US-Dollar, Gold, Rohstoffe & Co.: Der richtige Goldpreiseinbruch kommt erst noch!

David Tablish, Rambus1.com, 12.11.2014

Heute möchte ich mir mit Ihnen die Korrelation zwischen dem US-Dollar, dem Japanischen Yen und Gold anschauen. Die meisten Anleger wissen ja, dass ein steigender US-Dollar für den Rohstoff- und den Goldsektor in der Regel nichts Gutes zu bedeuten hat. Wenn der US-Dollar fällt, entwickeln sich Rohstoffe und der Edelmetallkomplex in der Regel ziemlich gut. Als der US-Dollar im Jahr 2000 sein Hoch ausbildete, begannen die Bullenmärkte bei Gold und den Rohstoffen, die bis ins Jahr 2011 anhielten. Seit diesem Zeitpunkt ist es beim US-Dollar zu sukzessiven Anstiegen gekommen.

Der nachfolgende langfristige US-Dollar-Chart auf Monatsbasis zeigt Ihnen das Hoch von 2000, das den Beginn des Goldbullenmarkts markierte. Auf der unteren rechten Seite des Charts sehen Sie das Chartmuster mit dem Titel Big Base 2 und dem Punkt Nr. 4 – dieser Punkt markiert das Hoch des letzten Goldbullenmarkts. Seit diesem Dollar-Tiefpunkt ist die Leitwährung kontinuierlich gestiegen, also seit 2011, was auch das Hoch für Gold und die meisten anderen Rohstoffe war.

Der US-Dollar befindet sich nun im dritten Monat seiner Ausbruchsbewegung aus Big Base 2. Big Base 2 ist ein Fraktal von Big Base 1. Und falls Sie sich fragen sollten, warum der US-Dollar in jüngster Zeit so stark gewesen ist, dann ist die Antwort darauf, weil er sich aktuell in einem echten Ausbruchsmodus befindet. Genauso sieht ein Ausbruchsmodus aus.

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Der nächste Chart ist ein wunderschöner langfristiger Monatschart des CCI-Rohstoffindexes, der uns zeigt, dass der Rohstoffbullenmarkt mit einem riesigen 3-Jahrestief seinen Anfang nahm. Die Chartologie des CCI ist einfach nur atemberaubend, da der Chart lehrbuchhaft veranschaulicht, wie ein echter Bullenmarkt aussieht. Wenn Sie sich die Konsolidierungsmuster anschauen, werden Sie sehen, dass sich diese in dieselbe Richtung wie der Gesamttrend bewegen – in diesem Fall in Richtung des Bullenmarkts. Das ist ein Markt, der direkt mit Ihnen kommuniziert. Der Markt sagt: Ich will höher, und zwar richtig!

Normalerweise entwickeln sich Korrekturmuster – wie beispielsweise eine Bullenflagge oder eine Keil-Formation – entgegen des Haupttrends, zumindest ist es das, was die Chartisten aus den Lehrbüchern entnehmen. Manchmal steht aber nicht alles, was man über Charttechnik wissen sollte, in den Büchern, sondern es gibt auch Dinge, die man nur über jahrelange Chartanalyse in allen erdenklichen Marktumfeldern lernen kann. Schauen Sie sich bitte an, wie das CCI-Hoch von 2001 zeitgleich zum Hoch des US-Dollars (obenstehender Chart) ausgebildet wurde. Ich hatte Ihnen auf dem obigen US-Dollar-Chart ja gezeigt, dass sich der Dollar derzeit in seinem 3. Monat des Ausbruchs aus Big Base 2 befindet, und der CCI-Chart zeigt, dass sich auch die Rohstoffe im 3. Monat ihres Ausbruchs aus dem großen blauen dreieckigen Konsolidierungsmuster befinden. Zufall?

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Der nächste Chart, den ich Ihnen zeigen möchte, ist der langfristige Goldpreischart auf Monatsbasis. Auf diesem Chart ist zu sehen, dass der Goldbullenmarkt mit einem dreijährigen Doppeltief seinen Anfang nahm, so wie es auch beim CCI-Index der Fall war. Noch einmal: Der CCI-Rohstoffindex und Gold bildeten beide in 2011 ihr Hoch aus und befanden sich seitdem in einem Bärenmarkt.

