Keine Jobs – USA rutschen immer tiefer in die Wirtschaftsdepression

Welche Wirtschaftserholung? 25 Arbeitslosenstatistiken, die fast zu bedrückend sind, um sie sich überhaupt durchzulesen

Economic Collapse, 04.12.2010

Na und jetzt raten Sie mal. Die Arbeitslosigkeit ist wieder gestiegen! Ja genau – obwohl Wall Street gegenwärtig in Geld schwimmt und die Obama-Regierung verkündet, dass die „Rezession vorbei ist“, stieg US-Arbeitslosenquote erneut an. Und, genießen Sie bereits diese arbeitsplatzlose Erholung?

Die Wahrheit ist, dass von einer „Erholung“ überhaupt keine Rede sein kann, solange die „offizielle“ Arbeitslosenrate um die 10% und die „wirkliche“ Arbeitslosigkeit weiterhin bei rund 17% liegt. Tagtäglich haben Millionen amerikanische Familien mit den allergrößten Entbehrungen zu kämpfen, da es einfach keine Arbeitsplätze gibt.

Währenddessen gehen alle diese vermeintlichen TV-Experten an die Öffentlichkeit und erklären, wir müssten einfach nur begreifen, dass es sich bei der chronischen Arbeitslosigkeit um die „neue Normalität“ handelt, und dass, wenn andere Nationen mit hohen Arbeitslosenraten klar kommen würden, wir dies auch tun könnten.

Die optimistischsten unter diesen Ökonomen prognostizieren, dass wir die Arbeitslosigkeit bis 2012 vielleicht auf 8% absenken könnten. Andererseits gibt es auch zahlreiche Ökonomen, die davon überzeugt sind, dass sich die Situation sogar noch verschlechtern wird.

Wenn Sie niemals arbeitslos gewesen sind, kann es auch nur schwer beschrieben werden, um was für eine vernichtende Erfahrung es sich dabei handeln kann. Während sich die Rechnungen immer weiter auftürmen und die finanziellen Verbindlichkeiten immer höher werden, kann dies für den Betroffenen eine zunehmend lähmende Situation darstellen.

Für eine längere Zeit arbeitslos zu sein, kann ohne Weiteres dazu führen, dass man Depressionen bekommt und das Selbstwertgefühl nahezu vollständig vernichtet wird. Viele Amerikaner geben die Suche nach einem Arbeitsplatz einfach auf, nachdem sie dutzende Male (oder auch hunderte Male) als Bewerber abgelehnt wurden.

Es gibt zahllose Ehen und Familien, die aufgrund des finanziellen Drucks in diesem Augenblick, wo Sie diese Zeilen lesen, auseinandergerissen werden. Wenn das Geld weg ist, und es keine Aussichten auf einen Arbeitsplatz gibt, kann das in der Tat zu einer extrem schlimmen Erfahrung werden.

Natürlich gibt es im Leben wichtigeres, als eine Menge Geld zu besitzen, aber es kann schwierig sein, dies jemanden zu vermitteln, der aufgrund des massiven Drucks eine Arbeit finden zu müssen, nachts kaum in den Schlaf findet.

Die nachfolgenden 25 Arbeitslosenstatistiken sind fast zu bedrückend, um sie zu lesen:

1. Laut der US-Behörde für Beschäftigungsstatistik lag die US-Arbeitslosenquote im November bei 9,8%. Im Oktober lag die Arbeitslosenrate bei 9,6%, was darauf hindeutet, dass wir hier einen kontinuierlichen Trend lähmend hoher Arbeitslosigkeit vorliegen haben. Die offizielle Arbeitslosenquote liegt nun bereits seit über einem Jahr bei 9,5% oder noch höher.

2. Im November 2006 lag die „offizielle“ Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten gerade einmal bei 4,5%.

3. Die meisten Ökonomen hatten damit gerechnet, dass im November in den Vereinigten Staaten rund 150.000 neue Arbeitsplätze hinzukommen würden. Stattdessen waren es gerade einmal 39.000.

4. Aktuell gibt es in den USA über 15 Millionen Menschen, die in der Statistik „offiziell“ als arbeitslos gezählt werden. Jeder ist sich jedoch im Klaren darüber, dass die „wirkliche“ Zahl der Arbeitslosen bedeutend höher ist.

5. Zu Beginn des Jahres 2007 gab es gerade einmal rund 1 Million Menschen, die ein halbes Jahr oder länger arbeitslos gemeldet waren. Heute beläuft sich diese Zahl auf über 6 Millionen Amerikaner.

6. Die Zahl der „Personen, die nicht zur Erwerbsbevölkerung gehören“, ist in den Vereinigten Staaten jüngst auf ein neues Allzeithoch geklettert.

7. Ein US-amerikanischer Arbeitnehmer braucht nun im Schnitt über 33 Wochen, um einen neuen Arbeitsplatz zu finden.

8. Wenn man die „entmutigten Arbeiter“ und die „unterbeschäftigen Arbeiter“ zu der „wirklichen“ Arbeitslosenrate hinzuzählt, kommt man im US-Bundesstaat Kalifornien sogar auf rund 22%.

9. In Amerika gibt es heute noch nicht einmal im Ansatz genügend Arbeitsplätze für alle. Tatsache ist, dass gegenwärtig rund 5 Arbeitslose auf jede freie Stelle kommen.

