EU-Parlamentarier: Zusammenbruch des Euros und der Europäischen Union bereits voll im Gang

Der britische EU-Parlamentarier (UKIP) und Ökonom Godfrey Bloom sagt, dass die europäische Zusammenbruchskrise derzeit bereits voll im Gang ist. Er rechnet mit einer Welle an Staatspleiten und Revolutionen

Infowars.com, 09.05.2013
Godfrey Bloom im Gespräch mit dem US-Radiomoderator Alex Jones

Alex Jones: Wie sieht die weltweite Lage derzeit aus? Sie sind mitten drin in der EU-Tyrannei, was geschieht gerade mit der Europäischen Union? Was passiert gerade mit UKIP? Was geschieht gerade mit Nigel Farage, der weltweit populär ist, mit Ron Paul, der weltweit populär ist, Sie sind weltweit populär … das ist doch wie ein Sonar-Signal. Die Tatsache, dass Freiheit so populär ist und Persönlichkeiten, die sich für Freiheit einsetzen, so populär sind, was bedeutet das für die Plutokraten?

Godfrey Bloom: Eine interessante Entwicklung ist jetzt natürlich, dass die politische Klasse viele Merkmale des alten aristokratischen Landadels des 18. Jahrhunderts aufweist. Es ist die neue Aristokratie und sie treten alles und jeden mit Füßen, und die Kluft zwischen der politischen Klasse und den gewöhnlichen Menschen ist nun auf einem Niveau angelangt, dass wir jetzt fast eine Art von Wähler-Rebellion sehen – und daran haben wir ja bereits seit längerem hart gearbeitet.

Und letzte Woche hatten wir einen bedeutenden Durchbruch bei unseren [landesweiten britischen] Kommunalwahlen, wo wir rund 25% der Stimmen einsammelten, und dafür war entsetzlich viel harte Arbeit nötig.

Aber die Menschen fangen jetzt natürlich an umzudenken. Während einer Rezession geht keiner auf die Barrikaden, solange der Bauch voll ist und noch zwei Autos in der Garage stehen – aber jetzt haben wir für den Normalbürger wirtschaftlich sehr schwere Zeiten, und die Menschen schauen sich nun wesentlich genauer an, wie sie regiert werden. Das haben sie lange nicht mehr getan, aber jetzt schauen sie wieder hin uns sagen sich: „Moment mal, wir werden hier von Gaunern und Scharlatanen einfach nur miserabel regiert!“ Und das können die Menschen nicht leiden.

Jones: Was hat es zu bedeuten, dass UKIP in ganz Großbritannien einen solch riesigen Erfolg bei den Kommunalwahlen hatte?

Bloom: Das war für alle eine Art von Phänomen gewesen, und es beruht darauf, dass die Menschen die politische Klasse ablehnen. Aber es geschah natürlich auch in Italien, wo sie es auf andere Art und Weise machten und einen professionellen Komödianten wählten, was ihre spezielle Art war, die politische Klasse abzulehnen.

Und dann sehen wir derzeit den Zusammenbruch des Euros, der europäischen Einheitswährung, was natürlich unvermeidlich war – und das haben Nigel Farage und ich ja auch vorhergesagt. Ich hatte es bereits in der Cambridge Universität Mitte der 90er Jahre vorhergesagt, bevor das Ganze überhaupt begonnen hatte. Der Euro ist zutiefst fehlerbehaftet. Der Euro ist eine politische Währung und war ein Mittel, den Menschen den europäischen Superstaat aufzuzwingen – ein Superstaat, der im Grunde auf faschistischen Regierungsmethoden basiert. Und der Begriff ist nicht abwertend gemeint … sondern es ist einfach eine Tatsachenfeststellung, dass es hier zwei Unterschiede gibt: Faschismus ist die Kontrolle der Produktionsmittel und Kommunismus ist der Besitz der Produktionsmittel.

Jetzt haben wir es mit einem faschistischen Staat zu tun, der die Produktionsmittel mithilfe von Regeln und Verordnungen kontrolliert. Jedes Jahr kommen 2.000 Regeln und Verordnungen aus Brüssel. 75% aller britischen Gesetze werden jetzt in Brüssel von nichtgewählten Bürokraten gemacht. Und das ist illegal unter unserer britischen Verfassung, es ist illegal unter unserer Freiheitsurkunde von 1688 und es ist auch ein Verstoß gegen den Krönungseid unserer Königin. Es ist also von Anfang an illegal gewesen, und das zeigt sich jetzt …

Jones: Sie sind mitten drin in der EU und beobachten das alles von innen heraus. Wie schlimm ist der Zusammenbruch? Was passiert hier mit der offenen Tyrannei, wo die Bürokraten von den Steuern befreit sind und man die französischen Sozialisten dabei erwischt hat, Steuern zu hinterziehen, während alle anderen Steuern zahlen müssen? Wie lange wird dieser Irrsinn noch anhalten? Was wird mit Europa geschehen?

Bloom: Es [Europäische Union] bricht bereits zusammen, während wir uns hier gerade unterhalten. Es scheitert bereits. Aber sie leugnen es natürlich. Das [EU-]Parlament leugnet es, und sie tun einfach so, als würde es nicht stattfinden. Es ist ein wenig wie in Hitlers Bunker – sie bewegen imaginäre Truppen um die Alpen herum, aber ich glaube nicht, dass es noch allzu lange weitergehen wird.

