Goldpreisentwicklung: Explosiver Sommer oder Schnäppchenpreise?

Die Goldnachfrage ist weiterhin extrem hoch und dürfte sich stabilisierend auf den Goldpreis auswirken. Manipulationen am Goldmarkt oder plötzlich eintretende unvorhergesehene Ereignisse in der Wirtschaft und Finanzwelt können jedoch heftige Volatilitäten zur Folge haben

Propagandafront.de, 06.07.2011

Die meisten Analysten und Marktbeobachter gehen davon aus, dass aufgrund der globalen wirtschaftlichen Entwicklung und des Staatsschuldendebakels der Industrieländer kurz- und mittelfristig starke Preiszuwächse bei Gold möglich sind.

Der renommierte Wirtschaftsanalyst und Edelmetallexperte Martin C. Armstrong, der für die kommenden Jahre von massiven Preissteigerungen bei Gold ausgeht, gibt jedoch zu bedenken, dass die Investmentbanker an Wall Street versuchen könnten, eine konzertierte und substantielle Goldpreisdrückung einzuleiten, da sie dieses Jahr noch kein spektakuläres Schlachtfest gehabt hätten, um sich an dem Vermögen anderer Leute zu bereichern.

Armstrong ist eine Koryphäe auf seinem Gebiet. Ende der 90er Jahre war der der mit Abstand teuerste Finanzberater der Welt und hat über viele Jahre hinweg billionenschwere Staatsfonds in aller Welt beraten. Er ist einer der intimsten Kenner der Währungs- und Rohstoffmärkte und hat an der COMEX und der LBMA sein Vermögen gemacht. Aktuell sitzt Armstrong aufgrund von Betrugs- und Manipulationsvorwürfen, die seitens der US-Regierung vorgebracht wurden, in Hausarrest. Am 04.07.2011 schrieb Armstrong:

 „Wir müssen begreifen, dass es einige Investmentbanker gibt, die auf der Suche nach einem Opfer umherstreifen, das sie über die Klippe stürzen können. Ich glaube, AIG war so ein Ziel, als Hank Greenberg entfernt wurde. Doch was die Investmentbanker vom Zaum ließen, damit hatten sie mit Sicherheit nicht gerechnet, da sie am Ende selbst gerettet werden mussten. Sie können mir glauben – sie haben nicht damit gerechnet, dass das passiert.

Derartige Händler, die sich nur darüber Gedanken machen, wie viel Gewinn sie aus einem einzigen Handel schlagen können, werden langsam gefährlich. Über die Konsequenzen ihrer Handlungen machen sie sich keine Gedanken. Solche Aktivitäten können sogar zu einem Krieg führen, da ihre Aktionen das Finanzsystem eines Landes vernichten, und dann ist alles möglich. Dadurch, dass sie die US-Regierung in ihrer Hand haben, und aufgrund ihrer Verantwortungslosigkeit gefährden sie den Rest der Welt.

Wir sind reif für eine [Goldpreis-]Korrektur. Es ist jetzt einfach an der Zeit. Besonders die Monate September und November stellen wichtige Wendepunkte dar. Wir müssen dem ganzen ´Hype`, der veröffentlicht wird, höchste Aufmerksamkeit widmen.

Investmentbanker suchen immer nach Gelegenheiten, um andere zur Auflösung ihrer Bestände zu zwingen, damit sie so das Geschäft des Jahres machen können, und bisher war es ja sehr ruhig gewesen. Die Meldungen, die ihrer Agenda förderlich sind, werden dann entsprechend zurechtgezimmert. Das gehört zum Spiel dazu.

Als sie 1980 all die kleinen Leute im Markt haben wollten, sorgten sie dafür, dass die Gebrüder Hunt in der Öffentlichkeit zu einem Begriff wurden. Das war die Falle. Der Normalbürger glaubte nun, dass er mit den großen Fischen in einem Boot säße. Die wirklich großen Fische verstecken sich aber in der Tiefe und werden nie auf der Bildfläche erscheinen.

