Lord Rothschild steigt ins Lagergeschäft für Edelmetalle ein

Strategische Beteiligungen der „Investmentbanker“ deuten auf den Beginn einer lang anhaltenden Goldhausse

Propagandafront.de, 22.06.2010

Wie in den britischen Medien bekannt wurde, ist Lord Rothschild jetzt mit EUR 15 Millionen ins Lagergeschäft für Edelmetalle eingestiegen und erwarb Anteile an der Internetplattform BullionVault. Das World Gold Council, eine aus Minenbetreibern bestehende Lobbygruppe, die nach eigenem Bekunden 60% der weltweiten Minenproduktion repräsentiert und deren Aufgabe es ist „die Nachfrage nach Gold zu stimulieren und aufrecht zu erhalten“, stieg ebenfalls bei der Firma ein.

BullionVault bietet seinen Kunden die Verwahrung physischer Edelmetalle in Lagerstätten in New York, London und Zürich an und wirbt aggressiv mit dem Systemuntergang. Auf der Seite von BullionVault beantwortet die Unternehmung die Frage „Warum BullionVault?“ unter Anderem so:

Sie sind von jeglichem Systemrisiko des finanziellen Systems abgetrennt. Sie haben Ihr Gold direkt und in physischer Form. Im Vergleich zu den meisten Investitionsprodukten kann der Bankrott keiner finanziellen Institution Ihr Gold beschlagnahmen. Wenn auch Lloyds, ViaMat und BullionVault Bankrott gehen sollten, bleibt ihr Gold sicher in Ihrem Eigentum.“ [Hervorhebungen hinzugefügt]

Abgesehen davon scheint BullionVault jedoch nicht versessen darauf zu sein, das Gold bei Eintreten „jeglichen Systemrisikos des finanziellen Systems“ dann auch auszuhändigen, weshalb darauf hingewiesen wird, „dass sich BullionVault nicht spezifisch an Kunden wendet, die Ihr Edelmetall physisch in Besitz nehmen wollen.“

Die Finanzierung des EUR 15 Millionen Anteils erfolgt über Augmentum Capital LLP, ein im Jahre 2009 gegründeter Fonds, der wiederum von RIT Capital Partners plc gestützt wird. Die Rothschilds halten rund 18% der Aktien an RIT Capital Partners plc.

Tim Levene von Augmentum Capital erklärt, dass es bei dem Einstieg bei BullionVault nicht darum gehe auf den Goldpreis zu setzen, sondern auf das „das künftige Wachstum der BullionVault-Plattform“.

Bleibt nur zu hoffen, dass von den EUR 15 Millionen auch etwas an die Webseitendesigner fließt, die Internetseite ist nämlich ultrahässlich, was aber „Investoren“, die ihre Edelmetalle bei Leuten aufbewahren wollen, die sie überhaupt nicht kennen, nicht weiter zu stören scheint.

BullionVault verwaltet aktuell rund EUR 646 Millionen an physischen Goldbeständen in den von ihnen offerierten Lagerstätten. Die Lagerbestände werden unter den Pseudonymen der Besitzer jeden Tag veröffentlicht. BullionVault hat mehr als 20.000 Kunden aus über 90 Ländern, wobei jeder Kunde im Schnitt Edelmetalle im Wert von EUR 35.000 durch die Firma einlagern lässt.

Die Bankendynastie der Rothschilds ist bereits seit Jahrhunderten eng mit dem Edelmetall- und Minengeschäft verwoben. Schon vor über 200 Jahren wusste Mayer Amschel Rothschild, der Gründer des Bankhauses, durch Münzen zu begeistern, die neben ihrem Edelmetallwert auch durch ihre numismatischen Besonderheiten überzeugten. Ebenso zählen Rothschild-Goldbarren heute immer noch zu den beliebtesten Sammlerobjekten der Goldjäger.

Investmentbanker, speziell wenn es sich dabei um einen der Rothschilds handelt, kennen die Investitionszyklen und regelmäßigen Verwerfungen des Fiat-Geldsystems natürlich wie keine andere Gruppe – also die echten Investmentbanker, nicht diese Vollidioten, über welche die ganze Zeit im Fernsehen berichtet wird und die uns bald werden mitteilen müssen, dass unsere Spareinlagen weg sind.