10. Laut der Zeitung New York Times ist es bei Arbeitslosen, die 5 Wochen oder kürzer arbeitslos gewesen sind, dreimal wahrscheinlicher, dass sie einen neuen Arbeitsplatz finden, als dies bei Amerikanern der Fall ist, die bereits seit über einem Jahr nach einer neuen Stelle suchen.

11. Die US-Wirtschaft müsste monatlich 235.120 neue Arbeitsplätze schaffen, um die Arbeitslosigkeit bis 2016 auf das Niveau vor der Rezession zurückzuführen. Geht irgendjemand davon aus, dass dies irgendwie eintreten könnte?

12. Es gibt gegenwärtig 9 Millionen Amerikaner, die aus „wirtschaftlichen Gründen“ Teilzeit arbeiten. Mit anderen Worten handelt es sich hierbei um Amerikaner, die liebend gerne einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen würden, wenn sie einen derartigen Arbeitsplatz fänden, bisher jedoch nur in der Lage waren, eine Teilzeitanstellung zu erhalten.

13. Im Jahre 2009 gingen die Gesamtsumme aller Gehälter und das Durchschnittseinkommen zurück.

14. Ende 2009 gab es in den Vereinigten Staaten nur noch knapp 12 Millionen Arbeitsplätze im Fertigungsbereich. Das letzte Mal, als weniger als 12 Millionen Amerikaner in der Fertigung arbeiteten, war im Jahre 1941.

15. Die Vereinigten Staaten haben seit Beginn der Rezession mindestens 7,5 Millionen Arbeitsplätze verloren.

16. Heute sind gerade einmal 40% aller 178.000 Arbeitnehmer der Ford Motor Company in Nordamerika beschäftigt, wobei ein großer Prozentsatz davon sogar noch in Kanada und Mexiko angestellt ist.

17. 1959 repräsentierte die verarbeitende Industrie 28% der US-amerikanischen Wirtschaftsleistung. 2008 lag der Anteil bei 11,5%.

18. Zu Beginn dieses Jahres fand man im Rahmen einer Erhebung heraus, dass 28% aller amerikanischen Haushalte über mindestens ein Familienmitglied verfügten, das sich gerade nach einer Vollzeitbeschäftigung umsah.

19. In den Vereinigten Staaten gibt es gegenwärtig über 18.000 Bauhelfer mit Hochschulabschluss.

20. Die Vereinigten Staaten haben seit dem Jahr 2000 atemberaubende 32% ihrer Arbeitsplätze im Fertigungsbereich verloren.

21. Da die Beschäftigungssituation auch weiterhin stagniert, sahen sich Millionen amerikanischer Familien dazu gezwungen, Einsparungen in Bereichen wie dem Versicherungsschutz vorzunehmen. So befindet sich beispielsweise der Anteil von amerikanischen Haushalten, die über eine Lebensversicherung verfügen, gegenwärtig auf dem niedrigsten Stand seit 50 Jahren.

22. Sollte der US-Kongress hier nicht handeln – und es gibt keine Hinweise darauf, dass der Kongress irgendwelche Maßnahmen diesbezüglich einleiten wird – werden in den nächsten Monaten rund 2 Millionen Amerikanern keine Arbeitslosengeldzahlungen mehr erhalten.

23. Eine vom Pew Research Center im Juni dieses Jahres veröffentlichte Umfrage ergab, dass seit dem Wirtschaftsabschwung erstaunliche 55% der US-amerikanischen Arbeitnehmer entweder mit Arbeitslosigkeit, Gehaltsreduzierungen, Arbeitszeitreduzierungen oder unfreiwilliger Teilzeitarbeit konfrontiert gewesen sind.

24. Laut Richard McCormack haben die Vereinigten Staaten seit 2001 über 42.000 Fabriken verloren, ein Trend, der aktuell immer noch anhält.

25. Gegenwärtig gibt es in den Vereinigten Staaten rund 317.000 Kellner mit Hochschulabschluss.

Aber genau das passiert nun einmal, wenn man die allergrößte Schuldenblase in der Geschichte der Menschheit kreiert. Seit Jahrzehnten haben wir uns ein immer tieferes Loch gegraben, indem wir uns immer stärker verschuldeten. Die gesamte amerikanische Wirtschaft basiert jetzt vollständig auf Schulden. Selbst unser Geld besteht aus Schulden. Wir sind Narren, anzunehmen, dies könnte immer so weitergehen.

Man braucht ja nur einmal darüber nachzudenken. Sind Sie jemals losgezogen und haben einfach ein paar Schulden gemacht? Hinter dem Lenkrad eines neuen Wagens zu sitzen, die Kreditkarten bis zum Anschlag auszureizen und ein neues, wunderschönes Haus zu kaufen, das man sich nicht leisten kann, kann in der Tat eine Menge Spaß machen.

Doch was passiert zum Schluss? So etwas holt einen immer wieder ein. Und jetzt beginnt uns halt unsere Gesamtverschuldung einzuholen. Auf jeder Ebene der amerikanischen Gesellschaft finden wir ein Meer aus roten Zahlen vor. Es ist nur eine Frage der Zeit, bevor dies unserer Wirtschaft den Gar ausmacht.

Vielleicht sind Sie der Meinung, die gegenwärtige Situation sei schlimm – sie ist jedoch erst der Anfang. Es wird noch bedeutend schlimmer werden. Aktuell braut sich ein entsetzlicher wirtschaftlicher Zusammenbrauch zusammen, der extrem leidvoll sein wird.

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