Gold & Silber: Wilde Spekulationen und Panikkäufe kommen erst noch

Die enormen aktuellen Preisanstiege bei den Edelmetallen geben einen kleinen Vorgeschmack auf die nächste Phase des Bullenmarkts

Propagandafront.de, 16.10.2010

Auch in dieser Woche konnten Gold und Silber wieder neue Bestmarken verzeichnen. Gold erreichte am Donnerstag ein neues Allzeithoch von USD 1.387,35 pro Feinunze, während Silber am selben Tag auf ein neues 30-Jahreshoch von USD 24,90 schoss. Damit erreichte „das Gold des kleinen Mannes“ fast die von den Edelmetallexperten vorausgesagte Zwischenmarke von USD 25,00. Am Freitag kam es zu leichten Preisrückgängen an diesen aktuell sehr volatilen Märkten und Gold ging mit USD 1.368,90 und Silber mit USD 24,32 aus der Handelswoche.

Die starken Preisanstiege der letzten Wochen wurden von zahlreichen unterschiedlichen Faktoren beflügelt, die vom EU-Staatsschuldendebakel, über die gigantische US-Staatsverschuldung und Ängste vor einem erneuten Einbruch der Weltwirtschaft bis hin zu Befürchtungen reichen, dass die aktuelle Weltreservewährung, der US-Dollar, aufgrund einer lockeren Geldpolitik der US-Notenbank stark an Wert verlieren würde.

Darüberhinaus machten in den vergangenen Wochen auch Meldungen die Runde, dass die Zentralbanken auf der ganzen Welt immer stärker in einen Währungskrieg einsteigen – einen gegenseitigen „Abwertungswettlauf“, bei dem alle Papiergeldwährungen am Sinkflug der Leitwährung partizipieren, aus Angst, man könnte durch eine starke Währung Anteile am weltweiten Exportmarkt verlieren.

Entgegen der Massenmedien und gängigen Finanzpublikationen sind die meisten Experten jedoch nicht der Meinung, dass das Ende des Bullenmarkts bereits erreicht sei. Obwohl Gold alleine innerhalb der vergangenen 30 Tage um rund 8% (Silber um 18%) und innerhalb der letzten 12 Monate über 30% (Silber über 40%) zulegte, handelt es sich nach Einschätzung renommierter Investmentprofis wie Jim Sinclair, Bob Chapman, Doug Casey, Jim Rickards und vielen anderen jedoch erst um eine frühe Phase des Bullenmarkts im Edelmetallbereich.

Es ist absolut klar, dass der Weltwirtschaft eine gewaltige Marktkorrektur bevorsteht. Die durch die Regierungen Europas und in den USA angehäuften Staatsschulden können schon rein rechnerisch nicht mehr zurückgezahlt werden und viele international agierende Finanzinstitutionen befinden sich heute in einer noch bedenklicheren wirtschaftlichen Lage als zu Beginn der Finanzkrise im Jahre 2007 und haben in den nächsten Jahren einen gigantischen Refinanzierungsbedarf in Billionenhöhe.

Im Hinblick auf die Entwicklung der Edelmetallpreise ist es nüchtern betrachtet daher völlig unerheblich, ob sich die Zentralbanken für eine stark inflationäre Entwicklung entscheiden – die immer auch die Gefahr hyperinflationärer Preisanstiege in sich birgt – oder ob eine deflationäre Entwicklung zum Tragen kommt.

Nimmt die Inflation zu, wie wir dies bei der anhaltenden Abwertung der Papierwährungen gegenüber Silber und Gold eindeutig beobachten konnten, steht einer weiter anhaltenden Preisexplosion bei den Edelmetallen, den einzigen nachhaltigen Gradmessern des Kaufkraftverlustes, nichts mehr im Wege.

Aber selbst bei deflationären Entwicklungen oder gar einem deflationären Crash dürften sich die Edelmetalle schlimmstenfalls seitwärts bewegen, wenn nicht gar weiter ansteigen, da die schuldenbasierten Staatswirtschaften und die Wertpapiermärkte in diesem Falle genau so suspekt würden, wie dies bei stark inflationären Tendenzen der Fall wäre, und sich die Anleger ebenfalls in den sicheren Hafen der Edelmetalle flüchteten. Im gängigen Wirtschaftskatechismus der sozialistischen Anhänger des Zentralbankensystems und der kommunitaristischen Keynesianer geht man davon aus, dass durch eine leichte Inflation der Konsum in Erwartung künftiger Preissteigerungen vorgezogen würde. Ferner dient die Inflation nach dieser Denkart auch der Stabilisierung des gigantischen Schulden-Kartenhauses, da durch (vermeintliche) Anstiege der Gehälter auch die Hypotheken und Verbraucherkredite bedienbar bleiben.

