Fiatwährungen in der Abwärtsspirale – Gold wird als Sieger hervorgehen

Nur physische Gold- und Silberanlagen werden im globalen Abwertungskrieg der Papiergeldwährungen bestehen

The Economic Collapse, 28.09.2010

2010 verfügt jedes Land mit einer schwachen Währung über einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil im Welthandel. Eine schwache Währung bedeutet, dass die durch ein Land produzierten Waren und Dienstleistungen für andere Länder kostengünstiger zu haben sind. Daher werden die anderen Länder auch mehr dieser Produkte und Dienstleistungen einkaufen.

Wenn die Exporte ansteigen, steigt auch die Beschäftigungszahl und es kommt zu einem vermehrten Vermögenszustrom in das Land. Oder aber der Wert einer Landeswährung steigt, die Exporte sinken, die Arbeitslosigkeit zieht an und weniger Vermögen kommt ins Land. Daher sind nun immer mehr Exportnationen auf der ganzen Welt fest dazu entschlossen ihre Landeswährungen stark abzuwerten – eine Maßnahme, mit der sie versuchen sich einen Wettbewerbsvorteil im Welthandel zu sichern.

Im Grunde genommen erleben wir hier einen Abwärtswettlauf unter den Währungen dieser Welt. Immer wenn eine Nation ein wenig mehr vom Kuchen des Welthandels abhaben möchte, drückt sie den Wert ihrer Währung wieder ein klein wenig weiter nach unten. Doch wer ist der Gewinner des Ganzen? Nun ja, die Beantwortung dieser Frage ist recht einfach: Gold, Silber und andere Edelmetalle werden hier weiterhin als Gewinner hervorgehen, während die Fiatwährungen überall auf der Welt ihre Abwertung fortsetzen.

Viele Jahre lang gab es nur sehr wenige Länder, die in aller Öffentlichkeit ihre Landeswährungen manipuliert haben, aber nun fangen die Währungsthemen damit an zu Titelstorys zu werden und die Spannung lädt sich immer weiter auf. Die große Importländer beginnen über den Umstand zu grollen, dass sie durch all diese Währungsmanipulationen zu Boden gebracht werden, und die großen Exportländer sind fest dazu entschlossen ihre wirtschaftlichen Zugewinne, die sie durch ihre Währungsmanipulationen erzielt haben, nicht wieder herzugeben.

In den letzten Monaten hat ein Land nach dem anderen Maßnahmen zur Abwertung der Landeswährung ergriffen. Jedes Mal, wenn eine weitere Währung abwertet, scheinen die Feindseligkeiten im Welthandel weiter anzuwachsen.

Brasiliens Finanzminister war jüngst sogar außerordentlich ehrlich bezüglich der Tatsache, dass sich die Länder auf der ganzen Welt gegenwärtig an einem sehr offenen „internationalen Währungskrieg“ beteiligen: „Wir befinden uns inmitten eines internationalen Währungskrieges, einer allgemeinen Währungsabschwächung.“

Und wo wird dies alles enden? Einige sagen die Antwort wäre die Einführung einer Weltwährung, aber wollen wir lieber hoffen, dass dies nie eintritt, da es das Ende der wirtschaftlichen Souveränität eines jeden Landes auf dem Planeten bedeuten würde.

Wieder andere meinen, die Antwort läge darin, dass die übervorteilten Nationen aufstehen und verkünden sich dies nicht länger gefallen zu lassen. Das vielleicht deutlichste Beispiel hierfür ist, was China mit den Vereinigten Staaten treibt. In meinem Artikel mit dem Titel „Währungskrieg“ schrieb ich darüber, welche Auswirkungen die Währungsmanipulation der chinesischen Regierung auf den Handel zwischen den USA und China hat:

„China hat den Wert seiner eigenen Währung seit Jahren künstlich niedrig gehalten und obwohl China sogar einige kleine Veränderungen in Richtung einer frei fluktuierenden Währung vorgenommen hat, ist der Renminbi aktuell immer noch ziemlich stark an den US-Dollar gekoppelt. Man geht davon aus, dass die chinesische Regierung ihre Währung aktuell 40% unter dem eigentlichen Wert hält. Das ist im Grunde genommen eine Subventionierung der chinesischen Exporteure.“

Indem die Chinesen ihre Währung auf einem derart niedrigen Niveau an den US-Dollar koppeln, ist China in der Lage den US-Markt mit unglaublich billigen Gütern und Dienstleistungen zu überfluten. Das hat jedoch zu einem gigantischen Ungleichgewicht bei der Handelsbilanz geführt. Für jeden US-Dollar, den die Chinesen heute für US-amerikanische Waren und Dienstleistungen ausgeben, kaufen die Amerikaner im Gegenzug Waren und Dienstleistungen im Wert von USD 3,90. Die Arbeitsplätze und das Vermögen der USA werden in fast unvorstellbarer Geschwindigkeit Richtung China transferiert.