Carroll Quigley, der geistige Ziehvater des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton, welcher dem hochrenommierten Historikers für seine Lehrjahre so dankbar war, dass er sich in seiner Antrittsrede ausdrücklich bei ihm dafür bedankte, erklärte in seinem 1966 erschienen Buch mit dem Titel „Tragedy and Hope“, was die wirklichen Investmentbanker von den Marionetten unterscheidet, die man im Fernsehen sieht und die der Masse als Finanzinvestoren verkauft werden:

Die Macht der Investmentbanker über die Regierungen beruht auf einer Reihe von Faktoren, von denen der vielleicht bedeutendste die Notwendigkeit der Regierung ist kurzfristige wie auch langfristige Staatsanleihen herauszugeben…Als Experten für Staatsanleihen besorgten die internationalen Banker nicht nur die notwendigen Vorschüsse, sondern berieten auch Regierungsbeamte und platzierten ihre eigenen Mitglieder in vielen Fällen für verschiedene Zeiträume in offizielle Positionen um spezielle Probleme zu klären….

Die Namen einiger dieser Bankenfamilien sind uns allen sehr bekannt…Dazu gehören Raring, Lazard, Erlanger, Warburg, Schroder, Seligman, die Speyers, Mirabaud, Mallet, Fould und vor allem Rothschild und Morgan. Selbst nachdem diese Bankenfamilien sich während der Entwicklung des Finanzkapitalismus voll an der inländischen Wirtschaft beteiligten, unterschieden sie sich jedoch weiterhin auf ganz bestimmte Weise von gewöhnlichen Bankern: (1) sie waren Kosmopoliten und international; (2) sie waren eng mit den Regierungen verbunden und beschäftigten sich im Besonderen mit Fragen der Staatsschulden, auch mit ausländischen Regierungsschulden, selbst in Gegenden, welche auf den ersten Blick als schlechtes Risiko erscheinen, wie Ägypten, Persien, die ottomanische Türkei, das imperiale China und Lateinamerika; (3) ihr Interesse galt nahezu ausschließlich Anleihen und sehr selten Waren, da sie die ´Liquidität` verehrten und Engagements bei Waren oder sogar Immobilien als ersten Schritt in Richtung Bankrott erachteten; (4) sie waren dementsprechend fanatische Verehrer der Deflation (was sie aufgrund des engen Zusammenhangs mit hohen Zinssätzen und einem hohen Wert des Geldes als „solides“ Geld bezeichneten) und des Goldstandards, der in ihren Augen diese Werte symbolisierte und gewährleistete; und (5) sie waren fast ebenso stark der Geheimhaltung und der geheimen Verwendung finanziellen Einflusses im politischen Leben zugetan….

Zur rechten Zeit brachten sie die als Handelsbanken, Sparkassen sowie Versicherungsfirmen organisierten provinziellen Bankzentren in ihr Finanznetzwerk, um all dies zu einem einzigen Finanzsystem internationalen Ausmaßes umzugestalten, welches die Menge und den Fluss des Geldes manipulierte, so dass sie dadurch in der Lage waren auf der einen Seite Regierungen und auf der anderen Seite die Wirtschaft zu beeinflussen, wenn nicht sogar zu kontrollieren. Die Leute, die dies taten, schauten zurück auf das Zeitalter der dynastischen Monarchien, wo sie ihre eigene Wurzeln hatten, beseelt Dynastien internationaler Banker zu schaffen, wobei sie mindestens so erfolgreich waren wie die Dynastien politischer Herrscher…“ [Hervorhebungen hinzugefügt]

Quigley muss es wissen. Als einer der angesehensten Historiker und Geschichtsprofessoren des globalistischen Establishments hatte ihn der Council on Foreign Relations, die Schwesterorganisation des Royal Institute for International Affairs (der wahrscheinlich mächtigsten Denkfabrik Europas), exklusiv für mehrere Jahre in die Archive gelassen um die Daten historisch aufzuarbeiten.

Die Beteiligung des Investmentbankers Jacob Rothschild bei BullionVault deutet darauf hin, dass man in den nächsten Jahren mit einer massiven und lang anhaltenden Goldhausse zu rechnen scheint. Wie anhand der von Quigley so eindringlich beschriebenen Vorgehensweise der Investmentbanker deutlich wird, kann es sich bei dem Erwerb von Edelmetallplattformen praktisch nur noch um Abschlussarbeiten handeln. Sie kaufen sich ja schließlich auch nicht zuerst einen Sattel, bevor sie sich ein Pferd zulegen.

Angesichts der Tatsache, dass zahlreiche Indikatoren für eine weitere Verschärfung der Finanz- und Wirtschaftskrise sprechen, empfiehlt der Autor den physischen Erwerb von Edelmetallen im Rahmen einer individuell ausgestalteten Krisenvorsorge. Mit dem Erwerb von physischen Silber und Gold haben Sie eine Möglichkeit Ihre Ersparnisse – und mögen sie auch recht bescheiden sein – vor dem Zusammenbruch des Papiergeldsystems zu schützen.

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