächst. Ob sie sich nun in 2013 und 2014 weiter beschleunigen wird, weiß ich nicht, ich rechne aber damit, dass sich die Nachfrage nach physischem Metall in den nächsten paar Jahren in der Tat weiter beschleunigen dürfte, da ich davon ausgehe, dass es zu ernsthaften Finanzproblemen kommen wird.“

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