Die Chinesen wissen, dass, wenn sie den Wert ihrer Währung bedeutend ansteigen lassen, dies verheerende Auswirkungen auf ihre eigene Wirtschaft hätte. Der chinesische Premierminister Wen Jiabao wurde jüngst in der britischen Zeitung Telegraph bezüglich der Fragestellung zitiert, was passieren würde, wenn der Wert der chinesischen Währung bedeutend anstiege: „Ich kann mir nicht vorstellen, wie viele chinesische Fabriken bankrott gehen werden, wie viele chinesische Arbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren werden.“

Stattdessen gehen dann die amerikanischen Fabriken pleite und Millionen amerikanische Arbeiter werden auf die Straße gesetzt. Ist das etwa fair?

Unterdessen sind weltweit weitere Länder fleißig damit beschäftigt ihre Währungen abzuwerten. Japan hat beispielsweise jüngst USD 12 Milliarden in die Währungsmärkte gepumpt um den Yen abzuwerten. Ähnliche Schritte wurden seitens der Schweizer Nationalbank eingeleitet, die in dem Versuch, den Schweizer Franken vor einem rasanten Aufstieg zu bewahren, bereits Verluste in Höhe von rund USD 15 Milliarden machte.

Es handelt sich hier wahrhaftig um einen Abwärts-Wettlauf. Und wer profitiert davon? Gold, Silber und andere Edelmetalle natürlich. Gold hat jüngst die USD 1.300 Marke pro Feinunze übersprungen. Silber ist förmlich explodiert.

Jedes Mal, wenn bei Gold und den anderen Edelmetallen ein kleiner Preisrückgang zu verzeichnen war, haben Exportländer wie China und Indien kräftig nachgekauft. Sie sind es leid unüberschaubare Beträge von US-Dollars aufzutürmen und streben nach Diversifikation und in Richtung handfester Werte.

Der Trend in Richtung Gold und anderer Edelmetalle ist so heiß, das eine deutsche Firma, die Goldautomaten installiert, nun Pläne angekündigt hat, die Geräte innerhalb dieses Jahres auch in den Vereinigten Staaten einzuführen. Es scheint gegenwärtig so, als wollte jeder Gold haben.

Es ist aber nicht so, dass Gold nun mehr wert wäre als früher, sondern Gold entzieht sich vielmehr der Abwertung der ganzen weltweiten Fiatwährungen. Jetzt ist bestimmt nicht die Zeit um an Papierwährungen zu glauben, ganz besonders dann nicht, wenn es sich um den US-Dollar handelt. Der Dollar ist bereits bedeutend eingebrochen, obwohl die Federal Reserve noch nicht einmal mit der nächsten Runde der quantitativen Lockerung begonnen hat.

Wenn es wirtschaftliche Probleme in einem Land gibt, ist es immer eine der einfachsten Lösungen mehr Papiergeld in die Wirtschaft zu pumpen. Mehr Papiergeld gibt den Menschen etwas in die Hand, was sie ausgeben können, und regt die Wirtschaftsaktivität an. Wie oben bereits angemerkt, hilft es den Exporten und es hilft den Menschen wieder in Arbeit zu kommen. Natürlich wird dadurch der Wert der Währung zerstört, aber dazu kommen wir gleich.

Aktuell sind Abermillionen Amerikaner arbeitslos, während zur selben Zeit Millionen Eigenheime in die Zwangsvollstreckung gehen und die Armutsstatistiken buchstäblich in unerforschte Territorien aufsteigen. Vor diesem Hintergrund ist es für die Washingtoner Politiker außerordentlich verführerisch sich einfach noch mehr Papiergeld zu leihen und es in die Wirtschaft zu pumpen, um so zu versuchen die Dinge wieder zum Laufen zu bringen.

Jetzt stehen jedoch die US-Zwischenwahlen an und die Tea Party hat bereits dermaßen Krawall gegen die Regierungsschulden geschlagen, dass es aktuell keine großen Ambitionen für weitere „Konjunkturpakete“ gibt. Die Wahrheit ist natürlich, dass „Konjunkturpakete“ niemals irgendeins der langfristigen Probleme lösen können. In Wirklichkeit versetzt man unsere Wirtschaft damit lediglich in einen kurzfristigen „Rausch“ und sorgt so für eine weitere Verschärfung der langfristigen Schuldenprobleme.

Es ist nun aber auch nicht so, als wäre die US-Regierung aktuell nicht doch heimlich an krummen Touren beteiligt. Am Freitag gaben Regulierer der Bundesbehörden bekannt, dass man den Kreditgenossenschaften des Landes Rettungsgelder in Höhe von USD 30 Milliarden zur Verfügung stellt. Eine weitere Rettung? Das ist doch genau das, was die US-Wirtschaft braucht…Aber allgemein lässt sich sagen, dass die Regierung aktuell keine großen Sonderausgabeprogramme aufgelegt hat.

