Armstrong: Gold, Silber, DAX & Petrodollar

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 05.06.2014

Der Untergang des Petrodollars?

Die Dollar-Hasser setzen eine ganz bestimmte Art von Propaganda ein, um die Auffassung zu stützen, dass der US-Dollar in Wahrheit ein Petrodollar sei und die Schritte im Nahen Osten zur Schaffung einer Einheitswährung ähnlich dem Euro sowie der russisch-chinesische Energie-Deal dazu führen würden, dass der Yuan im Wert explodiert und der US-Dollar kollabiert. Das hat aber nichts mit der Realität zu tun.

Bei diesen „Theorien“ – bei denen es sich wohl eher um Gebete handeln dürfte – konzentrieren sie sich allein auf Brennstoffe, so als würden Brennstoffe den Löwenanteil des Welthandels ausmachen und als sei die Tatsache, dass US-Dollar für den weltweiten Energiehandel genutzt wird, der einzige Grund, warum der Dollar überlebt. Solche Theorien passen vielleicht in einen James-Bond-Film, werden aber durch die Zahlen schlicht und ergreifend nicht gestützt.

Wenn wir uns den Welthandel anschauen und den Handel mit Treibstoffen allein nur dem Handel mit Industriegütern gegenüberstellen, dann machen Treibstoffe gerade einmal 29% davon aus: USD 3.374.854.000.000 entfallen auf Energieträger und USD 11.489.647.000.000 entfallen auf Industriegüter.

WT-1950-2010_01Zum Welthandel gehören aber auch noch Dienstleistungen wie beispielsweise internationale Geldflüsse (Investmentbanking). Die Finanzdienstleistungen stellen seit 2007 einen zunehmend größeren prozentualen Anteil am weltweiten BIP ein, weil die Weltwirtschaft zurückgeht. Das bedeutet also, dass die Kapitalströme gegenüber dem Energiehandel, dem Handel und dem Investmentbanking aufgrund der BIP-Rückgänge, die seit dem Beginn der globalen Wirtschaftsrezession Anfang 2007 zu verzeichnen sind, sogar noch zulegen. Und genau das bereitet der kommenden Ära des Protektionismus die Bühne.

Unsere vorläufigen Zahlen zu den Gesamtkapitalströmen zeigen, dass der Energiehandel, der Handel und das Investmentbanking rund 60% des weltweiten BIP stellen. Daher ist die Theorie mit dem Petrodollar lediglich eine weiterer Hype derer, die jede Nacht für den Untergang des US-Dollar beten, ohne zu wissen, was das wirklich bedeutend würde.

Die Stärke des US-Dollars begründet sich nicht durch den Handel. Der Dollar ist die einzige Währung auf dem Planeten, auf die nicht regelmäßig die Zahlungsunfähigkeit erklärt wird und die nicht ständig wieder eingezogen wird, um zu verhindern, dass die Menschen Bargeld horten – was ein beliebter europäischer Trick ist.

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Die Banknoten von 1861, die Sie hier sehen, sind das erste Papiergeld, das von der US-Bundesregierung nach der Amerikanischen Revolution ausgegeben wurde. Diese Forderungen sind heute immer noch gesetzliches Zahlungsmittel, und wenn Sie verrückt genug sind, können Sie damit einkaufen gehen.

Die Stärke des US-Dollars ist seine Fähigkeit, dem weltweiten Kapital einen Platz zu geben, wo es parken kann. Es ist völlig unerheblich, ob im Nahen Osten eine Einheitswährung geschaffen wird, da diesen Ländern die Fähigkeit fehlt, derartige Geldmengen zu absorbieren, und nach der Schaffung einer solchen Einheitswährung immer noch die Notwendigkeit bestünde, die Gelder in US-Dollars zu investieren und zu parken. Und dasselbe gilt auch im Hinblick auf den Deal zwischen China und Russland. Selbst wenn der gesamte asiatische Handel in Yuan abgewickelt würde, müssten sie ihre Gelder immer noch in US-Dollars parken. China verfügt zum gegenwärtigen Zeitpunkt überhaupt nicht über die entsprechende Kapitalbasis.

All jene, die jeden Abend an der Bettkante den Untergang des US-Dollars herbeibeten, haben keine Ahnung, wofür sie eigentlich beten. Die Vernichtung des US-Dollars – ohne dass zur selben Zeit ein angemessener Ersatz da ist – wäre absolut katastrophal, da alle Renten null und nichtig wären und Bürgerunruhen und Bürgerkriege ausbrechen würden. Es würde Blut auf den Straßen fließen, ja nicht einmal mehr Gold hätte dann noch Wert, weil wir dann in die finale Phase – das Dunkle Zeitalter – eintreten würden, wo nur noch Nahrungsmittel über Wert verfügen.

Goldman Sachs & Gold

Ecuador übergibt Goldman Sachs 466.000 Unzen Gold im Wert von rund USD 580 Millionen, also zum aktuellen Tageskurs. Ecuador wird von dem sozialistischen Präsidenten Rafael Correa geführt, der Bargeld auftreiben möchte, nachdem er sich von China über USD 11 Milliarden geliehen hat, weil sie vor 5 Jahren auf Staatsschulden in Höhe von USD 3,2 Milliarden die Zahlungsunfähigkeit erklärten. Das ist die Folge von Schulden, und in den Händen von Sozialisten/Kommunisten platzen die Staatsanleihen immer.

