Bürgerkriege & Revolutionen: Schottland, Spanien, USA; warum der Westen auseinanderbrechen wird

Wenn die Wirtschaft kollabiert, wird die Europäische Union sehr gewaltsam gegen ihre eigenen Bürger vorgehen. Hier stehen jetzt die Arbeitsplätze in Brüssel auf dem Spiel. Wird der Euro gekillt, geht auch die Rechtfertigung für ihre Jobs in Rauch auf. Sie werden ihre Stellen mit dem Blut der eigenen Bürger verteidigen, da sich die Entscheidungsträger aus historischer Sicht immer für diese Option entschieden haben

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 11.09.2014

1,8 Millionen Menschen demonstrieren für die Unabhängigkeit Kataloniens

Gestern fand die größte Demonstration in der Geschichte Barcelonas statt. 1,8 Millionen Menschen gingen auf die Straße, womit alle früheren Rekorde gebrochen wurden. Die Demonstranten ließen Unabhängigkeits-Fahnen wehen, trugen gelb-rot-gestreifte Shirts mit der Aufschrift „Jetzt ist die Zeit!“ und riefen „Unabhängigkeit!“, während sie sich in den Straßen der Hauptstadt der halbautonomen Region im Nordosten Spaniens scharten.

Klar ist, dass wir gerade Zeugen der Phase werden, vor der wir gewarnt haben: Der Aufstieg der Bürgerunruhen, der dazu führt, dass Nationen gespalten oder Regierungen durch Revolutionen gestürzt werden. Und was in Schottland stattfand, ist den anderen separatistischen Gruppen natürlich nicht entgangen.

„Unabhängigkeit“ – das ist der neue Schlachtruf der Menschen in der katalanischen Hauptstadt. Zwei aufeinander zulaufende Hauptstraßen waren auf einer Länge von rund 10 Kilometern mit Menschenmassen überfüllt. Die Menschen formten dabei ein „V“ für „Victoria“ (Sieg). Die Zahl an Demonstranten ist sehr beeindruckend und die Polizei hatte sich darauf vorbereitet, weil sie wusste, was passieren würde.

In Katalonien leben 7,6 Millionen Menschen und es ist eine sehr wichtige Region Spaniens. Trotz der Wirtschaftskrise und einer Arbeitslosenrate von über 22% stellt Katalonien rund 20% des spanischen BIP. Die Verfechter der Loslösung von der spanischen Zentralregierung sind der Auffassung, dass ein unabhängiges Katalonien den Menschen einen höheren Lebensstandard bieten würde.

Königin Isabella I. von Kastilien und König Ferdinand II. von Aragon schufen Spanien am 19.10.1469 durch eine Hochzeit, als Isabela 18 Jahre und Ferdinand ein Jahr jünger war. Ihre Heirat vereinte beide Kronen unter derselben Familie, da sie beide Cousinen waren und mit dieser Hochzeit formell ein gemeinsames Königreich – Spanien – geschaffen wurde.

Unsere Zeitmodelle hatten für Ende 2010 den Beginn der Spannungen ausgewiesen. Die Unabhängigkeitsforderungen werden ab Anfang 2015 richtig an Fahrt aufnehmen. Bisher läuft alles nach Zeitplan, und es scheint, dass Spanien bis zum Jahr 2036 geteilt ist.

Durchtriebene Banker versuchen schottisches Referendum zu torpedieren

Verschiedene Banker haben damit gedroht, Schottland zu verlassen, sollten die Schotten für eine Loslösung von Großbritannien stimmen. Diese hinterhältigen Banker haben diesen Dreck bereits erzählt, als Großbritannien nicht dem Euro beitreten wollte. Was diese listigen und nicht vertrauenswürdigen Typen wirklich damit sagen, ist, dass sie britische Schulden halten und befürchten, dass sie kollabieren, sollte Schottland sich loslösen.

In Wahrheit sind diese Banker Teil des Angst-und-Schrecken-Teams der britischen Regierung und jede Bank, die dem schottischen Volk droht, sollte sowieso aus Schottland rausgeworfen werden. Das ist nicht das, was im besten Interesse Großbritanniens oder Schottlands ist – hier geht es einzig darum, dass die Banken bei ihren Anleihebeständen keine Verluste machen. Das ist ein typischer Missbrauch ihrer Stellung, und jede Bank, die diese Auffassung vertritt, gehört die Bankenlizenz entzogen.