Die Federal Reserve kann jedoch auch ganz ohne Unterstützung des Kongresses jederzeit mehr Papiergeld in das Wirtschaftssystem pumpen. Unter dem Deckmantel der „quantitativen Lockerung“ schafft die Federal Reserve Geld aus dem nichts und pumpt es dann in die Wirtschaft, indem sie US-Schatzanweisungen, hypothekarisch besicherte Wertpapiere oder irgendwelchen anderen Kram erwirbt.

Wird die Federal Reserve diese Maßnahmen in nächster Zeit einleiten? An der Wall Street gibt es jede Menge Gerüchte, die besagen, dass die quantitative Lockerung genau das ist, was die FED als nächstes tun wird, und dass diese Maßnahmen gigantisch sein werden. Natürlich würde es durch die quantitative Lockerung wahrscheinlich zu einer kurzfristigen Belebung der US-Wirtschaft kommen, aber es würde dem Wert des US-Dollars auch massiv Schaden zufügen.

Umso mehr Dollars ins System gepumpt werden, umso weniger ist auch jeder dieser existierenden Dollars wert. Das nennt sich Inflation und ist eine versteckte Steuer, die bei uns allen erhoben wird.

Man kann es auch so verständlich machen: Wenn man heute USD 5 beiseite legt in der Erwartung, dass man sich dafür in drei Jahren zwei Laibe Brot kaufen kann, wird man nach Ablauf dieser drei Jahre unglaublich enttäuscht sein, da ein Laib Brot dann bereits USD 5 kostet und man für dasselbe Geld nur noch ein Brot bekommt. Wenn die Kaufkraft des Dollars abnimmt, ist das eine Steuer auf jeden einzelnen Dollar in jeder einzelnen Geldbörse und auf jedem einzelnen Bankkonto in den gesamten Vereinigten Staaten.

Seit 1913 hat der US-Dollar über 96% seines Wertes verloren. Bedauerlicherweise wird die Rate der Kaufkraftentwertung in den kommenden Jahren immer weiter ansteigen, da zunehmende Berge an Papiergeld benötigt werden um unser Finanzsystem am Leben zu halten.

Wenn Sie also in den Nachrichten hören, dass die Federal Reserve angekündigt hat weitere Maßnahmen der „quantitativen Lockerung“ einzuleiten, sollten Sie vielleicht auf Ihre Geldbörse aufpassen, weil Sie als nächstes zusätzlich besteuert werden. Ihre Dollars werden immer noch im Portemonnaie sein, sie werden damit nur nicht mehr so lange reichen, wie sie es gewohnt waren.

In unserem verdorbenen globalen Wirtschaftssystem, das unsere Politiker schufen, müssen die USA den Dollar immer weiter abwerten, wenn die Fabriken, Arbeitsplätze und das Vermögen nicht noch schneller verloren gehen sollen. Wie krank ist das eigentlich?

Vertrauen Sie daher keinesfalls dem US-Dollar, denn dieser wird letztendlich abstürzen.

Weitere Artikel zu diesem Thema


  • Ron Paul: Legalisierung konkurrierender Währungen
  • Nur Gold und Silber, nicht Papiergeld, können laut Verfassung gesetzliche Zahlungsmittel sein. Stattdessen ist es illegal bei Geschäften Gold und Silber anstelle von Federal Reserve Banknoten zu verwenden.
  • Währungskrieg im Anmarsch
  • Sind Sie bereit für einen Währungskrieg? Besser Sie schnallen sich langsam an, denn die Dinge fangen an interessant zu werden. Diese Woche feuerte Japan etwas ab, was man vielleicht als das Eröffnungsfeuer einer neuen Runde an Währungskriegen bezeichnen könnte ,und intervenierte das erste Mal seit 2004 wieder öffentlich im Devisenmarkt.
  • Quantitative Lockerung: Der größte Raubzug aller Zeiten
  • Die US-Notenbank Federal Reserve bereitet sich gerade darauf vor eine weitere gigantische Rettungsaktion bei den Großbanken durchzuführen, doch wird dieses Mal so gut wie niemand in den Massenmedien den Begriff „Rettung“ verwenden, weshalb das amerikanische Volk darüber auch wesentlich weniger verärgert sein wird.
  • Ron Paul: Inflationsängste sorgen für wilde Flucht ins Gold
  • Während die großen Akteure bei diesen Währungsspielchen allesmögliche auseinanderklamüsern, sind die Menschen, die am meisten darunter zu leiden haben, die Sparer, Arbeiter und jene mit festen Einkommen, da sie mit ihrem Geld immer weniger kaufen können. Täuschen Sie sich nicht – die FED und das US-Finanzministerium treiben hier Spielchen mit unserem Geld
  • Fiatwährungen werden sturmreif geschossen – Zugewinne von Gold & Silber in 2010
  • „Die…verschiedenen Fiatpapierwährungen…sind kein Geld. Sie sind schlechte Speicher des Werterhalts, da sie den Wert der Kaufkraft nicht erhalten und ihn auch langfristig nicht erhalten werden. Wir sagen voraus, dass ihr Wert weiterhin fallen wird, dass mit ihrem Nominalwert einfach immer weniger gekauft werden kann…“