Die Syrien-Bengasi-Connection: Warum Sie den westlichen Regierungen kein Wort glauben sollten

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 04.09.2013

Was sich derzeit in Syrien abspielt, ist weit komplizierter, als die meisten Menschen vermuten würden. Wie bei allem anderen auch, gibt es die Story, und dann gibt es die Wahrheit, die sich hinter der Story verbirgt.

Die Region ist mit Waffen überschwemmt worden, die zunächst an libysche Rebellen geliefert wurden und dann von dort aus nach Syrien, Mali, ja sogar zurück auf die Straßen der USA gingen. Nichts, aber auch gar nichts, ist so, wie es scheint. Wir haben hier einen viel zu großen Haufen an Dreck, als dass wir uns einfach so hindurchwühlen könnten – hier braucht man tatsächlich schon ein komplettes Minen-Equipment, um sich bis zur Wahrheit vorzuarbeiten.

John Christopher Stevens (1960 – 12.09.2012) war der amerikanische Diplomat und Rechtsanwalt, der von Juni 2012 bis zu seiner Ermordung am 12.09.2012 in Libyen als US-Botschafter diente. Der ganze Bengasi-Vorfall ist viel weitreichender, als sich die meisten Menschen jemals erträumen könnten. Wahr ist, dass die Obama-Administration den Vorfall vertuscht, da zu jener Zeit 22 CIA-Agenten vor Ort waren.

Eine Quelle meldete, dass die CIA die in Libyen arbeitenden Agenten regelmäßigen Tests am Polygraphen (Lügendetektor) unterzogen hat, um sicherzustellen, dass keine Informationen über Bengasi an die Öffentlichkeit gelangen. Warum? Ja was verbirgt sich hier im Hintergrund? Die wahren Gründe und die Verbindung zu Syrien werden hinter den Kulissen diskutiert – nicht in der Öffentlichkeit.

Es wird behauptet, die CIA hätte Stevens in Wirklichkeit hereingelegt. Einige sagen, dass es ein Racheakt war, weil durch Stevens ein anderer CIA-Agent im Gefängnis landete und dort starb. Aber es gibt auch noch weitreichendere Vorwürfe, die direkt nach Syrien weisen. Die Story, die man sich derzeit auf dem Kapitol erzählt, ist, dass Stevens in den Waffenhandel verstrickt war. Er verkaufte Waffen an syrische Rebellen.

Russland warnte die USA sogar davor, Gaddafi zu stürzen. Aber die USA agieren natürlich eher wie ein rachsüchtiger Liebhaber als wie ein rationaler Stratege. Im Nahen Osten hatten die Diktatoren die Religionsfanatiker in Schach gehalten. Dadurch, dass sie entfernt wurden, hat man dem weltweiten Terrorismus Tür und Tor geöffnet.

Die Rebellen, die den Westen in Mali bekämpfen, und die Rebellen in Syrien erhielten ihre Waffen angeblich aus den Beständen, die von Stevens an die libyschen Rebellen verkauft wurden. Das ist weitaus komplizierter als die Story, über die in den Medien berichtet wird, und hier steht auch weit mehr auf dem Spiel, als die Menschen vermuten.

Selbst Frankreich lieferte illegal Waffen an libysche Rebellen, genau wie die USA, was ein Verstoß gegen UN-Sanktionen ist. Das ist auch der Grund, warum es Obama nicht im Geringsten schert, was die Vereinten Nationen zu sagen haben – die US-Regierung verstößt routinemäßig gegen Völkerrecht, und genau das scheint es auch gewesen zu sein, was Stevens in Libyen trieb.
Wenn wir solchen Gruppen Waffen verkaufen oder schenken, landen diese dann nicht nur bei anderen Gruppen, sondern gelangen letztlich sogar wieder auf den US-amerikanischen Inlandsmarkt.

Die Vorstellung, dass die Regierung ehrlich sei, ist einfach bloß Propaganda. Ein CIA-Agent wurde unehrenhaft entlassen, als aufgedeckt wurde, dass er Waffen nach Libyen verkauft hatte. Er erklärte gegenüber dem Gericht, dass er im Auftrag der CIA gearbeitet hatte. Die CIA sagte, dass er nie für sie gearbeitet hatte. In Wirklichkeit arbeitete Edwin P. Wilson jahrelang undercover für die CIA.