Jones: … UKIP hat 25% gewonnen, Sie übernehmen also gerade, und das erklären selbst die Mainstream-Analysten, aber Europa bricht derzeit zusammen. Sie als Ökonom, Sie sind doch Experte auf diesem Gebiet: Was wird jetzt mit den Zentralbanken passieren, was wird in Europa passieren?

Bloom: Nun, wir haben hier die Schuldenprobleme – überwältigende Schulden, die unmöglich zurückgezahlt werden können. Das Schattenbankensystem schuldet Deutschland irgendwas im Bereich von GBP 900 Milliarden, die unmöglich wieder zurückgezahlt werden können.

Und die Staatsverschuldung in Großbritannien ist kürzlich erst über die Marke von GBP 1 Billion gestiegen, und sie steigt jedes Jahr um 10% – selbst nachdem die sogenannte konservative Regierung das Ruder übernommen hat, steigen die Schulden immer noch mit einer Rate von 10%. Und das bedeutet, dass die sogenannten britischen Konservativen – die überhaupt nicht konservativ sind –, dass die konservative Regierung in 2015 eine Staatsverschuldung zurücklassen wird, die gegenüber dem Schuldenstand, den sie übernommen hat, noch einmal um die Hälfte gestiegen sein wird.

Niemand – weder in Europa noch in Großbritannien – ist bereit einzugestehen, dass dieses ganze Nachkriegs-Sozialstaats-Experiment gescheitert ist. In Großbritannien geben wir jährlich GBP 200 Milliarden für Sozialleistungen aus. Wir leihen uns das Geld, um damit die jungen Menschen dafür zu bezahlen, dass sie zuhause herumsitzen und nicht arbeiten. Wir importieren Arbeiter aus Osteuropa und anderen Teilen des Planten, damit sie arbeiten, während ein bedeutender Teil unserer jungen einheimischen Bevölkerung arbeitslos ist. In Großbritannien liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei 28% und steigt weiter. In Griechenland liegt sie bei 50%, auf der iberischen Halbinsel sind 50% der jungen Menschen arbeitslos. Man kann aber nicht so viele Jugendarbeitslose haben.

Die Banken – die US-Notenbank, die Europäische Zentralbank, die Bank von Japan, die Bank von England – drucken alle Geld, und das muss ganz einfach in einer Katastrophe enden. Wir werden irgendwie zu einer Art von solidem Geld, zu rohstoffgedecktem Geld zurückkehren müssen. Wir müssen die Zentralbanken abschaffen, die in Wirklichkeit die Zinssätze manipulieren. Alte Menschen haben derzeit zu kämpfen, weil sie für ihre Ersparnisse keine Zinsen bekommen. Sie betrügen die Sparer in Europa – Menschen, die gute Leben geführt haben, Menschen, die vernünftig gelebt haben, die ihr ganzes Leben lang hart gearbeitet haben, bekommen jetzt keine Zinsen.

Und alle Länder sind verschuldet. Sie reichen riesige Schulden an ihre Kinder und ihre Enkelkinder weiter. Und ich persönlich kann nicht sehen, wie es hier einen Ausweg gibt, außer den der Staatspleite. Und das gilt für die Europäer, Großbritannien, und leider gehe ich davon aus, dass die Staatspleite auch in den USA möglich ist.

Jones: … Sie [die politische Klasse] glaubt, dass sie dadurch [Schuldenkrise] eine totale Machtübernahme hinbekommen wird. Also wir haben hier die Militarisierung der Polizei und all diese Dinge – aber ich glaube nicht, dass es funktionieren wird, da die Öffentlichkeit ihnen einfach vollständig die Zustimmung entzieht. Was ich sehe, ist ein gigantisches Ceaușescu-artiges Ereignis, das sich ein ums andere Mal wiederholt. Womit rechnen Sie?

Bloom: Davon gehe ich auch aus. Wir haben ja den Zusammenbruch der Sowjetunion mitverfolgt … es geschah viel schneller, als wir es für möglich gehalten hatten. Und ich glaube, dass die Europäische Union mit Sicherheit denselben Weg beschreiten wird. Ich glaube, dass das gegenwärtig bereits stattfindet.

In Zypern haben die Banken den Menschen ihr Geld gestohlen – das wird auch in anderen Teilen der Europäischen Union passieren, wo die Banken im Grunde das Geld der Menschen stehlen werden, und es einem verboten werden wird, das Geld fortzuschaffen. Es wird Kapitalkontrollen geben. Man wird nicht mehr in der Lage sein, sein Geld außer Landes zu bringen.

Und ich denke, dass uns eine sehr ernste Revolution erwartet. Ich weiß nicht genau, welche Form die Revolution annehmen wird. Ich weiß nicht, ob es eine gewaltsame sein wird, ich weiß nicht, ob es eine intellektuelle sein wird. Ich hoffe, dass es ein intellektueller Sieg für die Ideen des Libertarismus sein wird, und ich hoffe, dass ein Land – entweder die USA oder Großbritannien – voranschreiten wird. Wir müssen den Weg anführen, damit die Menschen auf der ganzen Welt sehen können, dass wir diesem Merkantilismus entkommen können, dass wir den Klauen der Zentralbanken, betrügerischen und tricksenden Politiker und eigennützigen Bürokraten entkommen können. Wir können das tun. Wie es genau ausgehen wird, weiß ich nicht. Aber es muss geschehen.

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