Turk: Die nächsten Wochen dürften spannend werden; Gold & Silber sind erste Wahl

King World News, 16.09.2013

Während sich Gold und Silber gegenwärtig wichtigen Preisbereichen annähern, ab denen es laut dem Edelmetallhändler Andrew Maguire zu massiven Zentralbankkäufen kommt, sprach James Turk heute mit King World News über die aktuellen Ereignisse. Darüber hinaus übermittelte Turk einen interessanten Goldchart zum Interview.

Turk: „Es gibt momentan so viele wichtige Meldungen und Ereignisse, dass man sich wirklich entscheiden muss, wo man anfängt. Ich glaube aber, dass die erstaunlichste Entwicklung Ihr Interview mit Andrew Maguire ist. Seit Jahren gibt es einen Aufschrei, dass die CFTC [US-Regulierungsbehörde für Futures- und Optionsmärkte] nicht ausreichend unternimmt, um die Manipulationen an den Edelmetallmärkten zu untersuchen.

Auf diese Beschwerden wurde aber immer mit einer krassen Blockadepolitik reagiert, was man an der CFTC-Untersuchung zur Silbermanipulation sehen kann, die nun schon seit 5 Jahren anhält.

Und dann gibt es diese jüngste Meldung von Maguire, dass die CFTC offensichtlich auf Beweisen sitzt, die ihr bereits vor 15 Monaten von zwei Insidern übermittelt wurden. Dieser Schocker dürfte die Leute endgültig dazu bringen, sich zu fragen, welche Interessen von dieser Regulierungsbehörde eigentlich vertreten werden. Genauso könnte man auch die Frage stellen, warum nicht irgendein Sojabauer aus Illinois zum Chef der CFTC ernannt wurde, sondern ein Wall Street Insider?

Meines Erachtens gibt es kaum Grund, von der CFTC irgendetwas Vernünftiges zu erwarten. Die Art, wie man diese Schlacht gegen die Feinde des soliden Geldes gewinnt und – noch wichtiger – wie man sein Vermögen vor dem nächsten Zusammenbruch im Stile von Lehman-Brothers schützt, ist, die Papiermärkte gänzlich zu meiden und sich nur um physische Metalle zu kümmern.

Und nun gibt es auch die Meldungen, dass Larry Summers für das Amt als Chef der US-Notenbank nicht mehr länger bereitsteht. Eine Folge davon ist, dass es nun so aussieht, als würde Janet Yellen den Job bekommen. Um das sicherzustellen, muss die PR-Abteilung jetzt nur noch um die Zustimmung für ihre Nominierung werben, und dieser Prozess ist bereits voll im Gang.

Und weil sie für eine Verfechterin einer lockeren Geldpolitik gehalten wird, muss es jetzt so gedreht werden, als sei sie für eine geldpolitische Straffung: Beispielsweise hat sie nie gegen eine Erhöhung der Zinsen gestimmt. Man betreibt diese Propaganda, um im US-Senat all jene zufrieden zu stellen, die ansonsten gegen ihre Ernennung wären.

Doch mir scheint es, als bliebe die echte Frage unbeantwortet: Warum hat Summers seine Kandidatur jetzt zurückgezogen, nur eine Woche vor dem wichtigen Treffen des Fed-Offenmarktausschusses? Es ist offenkundig, dass derzeit hinter den Kulissen jede Menge passiert, worüber nicht berichtet wird. Warum ausgerechnet jetzt? Warum hat Summers mit dieser Ankündigung nicht bis nach dem bevorstehenden FOMC-Treffen gewartet, bei dem Einige davon ausgehen, dass die Fed die quantitativen Lockerungsmaßnahmen um USD 10 Milliarden bis USD 15 Milliarden auf monatlich USD 75 Milliarden bis 70 Milliarden zurückfahren wird.

Und da nach dem diese Woche stattfindenden FOMC-Treffen in diesem Jahr nur noch zwei weitere Treffen anstehen, sind wir jetzt an einem Punkt angelangt, wo der neue Chef der Fed bekanntgegeben werden muss, um Unsicherheiten bezüglich des Wechsels auszuräumen. Aber vielleicht kommt ja eine Überraschung.

Vielleicht wollte sich Summers von dem distanzieren, was dort bekanntgegeben wird. Vielleicht wird Bernanke bekanntgeben, dass er die Entscheidung über den Start der geldpolitischen Straffung angesichts der schwachen Wirtschaft und der hartnäckig hohen Arbeitslosigkeit seinem Nachfolger überlassen wird.

Es gibt aber auch noch andere mögliche Gründe für den Rückzug von Summers. Beispielsweise ist es möglich, dass Obama einen Kampf mit dem linken Flügel der Demokraten im Senat vermeiden will, die lautstark drohten, die Ernennung von Summers zu verhindern. Ich denke, dass dies ein wichtiger Punkt ist, wenn man sich all die anderen Kämpfe anschaut, die unmittelbar am Horizont auftauchen und ausgetragen werden müssen.

Es gibt keinen autorisierten Haushalt; die US-Regierung operiert seit 5 Jahren fortwährend mit Resolutionen, bei denen die Ausgaben immer wieder neu autorisiert werden. Das ist aber keine Art, einen Staat zu führen – aber es veranschaulicht, wie gespalten der Kongress gegenwärtig ist.

Wir haben jetzt eine beträchtliche Gruppe im Repräsentantenhaus, die droht, jedwede weitere Einigung zu blockieren, sollte mit den Geldern die Obamacare-Gesundheitsreform finanziert werden, die laut Meldungen immer noch extrem unbeliebt ist, während man sie aktuell einzuführen versucht. Es ist daher nach wie vor möglich, dass die Regierung den Zustand der Handlungsunfähigkeit erreicht.

Dann haben wir noch das Thema der US-Schuldenobergrenze, dem kaum Aufmerksamkeit gezollt wird, doch das sollte man angesichts der Ereignisse von August 2011, als das letzte Mal über eine Erhöhung nachgedacht wurde. Gold schoss in die Höhe, nachdem sich der Kongress und Obama nicht einigen konnten, was dazu führte, dass die USA ihr AAA-Kreditrating verloren. Sollte sich die Geschichte wiederholen, ja werden die USA dann um eine weitere Stufe abgewertet?

Vor dem Hintergrund all dieser Unsicherheiten und möglichen Verwerfungen ist der Besitz von physischem Gold und physischem Silber die erste Wahl. Diese Schlussfolgerung wird noch durch eine große umgekehrte Schulter-Kopf-Schulter-Formation beim Goldchart auf Tagesbasis bestätigt. Die Nackenlinie verläuft bei USD 1.415 pro Unze und die rechte Schulter bildet sich gerade aus, was nahelegt, dass wir von hier aus eine Rally hinlegen, um die rechte Schulter zu komplettieren, wovon ich ausgehe.

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Einen letzten Punkt, auf den ich hinweisen möchte: In den letzten zehn Jahren haben wir vor wichtigen Ereignissen zahlreiche künstliche und erzwungene Goldpreisdrückungen gesehen, bei denen Gold direkt danach wieder in die Höhe schnellte. Und die Preisrückgänge von letzter Woche scheinen in dieses Muster zu passen.

Es gibt so viele bullische Faktoren, die Gold und Silber beeinflussen, dass man bezüglich beider Metalle ganz einfach bullisch sein muss. Gold und Silber stehen außerhalb des Bankensystems. Sie sind Geld außerhalb des Fiatwährungssystems. Sie sind die ultimativen sicheren Häfen, und Sicherheit ist genau das, was aktuell benötigt wird.“

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