Die CIA behauptete, dass Wilson von Steuerzahlergeldern ein extravagantes Leben geführt und von den Waffenverkäufen nach Libyen profitiert habe. Wilson wurde 1983 für den Waffenhandel mit Libyen verurteilt und kam für 22 Jahre ins Gefängnis (10 Jahre davon waren Isolationshaft), bevor die Gerichtsentscheidung wieder aufgehoben und er letztlich in 2004 entlassen wurde – aber nur weil seine Tochter im Rahmen des Informationsfreiheitsgesetzes unaufhörlich um die Herausgabe der Dokumente gekämpft hatte, die dann letztlich auch bewiesen, dass die CIA die ganze Zeit über gelogen hatte, um ihre illegalen Waffengeschäfte zu vertuschen.

Falls Sie sich also fragen, ob Stevens tatsächlich Waffen an die libyschen Rebellen verkauft hat – womit er gegen US-Sanktionen verstieß –, brauchen Sie sich eigentlich nur die Bilanz der Regierung anzuschauen. Sie können der Regierung nie auch nur ein einziges Wort, das von ihr zu vernehmen ist, glauben.

Und hier kommt noch hinzu, dass sie jeden mithilfe von falschen Beweisen lebenslang hinter Gitter bringen, um die Wahrheit zu vertuschen – und zwar ohne mit der Wimper zu zucken. Sie haben kein Gewissen, keinen moralischen Charakter, und wenn sie unschuldige Menschen hingerichtet haben, geht es danach direkt zum Abendessen, so wie sie es beim berüchtigten Rosenberg-Prozess in den 50er Jahren der Fall war, wo Mrs. Rosenberg hingerichtet wurde, obwohl sie genau wussten, dass sie überhaupt nichts getan hatte.

Diese Typen glauben weder an Gott noch an das Jüngste Gericht. Es geht ihnen nur um sie selbst und darum, was sie tun wollen. Sie scheren sie nicht um Ehre oder die Menschen. Nichts wird sie jemals davon abbringen, an der Macht festzuhalten – Punktum!

Am 29.08.2013 gab die Obama-Administration überraschende neue Waffenkontrollmaßnahmen bekannt. Bei diesen Maßnahmen geht es um das wenig bekannte Probleme der Wiedereinfuhr von US-amerikanischen Waffen, die wir zuvor den Rebellen gegeben haben, damit sie in verschiedenen Konflikten kämpfen können. Die US-Regierung schränkt nun die Einfuhr von überschüssigen Militärwaffen ein. Bei all dem Geschrei und Gezeter bezüglich der Waffen auf unseren Straßen wird gar nicht richtig verstanden, dass diese Waffen in Wirklichkeit von unseren Waffenverkäufen an ausländische Rebellen stammen.

Wir verteilen Waffen, so als seien es Bonbons – aus politischen Gründen. Die Story hinter den Kulissen ist die, dass Stevens beim Verkauf dieser Waffen eine aktive Rolle gespielt hat und das der wahre Grund war, warum er ins Fadenkreuz geriet. Angeblich tauchten die Waffen, die über ihn gingen, in den größten Konflikten der Region auf und überschwemmten auch die Straßen Amerikas.

Und während Frankreich darauf aus ist, militärisch gegen Syrien vorzugehen, stehen ihre „Beweise“ im Widerspruch zu denen der Obama-Regierung. Sie behaupten, dass nur 281 Menschen getötet wurden, nicht 1.400. Und hier kommt noch hinzu, dass es Meldungen gibt, dass es Saudi-Arabien war, das chemische Waffen an die syrischen Rebellen lieferte, um die USA mit in den Konflikt hineinzuziehen und den Ölpreis in die Höhe zu treiben, da die USA derzeit ja weniger stark auf Öleinfuhren angewiesen sind.

Es gibt derzeit unglaublich viel Müll, um einen Angriff auf Syrien zu rechtfertigen – und am Ende wird die Wahrheit sowieso wieder ans Licht kommen, genauso wie im Falle des Irak.

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