Sollte Schottland der Europäischen Union und Großbritannien fernbleiben und Marx den Rücken kehren und sich Adam Smith zuwenden, wird Schottland zur neuen Schweiz des 21. Jahrhunderts aufsteigen. Und dann können Sie dabei zuschauen, wie sich die Banker darum reißen werden, nach Schottland zu kommen. Ich würde keiner Bank eine Bankenlizenz geben, die diese Art von krasser Propaganda verbreitet, denn auch hier versuchen sie wieder einmal, die Gesellschaft zu manipulieren, um sich die Taschen vollzustecken.

Werden die USA genauso zerfallen wie Großbritannien?

Frage: „Ein Freund von mir nahm Ende der 90er Jahre an einer Ihrer Konferenzen in Edinburgh teil, wo Sie sich mit den Worten vorstellten, dass Sie ein Schotte der 7. Generation und nicht Amerikaner seien. Er sagte, Sie hätten bereits 1997 erklärt, dass Schottland ab 2011 die Loslösung von Großbritannien fordern würde. Und Sie sagten, dass letztlich auch die USA aufgrund der kulturellen Unterschiede der einzelnen Regionen zerfallen würden und die treibende Kraft für diese Entwicklung die drückenden Kosten der Sozialprogramme seien.

Ich gehe mal davon aus, dass hier immer noch alles nach Zeitplan läuft (Auseinanderbrechen der USA bis 2032; Loslösung Schottlands ab 2016) und die schottische Unabhängigkeit dazu beitragen wird, dem Britischen Pfund den Garaus zu machen. Die Schottische Nationalpartei (SNP) sagt, dass sie Pro-EU und auch für staatliche Wohlfahrtsprogramme sei. Wird das auch 2016 kollabieren? …“

Antwort: Ja, die Prognosen, die ich in Edinburgh präsentierte, haben weiterhin Bestand. Bitte denken Sie daran, dass das, was die SNP heute sagt, um zu gewinnen, nicht unbedingt das letzte Wort sein muss. Die Teilung von Schottland und Großbritannien wird nicht vor 2016 kommen, und dann wird auch die Weltwirtschaft auf Talfahrt übergehen.

Aktuell stützen allein die USA die Weltwirtschaft – ohne diese Stützung gibt es nicht viel, was die Politiker tun könnten, um die Wirtschaft aufrecht zu halten. Die Europäische Union wird dann sehr gewaltsam gegen ihre eigenen Bürger vorgehen. Hier stehen jetzt die Arbeitsplätze in Brüssel auf dem Spiel. Wird der Euro gekillt, geht auch die Rechtfertigung für ihre Jobs in Rauch auf. Sie werden ihre Stellen mit dem Blut der eigenen Bürger verteidigen, da sich die Entscheidungsträger aus historischer Sicht immer für diese Option entschieden haben.

Es gab immer nur ein Ziel – die Föderalisierung Europas. Letztlich glaube ich nicht, dass Schottland seine Unabhängigkeit an Brüssel abtreten wird, wenn die Wirtschaft erst einmal damit beginnt, richtig einzubrechen.

Und was das Auseinanderbrechen der USA anbelangt, warnen unsere Computermodelle nun bereits seit Jahrzehnten davor, dass es bei den Wahlen in 2016 zu einem drastischen Anstieg einer dritten politischen Kraft kommen wird. Es könnte sein, dass sich die Republikanische Partei abermals spaltet. Wir können derzeit einen internen Krieg mit der Tea-Party-Bewegung beobachten.

Und das ist auch der Kern des Auseinanderbrechens der USA – denn hinter diesem Konflikt verbergen sich unterschiedliche kulturelle und religiöse Auffassungen. Stürzt die Wirtschaft ab, wird sich diese Entwicklung beschleunigen.

Es scheint, als würde Hillary Clinton die US-Präsidentschaftskandidatin der Demokraten werden, und das würde die Spaltung der Republikaner nur noch weiter verfestigen. 2032 – also auf der anderen Seite der aktuellen 51,6-Jahreswelle – scheint sich eine völlig andere Welt aufzutun. Die USA werden auseinanderbrechen und China wird zum neuen Finanzzentrum des Planeten aufsteigen.

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