Der kommende Finanz-Crash: Warum Sie sich besser gut festhalten sollten

Umso geringer die Liquidität, desto größer die Volatilität: Durch die globale Hatz auf das Kapital wird der Weltwirtschaft der Gar ausgemacht. Die nächste große Welle des Finanz-Crashs wird extrem übel werden

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 27.10.2013

In Deutschland unterliegt Silber ab 2014 dem vollen Mehrwertsteuersatz von 19%. Diese Maßnahmen spiegeln den deflationären Trend wider, da der Staat Hatz auf das Vermögen macht und dadurch dafür sorgt, dass es sich versteckt.

Die italienischen Sammler sind bei den europäischen Auktionen schon komplett verschwunden, ganz egal, ob es um Kunst, Briefmarken, Münzen, Autos oder Wein geht. In Frankreich ist es Edelmetallhändlern sogar verboten, Edelmetalle gegen Bargeld zu verkaufen.

In der Schweiz bekam man an den Geldautomaten im letzten Jahr noch CHF 1.000 ausgezahlt – dieses Jahr sind es CHF 500. In Frankreich und Italien waren es letztes Jahr EUR 200, jetzt wurde die Auszahlungshöhe auf EUR 150 abgesenkt. Das gehört alles zu der echten Verschwörung, Bargeld auszulöschen und jeden in elektronisches Geld zu zwingen, um so alle Gelder zu 100% besteuern zu können. Jeder, der glaubt, dass diese Typen zu einem Goldstandard zurückkehren oder Geld drucken werden wie Deutschland in den 1920er Jahren, sollte besser langsam aufwachen.

Etablierte Staaten haben immer und ausnahmslos die eigene Bevölkerung attackiert und ihre eigene Wirtschaft vernichtet. Derartige Imperien, Nationen und Stadtstaaten sind immer durch ihre eigene Hand gestorben – Wirtschaftsselbstmord.

Sie besteuern alles, was sich bewegt, und senken dadurch die Geldumlaufgeschwindigkeit ab, da sie die Menschen dazu veranlassen, ihr Geld zu horten und weniger zu investieren. Das ist auch der Grund, warum die Liquidität heute immer noch 50% unter dem Niveau von 2007 liegt. Sie sind verzweifelt darum bemüht, ihre Macht zu erhalten, und werden nie irgendetwas zurückgeben. Das ist auch der Grund dafür, warum sie historisch gesehen eine Revolution erzwingen.

Es war das Werk „Gesunder Menschenverstand“ (ein wirklich empfehlenswertes Werk) von Thomas Paine, das die amerikanischen Kolonisten letztlich zur Revolution trieb:

„Vielleicht sind die in den folgenden Seiten enthaltenen Ansichten noch nicht ausreichend modern, um die allgemeine Gunst zu erlangen; eine lange Gewohnheit, eine Sache nicht für unrecht zu halten, gibt ihr oberflächlich das Erscheinen, recht zu sein und erhebt anfangs einen gewaltigen Aufschrei zur Verteidigung der Gewohnheit. Aber der Tumult beruhigt sich bald. Die Zeit macht mehr Konvertiten als die Vernunft. […]

Einige Schriftsteller haben die Begriffe Gesellschaft und Staat so miteinander vermischt, dass kaum oder gar kein Unterschied zwischen ihnen übrigblieb; dabei sind sie nicht nur verschieden, sondern haben auch einen anderen Ursprung. Die Gesellschaft entsteht durch unsere Bedürfnisse und die Regierung durch unsere Bosheit. Die erste fördert unser Glück positiv durch Vereinigung unserer Gefühle, die letztere negativ durch Unterdrückung unserer Laster. Die eine ermutigt zu Geselligkeit, die andere erzeugt Verschiedenheit. Die erste ist ein Schirmherr, letztere eine Bestrafende.

