Armstrong: Warum der Dollar länger durchhalten wird, als die Dollarbären glauben

Europa und Japan sind ein absolutes Desaster, weshalb der Dollar für die institutionellen Anleger bis auf Weiteres der sichere Hafen bleiben wird

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 12.02.2013

Ich bekam einige Leserzuschriften zu diesem Thema. Einer fragte:

„Sie müssen doch schon wieder Japan beraten. China ist offenkundig – Sie erklärten: ´Kauft keine Anleihen von New York`, und zwei Wochen später hörten sie damit auf. Und nun sieht es so aus, als würde Ihnen Japan wieder folgen.“

Wir können keinen Kommentar dazu abgeben, wer zu unseren Kunden gehört und wer nicht. Aber zu den Trends können wir etwas sagen. Der US-Dollar bildete gegenüber dem Yen exakt nach 51,6 Monaten ein Tief aus. Und bei dem 23-Jahres-Ziel wurden im Dezember die zwei bullischen Umkehrpunkte getroffen. Der Ausbruch verlief also genau nach Plan – 23 Jahre, auf den Monat genau (Dezember 1989 bis Dezember 2012).

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Ja sicher, die japanische Regierung versucht aktuell, die Märkte nach oben zu reden, und man wird ihnen die Trendwende auch zugutehalten. Der Wind hat sich gedreht, sie haben jetzt sozusagen Rückenwind. Aber hinter den Kulissen spielt sich zurzeit wesentlich mehr ab.

Die Dollarbären begreifen es einfach nicht. Bezüglich des Aufstiegs und Falls einer Währung gibt es bedeutend mehr als nur die Geldversorgung. Es nennt sich Vertrauen; das ist es, was die Nachfrage nach Geld bestimmt. All jene, die den Zusammenbruch des Dollars herbeireden, nur weil die US-Notenbank die Geldversorgung ausweitet, betrachten dabei lediglich eine Seite der Medaille. Es gibt aber auch noch die andere Seite.

Vertrauen manifestiert sich auf vielfältige Art, und eine davon ist die „Flucht in Richtung Qualität“, was bedeutet, dass man sich für das geringe Übel entscheiden muss. Japan steht völlig alleine da! Die USA können sich noch auf die Brust schlagen und Krach machen. Gegenüber China oder Russland oder Nordkorea sind sie aber völlig hilflos.

Die USA sind so überschuldet, dass sie keinen Krieg mehr führen können. Sie werden nicht im Iran einmarschieren, weil Russland mit hineingezogen würde, weshalb sie stattdessen Sanktionen nutzen. Dasselbe gilt für Nordkorea. Die USA sind von den Bankern entwaffnet worden.

Zur selben Zeit verfügen die USA aber über Atomwaffen, und das bedeutet, dass China und Russland sich ebenfalls nicht wagen werden, anzugreifen. Somit ist der Dollar nach wie vor der sichere Hafen für Kapital aus Europa – das zurzeit den marxistischen Albtraum lebt und nur mit Bindfaden, Kaugummi und Hoffnung zusammengehalten wird – und Japan, bei dem Russland und China nun der Meinung sind, das Zahltag ist.

In Japan setzt sich das Kapital nun erstmals in Bewegung, weil sie sich jetzt genau dieses Problems gewahr werden: Sie stehen alleine und ungeschützt da.

Ja und glauben Sie angesichts dessen tatsächlich, dass der Dollar crashen und einfach in Flammen aufgehen kann, nur weil die Geldversorgung ausgeweitet wird? Dafür bräuchte es eine Alternative. Welche? Jetzt fangen Sie nicht mit Gold an – Gold dient nur für Privatpersonen als Absicherung.

Gold produziert keine fortwährende Rendite, außer man verleiht es, und dann erklären einem die Goldbugs, dass man den Goldpreis drückt. Das institutionelle Geld kann also überhaupt nicht in nennenswerten Größenordnungen in Gold gehen. Das Beste, was die institutionellen Anleger tun können, ist in Aktien zu gehen – der Wechsel von staatlichen Vermögenswerten in Richtung privater Vermögenswerte, wo sie Dividenden verdienen können.

Allen Dollarbären, die nur auf die Geldversorgung schauen, sei gesagt: Die Mehrheit liegt immer daneben, weil sie der Treibstoff ist, die die Gegenbewegung anheizt. Das ist das Einmaleins der Märkte.

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