Foreclosuregate: Kennen Sie Linda Green?

Kennen Sie eigentlich Frau Linda Green? Wie sich im Rahmen der zahlreichen massiven Betrugsvorwürfe im größten Skandal der US-Hypothekenbranche aller Zeiten herausstellte, hat sich eine einzige Person, Frau Linda Green, als Geschäftsführerin von Bank of America, Wells Fargo, U.S. Bank, Citigroup und dutzenden weiteren Kreditgebern ausgegeben und hunderttausende Hypotheken- und Zwangsvollstreckungsurkunden unterzeichnet

Propagandafront.de, 15.10.2010

Der monströse Foreclosuregate-Zwangsvollstreckungsskandal zieht immer weitere Kreise und droht die gesamte US-Hypothekenbranche und die weltweiten Volltrottel, die MBS-Derivate (hypothekarisch besicherte Wertpapiere) aus den USA kauften, in den Abgrund zu reißen. Mittlerweile ermitteln bereits alle Generalstaatsanwälte der US-Bundesstaaten und der US-Kongress verlangt ebenfalls eine Untersuchung. Zahlreiche Banken haben ihre Zwangsvollstreckungsmaßnahmen in den USA vollständig oder zum Teil ausgesetzt.

Die Vorwürfe in diesem Riesenskandal reichen von „Roboter-Unterschriften“, bei denen hunderttausende von Zwangsvollstreckungsanträgen und Hypothekenurkunden von „Friseuren“ und „Wall Mart Angestellten“ unterzeichnet wurden, über „fehlende“ Dokumente bis hin zu einer vollständigen Verwischung der Eigentümerkette, da nach der Bündelung und Verbriefung zig tausender dieser Hypotheken zu hypothekarisch besicherten Wertpapieren sowie deren im Nachgang weltweit erfolgten scheibchenweisen Verkauf nun kaum noch nachvollziehbar und vor allem rechtskräftig belegbar ist, wem die einzelne Hypothek denn nun in Wirklichkeit gehört.

Aktuell macht eine neue Glanzleistung der verbrecherischen Bankster die Runde. Ihr Name ist Linda Green. Wie die US-amerikanischen Medien nun melden, hat sich Linda Green über Jahre als Geschäftsführerin von Bank of America, U.S. Bank, Wells Fargo, Citigroup, MERS sowie dutzender weiterer Finanzorganisationen und Hypothekengeber ausgegeben und hunderttausende von Hypothekenurkunden, Abtretungserklärungen sowie Zwangsvollstreckungsanträge unterzeichnet. Dabei scheint es so zu sein, dass ihre Unterschrift ebenfalls massenhaft gefälscht wurde.

Die Internetseite StopForeclosureFraud.com hat eine Bilddatei angefertigt, wo sich einige der Beispiele von „Linda Greens“ Unterschrift finden:

Zum Vergrößern anklicken.

Bei den Gerichten liegen auch zahlreiche notariell beglaubigte Abtretungserklärungen von Linda Green vor, wo man vergaß die Felder auszufüllen und noch der Arbeitshinweis „erlogener Abtretungsempfänger“ anstelle des Namens irgendeiner Person zu finden ist.

Die auf Zwangsvollstreckungen spezialisierte Rechtsanwältin Lynn E. Szymoniak, die selbst auf zahlreiche von Green unterzeichnete Urkunden stieß, schreibt dazu:

„Greens ´Unterschrift` erscheint auf HUNDERTTAUSENDEN Hypothekenabtretungen – als Mitarbeiterin für mindestens 20 verschiedene Banken und Hypothekenfirmen.

Die Gesamtsumme von 500 ´Linda Green` Hypothekenabtretungen beläuft sich auf USD 126.956.912 oder auf rund USD 125 Millionen für jeweils 500 Abtretungen. Die durch Greens Arbeitgeber, das DocX Büro in Alpharetta im US-Bundesstaat Georgia, versandten Hypothekenabtretungen beliefen sich auf 2.000 Stück pro Tag.

