Die verheerende Wahrheit über die Vereinigten Staaten: Warum Gold nicht die schlechteste Wahl ist

Richard Russell, King World News, 11.03.2014

Die USA leihen sich gegenwärtig Geld, um damit die Zinszahlungen für ihren riesigen und weiter anwachsenden Schuldenberg zu leisten. Das US-Finanzministerium gibt fortwährend US-Staatsanleihen aus. Aber wer wird sie kaufen? Es ist kaum zu fassen, dass die USA mittlerweile so heruntergekommen sind, dass sie ihre eigenen Schulden über die US-Notenbank aufkaufen müssen.

Und womit kauft die Fed die US-Staatsschulden? Sie kauft die Schulden mit Geld, das sie aus dem Nichts hervorzaubert, indem sie einfach einen neuen Eintrag in ihrer Bilanz vornimmt. Die US-Notenbank macht das bereits seit Jahren, und ihr Anleiheportfolio beläuft sich mittlerweile auf über USD 4 Billionen an verschiedenen Anleihen.

Die anhaltenden Anleiheaufkäufe – also die quantitative Lockerung –, die sich zurzeit auf USD 60 Milliarden pro Monat belaufen, haben die Aktienpreise auf überbewertete Niveaus getrieben. Die Unternehmen nutzen das Niedrigzinsumfeld natürlich aus, solange diese niedrigen Zinssätze noch anhalten.

Die US-Notenbank fährt gegenwärtig ihre quantitativen Lockerungsmaßnahmen zurück – bisher sind die Aufkäufe bei jedem Offenmarktausschusstreffen um USD 10 Milliarden pro Monat reduziert worden – in dem Glauben, dass die Lockerungsmaßnahmen bis Ende dieses Jahres komplett eingestellt werden können. Diesen Straffungsmaßnahmen liegt die Hoffnung zu Grunde, dass die US-Wirtschaft bis Jahresende stark genug sein wird, um auch ohne quantitative Lockerung zu funktionieren. Und durch die US-Arbeitsmarktzahlen vom Februar, laut denen mehr Arbeitsplätze geschaffen wurden, als man angenommen hatte, ist dieser Plan der Fed nur noch weiter zementiert worden.

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Und was die Aktienbewertungen anbelangt, ist es so, dass die Unternehmen des S&P 500 jetzt mit dem 16-fachen ihrer Gewinne des letzten Jahres gehandelt werden. Dieses Niveau ist doppelt so hoch wie vor fünf Jahren, und es ist fast genau dasselbe Niveau wie bei dem Hoch, das dem ab Oktober 2007 einsetzenden Rückgang vorausging. Der Nobelpreisträger Robert Schiller errechnet für das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis des S&P 500 mit seinem CAPE-Indikator [zyklisch angepasstes Kurs-Gewinn-Verhältnis] sogar einen Faktor von 1:25, das ist weit über dem historischen Schnitt von 1:15,5.

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Aus technischer Sicht kam es beim technologielastigen NASDAQ bisher zu fünf Distributionstagen [Russell: „Distributionstage finden immer dann statt, wenn die Märkte fallen und das Handelsvolumen dabei über dem des Vortags liegt. Diese Distributionstage sind in der Regel Tage, wo institutionelle Anleger verkaufen.“]. Der S&P 500 hatte einen Distributionstag. Aus technischer Sicht schloss der Dow Jones Transportation Average am Freitag auf einem neuen Allzeithoch, obwohl dieses Hoch vom Dow Jones Industrial Average nicht bestätigt wurde.

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Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind die Bewertungen von keinem sonderlichen Nutzen für uns, und auch die technischen Daten helfen uns kaum weiter. Die Frage ist jetzt, wie lange die Akteure noch bereit sind, auf einen fortwährenden Anstieg des Aktienmarkts zu wetten.

Und da es sich hierbei um einen manipulierten Markt handelt, gibt es praktisch nicht, was mir Hinweise darauf liefern könnte, ob sich dieser Markt in Schwierigkeiten befindet oder kurz vor Problemen steht. Man bleibt in diesem Markt, solange er weiter steigt und realisiert seine Gewinne, sobald Frühsignale auftauchen, die auf Schwierigkeiten hindeuten (also vorausgesetzt, dass sie auftauchen). Es ist ganz eindeutig so, dass die Trader in diesem Markt davon ausgehen, dass sie rasch aussteigen können, wenn Schwierigkeiten auftauchen, um die Gewinne, die sie den überwiegenden Teil des fünfjährigen Anstiegs gemacht haben, zu realisieren.

Berücksichtigen Sie auch, dass das raue Wetter für einen Großteil der schlechten Wirtschaftsdaten verantwortlich gemacht wurde. Jetzt, wo bezüglich des Wetters das Schlimmste vorbei sein dürfte, werden wir ein klareres und ehrlicheres Bild von der US-Wirtschaft erhalten […]

In Amerika sind zwei Dokumente entstanden, die alles andere, was je zuvor von einem Land geschaffen wurde, in den Schatten stellen: Die Unabhängigkeitserklärung und die Verfassung der Vereinigten Staaten. Ich glaube, dass diese beiden Dokumente gottgesandt sind. Und aus diesem Grund glaube ich auch, dass sie weder von der Zeit noch von einem Bärenmarkt vernichtet werden. Nach langem Abwägen bin ich zu der Schlussfolgerung gelangt, dass die Zukunft der Vereinigten Staaten eine gute ist.

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Um noch einmal auf den Aktienmarkt zurückzukommen: Ich habe noch nie mit einem so richtungslosen Markt zu tun gehabt. Ich habe viel über diesen Markt und die richtige Investmentpositionierung nachgedacht. Meine Schlussfolgerung ist, dass ich weiter an Gold und einem kleinen Bargeldbetrag festhalten werde und die Entwicklungen einfach abwarte.

Da ich viele Investment-Empfehlungen lese, ist mir aufgefallen, dass viele hochintelligente Berater vor einem tödlichen Markt-Crash warnen. Andere präsentieren eine lange Liste mit Aktientiteln, die man kaufen sollte. Und dann gibt es noch die Gruppe, die erklärt, dass die gute Entwicklung des Aktienmarkts auf die Manipulationen der Fed und ihre ausgiebigen Lockerungsmaßnahmen zurückzuführen sei. Ich kann hier nicht erkennen, was daran falsch sein sollte, abzuwarten und die Lage einfach zu beobachten.

Meine Auffassung ist es, an Gold festzuhalten und zu beobachten, wie sich die Geschichte entwickelt. Jedes Körnchen Gold, das je entdeckt oder aus dem Boden geholt wurde, verfügt heute immer noch über Wert. Das ist eine Tatsache, die von den Goldhassern gerne ignoriert wird. Gold stellt pures Vermögen dar und bedarf nicht der Deckung irgendeiner Gruppe von Menschen oder irgendeiner Nation. Der Dollar war ursprünglich einfach nur ein spezielles Gewicht an Silber. Gold ist beides – Währung und ein Gegenstand reinen Vermögens.

Gold wird regelmäßig in der Bibel erwähnt – das Verlangen nach Gold ist in der menschlichen DNA verankert. Ich habe mich dafür entschieden, an Gold festzuhalten und den Lauf der Geschichte zu verfolgen. Wenn der Aktienmarkt weiter in die Höhe klettert, werde ich nicht neidisch sein, da ich dort bin, wo ich sein will. Kippt der Markt in einen Bärenmarkt, werde ich mich darüber freuen, dass ich an der Seitenlinie stehe, und das beste hoffen.

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