Dollar-Rally & Euro-Krise: Dollar-Anstieg beginnt; Zusammenbruch Europas ist nicht aufzuhalten

All diese Maßnahmen haben eins gemeinsam: Sie zielen alle darauf ab, dass die Deutschen für den Erhalt der Eurozone zahlen. Die deutschen Sparer und Steuerzahler werden gerade dazu gebracht, ihre Reparationszahlungen zu leisten. Die Deutschen begreifen bloß nicht, was hier gerade vonstattengeht

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 26.09.2014

Der vom Economic Confidence Model für den 03./04.09.2014 ausgewiesene Umkehrpunkt scheint die Trendumkehr bei den Kapitalflüssen getroffen zu haben. Der US-Dollar steigt, und das könnte sich noch in eine massive Rally verwandeln, die bei den Politikern für helle Aufregung und Chaos sorgen wird. Einige Politiker werden sogar wieder über Protektionismus diskutieren, da diese Vollidioten nie dazulernen.

Was Sie in diesem Zusammenhang begreifen müssen, ist, dass die Dollar-Rally notwendig ist, damit die US-Wirtschaft zwischen 2016 und 2020 einbrechen kann. Die US-Wirtschaft ist aktuell der einzige Wirtschaftsraum, der die Weltwirtschaft noch über Wasser hält. In Europa, Russland, China, Japan, Indien, Brasilien, Südafrika und allen anderen Ländern gibt es überhaupt kein Wirtschaftswachstum mehr. Und wenn zwischen China und Japan die ersten Schüsse fallen, können Sie dabei zuschauen, was für riesige Dollarkäufe allein an einem einzigen Tag stattfinden werden.

ecm-wave-2011-2020_01Die Zahl der Dollar-Hasser da draußen ist einfach nur atemberaubend. Diese Menschen begreifen nicht, dass die US-Staatsverschuldung von USD 17 Billionen vor dem Hintergrund von USD 30 Billionen an weltweiten Zentralbankreserven und Geldreserven der Staatsfonds keineswegs negativ, sondern vielmehr positiv ist. Wir haben es hier mit einem weltweiten Problem zu tun, und Europa hat sich dazu entschlossen, die Welt mit seiner gehirnamputierten Idee zu belasten, eine Einheitswährung ohne Einheitsregierung zu schaffen. Ups – jetzt ist es zu spät.

Dank Frankreich ist das Vertrauen jetzt weg. Frankreichs Traum, mit den USA zu konkurrieren und Amerika zu überholen – ja, dieser Traum wurde von Hollande vernichtet. Die Italiener würden sagen: „Arrivederci Francia!“

Und selbst Gold fällt seit der Trendumkehr des Economic Confidence Model. Das entscheidende Datum für Gold war der 15.09.2014, und an diesem Tag kam es zu einem Tief, was in der Tat eine Warnung ist, dass uns bei Gold niedrigere Preise erwarten. Der zweite Teil unseres aktuellen Gold-Berichts deckt Silber ab. In unserer aktuellen Analyse wird Silber in allen Währungen betrachtet. Überdies beschäftigen wir uns darin mit dem Gold/Silber-Verhältnis und liefern Preisziele wie auch Zeitziele für Gold und Silber. Im dritten Teil werden Platin, Palladium und Kupfer abgehandelt.

Die Gold-Promoter begreifen einfach nicht, dass es manchmal größere Themen gibt, die in Erwägung gezogen werden müssen – wie die Weltwirtschaft beispielsweise –, wenn man sich Gold und Silber anschaut.

Der Euro notiert aktuell bei dem Niveau von USD 1,27 und fällt schnell. Bei dem Preisniveau von USD 1,22 bis USD 1,23 verläuft eine wichtige Stützungszone. Ein Wochenschlusskurs unter USD 1,2244 wäre ein Warnhinweis, dass Europa auf massive Probleme zusteuert. Die bärische monatliche Umkehrmarke des Euros liegt aktuell bei USD 1,2552. Sollte der Monatsschlusskurs im September unter dieser Marke liegen, können Sie sich auf einen wilden November gefasst machen. Selbst ein Monatsschlusskurs unter USD 1.2978 wäre ein Abverkaufssignal für Europa.

