Bericht: US-Banken waschen Gelder für den mexikanischen Drogenkrieg
Ein neuer Investigativbericht enthüllt, dass US-Banken eine bedeutende Rolle beim mexikanischen Drogenhandel spielen und erlauben, dass ihre Institute in einem Drogenkrieg, bei dem in den vergangenen vier Jahren mehr als 22.000 Menschen ums Leben kamen, zur Geldwäsche benutzt werden.
Laut einem Artikel in der August 2010 Ausgabe der Zeitschrift „Bloomberg Markets“ stehen Bank of America und Wachovia mit der Wäsche von Drogengeldern in Verbindung, mit denen dann Jets zum Zwecke des Drogenschmuggels gekauft wurden.
Der von Michael Smith verfasste Artikel berichtet über die Beschlagnahmung eines DC-9 Jets auf einem mexikanischen Flughafen im Jahre 2006, als man entdeckte, dass er Kokain im Wert von USD 100 Millionen geladen hatte. Ermittler fanden heraus, dass die Drogenschmuggler den Jet mit Geldern erworben hatten, das über Bank of America und Wachovia, welche 2008 von Wells Fargo aufgekauft wurde, gewaschen wurde.
Smith schreibt:
„Das war kein Einzelfall. Es stellte sich heraus, dass Wachovia es sich zu Eigen gemacht hatte den mexikanischen Drogenschmugglern bei den Bewegungen von Geldern zu helfen. Wells Fargo & Co., die Wachovia im Jahre 2008 erwarben, räumte vor Gericht ein, dass ihre Abteilung es versäumte mutmaßliche Geldwäsche von Drogenschmugglern zu überwachen und zu melden – darunter auch Gelder, die verwendet wurden um vier Flugzeuge zu kaufen, die insgesamt 22 Tonnen Kokain transportierten.“
Bloomberg gelangte an die Kopie einer im März unterzeichneten Vereinbarung zwischen den Strafverfolgerung und Wachovia, worin die Bank eingesteht, dass sie nicht genug getan hatte um die Geldwäsche zu beobachten, worunter auch USD 378 Milliarden fallen, die zwischen 2004 und 2007 von mexikanischen Geldwechselstuben zu ihren Filialen transferiert wurden.
„Die Untersuchung identifizierte mindestens USD 110 Millionen an Drogengeldern, die über bei Wachovia gehaltene Konten geschleust wurden.“ so die Vereinbarung.
Bloomberg zitierte den Bundesstaatsanwalt Jeffrey Sloman mit den Worten: „Wachovias unverhohlene Verachtung unserer Bankengesetze gab den internationalen Kokainkartellen bei der Finanzierung ihrer Operationen buchstäblich freie Hand.“
Wachovia stimmte zu USD 160 Millionen zu zahlen, damit der Gerichtsfall beigelegt und die Anklagepunkte fallen gelassen würden, ein Schritt, den Sloman als „historisch“ bezeichnete.
Bloomberg berichtete ebenfalls, dass ein frühere Geschäftsführer bei Wachovia, der für die Antigeldwäscheabteilung die Verantwortung trug, „die Bank angewidert verließ“, nachdem Manager seine Berichte über in der Bank gewaschene Drogengelder ignorierten.
„Wenn man keinen Zusammenhang zwischen der Geldwäsche von Banken und den 22.000 getöteten Menschen in Mexiko erkennt, dann hat man die Sache nicht begriffen.“ so Woods.
Laut Bloomberg stehen die in Großbritannien ansässige HSBC und Bank of America mit den Geldwäschemachenschaften in Beziehung.
„Drogenhändler nutzten Konten bei Bank of America in Oklahoma City um damit drei Flugzeuge zu kaufen, die 10 Tonnen Kokain transportierten, so mexikanische Gerichtsakten.
Bundesagenten ergriffen Menschen, welche für die mexikanischen Kartelle arbeiteten und illegal Gelder auf Konten von Bank of America in Atlanta, Chicago und Brownsville deponierten. Die mexikanischen Drogenhändler benutzten Frontfirmen um Konten bei Europas größter Bank, der in London ansässigen HSBC Holdings Plc, zu eröffnen, wie eine Untersuchung des mexikanischen Finanzministeriums herausfand.“
Die mit Drogen in Zusammenhang stehende Gewalt ist in den letzten Jahren entlang der US-amerikanisch/mexikanischen Grenze völlig außer Kontrolle geraten. Die am Rio Grande gelegene mexikanische Stadt Juarez, die durch vier Brücken von der texanischen Stadt El Paso getrennt ist, hatte alleine in diesem Jahr über 700 Morde zu verzeichnen. Zu Anfang dieser Woche kamen bei einem „Zusammenstoß“ miteinander rivalisierender Drogengangs 21 Menschen ums Leben.
Die Gewalt hat nun sogar damit begonnen in die mexikanische Politik vorzudringen. Alleine innerhalb der letzten zwei Wochen gab es drei mit Drogen in Verbindung stehende Morde an Regierungsvertretern. Am Mittwochnachmittag wurden ein Bürgermeister und ein Stadtrat getötet. Stunden später ermordete man den stellvertretenden Generalstaatsanwalt des Bundesstaates Cihuahua. Das jüngste Verschwinden eines früheren Präsidentschaftskandidaten führte zu Spekulationen, welche dieses Vorkommnis mit dem Drogenkrieg in Verbindung bringen.
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