Gesellschaft ist in jedem Zustand ein Segen, aber der Staat ist selbst in seinem besten Zustand nichts als ein notwendiges Übel; in seinem schlimmsten Zustand ist er ein unerträgliches; denn wenn wir durch einen Staat leiden oder denselben Übeln ausgesetzt sind, die wir in einem Land ohne Staat erwarten können, so wird unser Unglück durch die Betrachtung erhöht, dass wir die Mittel, durch die wir leiden, selbst liefern. Der Staat ist wie die Kleidung das Zeichen der verlorenen Unschuld; die Paläste der Könige sind auf den Ruinen der Hütten des Paradieses gebaut. Denn würde den Impulsen des Gewissens klar, einheitlich und unwiderstehlich gehorcht, so bedürfte der Mensch keines anderen Gesetzgebers; da dies aber nicht der Fall ist, so hält er es für erforderlich, einen Teil seines Besitzes aufzugeben, um den Rest zu schützen; und dazu wird er durch die gleiche Klugheit veranlasst, die ihn in jedem anderen Fall rät, aus zwei Übeln das kleinere zu wählen.“

Amerikanern ist es heutzutage nicht mehr möglich, Bankkonten oder Aktiendepots außerhalb der USA zu besitzen, da jede Finanzinstitution, die mit Amerikanern Geschäfte macht, Gefahr läuft, dass all ihre Vermögenswerte von den USA beschlagnahmt werden, sollte sie die Amerikaner nicht ausspionieren.

Die Deutschen hatten 1933 unter Adolf Hitler Gesetze erlassen, die es den Deutschen erheblich erschwerten, Geld im Ausland zu halten. Das führte dazu, dass die Schweiz 1934 Gesetze zum Schutz des Bankgeheimnisses einführte. Und während Hitler wenigstens noch die Souveränität der Schweizer respektierte, interessiert die USA, Großbritannien, Deutschland und Frankreich die Souveränität der Schweiz heutzutage nicht im Geringsten. Die USA leiten einfach strafrechtliche Verfahren gegen schweizerische Finanzinstitutionen ein und beschlagnahmen ihre US-Vermögenswerte. […] Unsere westlichen Regierungen haben die Grenzen des internationalen Rechts übertreten und respektieren überhaupt keine Nationen mehr – etwas, das selbst Hitler bei der Schweiz nicht getan hatte.

Der Unterschied zwischen Hitler und den heutigen Staaten ist, dass die heutigen Staaten händeringend versuchen, sich an der Macht zu halten, während Hitler Deutschland nach den Verwerfungen der Hyperinflation in den 20er Jahren, bei denen alle Schulden für nichtig erklärten worden waren, von Grund auf wieder aufbaute. Heute versuchen wir, unsere Schuldenblase aufrecht zu erhalten, indem wir alles besteuern, was sich bewegt oder versteckt.

Durch diese Strategie, weltweit Hatz auf das Kapital zu machen, um es zu besteuern, wird die internationale Liquidität reduziert, was wiederum die Arbeitslosigkeit in die Höhe treibt. Und all die Bail-in-Strategien, die eingeführt wurden, um es den Banken zu erlauben, sich das Geld der Bankkunden zu nehmen, haben dafür gesorgt, dass nur noch mehr Kapital die Flucht ergreift und sich in Aktien und verschiedenen handfesten Vermögenswerten wie Immobilien, Metallen, Sammlerstücken usw. versteckt.

Diese Typen in den Regierungen können einfach nicht über ihr Eigeninteresse – sich, koste es, was es wolle, an der Macht zu halten – hinausblicken und vernichten dadurch gerade die Weltwirtschaft. Wenn ab Herbst 2015 der nächste Abwärtsschwung kommt, sollten Sie sich gut festhalten: Umso geringer die Liquidität, desto größer die Volatilität. Mit Gold kaufen und abwarten wird es nicht getan sein. Wir haben es hier mit richtig ernsten Dingen zu tun, die historisch gesehen immer böse ausgingen.

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