La Bomba: Wie Spanien den Euro in den Abgrund reißt und die zweite Welle der Finanzkrise auslöst

Laut Wirtschaftsprofessoren der University of Pennsylvania würde „eine Rettung Spaniens eine gefährliche zweite Phase der weltweiten Finanzkrise einleiten“

Propagandafront.de, 19.03.2010

Die Wharton School, der Wirtschaftsbereich der University of Pennsylvania, ist sich sicher, dass eine spanische Schuldenkrise Europa auseinandersprengen und die zweite Welle der Finanzkrise mit weiteren massiven Verwerfungen für die Weltwirtschaft auslösen könnte.

Obschon man sich des Umstandes bewusst sein sollte, dass die angloamerikanischen Kreise – worunter ganz natürlich auch die Akademiker der Wharton School fallen – extrem daran interessiert sind, dass der Euro wesentlich stärker abwertet als das Britische Pfund oder der Dollar, so dass die mindestens ebenso gravierenden Probleme in den USA und Großbritannien bis auf Weiteres in den Hintergrund rücken, sind die Einschätzungen der Wharton School es dennoch wert genauer betrachtet zu werden, da sie mögliche Szenarien für den Euroraum veranschaulichen und ein Gefühl für das Zeitalter der Austerität geben, das – folgt man der Logik der sich ständig weiter und immer massiver mit Schulden belastenden Regierungen der Industrieländer und den mit ihnen kooperierenden Banken – nun mit aller Wucht in allen westlichen Ländern der Welt eingeleitet werden soll.

Nachdem die Casino-Banken in Folge der ersten Phase der Finanzkrise mit Steuergeldern gerettet worden sind – die von gehirngewaschenen Politikern als „systemrelevant“ bezeichnet wurden – und der Staat, also der Steuerzahler, somit in der Rolle des letzten Schuldners wesentlich stärker engagiert ist als zuvor, ist es nun in den westlichen Ländern an der Zeit allmählich zu versuchen diese Gelder für die Bankenrettungen, die sich, nimmt man die Rettungskosten aller Länder zusammen, auf Billionen Euros belaufen, wieder einzusammeln. Dieses Einsammeln der Gelder geht mit einer gleichzeitigen massiven Verarmung der Bevölkerung einher. Den Abriss gesellschaftlicher Normen, die Zerstörung kulturellen Zusammenhalts, den Niedergang von Realproduktion und die Verelendung großer Teile der Gesellschaft – kurz, den Abriss einer Zivilisation – für den Normalbürger annehmbar zu machen, ist schwierig. Daher bemüht man für diese anhaltende Entwicklung in Europa und Nordamerika den Begriff der Austerität:

„Austeritätsmaßnahmen werden typischerweise ergriffen, nachdem die Bonitätsnote für die Anleihen eines Landes abgewertet wurde, was das Leihen von Geldern verteuert. Regierungsanleihen werden typischerweise dann abgewertet, wenn die Schulden als Teil des Bruttosozialprodukts in bedeutendem Maße anwachsen. Die Regierungsschulden wachsen an, da die Ausgaben die Steuereinnahmen übersteigen. Solche Auswüchse treten auf, wenn Steuern gesenkt oder niedrig gehalten werden, während die Regierungsausgaben ansteigen. Derartige Auswüchse können auch auftreten, wenn die wirtschaftliche Aktivität stagniert oder zurückgeht, wie in einer Rezession, und es dadurch zu verminderten Steuereinnahmen der Regierung kommt.“

Wie man leicht verständlich nachvollziehen kann, klingt das Wort „Austerität“ wesentlich steriler und angenehmer, als zum Beispiel „regelmäßiges Ausrauben der Bevölkerung durch die Bankster“ oder „Abriss von Infrastruktur und Einstampfen realwirtschaftlicher Produktion auf welche die ´nutzlosen Esser` angewiesen sind“. Bei dem Wort „Austerität“ als solches, handelt es sich im Zusammenhang mit wirtschaftlichen Einsparungen um eine Sprachschöpfung Großbritanniens, die im Zweiten Weltkrieg vom Schatzkanzler und Handelsminister Stafford Cripps eingeführt wurde, um genügend Gelder für den Krieg bereitzustellen.

