EU-Parlamentarier: Gefahr eines Banken- und Euro-Crashs ist real

King World News, 19.03.2013

Der britische EU-Parlamentarier Nigel Farage erklärte heute gegenüber King World News, dass die zypriotischen Regierungsvertreter aus Angst um ihre eigenes Leben gegen die Bankenabgabe stimmen würden – und genau das geschah dann auch. Farage sagte King World, dass die aktuellen Geschehnisse in Zypern viel bedeutender seien als die isländische Revolte und die reale Gefahr eines Markt-Crashs besteht:

„Selbst bei meinen düstersten Vorhersagen bezüglich dessen, was die Bürokraten tun würden, um die scheiternde Eurozone zu stützten, ist es mir nicht in den Sinn gekommen, dass sie sich auf Diebstahl zurückziehen würden, und nur so kann man es nennen. Es ist Diebstahl. Und natürlich ist es der Bruch mit ihrer Einlagengarantie, die sie 2008 gegeben haben.

Und auf einer höheren Ebene ist es sogar ein Bruch mit dem Grundprinzip von Recht und Gesetz, das eines der Leitmotive der gesamten westlichen Zivilisation ist. Es ist also wirklich atemberaubend, was sie [die Zentralplaner] getan haben.

Haben sie überhaupt an die Auswirkungen von alldem gedacht? Denn wenn man es erst einmal in einem Euroland macht [das Geld der Bankkunden stehlen], ja was soll einen dann davon abhalten, es in einem anderen Euroland nicht noch einmal zu tun?

Wir haben große Länder wie Spanien und Italien, wo es aktuell einige sehr ernste Probleme gibt. Und ich muss Ihnen sagen, dass, wäre ich, wie es bei hunderttausenden Briten der Fall ist, in Rente und würde in Spanien leben, um die Sonne zu genießen, und würde ich sehen, was sich in Zypern abspielt, ja dann kann ich Ihnen sagen, was ich tun würde: Ich würde mein Geld aber verdammt schnell [aus den spanischen Banken] rausholen.“

Eric King: „Jim Sinclair beschrieb es als das bedeutendste Ereignis in der Geschichte. Dieser Diebstahl, über den Sie sprechen, Nigel, hat den Leuten Angst eingejagt. Sie wissen nicht, ob ihr Geld in den Banken jetzt überhaupt noch irgendwo sicher ist. Was hält eine Regierung davon ab, Geld zu stehlen? Besteht hier die Aussicht drauf, dass sich das Ganze in nicht mehr aufzuhaltende Bank-Runs verwandelt?

Farage: „Was die Eurozone anbelangt, ist es so, ja. Welche Versicherung können Draghi von der Europäischen Zentralbank, Barroso von der Europäischen Kommission und Van Rompuy, der Präsident des Europarats, all jenen, die in der Eurozone leben, jetzt noch geben, dass sie nicht nach ihren Geld greifen werden!

Das ist doch so, als wäre eine rote Linie überschritten worden, oder? Hat man die Linie erst einmal überschritten und jemanden getötet, wird das töten der nächsten Person schon leichter. Und sie haben die Linie überschritten und das Geld der Bankkunden und Sparer gestohlen. Es gibt nichts, was sie davon abhalten würde, es noch einmal zu tun. Ich glaube sogar, dass es der schlimmste Fehler ist, den sie bei dieser Eurokrise bisher gemacht haben, und ich sehe nicht, dass es hier noch ein Zurück gibt.“

Eric King: „Es ist ja sogar noch komplizierter, Nigel, da eine große Menge an KGB-Geld in Zypern lagert. Diese Gelder befinden sich dort bereits seit sehr langer Zeit, ein Großteil der Ex-KGB-Gelder lagert dort. Sie haben ihr Geld dort geparkt. Das ist die Schweiz des KGB, wenn man so will. Das Ganze wurde für den Internationalen Währungsfonds und die Leute, die das durchgezogen haben, also sehr schnell, sehr kompliziert.“

Farage: „Zu der Idee gehörte natürlich auch, dass man den Russen einen Tritt versetzen wollte … Aber versetzen Sie sich doch einmal in die Lage eines Mitglieds des zypriotischen Parlaments – was würden Sie tun? Würden Sie dafür stimmen, dass ihre Bankenbranche vernichtet wird, oder würden sie dafür stimmen, der Europäischen Union eine Absage zu erteilen?

Eric King: „Sie [die zypriotischen Abgeordneten] haben ihre eigenen Nachteile vor Augen, Nigel, da die Leute dort um ihr Leben fürchten. Sie haben Angst vor Vergeltungsschlägen durch die ehemaligen KGB-Agenten und die russische Führung, auch vor Putin – und das sollten sie auch.“

Farage: Das ist richtig. Und wir haben ja in den letzten paar Jahren bereits ein paar sehr unschöne russische Schießereien und Vergiftungen in London gesehen … Da fragt man sich schon, ob, wenn es im zypriotischen Parlament zur Abstimmung kommt, Angst nicht auch eine wichtige Rolle spielt.“

Eric King: „Nigel, gerade kam über die Nachrichtenticker herein, dass die zypriotischen Regierungsvertreter für ihre eigene Sicherheit und die ihrer Familien gestimmt haben, aus Angst vor den Russen, und das Rettungspaket abgelehnt haben. Ist das Island 2? Was passiert hier?“

„Ich glaube die Implikationen sind bedeutend größer als Island … Es ist wesentlich ernster, weil wir hier gerade mit einer Situation konfrontiert werden, wo ein Land aus dem Euro gezwungen wird. Und ist ein Land erst einmal raus, wird durch das Target2-System zutage treten, dass die Zentralbanken der Mittelmeerländer Deutschland riesige Summen schulden.

Das ist auch der Grund, warum Merkel bisher so verzweifelt versucht hat, Griechenland vor einem Austritt aus dem Euro zu bewahren – weil sie weiß, dass, verlässt Griechenland den Euro, dadurch das ganze Kartenhaus zum Einsturz gebracht würde.

Ja ich weiß, dass Zypern ein kleines Land ist. Es ist ein Land, in dem gerade einmal rund 800.000 Menschen leben – aber das zypriotische Parlament hat im Grunde gesagt: ´Wir verlassen den Euro.` Es besteht nun eine sehr reale Gefahr, dass dies zu einer Ansteckung führt und es zum Crash kommt, und zwar nicht nur im Hinblick auf den Euro, sondern auch im Hinblick auf verschiedene Banken in ganz Europa. Das ist jetzt also ein sehr, sehr kritischer Augenblick …

Ich kann nicht glauben, dass das [die Entscheidung, Geld zu stehlen] durchdacht gewesen ist. Ehrlich gesagt, also wenn Sie mich am Freitag vor der Verkündung gefragt hätten: ´Was ist das Schlimmste, das man tun könnte, um einen Ansturm auf die Banken auszulösen?` Nun ja, genau das haben sie getan.“

Bezüglich Gold sagte Farage unter anderem:

„Gold dürfte eine ziemlich gute Wette sein, jetzt wo wir sehen, dass die Regierungen darauf vorbereitet sind, sich auf eine Art zu verhalten, die unser Vertrauen in das gesamte Bankensystem beschädigt. Ja, es könnte sein, dass wir jetzt für die nächste Phase des Goldbullenmarkts bereit sind, und es könnte die ganz große Phase sein.“

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