Das Lied Arrivederci Roma von Dean Martin könnte schon bald Europas neuer Titelsong werden. So etwas kommt dabei herum, wenn man Rechtanwälten mit Ego-Problemen die Führung von Staaten überlässt … Wir brauchen normale Menschen, die diesen Schlamassel wieder in den Griff bekommen, bevor es zu spät ist.

Deutschland wird mit in den Abgrund gerissen

Wann wird der finale Abgesang auf den Verfall und Niedergang Deutschlands verfasst werden und in welchem Licht wird Angela Merkel dann dastehen? Wird man sich an sie wohlmeinend zurückerinnern oder wird man sie als Totengräberin in Erinnerung behalten?

Vor dem Hintergrund all der Kriegsrhetorik gegen Russland köchelt die europäische Finanzkrise weiter vor sich hin, und der Gestank dieses toxischen Gemischs fängt nun damit an, wahrnehmbar zu werden, während der Euro auf Talfahrt übergeht.

Die Europäische Zentralbank hält die Zinsen so stark unten wie noch nie in der Hoffnung, dass in einem Bankensystem, wo an der Kreditaufnahme niemand interessiert ist, irgendwie doch Kredite aufgenommen werden. Zu diesem Schlamassel kommt noch hinzu, dass die EZB plant, gefährliche forderungsbesicherte Wertpapiere aufzukaufen, um die Banken zu retten – aber es ist höchst zweifelhaft, ob damit überhaupt irgendetwas gerettet werden kann.

Merkel hofft, durch verschiedene Freihandelsabkommen neue Möglichkeiten zu eröffnen und einige weltweite Großkonzerne dazu zu bringen, die Lage zu retten. Dabei ignoriert sie, dass der Trend der Weltwirtschaft in Richtung Rezession weist. Sie betet also die falschen Götzen an. Keine ihrer Maßnahmen scheint irgendwelche Lichtblicke zu bieten, und die Last der deutschen Mittelschicht nimmt fortwährend weiter zu.

Die Europäische Union versucht nun in ihrer Verzweiflung, den ESM-Rettungsfonds dazu zu nutzen, die einbrechenden Wirtschaften in Südeuropa anzukurbeln. Und jetzt ist auch noch Frankreich pleite, und der Wirtschafts-Krebs frisst sich bis nach Deutschland durch, wodurch der Euro untergraben wird, da Deutschland das einzige verbliebene Land war, das die sterbende Währung ohne Nation noch gestützt hat.

All diese Maßnahmen haben eins gemeinsam: Sie zielen alle darauf ab, dass die Deutschen für den Erhalt der Eurozone zahlen. Die deutschen Sparer und Steuerzahler werden gerade dazu gebracht, ihre Reparationszahlungen zu leisten. Die Deutschen begreifen bloß nicht, was hier gerade vonstattengeht.

All diese Maßnahmen führen in Richtung des unvermeidlichen Zusammenbruchs und Niedergangs von Europa. Diejenigen, die sich gerne einreden, dass es keinen Crash geben wird, räumen zwar ein, dass wir es in Europa mit einem wirtschaftlichen Niedergang zu tun haben, gehen dann aber doch davon aus, dass die Lage am Ende irgendwie gerettet werden wird – sie können nur nicht erklären wie. Ein Blick in die Geschichte weist aber genau in die gegenteilige Richtung. Der Ausgang der aktuellen Krise kann nur dazu führen, dass alles in Schutt und Asche gelegt werden wird. Es ist eine Welle von Schumpeters Schöpferischer Zerstörung, die nicht aufgehalten werden kann.

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