Schuldenkrise: Britisches Pfund steht ebenfalls vor massivem Einbruch

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 18.05.2013

Frage: „Ich erinnere mich daran, dass Sie damals, 1983, voraussagten, dass das Britische Pfund auf pari zum Dollar fallen würde. Ich hielt Sie für verrückt, aber irgendetwas erregte meine Aufmerksamkeit. Als unser geliebtes Pfund dann auf USD 1 fiel, nahm ich nach 1985 an jedem Ihrer Londoner Seminare teil. Jetzt haben Sie meine Aufmerksamkeit. Wenn Sie nun sagen, dass der Dollar ´über` das Hoch von 1985 steigen kann, was hat das ´über` dann für uns hier in Großbritannien zu bedeuten?“

Antwort: Ja ich erinnere mich, dass ich vom TV-Sender FNN, bevor er zu CNBC wurde, Anfang der 80er Jahre interviewt wurde. Ich erinnere mich, dass das Pfund 1980 bei USD 2,45 ein Hoch ausbildete. Als ich sagte, dass das Pfund bis 1985 pari zum Dollar notieren würde, hatte es dem Journalisten fast die Sprache verschlagen. An dem Interview nahm auch Walter Bressert teil. Der Journalist wandte sich an Bressert und fragte ihn, was er von dieser Prognose hält, worauf er sagte, dass er nicht gegen unser Computermodell wetten würde.

1985 mieteten wir für drei Wochen die Rückseite der Zeitschrift The Economist, um zu verkünden, dass sich der Trend jetzt wieder umkehren würde und die Deflation vorüber sei. Ich sage es ja wirklich ungern, weil ich wirklich gerne in London gelebt habe. Es war meine Lieblingsstadt.

Vielleicht werden die Märkte den politischen Wandel herbeiführen und vielleicht wird Nigel Farage Großbritannien aus der marxistischen Ära herausholen. Aber wie Sie wissen, hatten wir einen Mitarbeiterstab in London, der täglich in der Royal British Newspaper Library arbeitete und dort Daten über alles sammelte, was sich bewegte. Also vergeben Sie mir, aber das Britische Pfund könnte im Worst-Case-Szenario bis 2015 auf USD 0,65 bis USD 0,70 fallen. Ja ich weiß, das hört sich verrückt an und es wäre ein rund 50%iger Einbruch, aber drastische Bewegungen sind nun einmal notwendig, um drastische politische Veränderungen herbeizuführen. Das ist die technische Projektion unter Verwendung des gesammelten Datenbestands, die sich von der Einführung des Dollars 1791 bis heute erstreckt.

Die Short-Position beim Dollar und das starrsinnige EU-Parlament sind so schlimm, dass es einer gleißenden Schockwelle bedarf, um politischen Wandel herbeizuführen. Im Folgenden sehen Sie das Britische Pfund in US-Dollars. Das Hoch wurde während des US-amerikanischen Bürgerkriegs ausgebildet:

britishpound-usd-1791-2012

Wenn wir uns das Timing anschauen, dann sehen wir, dass es 2015/2016 einen Umkehrpunkt gibt. So, und nun schauen Sie sich einmal die Volatilität an, die danach einsetzt. Die sprengt alles, und dann kommen 2016 und 2012 noch Panikzyklen hinzu. Der Richtungswechsel setzt 2014 ein. Das ist eine Warnung, dass es eine heillose Verwirrung und unglaubliche Schwankungen geben wird, die die Leute zugrunde richten und jahrzehntealte Philosophien infrage stellen werden.

armstrong-time-array-british-pound

Wir arbeiten derzeit an einem Sonder-Währungs-Report, und wir haben eine riesige Warteliste dafür. Ich bezweifle, dass es irgendeine ernstzunehmende Institution gibt, die diesen Bericht nicht bestellt. Das ist höchstwahrscheinlich der Trade des Jahrhunderts – Währungen …

Weitere Frage: „Was ist dran an der Prognose bezüglich des Britischen Pfunds?

Antwort: Unsere Untersuchung ist immer noch im Gang. Ein Großteil sind nicht öffentliche Informationen. Interne Regierungsquellen veranschlagen die Monetisierung neuer Staatsschulden durch die Bank von England auf 90% bis 100%. In den USA sind es rund 62%. Das ist aber noch nicht bestätigt. Die Quelle ist ein hochrangiges Mitglied auf Staatsebene, sie ist also glaubwürdig und es handelt sich hierbei nicht bloß um Gerüchte.

Und dann gibt es noch die Bewegung, die Europäische Union zu verlassen, was der Markt anfangs negativ auffassen könnte. Und dann haben wir noch das schottische Referendum über den Austritt aus Großbritannien.

Die grundlegenden Probleme Nordirlands sind unter der Oberfläche nach wie vor da. Es ist kein Frieden, sondern vielmehr ist es so, dass aktuell Ruhe herrscht. Die heutige Technologie verhindert eine Wiederholung früherer Ereignisse, aber nur, weil sie heute jeden abhören und innerhalb weniger Minuten aufspüren können.

Die Tore, die die Katholiken von den Protestanten trennen, sind nachts immer noch geschlossen und auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind immer weiter auseinandergegangen, da die Katholiken aus Amerika unterstützt worden sind und die Protestanten nicht. Die katholische Seite hat moderne Gebäude, während die protestantische Seite eher an Camden in New Jersey erinnert. Die Wirtschaft bietet der Jugend keinerlei Arbeitsplätze und die riesige Mehrheit der gebildeten jungen Menschen wandert aus Irland aus.

Der Sozialismus in Großbritannien befindet sich zurzeit im Zusammenbruch, weil die Jungendlichen ganz einfach keinen Job haben oder abhauen. Sie werden nicht da sein, um die ältere Generation zu unterstützen, ganz zu schweigen davon, dass es immer weniger junge Menschen gibt.

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