Kommen wir zurück auf die Gegenwart, die aktuelle weltweite Wirtschaftsdepression und den damit in Zusammenhang stehenden Problemen der westlichen Welt, hier am Beispiel Spaniens: Spanien galt einst als das Vorzeigeland der europäischen Union, aktuell wird die Mitgliedschaft Spaniens in der Gruppe der „PIIGS“ jedoch wesentlich mehr betont, als die einstige Vorzeigrolle. „PIIGS“ ist eine abwertenden Bezeichnung, die seitens angloamerikanischer Finanzkreise für relativ stark verschuldete Länder im Euroraum, vornehmlich im Mittelmeerraum, eingeführt wurde – Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien.

Spanien kann aufgrund seiner Größe – es ist der viertgrößte Wirtschaftsraum in Europa – nicht mit den kleineren Ländern, wie Griechenland, Irland oder Portugal verglichen werden. Die Professoren an der Wharton School sehen  durch die wirtschaftliche Situation Spaniens und die Schulden des Landes massive Probleme auf Europa zukommen, die zu sozialen Verwerfungen, einem Aufbrechen der Eurozone und einer weiteren Verschärfung der aktuellen weltweiten Depression führen können.

Spanien selbst sieht sich einer Verschwörung ausgeliefert. Das ist insoweit richtig, dass die weltweiten Währungsspekulanten natürlich – ähnlich wie Raubfische – schon lange bevor das begehrte Futter in Sichtweite kommt, ihre Opfer wittern. Das gilt natürlich umso mehr, wenn dieses Opfer bereits angeschlagen ist und ausblutet.

Der spanische Infrastrukturminister, Jose Blanco, sagte dazu Anfang Februar: „Spanien ist das Opfer einer internationalen Verschwörung um den Wirtschaftsstatus des Landes zu zerstören und danach den Euro. Nichts von dem was passiert, auch in den apokalyptischen Leitartikeln der Auslandsmedien, ist Zufall.“

Laut Aussagen der spanischen Zeitung „El Pais“ hat der spanische Geheimdienst zur selben Zeit Ermittlungen eingeleitet. Hierzu berichtet Reuters:

„Unter Berufung auf nicht genannte Quellen, sagte El Pais, dass das Nationale Geheimdienstzentrum (CNI) die ´spekulativen Angriffe` auf Spanien in Folge der griechischen Schuldenkrise untersuchte. ´Die Geheimdienstabteilung für Wirtschaft (des CNI)…untersucht, ob Angriffe von Investoren und die Aggressivität einiger angloamerikanischer Medien durch Marktkräfte und Herausforderungen der spanischen Wirtschaft getrieben sind, oder hinter dieser Kampagne noch mehr steckt.`“

Die Experten von der Wharton School gehen davon aus, dass es sich hier um eine bequeme Begründung Spaniens handelt, die Schuld der Misere im Ausland zu suchen. Natürlich ist dies auf der einen Seite richtig, auf der anderen Seite ist natürlich – wie eingangs erwähnt – auch klar, dass die angloamerikanischen Kreise aus vitalen Gründen daran interessiert sind, dass die durch die „quantitative Lockerung“ (wilde Gelddruckerei aus heiterem Himmel, Aufkauf giftiger und wertloser Müllpapiere durch die Zentralbanken usw.) bei allen westlichen Währungen stattfindende Abwertung zunächst und in erhöhtem Maße den Euro trifft – das verschafft eine gute Ausgangsposition, Zeit für Verhandlungen über eine neue Geldordnung und lässt die eigenen Probleme weniger gravierend erscheinen.

Die angloamerikanischen Achsenmächte haben in der Tat die aggressivsten Währungsspekulanten. So ist bekannt geworden, dass sich kürzlich eine Kabale von Währungsspekulanten und Hedge Fonds traf, die sich bei einem gepflegten „Ideen Dinner“ über die künftige Entwicklung Griechenlands unterhielt. Die Bundesbehörden der USA mussten dabei zumindest Gesicht wahren:

„Die Kartellabteilung des US-Justizministeriums versandte an eine Reihe von Hedge Funds, die an dem Dinner am 08.02.2010 teilnahmen, Briefe, worin sie gebeten wurden keine Handelsaufzeichnungen die mit Marktwetten auf den Euro in Zusammenhang stehen zu zerstören, so Personen, die mit der Situation vertraut sind.“ berichtete Reuters am 04.03.2010.

Wir können hieran ersehen, dass die Möglichkeit von gemeinsam koordinierten Angriffen auf den Euro also nicht so weit hergeholt zu sein scheinen, wie man vielleicht glauben könnte.

Spanien ist das Land der europäischen Eurozone, welches am härtesten von der weltweiten Depression getroffen wurde. Die Wharton School sieht aktuell massive Verwerfungen des Landes, die sich vorranging durch die spezifische finanzielle und wirtschaftliche Situation Spaniens begründen.