Die Woche vor dem Labor Day [US-Labor Day: 1. Montag im September] könnte die entscheidende Woche werden, ab dem sich eine Trendwende entwickelt. Sie sollten nicht vergessen, dass die meisten der größten Volatilitätsphasen direkt nach Labor Day einsetzen.“

Armstrong geht davon aus, dass der Goldpreis in 2012 weiter sinken könnte, sollte das gelbe Metall zu Jahresende unter der Marke von USD 1.423 pro Unze aus dem Handel gehen. Auf Monatsbasis würde ein Goldpreis von USD 1.337 pro Unze eine „nachhaltige Korrektur“ einläuten.

Dass es zu der von Armstrong vermuteten kurz- und mittelfristigen Kurskorrektur am Goldmarkt kommt, scheint jedoch nur denkbar, wenn man die Investoren davon abhält, weiter massiv in Edelmetalle zu fliehen oder die großen Marktteilnehmer, die Investmentbanken in Zusammenarbeit mit den Zentralbanken beispielsweise, in einer konzertierten Aktion riesige Mengen an Gold auf den Markt werfen, so sie denn noch physische Bestände für derartige Maßnahmen haben und aufbringen wollen.

Casey Research berichtete am gestrigen Tage, dass die Goldnachfrage dieses Jahr um 20% in die Höhe schießen könnte, sollte sich der Trend des ersten Quartals weiter fortsetzen.

Das Staatsschuldendebakel der westlichen Industrieländer brodelt weiter vor sich hin. Im US-Kongress ist ein Kampf bezüglich der normalerweise obligatorischen Anhebung der Schuldenobergrenze ausgebrochen und in Europa hangeln sich die Hüter der Einheitswährung von einem Rettungspaket zum nächsten, um die südeuropäischen Pleiteländer und damit den Euro vorm Untergang zu bewahren.

Japan hat immer noch massiv mit den Auswirkungen des schweren Erdbebens zu Beginn dieses Jahres zu kämpfen, während die weltweiten Investoren und Analysten nun damit anfangen, die Nachhaltigkeit des chinesischen Wirtschaftsbooms ernsthaft in Frage stellen. Gleichzeitig grassiert die Inflation auf dem gesamten Planeten, was in Afrika, dem Nahen Osten und weiten Teilen Asiens mit Sicherheit zu weiteren politischen Verwerfungen führen wird.

Kurzum: Angesichts der aktuellen Panik der Anleger, die sich seit geraumer Zeit ängstlich in Gold und Silber flüchten, gibt es für die Investmentbanker sicherlich leichteres, als den Goldpreis nach unten zu manipulieren, um so an ihre Boni zu gelangen.

Sollten die Investmentbanker demnächst einen massiven Angriff gegen Gold reiten, werden sie in den westlichen Regierungen und Zentralbanken auf alle Fälle treue Verbündete finden. Die Regierungen wie auch die Zentralbanken hassen den Goldpreis gleichermaßen, da dieser die skrupellosen und mafiosen Machenschaften des westlichen Zentralbankwesens und der korrupten Politikermafia schonungslos aufdeckt, die gemeinsam mit der internationalen Bankenmafia fortwährend die hart erarbeiteten Ersparnisse der Bürger mithilfe wilder Gelddruckmaßnahmen und verschwenderischer Staatsausgaben vernichten.

Die jüngst versuchte konzertierte Ölpreisdrückung der Globalisten zeigt, dass sich die Entscheider in ihrem Dilemma nur allzu gerne zu sinnlosen Hauruckaktionen hinreißen lassen, was somit im Zweifelsfall auch für den Goldmarkt zutreffend sein dürfte. Anleger sollten ihr Gold und Silber daher immer physisch halten, starke Volatilitäten im säkularen Edelmetallbullenmarkt aussitzen können und Ruhe bewahren.

Gold auf Eurobasis - Zum Vergrößern anklicken.

Anleger, die vor 3 Jahren in Gold investierten, haben ihren Einsatz auf Eurobasis bis heute bereits verdoppelt. Selbst ein stark korrigierender Goldpreis würde angesichts der Preisentwicklung der letzten 10 Jahre nur wenig abschreckend wirken und dürfte aufgrund der globalen Herausforderungen von einer Vielzahl an Marktteilnehmern vielmehr als Kaufgelegenheit verstanden werden.

