Obamas West Point Rede über Afghanistan – Was er sich nicht zu sagen traut

Ron Larsen, LibertyCalling.com, 30.11.2009

Während seiner Rede vor der U.S. Militärakademie in West Point am Dienstag den 01.12.2009, können Sie davon ausgehen, dass der Präsident die amerikanische Bevölkerung bitten wird seine Versendung von 34.000 zusätzlichen Soldaten für den Freiheitskampf in Afghanistan zu unterstützen, so dass wir den radikalen, militanten islamischen Terrorismus in den kommenden Jahren nicht auf amerikanischen Heimatboden bekämpfen müssen. Er wird sich wahrscheinlich auch auf die Schießereien in Camp Hood beziehen, die angeblich von einem islamischen Militärbediensteten und Psychiater mit Verbindungen zu Al-Qaeda Anfang November begangen worden sein sollen, um uns zu überzeugen, dass auf Al-Qaeda zurückzuführender Terrorismus eine einzigartige Bedrohung für die Sicherheit der Amerikaner, selbst für jene die im Heimatland leben, darstellt.

Obama wird wahrscheinlich fortfahren und erklären, dass die heldenhaften amerikanischen Militärtruppen, die seit 9/11 für die Freiheit in Afghanistan kämpfen, die Zahl der kämpfenden Aufständischen von Al-Qaeda und den Taliban bedeutend verringert haben und hinzufügen, dass sie trotzdem immer noch eine bedeutende Bedrohung für die Sicherheit des Volks dieser Nation darstellen und eliminiert werden müssen. Darüberhinaus wird er wahrscheinlich die Amerikaner würdigen, welche im Kampf dort ums Leben kamen. Er beabsichtigt den Job zu erledigen, welcher von Präsident Bush kurz nach 9/11 begonnen wurde und darin besteht Afghanistan von Al-Qaeda und Taliban Kämpfern zu säubern und afghanische Truppen zu trainieren ihr eigenes Heimatland zu verteidigen.

Das ist süße Obama-Rhetorik und Gesäusel im Ohr. Aber wie passt dies alles zu den Eingeständnissen von General James Jones, Obamas Nationalen Sicherheitsberater, die er bezüglich der aktuellen Stärke der Taliban und Al-Qaedas und ihrer Gefahr für die amerikanischen Truppen sowie die Bevölkerung dieses Landes am 04.10.2009 machte? Nach Aussagen eines Artikels der Washington Times, welcher an jenem Tag veröffentlicht wurde, sagte General Jones, dass Afghanistan nicht der unmittelbaren Bedrohung ausgesetzt wäre, von den Taliban gestürzt zu werden. Er fügte hinzu, dass er die Gesamtzahl der Al-Qaeda Mitglieder in Afghanistan auf 100 Mann schätze, einen Tropfen auf den heißen Stein.

Was Obama uns nicht verraten wird, ist, dass zusätzliche Truppen benötigt werden um die Opiumfelder zu bewachen, wegen den Rekordernten, die nun jedes Jahr erreicht werden, der Erweiterung der Anbaufläche und des gesamten Opiumhandels dort, welcher vor über 30 Jahren von den Vereinigten Staaten geschaffen wurde.

Der Opiumhandel ist dort wie auch weltweit ein Riesengeschäft und die Einkünfte sind vergleichbar mit den Niveaus der Energieversorger. Professor Chossudovsky schrieb in einem Artikel aus dem Jahre 2006 mit dem Titel „Wer profitiert von afghanischen Opiumhandel?“ auf GlobalResearch.ca: „…was den Rauschgifthandel vom Handel mit legalen Gütern unterscheidet, ist, dass Drogen eine Hauptquelle für die Vermögensbildung nicht nur für das organisierte Verbrechen darstellt sondern auch für den US-Geheimdienstapparat, welcher in zunehmenden Maße einen mächtigen Spieler in den Sphären des Finanz- und Bankenwesens darstellt. Diese Beziehung ist durch mehrere Untersuchungen dokumentiert worden, darunter auch in den Schriften von Alfred McCoy.“

Was Obama uns auch nicht erzählen wird, ist, dass die wachsende Präsenz der USA völlig in Einklang steht mit Zbigniew Brzezinksis Masterplan zur Sicherung der amerikanischen Kontrolle über die gas- und ölproduzierenden Länder Zentralasiens und des Kaspischen Meeres. Der Elitist, Meisterstratege und mit David Rockefeller und George Soros gemeinsame Begründer der Trilateralen Kommission sowie frühere Nationale Sicherheitsberater für Präsident Carter, Brzezinski, versteht die Kontrolle dieses Korridors, welcher auch die alte Seidenstraße beinhaltet, als Schlüssel zur Kontrolle des Welthandels. Sein Plan wurde in meisterhaftem Detail in seinem 1997 erschienenen Buch „The Grand Chessboard“ dargelegt, dass Sie kostenlos online bei Scribd lesen können.

Die Anwesenheit des U.S.-Militärs in Afghanistan ist ein entscheidender Bestandteil bei der Ausführung dieses Plans. Wer auch immer Afghanistan kontrolliert, kontrolliert auch den Zugang zu den großen Gas und Ölpipelines in der Region. Auch dient dies aus logistischer Sicht als perfekter Ausgangspunkt der U.S.-Militärtruppen für Vorstöße nach Pakistan und in benachbarte Länder Zentralasiens sowie in die öl- und gasreiche Region des kaspischen Meeres.

Der Historiker und Autor Webster Tarpley sagt, Brzezinski traf Obama das erste Mal als er Student an der Columbia University war und wurde sein politischer Ziehvater, verantwortlich dafür, dass Obama die US-Präsidentschaft gewann. Brzezinski dient Obama immer noch als namentlich nicht genannter Stratege und Berater. Während der Präsidentschaftskampagne konzentrierte sich Obama auf das, was, wie er glaubte, ein essentielles Bedürfnis der USA sei, nämlich ihren militärischen Schwerpunkt von Irak nach Afghanistan und Pakistan zu verlagern, faktisch nach ganz Zentralasien, den Südkaukasus und die Kaspische Senke.

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