Gold, Aktien & Marktmanipulationen: The Trend Is Your Friend!

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 01.04.2014

Gold im Sinkflug

Ich habe unzählige Male darauf hingewiesen, dass es sich bei Gold nicht um einen Inflationsschutz handelt und das Metall im Rahmen einer Hyperinflation auch nicht als einziger Vermögenswert steigt, sondern in diesem Fall alle Werte zulegen.

Der Unterschied zwischen Gold und anderen Investments wie Immobilen und Aktien ist die Mobilität von Gold. Während der Hyperinflation steigen alle Vermögenswerte, solange die Nation überlebt.

Wenn in ein Land einmarschiert wird oder es dort zu einer Vermögenskonfiskation kommt, so wie es während der Russischen Revolution der Fall war, brechen die handfesten Vermögenswerte ein und nur Gold überlebt, da es leicht von einem Land zum nächsten transportiert werden kann. Und wenn die Regierung zusammenbricht, während des Land den Kollaps intakt übersteht, steigen sogar Immobilien und alle anderen handfesten Vermögenswerte.

Das einzige Problem beziehungsweise die einzige Wild-Card, die wir derzeit beim gelben Metall haben, ist, dass der Transport von Gold dank der Metalldetektoren unmöglich wird. Dadurch haben wir es bei Gold – der aus historischer Sicht mobilen Vermögensklasse – mit einer völlig neuen Variablen zu tun. Das ist die Gefahr, die von der NSA ausgeht: Die Unmöglichkeit, irgendetwas zu unternehmen, um finanziell zu überleben.

Die Gold-Promoter puschen die aktuelle Goldpreisentwicklung wie immer und verkünden, dass der Goldbullenmarkt da sei. Die Welt um sie herum schert sie überhaupt nicht, und sie können einfach nicht begreifen, dass zwischen Analyse und dem Werben für die eigene Sache ein Riesenunterschied besteht. Das ist fast schon wie in der Politik. Bei den Fernsehshows der Linken wird man auch nie etwas Gutes über die Republikaner hören und dasselbe gilt für den rechten Flügel. Die Realität liegt irgendwo dazwischen.

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Gold ging am Freitag unter der bärischen Wochenumkehrmarke von USD 1.309 pro Unze aus dem Handel und testet zurzeit die nächste bärische Umkehrmarke von USD 1.280 pro Unze. Danach haben wir es mit der Marke von USD 1.240 pro Unze zu tun und danach folgen dann abermals neue Tiefs. Im Goldmarkt muss es erst noch zu einem richtigen Beben kommen.

Das ist genauso wie beim Aktienmarkt, wo wir 2011 prognostizierten, dass es neue Hochs geben würde, was Vielen wie ein völlig neues Konzept vorkam und vom Finanzmagazin Barrons beiläufig erwähnt wurde. Nichtdestotrotz stieg der Markt daraufhin kontinuierlich an, während die Kommentatoren ihn nach unten redeten. Das ist auch der Grund, warum die Anstiege weitergingen, da die Mehrheit immer falsch liegen muss. Das ist der Treibstoff, der die Märkte anheizt.

Idealerweise würde Gold bereits am 02.04.2014 ein Tief ausbilden. Sollte Gold mit einem Zwischenhoch in die nächste Handelswoche starten, wäre bezüglich weiterer Rückgänge Vorsicht angesagt.

US-Aktien: Warum sich der US-Aktienmarkt zurzeit in einem echten Bullenmarkt befindet

Der US-Aktienmarkt ist wie das rosafarbene Energizer-Häschen – es marschiert einfach weiter. Die Kommentatoren und Marktexperten brabbeln vor sich hin und haben überhaupt keine Ahnung, was hier derzeit vor sich geht, da die Anstiege keine wirtschaftlichen Ursachen haben, also nicht auf eine boomende US-Wirtschaft zurückgehen. In Wahrheit ist es vielmehr so, dass die US-Wirtschaft nach wie vor die stärkste Wirtschaft der Welt ist und es sich bei ihr schlicht um das schönste Pferd auf dem Weg zum Metzger handelt.

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Und dann wird zurzeit natürlich das neue Buch von Michael Lewis „Flash Boys: A Wall Street Revolt“ beworben, in welchem er behauptet, dass der Markt durch den Hochfrequenzhandel manipuliert wird. Das hört sich ganz großartig an, aber in Wahrheit hat das im Hinblick auf den Trend keinerlei Bedeutung.

Ja sicher, ein Computer kann Privatpersonen ausstechen, indem er blitzschnell in den Markt hineingeht und wieder herausspringt. Doch bei erhöhter Marktvolatilität stellen diese Programme den Handel einfach ein. Sie ziehen sich dann aus den Märkten zurück, und das ist auch der Grund für die Blitzeinbrüche, weil die Computer die Illusion eines tieferen Markts schaffen.

Durch den Hochfrequenzhandel wird der Markt zwar in der Tat tiefer gemacht, aber der Trend wird dadurch nicht verändert. Die Computer traden nur innerhalb des Trends, und die Markthochs und Markttiefs entsprechen nach wie vor unserem Modell. Selbst Computer fallen wieder in Muster und Zyklen zurück … Und auch der Hochfrequenzhandel weist Zyklen auf.

Diejenigen, die behaupten, dass die Märkte manipuliert werden, begreifen nicht, wie die Märkte funktionieren, sofern sie damit meinen, dass mit diesen Manipulationen auch der Trend verändert werden kann. Man kann etwas innerhalb des Trends manipulieren – aber das war es dann auch schon. Man kann den US-Aktienmarkt langfristig nicht steigen oder fallen lassen, wie man es gerne hätte. Wenn die ganze Welt gegen einen tradet, ist man erledigt.