Der Edelmetallexperte Bob Chapman schrieb über die möglichen Entwicklungen des Gold- und Silberpreises in einem inflationären bzw. deflationären Umfeld im jüngsten Rundbrief des International Forecaster vom 13.10.2010:

„Die Liquiditätsreserven der FED werden auf USD 3 Billionen explodieren. Werden die Banken aufgrund derart ungewöhnlicher Bedingungen anfangen aggressiv Gelder zu verleihen oder wird dies durch die Kreditnehmer vereitelt werden? Dies bedeutet auch, dass die Bilanz der FED auf USD 4 Billionen anschwellen könnte, wobei sich dann die Frage stellt, ob die quantitative Lockerung Nummer 3 (QE3) bis auf USD 8 Billionen ausgereizt werden könnte, sollten diese Maßnahmen keine Wirkung entfalten. Wie wird sich die Inflation unter QE2 entwickeln? Wird sie bei 14% oder bei 34% liegen? Wird die Hyperinflation einsetzen oder wird dies QE3 vorbehalten bleiben? Auf all diese Fragen haben wir keine Antworten, aber mit Sicherheit betreten wir hier gerade sehr gefährliches Gebiet.

Als Reaktion auf diesen riesigen monetären Anschlag wird der Dollar absinken, die Aktienmärkte werden wacker standhalten, die Märkte für Staatsanleihen werden relativ wenig Veränderungen durchmachen, aber die Rohstoffe werden steigen und Gold und Silber werden exponentiell im Wert zulegen.

All die geschaffenen Gelder müssen irgendwohin und es wird mit Sicherheit nicht der Immobilienmarkt mit seinem riesigen Angebotsüberhang sein, ungeachtet der niedrigen Zinssätze. Wenn die quantitative Lockerung erst einmal in Gang gekommen ist, egal ob nun QE2 oder QE3, wird die ganze Geschichte in ein enges Zeitfenster von vielleicht 3 Jahren oder weniger gepresst werden. Die Wahlen könnten zwar die Zusammensetzung beider Häuser im US-Kongress verändern, aber die Richtung der FED steht bereits fest.

Die FED hat keine andere Wahl, als den Zeitraum bis zum Zusammenbruch noch weiter hinauszuzögern. Diese Strategie wird jedoch nicht aufgehen und die Elitisten sind sich auch im Klaren darüber. Innerhalb der nächsten drei Jahre müsste es eigentlich einen krachenden deflationären Zusammenbruch geben. Dabei würden die Zinssätze steigen und die Anleihen sinken, der Aktienmarkt würde einbrechen, während sich die Rohstoffpreise hielten oder vielleicht sogar noch ein paar Zugewinne verzeichnen könnten. Gold und Silber würden dabei weiterhin ihre Funktion als einzige echte Währung beibehalten und sich im Preis halten bzw. weiter ansteigen. Wir könnten hier noch hinzufügen, dass die LBMA, Comex, GLD und SLV bereits lange vorher zusammengebrochen wären. Das Vertrauen in das System wird dann vollständig vernichtet worden sein.

Was die Ausstiegsstrategie der FED betrifft, ist zu sagen, dass es überhaupt keine gibt. Es kann auch keine geben.“

Chapman hält die Wahrscheinlichkeit, dass die FED eine Deflation zulässt also für rein theoretisch. Dieses Meinungsbild deckt sich auch mit der Einschätzung von Peter Schiff, der davon ausgeht, dass es in den USA zu einer Hyperinflation kommen wird, sollte die FED nicht ihren Kurs ändern. Zur Geldmarktpolitik der US-Notenbank schrieb er am 08.10.2010:

„Am Ende wird sich unsere aus Blasen bestehende Wirtschaft nicht verkleinern, sondern platzen. Der Dollar wird zusammenbrechen, die Verbraucherpreise werden explodieren, echter Kredit wird vollständig von der Bildfläche verschwinden, weitere Millionen werden ihre Arbeitsplätze verlieren und unsere Wirtschaft wird sich auf eine Art verändern, die sich nur wenige von uns vorstellen können. Unser Lebensstandard wird einbrechen und Legionen an Amerikanern der Mittelklasse und der oberen Schichten werden verarmen.“

Der berühmte Edelmetallinvestor Jim Sinclair ist ebenfalls der Ansicht, dass die FED mit aller Gewalt versuchen wird die Geldschleusen zu öffnen um die Inflation weiter anzufachen. Sinclair schrieb dazu am 15.10.2010:

„Die FED hat überhaupt keine Wahl. Es bedeutet entweder den umgehenden wirtschaftlichen Tod oder man gibt der OTC-Derivate-Katastrophe noch mehr Schwung auf ihrem Weg ins Verderben.

