Blutbad am Aktienmarkt – Vorbote der Großen Depression

Selbst die New York Times räumt jetzt ein, dass sich die US-Wirtschaft in einer „Double Dip“-Rezession befindet, während die Aktienmärkte ihre Talfahrt fortsetzen

Paul Joseph Watson, Prisonplanet.com, 05.08.2011

Sieben Monate nachdem US-Präsident Barack Obama in seiner Rede an die Nation erklärte, dass die US-Wirtschaft im „Erholungsmodus“ sei und die „Aktienmärkte mit Getöse wieder zurückgekehrt sind“, räumte die New York Times heute – nachdem der Dow Jones am Donnerstag um 512 Punkte einbrach – ein, dass sich die USA jetzt in einer „Double Dip“-Rezession befinden. Andere Beobachter gehen bereits einen Schritt weiter und warnen, dass eine neue Große Depression bevorstehen könnte, sollten die Märkte weiter einbrechen.

Dass die Establishment-Medien erst einen dramatischen Einbruch an den Aktienmärkten benötigen, um das einzugestehen, was in praktisch jedem anderen Wirtschaftsbereich bereits seit 2 Jahren völlig offenkundig ist, veranschaulicht die tiefe Kluft zwischen Wall Street und der Masse der Amerikaner.

Steigende Arbeitslosigkeit, einbrechende Eigenheimpreise, Höchststände bei der Zahl der Empfänger von Lebensmittelmarken und der explodierende Goldpreis als Barometer der Dollarentwertung gehören zu den wichtigsten Gründen, warum Querdenker in der Vergangenheit immer wieder davor gewarnt haben, dass sich die US-Wirtschaft in Wirklichkeit immer weiter abschwächt und das ganze Gerede von einer „Erholung“ bestenfalls realitätsfern, wenn nicht gar völlig verrückt sei.

Weil sie sich den freudestrahlenden Claqueuren nicht anschlossen, sondern vorurteilsfrei den wirtschaftlichen Zustand analysierten, anstatt sich den Illusionen des Casino-Aktienmarkts hinzugeben, wurden Leute wie Gerald Celente und Max Keiser immer wieder beschuldigt, ihre Arbeiten seien nichts weiter als „Pessimismus-Pornos“ – und das trotz der der Tatsache, dass sie mit ihren Voraussagen richtig lagen.

Die Amerikaner, die der Propaganda über die nicht existierende „Wirtschaftserholung“ Glauben schenkten, haben dadurch natürlich auch die Möglichkeit versäumt, ihre Vermögenswerte in sichere Häfen umzuschichten. Diese Menschen dürften sich massiv hintergangen fühlen, jetzt, wo die altehrwürdige New York Times letztendlich doch einräumen muss, dass die Rezession des Jahres 2008 in Wirklichkeit nie zu Ende war. Aber im Endeffekt geschieht es ihnen recht, da sie dem Establishment selbst heute noch Glauben schenken, obwohl es bereits jegliche Glaubwürdigkeit verloren hat.

Unter der Überschrift „Zeit es auszusprechen: Die Double-Dip Rezession könnte einsetzen,“ hebt der New York Times Autor Floyd Norris hervor, dass die Rezession bedeutend einschneidender war, als den Menschen offenbart wurde, und die „Erholung“ maßlos überschätzt wurde:

 „Vergangene Woche veröffentlichte die Regierung ihre alljährliche Revision der Zahlen der letzten Jahre. Die neuen Regierungsdaten deuten darauf hin, dass die Amerikaner in 2009 und 2010 bei einer Vielzahl von Dingen wie Nahrungsmitteln, Bekleidung und Computern weniger ausgegeben haben, als ursprünglich angenommen. Die Steuereinnahmen zeigten, dass die Amerikaner mittlerweile sogar weniger in Spielcasinos gehen. Die Rezession scheint tiefer gewesen zu sein – vom Höhepunkt bis zum Tiefpunkt ein Einbruch von 5,1% – während die Erholung weniger beeindruckend ausfiel. Die Wirtschaft ist immer noch schwächer als in 2007.“

Nach dem Blutbad am Aktienmarkt vom gestrigen Tage erklärte der Chefökonom von Moody´s Investors Service in New York, John Lonski, dass die USA in eine erneute Rezession abrutschen würden: „Ich glaube mittlerweile, dass die Chancen auf einen Double-Dip ungemütlich hoch sind.“

Peter Morici, Professor an der Business School der University of Maryland und früherer Chefökonom der Internationalen Handelskommission der US-Regierung, ging sogar noch einen Schritt weiter und warnte, dass die Krise in ihrem Ausmaß auch an die Wirtschaftskatastrophe des Jahres 1929 heranreichen könnte:

 „Wenn wir ein zweites Mal abstürzen, wird das die Große Depression sein. Das letzte Mal (während der langen Rezession) sahen wir keine Armeen von Männern, die auf der Suche nach Arbeit durchs Land streiften. Das nächste Mal werden die (verlängerten) Arbeitslosengeldzahlungen bereits aufgebraucht sein, Angestellte des öffentlichen Dienstes werden auf der Straße stehen, wir werden einige wirklich schlimme Dinge erleben.“

Der Einbruch am Aktienmarkt vom gestrigen Tage, der sich im bisherigen Tagesverlauf auch an den asiatischen und europäischen Märkten bemerkbar machte, wird genau das herbeiführen, was die US-Notenbank Federal Reserve und ihr Chef, Ben Bernanke, bereits die ganze Zeit geplant haben – die dritte Runde der quantitativen Lockerung (QE3), die dem ohnehin bereits notleidenden US-Dollar den Todesstoß versetzen dürfte.

Helikopter-Ben wird die Märkte mit noch mehr aus dem nichts gedruckten US-Dollars fluten, was am Aktienmarkt für eine vorübergehende Bärenmarktrally sorgen wird, bei der die Trottel auf ein Neues all ihr Geld in den Markt stecken, nur um dann später wieder herbe Verluste einzufahren. Clevere und besonnene Realisten setzen hingegen beharrlich auf sichere Häfen wie Gold, Silber und andere Vermögenswertspeicher, wodurch sie wieder einmal in der Lage sein werden, den Wert ihres Vermögens zu bewahren.

Der Finanzmarktexperte und Investor Mark Faber erklärte gestern gegenüber Bloomberg:

 „Die Aktien werden um 30% einbrechen, dann wieder um 20% steigen und dann um weitere 30% einbrechen – das wird das Muster sein. Und jeder, der damit nicht klarkommt, sollte sich überhaupt keine Aktien zulegen.“

Faber warnte, dass man „gegenüber allem ultrapessimistisch“ sein sollte und „die Märkte weiter sinken“ würden. Der Finanzmarktexperte geht davon aus, dass wir bereits nächste Woche erfahren dürften, ob Bernanke gewillt ist, dem US-Dollar durch den Start von QE3 den finalen Todesstoß zu versetzen.

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