Genauso wie bei Simbabwe, das eine ausländische Währung übernehmen musste, weil die Bevölkerung der Währung des eigenen Staats nicht mehr traute, ist Ecuador das einzige Land in Südamerika, das den US-Dollar als Währung verwendet.

Ecuador hat sein Gold nicht verkauft, sondern im Grunde gegen liquidere Vermögenswerte weiterverliehen. Ecuador rechnet damit, durch diese Transaktion bis zu USD 20 Millionen Gewinn zu machen, und das Land wird das Gold innerhalb der nächsten drei Jahre wieder zurückzubekommen. Die Zentralbank hat jedoch nicht erklärt, wie die bis zu USD 20 Millionen Gewinn genau zustande kommen sollen.

Es scheint, dass Goldman Sachs das Gold vorwärtsverkaufen wird, was dabei helfen dürfte, dem gelben Metall das Genick zu brechen, und dann dürfte Goldman Sachs wohl darauf aus sein, es auf den Preistiefs für unter USD 1.000 pro Unze wieder zurückzukaufen.

Gold & Silber – aktuelle Kursentwicklung (Stand 03.06.2014)

Bei Gold verlaufen die zwei bärischen Tagesumkehrmarken zurzeit bei USD 1.240 und USD 1.186 pro Unze. Aktuell hält sich der Goldpreis auf einem Niveau von über USD 1.240 pro Unze, wobei sich bei USD 1.262 und USD 1.294 pro Unze zwei kleinere bullische Tagesumkehrmarken ausbilden. Nächste Woche und die Woche vom 23.06. bis 27.06. rechnen wir mit Umkehrpunkten.

Wir rechnen nicht mit einer Kernschmelze bei Gold, ohne dass es einen Monatsschlusskurs unter dem Bereich von USD 1.190 pro Unze gibt …

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Silber müsste einen Tagesschlusskurs von über USD 19,52 pro Unze erzielen, um nahezulegen, dass es eine Aufwärtsreaktion geben könnte. Bei den kürzesten Silber-Futures verläuft der wichtige Widerstand bei USD 19,93 pro Unze – nur ein Tages- und Wochenschlusskurs über dieser Marke würde das weiße Metall vorübergehend von seinem Abwärtsdruck befreien. Es ist die Marke von USD 18,25 pro Unze, wo wir eine große Kluft sehen, welche bis in den Bereich von knapp USD 16 pro Unze reicht.

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Bei Silber gehen wir davon aus, dass nächste Woche und in der Woche vom 30.06. bis 04.07. Umkehrpunkte sind. Die bedeutenden Stützungslinien verlaufen bei USD 17,30 und USD 13,30 pro Unze.

DAX übersteigt die Marke von 10.000 Punkten

Frage: „Ich habe an Ihrer Berlin-Konferenz teilgenommen … Sie sagten, dass ein Schlusskurs beim DAX über der Marke von 8.100 Punkten zur Folge hätte, dass er 2014 über das Niveaus von 10.000 Punkte und bis 2015 wohlmöglich auf 11.400 bis 12.000 Punkte steigen könnte. Nun, herzlichen Glückwunsch, hier hat sich eine weitere Prognose von Ihnen bewahrheitet. Befinden wir uns derzeit immer noch auf dem Weg zu diesem Hoch im nächsten Jahr?“

Antwort: Aktuell sieht es so aus, als befänden wir uns immer noch auf dem Weg dahin. Die Skepsis in den USA bezüglich des US-Aktienmarkts ist immer noch sehr hoch. Das ist ein Warnhinweis, dass wir uns zurzeit nicht einmal ansatzweise im Bereich der finalen Hochs befinden. Der DAX wird ausgehend vom niedrigsten Jahresschlusskurs, der in 2002 erzielt wurde, ein 13-Jahreshoch ausbilden, und ausgehend vom Tief des Jahres 2003 wird es zu einem 12-Jahreshoch kommen.

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Der mittlere Widerstand des DAX verläuft bei 9.700 Punkten. Sollte diese Marke jetzt als Stützung dienen, könnte der DAX weiter steigen, um den nächsten Bereich zu testen, der bei ungefähr 11.400 Punkten liegt. Die entscheidende Stützung liegt aktuell bei dem Niveau von 9.000 Punkten. Wenn der DAX auf Monatsbasis über dem Niveau von 9.000 Punkten schließt, bleibt er stark. Es kann im September zu einer kleinen Panik kommen. Das ist der Zeitpunkt, wo wir die Stützungslinie sorgsam im Auge behalten müssen.

Die überwiegende Mehrzahl der Analysten lag falsch, weil sie sich auf die traditionellen Fundamentaldaten konzentrierten und die Staatsschuldenkrise nicht mit berücksichtigten. Die Menschen haben Angst vor den bevorstehenden Ereignissen, und die Narren werden dann schnell von ihrem Geld befreit werden. Als erstes müssen wir den Trend identifizieren und unsere Investments im Nachgang sorgsam danach ausrichten. Sollte es dem DAX gelingen, die Marke von 12.000 Punkten zu übersteigen, befänden wir uns in einer echten Phasentransformation, bei der es zu einem Ausbruch nach oben kommt …

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