Diejenigen, die sich blamierten, indem sie den Höhepunkt des Goldpreises ausriefen, die jetzt wieder einen Höhepunkt für Gold verkünden, nachdem sie ein ums andere Mal falsch lagen, liegen heute wieder genauso falsch, wie dies seit 2002 der Fall gewesen ist.“

Richard Russell vom Dow Theory Letter erklärt bezüglich der aktuellen Situation an den Edelmetallmärkten:

„Der Goldbullenmarkt wird nicht einfach so sang- und klanglos von der Bühne verschwinden. Er wird mit einer intensiven Spekulation und weit verbreiteten Interesse seitens der Fonds und der Öffentlichkeit enden. Von dieser Art von Aktivität haben wir bisher noch überhaupt nichts gesehen, aber ich bin überzeugt, dass eine Periode wilder Spekulation bei Gold noch irgendwo vor uns liegt.

Deshalb flehe ich meine Abonnenten fortwährend an, weiter Gold einzusacken. So wie ich das sehe, nähern wir uns einer Periode intensiver Spekulation, die über alles hinausgehen wird, was von den letzten drei Generationen Amerikanern erlebt worden ist. Ironischerweise wird bei der finalen Explosion bei Gold mehr Geld gemacht (werden), als dies während der ersten zwei Phasen zusammengenommen der Fall war.

Große Bullenmärkte kann man vielleicht einmal oder zweimal in seinem Leben zu Gesicht bekommen. Der aktuelle ´heimliche` Bullenmarkt hat sich unbemerkt an die meisten Amerikaner herangeschlichen. Über den Begriff ´GoldBullenmarkt` wird heute sogar von den meisten Analysten gespottet. Tatsache ist, dass heute die meisten der Kommentare zu Gold in Form von Warnungen daherkommen; ´Gold ist zu hoch.`, ´Gold ist in einer Blase.`, ´Gold wird wieder unter 1.000 sinken`, ´Gold ist Blödelei.`

Unsinn. Gold bewegt sich immer näher an seine den Höhepunkt bildende, spekulative dritte Phase. Die negativen Kommentare über Gold werden nur dazu führen, dass der Goldbullenmarkt noch wesentlich stärker sein wird. In diesem Geschäft gibt es nichts Mächtigeres als einen anfänglichen Bullenmarkt, der verhöhnt, bespuckt und jahrelang unten gehalten wird.“

Papiergeldsparer, die noch nicht in physische Edelmetalle investiert sind, sollten sich überlegen, ob es nicht sinnvoll ist aus den Fiatwährungen und Wertpapieren auszusteigen und Gold- und Silberinvestitionen zu gehen, bevor es zu spät ist. Die US-amerikanische National Inflation Association hat die US-Bürger vor diesem Goldbullenmarkt, der durch eine massive Abwertung der Papierwährungen angefacht wird, zu Beginn dieses Monats eindringlich gewarnt:

„Gewöhnlich halten diejenigen, die Gold und Silber aktiv handeln, US-Dollars, während sie auf Rücksetzer bei den Edelmetallpreisen warten. Es wird jedoch ein Zeitpunkt kommen, an dem der US-Dollar zusammenbricht und Gold um hunderte oder sogar tausende Dollars pro Tag zulegen wird, während Silber seinen Wert an einem Tag möglicherweise verdoppeln oder verdreifachen kann. Vertrauen Sie uns: An diesem Tag möchten Sie ganz bestimmt nicht auf der falschen Seite des Handels stehen. Die NIA konzentriert sich auf die langfristigen Risiken der Hyperinflation und befasst sich nicht mit kurzfristigen Schwankungen.“

Der Autor dieses Artikels schließt sich diesen Warnungen an. Jetzt ist nicht die Zeit seine von bankrotten Staaten verteilten Papiergeldscheine unters Kopfkissen zu packen oder sie in digitaler Form bei bankrotten Finanzinstituten zu lagern. Mit physischen Edelmetallen schützen Sie Ihre Ersparnisse vor einem möglichen Totalverlust, der einem Großteil der Papiergeldvermögen und Wertpapiere im Rahmen einer weiteren Welle an Bankenpleiten und Staatsbankrotten droht.

