Die Vergewaltigung Zyperns: Was die europäischen Einlagensicherungsfonds wirklich wert sind

In Europa ist jetzt nichts mehr sicher!

Mark J. Grant, Out of the Box, 17.03.2013

Ich habe mir die Artikel angeschaut, die am Wochenende zum Thema Zypern veröffentlicht wurden, und ich bin bezüglich der Ereignisse fast genauso entsetzt wie die meisten Autoren. Die Leute sind außer sich, während aus den Propagandamaschinen Europas der übliche Müll kommt.

Wir sollten hier ein paar Dinge klarstellen und der Wahrheit ins Auge blicken. Es war keine Steuer auf zypriotische Bankkonten. Es gibt immer noch keine Steuer; das zypriotische Parlament hat die Abgabe noch nicht verabschiedet und wird erst am 18.03.2013 darüber abstimmen, und das heißt, dass alles, was passiert, rückwirkend geschehen wird.

Das Nächste ist, dass diese Maßnahme nicht auf das Konto von Zypern geht. Die Menschen aus Nicosia sind nicht zu einem Gipfel gefahren und haben dort darum gebeten, dass die Bankkonten ihres Landes abgeschmolzen werden, um dabei zu helfen, die Rechnungen zu bezahlen. In Wirklichkeit haben die europäischen Länder – Deutschland, Frankreich, die Niederlande und der Rest – verlangt, dass die zypriotischen Sparer zahlen. Der Präsident von Zypern erklärte, dass das Land vor vollendete Tatsachen gestellt wurde. Im Grunde ist Zypern von Europa annektiert worden.

Man sollte sich hier nichts vormachen: Die Europäische Union hat das Privateigentum der zypriotischen Bürger einfach ohne irgendwelche Diskussionen, Gesetze oder eine parlamentarische Zustimmung beschlagnahmt.

Ein Bankkonto hat nichts mit einer Anleihe oder einer Aktie oder irgendeiner Art von Investment zu tun. Das scheinen viele Beobachter vergessen zu haben. Ein Bankkonto ist das Privateigentum eines Bürgers oder einer Firma und nicht das Eigentum der Regierung – zumindest ist man in Europa bisher immer davon ausgegangen.

Und dann haben wir ja noch die europäischen Einlagensicherungsfonds. Zwar hat jedes Land seine eigene Version des Einlagensicherungsfonds, aber es gibt sie. Der Einlagensicherungsfonds garantiert die Bankkonten der Bürger bis zu einer Höhe von EUR 100.000.

So viel zum Thema Einlagensicherung in Zypern oder irgendeinem anderen europäischen Land! Die Einlagensicherungsfonds sind null und nichtig! Wenn die Europäische Union in Zypern in der Lage ist, die Einlagensicherung zu zerpflücken, dann kann sie das auch jederzeit in jedem anderen Land tun, wenn ihr danach ist.

Im Folgenden finden Sie eine Beschreibung des Einlagensicherungsfonds der zypriotischen Regierung:

„Die Teilnahme am Einlagensicherungsfonds ist für alle Banken verbindlich, die von der Zentralbank von Zypern autorisiert wurden, also Banken die ihren Sitz in der Republik Zypern haben … Der Einlagensicherungsfonds deckt keine Einlagen von Tochtergesellschaften ab, die ihren Sitz in anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union haben. Diese Einlagen werden durch das entsprechende Einlagensicherungssystem des Landes gedeckt, in welchem die Bank ihren Sitz hat.

Der Einlagensicherungsfonds tritt in Kraft, wenn man zu der Entscheidung gelangt, dass eine Mitgliedsbank nicht in der Lage ist, ihre Einlagen auszuzahlen, oder eine Mitgliedsbank aufgrund einer gerichtlichen Verfügung abgewickelt wird. Ist eine Bank nicht in der Lage, ihre Einlagen auszuzahlen, wird die relevante Entscheidung durch die Zentralbank von Zypern gefällt … Die maximale Entschädigungssumme liegt pro Bankkunde, pro Bank bei EUR 100.000.“

Bis zum 16.03.2013 waren also alle Bankkunden in Zypern bei jeder Bank bis zu einem Wert von EUR 100.000 versichert gewesen. Und heute hat sich diese feierliche Gelöbnis der Regierung als das entpuppt, was es ist: Eine Lüge.

Schlimmer noch und richtig erschreckend ist die Tatsache, dass die Europäische Union, die Europäische Zentralbank und der Internationale Währungsfonds die Verletzung der Einlagensicherung nicht nur zuließen, sondern sogar einforderten.

Und eines ist Fakt: Wenn sie den Einlagensicherungsfonds in Zypern für null und nichtig erklären können, dann können sie das in jedem europäischen Land tun. Mehr noch: Wenn sie die Einlagensicherung für null und nichtig erklären können, können sie auch Anleihen per Federstrich für nichtig erklären. In Europa ist jetzt nichts mehr sicher!

Die Europäische Union, die Europäische Zentralbank und der Internationale Währungsfonds haben sich aus Eigeninteresse für die Beschlagnahmung von Privateigentum ausgesprochen. Bankkonten sind aber keine Anleihen, Aktien oder irgendeine andere Form von Investments. Bankkonten sind Privateigentum wie Ihr Haus oder Ihr Auto.

Deutschland, Frankreich und die anderen Länder gingen also hin und erklärten: „Wir wollen es und wir nehmen es uns, und es ist notwendig für unsere Regierung.“ Bisher haben diese Länder die Ersparnisse ihrer eigenen Bevölkerung noch nicht eingefordert – obwohl das bald der Fall sein könnte –, aber sie haben sie von den Bürgern Zyperns im Gegenzug für Hilfsgelder verlangt. Das ist keine Europäische Union, das ist ein europäisches Viertes Reich!

„In dem Augenblick, wo in der Gesellschaft die Vorstellung akzeptiert wird, dass Eigentum kein heiliges Naturgesetzt ist, und es keine Rechtsgewalt und öffentliche Justiz gibt, die es schützen, nehmen Anarchie und Tyrannei ihren Anfang.“ – John Adams

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