Der Baubereich Spaniens wuchs in den letzten Jahren extrem stark an. Die Baubranche repräsentierte zu ihrem Höhepunkt 15% des Bruttosozialprodukts (BSP) des Landes. Es habe sich im Baubereich eine Blase gebildet, welche, wie Professor Mauren F. Guillén feststellt, weit über den Häusermarkt und den Gewerbeimmobilienmarkt hinausreicht und alle Arten von Infrastruktur betrifft, zum Beispiel auch

„Straßen und Brücken und Eisenbahngleise. All dies wurde zu einem sehr wichtigen Teil der Wirtschaft, bis zu dem Punkt, dass 45% der gesamten Neubauaktivität – nicht nur der Wohnungsbau sondern jegliche Art von Bau – in Europa in Spanien stattfand, obwohl die spanische Wirtschaft vielleicht 15% von Europa einnimmt.“

Spaniens BSP sank alleine 2009 um 3,6%. Für das aktuelle Jahr wird ebenfalls ein Rückgang des BSPs erwartet. Die Arbeitslosigkeit beträgt offiziell bereits 20%, was eine Verdopplung innerhalb von zwei Jahren darstellt. Die Staatsverschuldung belief sich 2009 auf 11,4% des BSPs, eine große Sorge im Hinblick auf die Kreditwürdigkeit des Landes.

Der private Sektor ist massiv überschuldet. Laut einer Analyse von McKinsey beläuft sich die Summe spanischer Regierungsverbindlichkeiten, Unternehmensschulden und Schulden privater Haushalte im Verhältnis zur Größe der Wirtschaft des Landes auf dem dritthöchsten Stand aller Industrienationen und kommt gleich nach Großbritannien und Japan.

Im Vergleich zu Portugal und Griechenland, deren Zahlungsausfälle verwaltbar wären, würde sich ein Staatsbankrott in Spanien als wesentlich tragischere erweisen. Laut der Wharton School werden mögliche Rettungen Portugals und Griechenlands auch als Auslöser für eine weitere Verstärkung des Drucks auf Spanien angesehen – da dieses Land danach automatisch in den Fokus geraten würde, was aufgrund der Wirtschaftsgröße (die spanische Wirtschaft ist mehr als doppelt so groß, wie die Portugals und Griechenlands zusammengenommen) gravierende Folgen haben könnte:

„Eine Rettung Spaniens würde eine gefährliche zweite Phase der weltweiten Finanzkrise einleiten, warnt Henisz [Professor für Management an der Wharton School], mit großen Ländern – Italien zum Beispiel – die dem Bankrott entgegensehen, da sie nicht mehr in der Lage sein werden die Haushaltdefizite zu finanzieren. Die Lebensfähigkeit der Eurowährung würde in Zweifel gezogen, da sich die stärkeren Mitgliedsländer letztendlich weigern könnten schwächere Länder zu stützen und dafür entscheiden könnten, dass ihnen durch Währungsunabhängigkeit mehr gedient sei…Das Risiko ´einer Spirale des protektionistischen Isolationismus` würde sich herausbilden. ´Politische Parteien die den Nationalismus und die Fremdenfeindlichkeit verfechten könnten unter diesen Bedingungen bedeutend an Halt gewinnen.`“

Die Wharton School sieht noch ein weiteres entscheidendes Problem. Spanien steht der eigenständige Austritt aus der Eurozone nicht offen. Spanien gehört zu den proeuropäischsten Ländern der Eurozone. Laut Mauro F. Guillén ist es daher unwahrscheinlich, dass sich Spanien einfach aus der Währungsunion zurückzieht um zur Peseta zurückzukehren. Die Unterstützung für den Plan einer gemeinsamen Währungsunion war in Spanien die höchste aller Mitgliedsländer und

„viel höher als in Deutschland, wo viele Menschen zurückhaltend waren, da sie bereits über eine starke Währung verfügten…[Ein Rückzug Spaniens aus dem Euro wäre auch] aus anderem Blickwinkel undenkbar, der darin besteht, dass man in Spanien eine Menge von Hausbesitzern mit Hypotheken hat. Ihre Hypotheken sind in 95% aller Fälle variabel mit anpassbaren Zinsraten…ihre Hypothekenzahlungen würden durch die Decke schießen…Es gibt also überhaupt keine Chance dafür, dass Spanien von sich aus dem Euro wolle.“