Darüberhinaus gehen einige Marktbeobachter auch davon aus, dass aufgrund der massiven – und in dieser konzentrierten Form „eigentlich“ sogar illegalen – Manipulation der Edelmetallmärkte bald ein „Short Squeeze“ drohen könnte. Wikipedia führt dazu aus:

„Short Squeeze…ist die Angebotsknappheit eines Wertpapiers…, das zuvor in großer Anzahl leerverkauft (´geshortet`) wurde. Nach den Leerverkäufen müssen die daraus resultierenden offenen Positionen wieder glattgestellt werden. Steigt nun – entgegen der Erwartung der Leerverkäufer – der Börsenkurs Wertpapiers, so müssen zur Verlustbegrenzung viele Leerverkäufer gleichzeitig das Wertpapier zurückkaufen, was zu einem Nachfrageüberhang führen kann, der den Kurs noch weiter nach oben treibt und damit die Verluste der Leerverkäufer weiter erhöht. Theoretisch haben Leerverkäufer daher ein unbegrenzt hohes Verlustrisiko.“

Chapman ist in diesem Zusammenhang der Meinung, dass die Preisdrückungsversuche aktuell sehr schlecht laufen, was für die Leerverkäufer im Endeffekt recht teuer werden kann:

“Die Nettopositionen bei Leerverkäufen haben laut dem Commitment of Traders Bericht vergangene Woche mit über 308.000 Kontrakten ein neues Hoch erreicht, von denen unserer Meinung nach alle Verluste einfahren werden. Bei Gold- und Silberaktien ist die Situation ähnlich. In der Vergangenheit waren solche große Nettoshortpositionen immer sehr bedrohlich und führten oft zu Einbrüchen beim Goldpreis. Dieses Mal jedoch nicht.“

Nachfolgend sehen Sie eine von GoldSilver.com erarbeitete Vergleichsaufstellung der Leerverkäufe bei verschiedenen Rohstoffen sowie den Währungen Silber und Gold mit Stand September 2010, die sehr gut geeignet ist, um das gigantische Interesse gewisser Kreise den Edelmetallpreis nicht ausbrechen zu lassen, grafisch zu veranschaulichen:

Zum Vergrößern anklicken.

James Turk, ein angesehener Edelmetallanalyst, geht davon aus, dass ein Short Squeeze unmittelbar bevorstehen könnte. Im Interview mit King World News erklärte Turk:

„Als Silber im Bereich von USD 18 bis USD 19 lag,…war der Metallmarkt von tiefgreifender Angst beherrscht. Von diesen Niveaus knapp unter USD 20 bewegte sich der Markt immer höher, während viele ungläubig dabei zusahen….

Wir befinden uns jetzt in der dritten Phase, wir fangen jetzt an Panikkäufe zu sehen. Wie ich zuvor anmerkte, würde es einen riesigen Short Squeeze von der Art geben, wie wir ihn nicht mehr gesehen haben, seit Cornelius Vanderbildt sich Daniel Drew vorknöpfte. Wir werden jetzt gerade Zeuge des frühen Stadiums dieses Short Squeeze.

Ich erwähnte in unserem vorangegangenen Interview vom 06.10.2010, als wir die Marke von 58 beim Gold/Silber-Verhältnis knackten, dass man einen schnellen Fall in den Bereich von 50 bis 52 sehen würde. Das bedeutet, dass sich Silber besser als Gold entwickeln wird, und das obwohl Gold ebenfalls steigt. Der Grund, warum ich damit rechne, dass das Verhältnis so schnell fällt, ist, weil ich davon ausgehe, dass der Short Squeeze bei Silber intensiver sein dürfte als bei Gold.“

Willkommen im Minenfeld aus Abwertungswettlauf, quantitativer Lockerung, Staatsbankrotten, Bankenpleiten und Fehlspekulationen. Es deutet alles darauf hin, dass sich am Edelmetallmarkt kurz- und mittelfristig noch einige sehr spannende Entwicklungen abzeichnen dürften. Die globalistischen Politiker und die internationalen Bankster haben die westliche Welt in einen gigantischen Schlamassel manövriert, der in letzter Konsequenz zur Auslöschung unvorstellbarer Mengen an Papiergeldvermögen führen wird. Schützen Sie sich vor dieser Räuberbande!

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