Das entspräche 4 x USD 125 Millionen oder USD 500 Millionen pro Tag. Angenommen DocX arbeitete 5 Tage die Woche und 51 Wochen im Jahr (also abzüglich Urlaub), dann erstellte das Büro an 255 Tagen im Jahr Abtretungserklärungen. Es ist daher wahrscheinlich, dass die Linda Green/DocX-Crew in 2009 Hypothekenabtretungen in Höhe von USD 127,5 Milliarden vorbereitet und ausgefüllt hat.“

Und dabei hätte für die Bankster alles so schön sein können, denn DocX ist ein für Politiker und Banken herausragend geeigneter Dienstleister. Der Generalstaatsanwalt von Florida ermittelt bereits eifrig in diesem Fall. Die Firma bietet unter Anderem die folgenden Dienstleistungen an:

Die Internetseite „naked capitalism“ merkt bezüglich des Leistungsspektrums von DocX an:

„Dort finden sich nicht nur die Preise für die Erstellung, was das Fabrizieren von frei erfundenen Urkunden bedeutet, schauen Sie auch auf den Gesamtumfang. Die vollständige Kreditakte besteht aus ALLEN Urkunden, die der Treuhänder (oder der Sachverwalter als Vertreter des Treuhänders) benötigt, um seinen Verpflichtungen unter den Regelungen des Zusammenschluss- und Dienstleistungsvertrages gegenüber dem Halter des hypothekarisch besicherten Wertpapieres nachzukommen. Das bedeutet am wichtigsten der Schuldschein des Hypothekennehmers (IOU), Kopien der Hypothek (das Pfandrecht auf die Immobilie), die Verbriefungsvereinbarung und die Rechtstitelversicherung.“

Beim Foreclosuregate-Zwangsvollstreckungsskandal ist Linda Green jedoch nur eine ganz kleine Nummer, die Schwanzspitze des Elefanten sozusagen. In der gesamten US-Hypothekenbranche wurde in den vergangenen 10 Jahre ein Höchstmaß an krimineller Energie an den Tag gelegt. Washington´s Blog schreibt dazu:

„Tatsächlich gab es auf jeder Ebene des Hypothekenverfahrens Betrug. Die großen Banken schlossen absichtlich Verträge mit Kreditnehmern, die nicht über ausreichend Vermögen und Einkommen verfügten, warfen die dazugehörigen Urkunden dann weg, weil diese den Betrug bewiesen hätten, sackten die Kreditgebühren ein, erhielten kurzfristig Zahlungen, bevor all den neuen Kreditnehmern das Geld ausging, und wuschen die schlechten Kredite dann mit verbrieften Finanzinstrumenten, um sie irgendwelchen Idioten weiterzuverkaufen.

Die Banken schufen eine zwischengeschaltete Stelle namens ´MERS` um all die Urkunden zu halten, ein Versuch, die Banken rechtlich abzuschirmen. Aber die Gerichte erklärten, dass diese Methode nicht anerkannt wird und MERS nicht über den Rechtsanspruch verfügt in Häuser zu vollstrecken…

Und dann gibt es noch den gesamten Foreclosure-Skandal, wo die Banken Urkunden fälschten und zurückdatierten, ein Versuch, beweisen zu können, dass sie berechtigt sind die Zwangsvollstreckung einzuleiten. Das ist der Teil, der sich aktuell in den Nachrichten befindet. Da der Betrug jedoch auf jeder Ebene dieses Prozesses stattfand – von der ursprünglichen Hypothek und dem Kreditantrag, über die Verbriefung, über MERS bis hin zu den Zwangsvollstreckungen – hat man es hier insgesamt mit einem Betrugssystem zu tun und nicht nur mit fehlerhaften Papierkram.“

MERS, das elektronische Hypothekenregistrierungssystem der US-Hypothekenwirtschaft, ist eine von den US-Bankstern erstellte Frontfirma, die überhaupt keine Angestellten hat, aber rund 60% aller US-Hypotheken hält. MERS hat aktuell gigantische Probleme am Hals. The Economic Collapse berichtete dazu am 11.10.2010:

„Im Zentrum der Kontroverse um den Besitzanspruch steht MERS, das elektronische Hypothekenregistrierungssystem. MERS hat seinen Sitz in Reston im US-Bundesstaat Virginia und wurde von der Hypothekenbranche ins Leben gerufen, um es den großen Finanzfirmen zu ermöglichen in Höchstgeschwindigkeit Hypotheken zu verbriefen und weiterzureichen. MERS ermöglichte es diesen großen Finanzfirmen, jedes Mal, wenn eine Hypothek weiterverkauft wurde, einen Großteil des lästigen Ausfüllens von Formularen und die Übermittlung von Neuanmeldegebühren zu umgehen.