Doch im Gegensatz zum US-Dollar und dem CCI-Index befindet sich Gold jetzt erst in seinem zweiten Monat der Ausbruchsbewegung nach unten. Die meisten Leute können oder wollen auch die riesige Schulter-Kopf-Schulter-Formation nicht sehen, die bei der linken Schulter beginnt (der rote bullische aufsteigende Keil des Jahres 2010). Die große Nackenlinie beginnt beim Crash-Tief des Schulter-Kopf-Schulter-Konsolidierungsmusters von 2008 – von dort aus habe ich die Nackenlinie bis zur rechten Seite des Charts verlängert. Das Hoch der rechten Schulter habe ich ermittelt, indem ich von der Nackenlinie bis zum Hoch der linken Schulter bin – so erhält man oftmals die Höhe der rechten Schulter. Wie Sie sehen, wurde das Hoch der rechten Schulter durch die Symmetrie der Nackenlinie exakt vorweggenommen. Und nach einer sehr langen Wartezeit zeichnet sich nun der Ausbruch ab:

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Der nächste Chart ist ein langfristiger Wochenchart des Japanischen Yens, auf dem eine riesige Doppel-Schulter-Kopf-Schulter-Formation zu sehen ist, wobei die kleinere Schulter-Kopf-Schulter-Formation den Kopf eines viel größeren 6-jährigen Schulter-Kopf-Schulter-Hochs darstellt. Wir beobachten diesen Chart nun bereits seit Jahren mit sehr großem Interesse. Gegenwärtig interessiert uns vor allem der blaue bärische fallende Keil, der die rechte Schulter darstellt. Der grüne Kreis zeigt Ihnen den Ausbruchs- und Backtestprozess, bei dem der Kurs wieder bis zur Nackenlinie gestiegen ist, eine Entwicklung, die wir in Echtzeit mitverfolgten.

Die großen Muster brauchen immer länger, als man glaubt, bis ihre Entwicklung abgeschlossen ist, aber es lohnt sich, diese Ereignisse mitzuverfolgen, da man so den Ausbruch, den vollständigen Backtest und dann auch den Abwärtsimpuls erkennen kann. Die ganze Arbeit ist soweit abgeschlossen, was jetzt noch fehlt, ist der Abwärtsimpuls nach unten:

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Kommen wir nun zu unserem wichtigsten Hinweisgeber bezüglich der künftigen Goldpreisentwicklung. Wir haben das US-Dollar/Yen-Verhältnis beobachtet, um Aufschlüsse darüber zu erhalten, in welche Richtung sich Gold bewegen wird. Wenn das Verhältnis steigt, fällt Gold im Allgemeinen und umgekehrt. Es handelt sich dabei keineswegs um eine perfekte Wechselbeziehung, aber sie ist zumindest genau genug, um nicht dagegen zu wetten. Im Folgenden sehen Sie den Chart, der das USD/XJY-Verhältnis ausweist, und dort ist aktuell ein nahezu vertikaler Anstieg zu verzeichnen. Und das bedeutet, dass der US-Dollar den Yen derzeit um Längen aussticht.

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Der nächste Chart ist ein langfristiger Monatschart des US-Dollar/Yen-Verhältnisses, der bis ganz zu Anfang des Goldbullenmarkts in 2001 zurückreicht. Wie Sie sehen, fiel das Verhältnis den überwiegenden Teil des Goldbullenmarkts, bis auf gelegentliche Konsolidierungsperioden. Bitte schauen Sie sich an, wo das Verhältnis sein Tief ausbildete. 2011 – kommt Ihnen das bekannt vor? Ausgehend von diesem Tief ist das Verhältnis fortwährend gestiegen, während sich Gold gen Süden aufmachte:

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Wenn man die Märkte analysiert, muss man wie ein Privatdetektiv agieren und versuchen, alle erdenklichen Hinweise aufzuspüren, um den Fall zu klären, bevor man vor Gericht zieht bzw. im Falle der Märkte, bevor man kauft oder verkauft.

Der nächste Chart ist ein Kombinations-Chart, bei dem oben das US-Dollar/Yen-Verhältnis und unten der Goldpreis zu sehen ist. Auf den ersten Blick scheint dieser Chart nichts Besonderes zu sein, aber das Gegenteil ist der Fall. Wenn wir das Verhältnis mit dem Goldpreis vergleichen, stoßen wir auf einige interessante Dinge.

Die zwei roten Pfeile zeigen Ihnen, wo das Dollar/Yen-Verhältnis sein Tief und Gold sein Hoch ausgebildet haben. Zu jener Zeit konnte man noch nicht wissen, dass es sich dabei um das Ende des Goldbullenmarkts handelt, denn es hätte ja auch nur irgendeine Art von kurzfristiger Korrektur sein können.