Im Folgenden finden Sie den S&P 500 Index auf Eurobasis, und danach schauen wir uns den S&P 500 Index auch noch in Kanadischen Dollars, Britischen Pfund und Schweizer Franken an.

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Wenn der Hochfrequenzhandel den Markt tatsächlich manipulieren würde, würde er nur in US-Dollars steigen. Die Tatsache, dass der US-Aktienmarkt in den meisten anderen weltweiten Währungen steigt, selbst wenn die Währungen gegenüber dem US-Dollar zulegen, zeigt, dass wir es hier mit einem echten globalen Bullenmarkt zu tun haben.

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Beim US-Aktienmarkt rechnen wir damit, dass kurzfristig ein neues Hoch ausgebildet wird. Der S&P 500 Index ist derzeit auf dem Weg, das Kursniveau von 2.000 bis 2.045 Punkten zu testen. Der Hochfrequenzhandel ist nicht in der Lage, den Crash, der sich am Horizont abzeichnen wird, zu verhindern. Niemand ist in der Lage, den Trend zu manipulieren. Das Beste, was man erreichen kann, ist den Trend anzuheizen, aber man kann nie gegen den Trend traden. Der alte Spruch „The trend is your friend.“ behält also weiterhin seine Gültigkeit.

Marktmanipulationen durch Hochfrequenzhandel

Nur um das hier noch einmal ganz klar zu sagen: Märkte können manipuliert werden, und zwar indem die Broker die Handelspositionen ihrer Kunden im Auge behalten und dann dagegen traden. Das ist die Standardvorgehensweise, auch wenn Goldman das bestreitet. Das wird bereits seit Jahrzehnten so gemacht. Die Börsentrader versuchen die Marktteilnehmer auszustoppen.

Systemische Marktmanipulationen sind für alle Märkte völlig typisch, da die Regulierungsbehörden genau dasselbe Spiel spielen und zum Manipulationsprozess mit dazugehören. Sie nehmen kleine bis mittelständische Unternehmen ins Visier und drängen sie routinemäßig aus dem Markt, da die Großunternehmen Mitbewerber nicht mögen.

Gibt es Hochfrequenz-Frontrunning? Ja natürlich! Aber damit lässt sich der Trend nicht manipulieren. In den Märkten gibt es alle möglichen Arten von Korruption so wie in der Politik. Das ist auch der Grund, warum ich den „Gold-Promotern“ nicht zustimme, weil sie immer nur sagen, man soll kaufen, aber nie eine Verkaufsempfehlung abgeben. Sie glauben nicht, wie viele E-Mails ich von Leuten erhalten habe, die aufgrund dieses Unsinns ihr letztes Hemd verloren haben.

Ich glaube nicht, dass Michael Lewis mit seinem neuen Buch sagen will, dass der Trend manipuliert wird, aber so wird es gegenwärtig dargestellt. Selbst Goldman Sachs ging vor dem Erscheinen des Buchs an die Öffentlichkeit und erklärte, dass der Hochfrequenzhandel reguliert werden sollte. Großartige Idee! Die Regulierungsbehörden werden die Marktmanipulationen der großen Unternehmen nicht beenden, aber in dem Moment, wo eine kleine Firma versucht, mit den großen Firmen in Wettstreit zu treten, wird sie dichtgemacht.

Die New Yorker Großbanken hassen mich, weil sie unter der Illusion leben, dass sie in der Lage sind, die Märkte zu manipulieren. Ich prognostiziere lediglich die entgegengesetzte Richtung und dann beschuldigen sie mich, dass ich die Welt manipulieren würde, weil sie wieder einmal falsch lagen.

Sie sind irre, da sie jedes Mal irgendeinen Plan aushecken, der dann nach hinten los geht, und dann wenden sie sich an die Regierung, um gerettet zu werden. Wenn man weiß, dass die Regierung einem einen Blankoscheck ausstellt und die Regulierungsbehörden nie strafrechtliche Ermittlungen einleiten werden, braucht man auch kein Risikomanagement – und das ist das Einzige, worum es hier geht. Die Banken sind nun aber gewarnt worden, dass sie beim nächsten Mal nicht mehr gerettet werden, weshalb sie jetzt auch die Pensionsfonds abweisen, weil sie Unsummen verlieren und das im Gegenzug nur zur Folge hätte, dass sie die Banken verklagen.

Zwischen der Manipulation der Märkte durch Frontrunning – was ich bereits seit Ende der 70er Jahre beobachte – und der Manipulation des Trends gibt es einen beträchtlichen Unterschied. Ich würde mal darauf tippen, dass ihnen der Hochfrequenzhandel um die Ohren fliegen wird, da sie long sein werden und während des Crashs nicht schnell genug verkaufen können und es infolgedessen dann zu einem neuen rekordverdächtigen Abwärtssog riesigen Ausmaßes kommen wird.

Sie werden nicht in der Lage sein, den Trend aufrecht zu halten, und wenn sie jede Menge aufkaufen in der Annahme, dass sich ein Käufer finden wird, an den sie es dann teurer verkaufen können, wird diese Annahme zu ihrem Untergang werden. Dann wird es auch eine Untersuchung geben. Das wirkliche Problem ist, dass sie sich selbst um ihre Fähigkeit bringen, den Markt zu verlassen. Sie werden genau dieselbe Krise erleben wie der kleine Durchschnittsanleger, der auf einem Hoch in einer Long-Position gefangen ist.

Ja wir haben Untersuchungen zum Hochfrequenzhandel durchgeführt und sind zu dem Ergebnis gelangt, dass diese Trades genauso zusammenbrechen werden wie die jedes anderen Traders. Niemand kann den Trend manipulieren. Wenn das wahr wäre, gäbe es keine Zyklen und sie würden nicht fortwährend staatliche Rettungspakete benötigen.

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