Die Professoren sind sich darüber einig, dass Europa schließlich den Bach runtergeht, wenn man anfängt einzelne Mitgliedsstaaten zu retten. Der Professor für Finanzen und Wirtschaft, Franklin Allen, spricht zum Beispiel davon, dass eine Rettung einzelner Länder der Eurozone, wie es gegenwärtig aus Brüssel und durch andere von Panik ergriffenen Regierungen der Mitgliedsländer vorgeschlagen wird, lediglich „den Tag der Abrechnung hinauszögert“. Es sei daher besser kleine Eurozonenländer pleite gehen zu lassen, dies wäre auch Ansporn für die anderen Mitgliedsländer um Ausgaben zu kürzen und ihre Finanzen auf Vordermann zu bringen, um nicht dasselbe Schicksal zu erleiden.

Im Grunde sind dies alles nur Spielereien. Selbst Deutschland ist nicht mehr in der Lage seine verbrecherischen Schulden an die Bankster zurückzuzahlen. Der Bundestag verabschiedet den sagenhaften Haushalt des Jahres 2010 mit Rekordschulden in Höhe von über EUR 80 Milliarden, dass ist eine Verdopplung im Vergleich zur vorangegangenen Rekordverschuldung von 1996.

Die Aussichten für Europa sind insgesamt jedoch herausragend. Professor Henisz merkt im Hinblick auf Spanien an, dass „das beste Szenario irgendwo zwischen fünf und zehn Jahren unterdurchschnittlichen Wachstums und überdurchschnittlicher Einsparungen zur Bezahlung von Schuldenüberhängen“ liegt. Guillén merkt dazu an, die Spanier würden

„erleben, wie ihr Lebensstandard zurückgeht, während sie ihre Wirtschaft umgestalten…eine große Neuausrichtung, eine große Umstrukturierung in Europa und auch in den Vereinigten Staaten…als ein Ergebnis der großen Veränderungen, die gerade in der Weltwirtschaft stattfinden.“

Diese Formen der Austerität sind für die Eliten nichts Neues. Jedem der sich ein wenig mit Wirtschaft und Wirtschaftspolitik auseinandergesetzt hat, war klar, dass die Bankster und ihre ökofaschistischen Lakaien mitsamt den korrupten und kriecherischen Politmarionetten in den (ehemaligen) Industrieländern alles daran setzen würden die Bevölkerung auszusaugen und ausbluten zu lassen. Alleine die Tatsache, dass demokratische und souveräne Republiken von „unabhängigen“ Zentralbanken ihre Geldpolitik aufgezwungen bekommen und bei Privatkreditoren Schulden aufnehmen müssen um die Bevölkerung mit Krediten zu versorgen, zeigt die Tiefe der Schattenregierung und ihren Ekel vor demokratischer Partizipation der Bürger an politischen Entscheidungsprozessen.

Wie sagte der Erfinder der modernen „Konsumgesellschaft“, Edward L. Bernays, bereits vor über 80 Jahren, zu einer Zeit, als die Menschen noch gebraucht wurden um in Kriege zu ziehen und Waffen sowie Technologien für ihre Selbstversklavung zu vervollkommnen:

„Die bewusste und zielgerichtete Manipulation der Verhaltensweisen und Einstellungen der Massen ist ein wesentlicher Bestandteil demokratischer Gesellschaften. Organisationen, die im Verborgenen arbeiten, lenken die gesellschaftlichen Abläufe. Sie sind die eigentliche Regierung in unserem Land. Wir werden von Personen regiert, deren Namen wir noch nie gehört haben.“

Das war schon vor 100 Jahren so und ist heute immer noch so. Und diese Schattenregierung plant nicht auf Tages- oder Wochenbasis, sondern macht Pläne die Jahrzehnte, Jahrhunderte in die Zukunft reichen. Wir durchleben eine Agenda – und die aktuelle Phase kann man mit den Schlagworten Abriss der westlichen Zivilisation, totale Verelendung, Bevölkerungskontrolle/Entvölkerung beschrieben werden.

Dies passiert mit wissenschaftlicher Methodik und unter ständigem Propagandabombardement durch die korrupten Massenmedien. Es geschieht auch in sehr vielen kleinen Schritten, so dass die gehirngewaschenen Massen davon nichts mitbekommen, die Tagesroutinen der Schafe nur Stück für Stück verändert werden und sich alle Testhamster der infantilisierten Herde noch entsprechend bespaßen können ohne dabei anzufangen nachzudenken.

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