Und genau das ist auch der Punkt, wo es richtig interessant wird. Schauen Sie sich bitte die riesige auf dem Kopf stehende Schulter-Kopf-Schulter-Formation des Verhältnisses an, die sich über einen Zeitraum von 2 Jahren entwickelt hat, während Gold seine Zugewinne konsolidierte, die es durch seinen fast schon parabolischen Anstieg auf das Hoch von 2011 erzielt hatte. Wie Sie sehen, brach das Verhältnis im November 2012 aus seiner riesigen auf dem Kopf stehenden Schulter-Kopf-Schulter-Formation aus, während sich Gold immer noch in einem rechteckigen Konsolidierungsmuster befand. Es gab also eine Zeitverzögerung von 5 Monaten, bevor Gold seinen finalen Ausbruch aus seinem riesigen rechteckigen Konsolidierungsmuster erlebte. Das Dollar/Yen-Verhältnis setzte uns also ganze 5 Monate vorher darüber in Kenntnis, dass bei Gold mit einem Einbruch zu rechnen ist, und genau das passierte dann auch.

Wenn wir uns die jetzige Preisentwicklung unter Anwendung derselben Prinzipien anschauen, stellen wir fest, dass das Dollar/Yen-Verhältnis im August aus seinem blauen Dreieck nach oben hin ausbrauch, während sich Gold nach wie vor in seinem eigenen blauen dreieckigen Konsolidierungsmuster befand. Der Verhältnis-Chart gab uns einen deutlichen Hinweis, womit bei Gold zu rechnen ist, und letztlich brach das gelbe Metall dann ja auch aus seinem blauen Dreieck aus. Es ist zwar nur der November, aber auf dem untenstehenden Linienchart auf Wochenbasis ist schon zu erkennen, dass Gold tatsächlich nach unten hin wegbrach und bereits einen kleinen Backtest durchführte, der bis zur unteren blauen Linie verlief. Der Ausbruch aus dem blauen Konsolidierungsmuster ist gerade einmal zwei Wochen her:

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Ich möchte Ihnen noch einen letzten Kombinations-Chart zeigen, bei dem wir uns das Dollar/Yen-Verhältnis und den Goldpreis auf einem langfristigen Monatschart anschauen. Bitte sehen Sie sich an, wie das Verhältnis während des Bullenmarkts fiel, als sich Gold immer weiter in die Höhe schraubte. Das Interessante ist, dass Gold das Verhältnis mit einem Vorlauf von rund 5 Monaten anführte. Als Gold dann aus seinem blauen bullischen fallenden Keil ausbrach, war das US-Dollar/Yen-Verhältnis immer noch damit beschäftigt, seine blaue Bärenflagge auszubilden.

Und wenn wir ins Zentrum des Charts blicken, sehen wir, dass das Verhältnis ein riesiges auf den Kopf stehendes Schulter-Kopf-Schulter-Tief ausbildete. Hätten wir damals gewusst, was wir heute wissen, hätten wir natürlich all unsere Gold und Goldminenaktien abverkauft, als das Schulter-Kopf-Schulter-Tief nach oben hin durchbrochen wurde und durch die Nackenlinie stieß. Und auch auf dem Monatschart brach das Dollar/Yen-Verhältnis im Oktober 2012 aus, während es Gold erst an dem berüchtigten Tag im April 2013 gelang, aus seinem riesigen rechteckigen Konsolidierungsmuster auszubrechen.

Auf dem Chart ist zu erkennen, dass Gold seinen Rückgang einleitete, als das Dollar/Yen-Verhältnis die Nackenlinie durchbrach, und trotzdem hatte man noch rund 5 oder 6 Monate Zeit, um sich auf den richtigen Ausbruch bei Gold vorzubereiten, der dann im April stattfand.

Und wenn wir uns die aktuelle Situation anschauen, sehen wir, dass das Verhältnis im August dieses Jahres ausbrach, was uns sagte, dass Gold aus seinem blauen Dreieck ausbrechen würde. Es war einzig eine Frage der Zeit. Der Verhältnis-Chart sagt heute voraus, dass Gold im Januar 2015 aus seinem Konsolidierungsmuster ausbrechen wird. Unsere Abonnenten wissen, dass der Ausbruch bei Gold heute bereits stattfindet. Das US-Dollar/Yen-Verhältnis gab uns einen frühzeitigen Hinweis, womit im Hinblick auf die Goldpreisentwicklung zu rechnen ist.

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Wenn man alle Puzzlesteinchen zusammenfügt, haben wir ein Modell vorliegen, das uns darüber Auskunft gibt, wie viel Zeit wir noch haben, bevor Gold einen großen Abwärtsschwung einleitet. Wer auf den nächsten Goldpreisrückgang nicht vorbereitet ist, dem wünsche ich alles Glück dieser Welt, da der nächste Rückgang genauso schlimm werden könnte wie der Crash von April 2013, der zahlreiche Anleger völlig unvorbereitet traf.

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