Propagandafront.de hatte jüngst darüber berichtet, dass die meisten Beobachter dieses Jahr mit einem steigenden Goldpreis rechnen. So erklärte der Edelmetallexperte James Turk, dass es innerhalb der nächsten Wochen aufgrund der systemischen Risiken in den westlichen Industrieländern – vor allem in der Eurozone – höchstwahrscheinlich zu einer seltenen Sommerrally am Goldmarkt kommen würde.

Am 05.07.2011 wies Turk noch einmal darauf hin, dass nicht nur die europäischen Pleiteländer ein Kursfeuerwerk an den Edelmetallmärkten auslösen könnten, sondern auch die USA mit dem Rücken zur Wand stünden. Im Hinblick auf die nun ausgelaufene zweite Runde der quantitativen Lockerung (QE2) der US-Notenbank Federal Reserve sagte Turk im Interview mit King World News:

 „Alles, was wir jetzt noch brauchen, ist ein Hinweis seitens der politischen Entscheidungsträger, dass QE3 unmittelbar bevorsteht. Die Wirkung, die QE3 auf Gold und Silber haben wird, dürfte absolut spektakulär ausfallen, da beide Metalle während ihrer Korrekturen der vergangenen zwei Monate so stark abverkauft wurden.

Wenn sie mit QE3 beginnen, wird der US-Dollar-Index auf neue Tiefs abrutschen. Gold wird zu dieser Zeit ebenfalls auf einem Rekordhoch liegen. Das Beängstigende ist, dass sie uns die Anhebung der Schuldenobergrenze so oder so aufzwingen werden. Sollten die Tea Party Republikaner an ihrer Linie festhalten und man im Kongress in eine Sackgasse geraten, so wird Präsident Obama, wie in Washington nun die Runde macht, den 14. Verfassungsnachtrag nutzen, um die Schuldenobergrenze für verfassungswidrig zu erklären. Mit der Entfernung dieser letzten Beschränkung werden alle Dämme brechen – und das wird dann der entscheidende Punkt sein, wo der Dollar erledigt ist, während Gold und Silber in die Stratosphäre schießen.“

 Im Endeffekt ist es völlig unerheblich, ob die Edelmetallpreise dieses Jahr weiter steigen werden oder nicht. Fakt ist, dass sich die Globalisten darauf verständigt haben, solange Geld zu drucken, wie dies eben möglich ist.

In einem Bericht des Weltwirtschaftsforums mit dem Titel „Mehr Kredit, weniger Krisen“, der vor Beginn des diesjährigen Treffens in Davos veröffentlicht wurde, heißt es unter anderem, dass die weltweite Geld- und Kreditmenge – die sich zwischen 2000 und 2009 von USD 57 Billionen auf USD 109 Billionen verdoppelt hat – bis zum Jahre 2020 auf bis zu USD 220 Billionen anwachsen könne. Im Hinblick auf dieses Kreditwachstum führen die elitistischen Autoren des Berichts aus:

 „Es wird prognostiziert, dass aufgrund des rasanten Kreditwachstums in den Schwellenmärkten bis 2020 fast USD 50 Billionen an Kredit hinzukommen werden. In den Industrieländern, zu denen auch die großen westlichen Länder gehören, wird der größte Teil des Wachstums aus dem Staatssektor kommen. Alleine für Nordamerika wird damit gerechnet, dass die Regierungsanleihen bis 2020 um USD 12 Billionen zulegen werden…Die Finanzierungsnotwendigkeiten für Infrastruktur- und grüne Technologieprojekte werden einen bedeutenden Teil des Kreditnachfragewachstums ausmachen.“

Spätestens hier sollte jedem klar sein, dass wir es bei den globalistischen Eliten mit einem Haufen Verrückter zu tun haben, die keinen Moment zögern werden, die Ersparnisse der Völker zum Wohle des Bankenclans und der sozialistischen Regierungen in Rauchwölkchen aufgehen zu lassen.

Papiergeldsparer, die bisher noch nicht in Edelmetalle investiert sind, sollten sich ernsthaft überlegen, ob sie die Vernichtung ihrer hart erarbeiteten Ersparnisse einfach so hinnehmen, oder nicht besser Gegenmaßnahmen ergreifen, solange dafür noch Zeit bleibt. Eine Regenjacke kauft man sich ja auch nicht erst, wenn der Regen einsetzt.

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