Aber nun sieht sich MERS mit einigen sehr ernsten rechtlichen Problemen konfrontiert. In einem kürzlich erschienen Artikel der Zeitschrift Businessweek wird die Situation so beschrieben:

´Am 28.09.2010 wurde beim Bundesgericht in Louisville im Namen aller Hausbesitzer von Kentucky eine Klage eingereicht, worin behauptet wird, dass MERS Teil einer Verschwörung zur Erstellung falscher Schuldscheine, eidesstaatlicher Versicherungen und Hypothekenabtretungen ist, um diese bei Zwangsvollstreckungen zu verwenden. Ähnliche Sammelklagen wurden im Namen von Eigenheimbesitzern in Florida und New York eingereicht. Karmela Lejarde, eine Sprecherin von MERS, lehnte eine Kommentar zu laufenden Rechtsstreitigkeiten ab.`

Fakt ist, dass Millionen von US-Hypotheken gebündelt wurden und man diese dann in Lichtgeschwindigkeit auf dem ganzen Erdball weiterverkaufte, wobei immer undeutlicher wurde, wer in Wirklichkeit den Besitzanspruch darauf hat und wer tatsächlich das Recht besitzt in diese Immobilien zu vollstrecken.“

Die Katastrophe ist jedenfalls gigantisch. Auch deutsche Casinobankster haben hypothekarisch besicherte Wertpapiere aus den USA erworben und damit die Einlagen ihrer ahnungslosen Sparer auf Nimmerwiedersehen ins Nirwana gejagt.

Die widerlichen mit den Bankstern unter einer Decke steckenden Politverbrecher bezeichneten die deutschen Banken unterdessen als „systemrelevant“, ein Propagandabegriff, um dem Volk Angst einzujagen und es darauf vorzubereiten für die Spielschulden der Politmafia und Bankster zu haften, ein absolut irrer Plan, den man auch noch dummdreist als „alternativlos“ anpries. Karl Denninger vom The Market Ticker schreibt zu den „Investoren“, die diesen MBS-Giftmüll gekauft haben:

„Das Thema sind nicht ´Roboter-Unterschriften`-Urkunden. Das Thema ist, dass die automatisch unterzeichneten Dokumente ein Versuch sind vorausgegangenes Versagen beim Verbriefungsprozess zu verschleiern, das dazu führte, dass die Investoren auf der ganzen Welt jetzt mit leeren Händen und Eigenheimbesitzer mit einer ernsthaft beschädigten Eigentümerkette dastehen.“

Viele der privilegierten US-Banken haben also zum Einen am US-Hypothekenmarkt verdient, indem sie betrügerisch mit nicht geeigneten Kreditnehmern Verträge abschlossen und dafür Provisionen kassierten, und zum Anderen noch dadurch einen zusätzlichen Reibach gemacht, indem sie den zu Paketen geschnürten, verbrieften und dann in tausend Würfel geschnittenen – und jetzt nicht nur monetär, sondern auch juristisch völlig wertlosen – Dreck an nicht minder verbrecherische, aber um vieles dümmere Banken auf der ganzen Welt veräußerten. Nicht schlecht.

Am Ende könnte es sogar sein, dass Millionen Hausbesitzer, die nicht in der Lage sind ihre Hypotheken zu bedienen, in ihren Häusern bleiben dürfen, weil die Finanzverbrecher in Zusammenarbeit mit der FED hier total überzogen haben, während hunderte von Banken in den USA und in Europa, welche diesem Hütchenspiel auf den Leim gegangen sind, mit gigantischen Aschreibungen zu rechnen haben. Kein Problem, die Aktienmärkte brummen wieder, da dürfte eine Kapitalbeschaffung leicht fallen. Und selbst wenn etwas schiefgehen sollte, haben wir ja immer noch die postdemokratischen Schuldensklaven, die von den Politverbrechern im Namen ihrer Herren und Meister zu Tode besteuert werden können…

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