Globaler Zusammenbruch: Gold und Silber sind die einzigen Rettungsanker

Die meisten Papiergeldsparer in der Eurozone scheinen die Zeichen der Zeit immer noch nicht erkannt zu haben. Die europäische Schuldenkrise steht erst ganz am Anfang und dürfte die Kaufkraft der hart arbeitenden Bevölkerung zusehends vernichten. Doch egal ob hyperinflationärer oder deflationärer Finanz- und Wirtschaftscrash, Gold & Silber dürften angesichts des heraufziehenden Finanztsunamis die einzig sicheren Häfen sein

Propagandafront.de, 17.08.2011

Die Gegner von Gold und Silber behaupten immer wieder, dass der sich bereits seit 2001 in einem säkularen Bullenmarkt befindende Edelmetallsektor in einer Blase sei. Nichts dergleichen ist wahr. Fakt ist vielmehr, dass die Banken pleite sind, die westlichen Industriestaaten ebenfalls enorme Verschuldungsstände erreicht haben und wir nun am Rande einer globalen Zusammenbruchkrise stehen. Wenn es eine Blase gibt, dann also auf der Schuldenseite.

Der Ökonom Martin A. Armstrong am 16.08.2011, dass es im Hinblick auf die Goldpreisentwicklung völlig unerheblich ist, ob die westlichen Industrieländer nun in einer Hyperinflation oder einer Deflation versinken. In seinem Artikel mit dem Titel „Big Money & die Wirtschaftsdepression“ heißt es dazu:

„Es besteht die Gefahr einer massiven weltweiten Depression, eine Gefahr, die wohlmöglich größer ist, als die Hyperinflations-Szenarios…Diejenigen, die glauben, dass es zu einer Hyperinflation kommt, sind der Auffassung, dass die Regierung auf die Probleme mit Gelddrucken reagieren wird. Als Alternative steht dem die Gruppe derer gegenüber, die einen ausgeglichenen Haushalt fordert, so dass die Schulden auf Kosten der Sozialausgaben bedient werden können. Egal, was nun kommen wird – wir befinden uns auf dem Weg in einen Wirtschaftssturm ohne Aussicht auf Besserung.

Und bezüglich all der Verschwörungstheorien – mit denen die Welt davon überzeugt werden soll, es gäbe einige geniale Leute, die alles planen – frag ich mich, warum ständig mein Telefon klingelt und man von mir wissen will, was hier eigentlich vor sich geht.

Die traurige Wahrheit ist viel schlimmer. Wenn man den Vorhang zur Seite zieht und der Nebel sich lichtet, dann stellt man fest, dass hier niemand die Kontrolle hat – in Wirklichkeit handelt es sich einfach nur um einen davonrasenden Zug ohne Lokführer, und das ist bedeutend gefährlicher als irgendeine Gruppe Erleuchteter, die über einen Plan verfügt. Das System ist außer Kontrolle und wir befinden uns gerade in einer Todesspirale, die an einen Ort führt, an dem Sie sich mit Sicherheit nicht aufhalten wollen.

Gold wird so oder so steigen, da wir im Falle der Kapitalvernichtung [Deflations-Szenario] wieder zu einem Tauschsystem zurückkehren werden, wo Gold seinen Wert bewahren kann. Für einen Goldbullenmarkt braucht es daher überhaupt keine Hyperinflation. Dieser kann genauso gut während einer Deflation stattfinden, wo Vermögenswerte gegenüber Gold im Preis sinken.

Das ist auch der Grund, warum die Führer von Frankreich und Deutschland fordern, dass alle 17 Eurozonenländer in ihren Verfassungen eine Schuldenbremse festschreiben und eine stärkere Wirtschaftsregierung des Euroraumes etabliert wird. Das ist dieselbe Austerität, die die Große Depression zur Folge hatte. Sie sind besessen davon, das Vertrauen des Big Moneys zu erhalten. Am Ende werden sie scheitern.“

Während der anhaltenden und sich zusehends verschärfenden globalen Wirtschafts- und Finanzkrise dürften Edelmetalle im Gegensatz zu Finanzpapieren ihren Wert also bewahren können. Dass nicht nur Gold, sondern auch Silber seine Rolle als Geldmetall wieder aufnimmt, konnte man in den vergangenen Wochen besonders gut daran erkennen, dass der Silberpreis der Talfahrt der Aktienmärkte nicht folgte.

Wie Sie anhand der unten stehenden Grafiken sehen können, verlieren der DAX und der Dow Jones gegenüber Silber nun bereits die 7. Woche in Folge an Wert, und das obwohl das weiße Metall, das aktuell mit über USD 39 pro Unze gehandelt wird, während dieses Zeitraum mehr oder weniger eine Seitwärtsbewegung vollführte:

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Im April dieses Jahres merkte der Edelmetallanalyst Julian Phillips zum Wiedererstarken von Silber an:

„Ja selbst heute, wo sich die Fiatgeldsysteme im Niedergang befinden, schützt lediglich ein winziges Rinnsal aus Menschen ihr Vermögen, indem sie ihr Papiergeld gegen solides Silber und Gold verkaufen. Wir befinden uns gerade am Anfang eines unaufhaltsamen Trends…Silber wird dem Pfad folgen müssen, der ihm vom Gold freigekämpft wird. Silber wird jedoch erst dann sein Comeback erleben, wenn Gold im globalen Geldsystem wieder verstärkt Verwendung findet. Selbst dann wird Silber immer der Juniorpartner von Gold bleiben.

Alles in allem ist der Silberpreis aktuell viel zu niedrig und die erhältliche Menge an Silber zu gering, als dass Silber für die Rolle, die Gold gegenwärtig als Wertmaßstab einnimmt, geeignet wäre. Aber stellen Sie sich vor, wie es aussähe, wenn Silber USD 200 pro Unze kosten würde. Dies würde die Legitimität von Silber als Geld bedeutend erhöhen. Wenn es dann noch ein Gold/Silberverhältnis von 1:50 gäbe, wären die Investoren sicherlich auch bereit dazu, Silber wie Geld zu behandeln.

Doch ungeachtet dessen fungiert Silber im privaten und institutionellen Bereich bereits als Vermögensschutz. Das sollte auch der zentrale Verwendungszweck von Silber sein. Die Investmentwelt kann Silber und Gold zum Zwecke des Vermögenserhalts nicht mehr länger ignorieren. Das ist eine Tatsache, alleine schon aufgrund der weltweiten Performance der Edelmetalle.“

Bei Gold, das zurzeit mit rund USD 1.780 pro Unze gehandelt wird, sieht es ähnlich aus. Die Aktienindizes verloren gegenüber Gold in den letzten Wochen massiv an Wert:

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Im Hinblick auf die anhaltende Finanz- und Wirtschaftskrise und das zusehends einbrechende Vertrauen der Völker der westlichen Welt in den Wert der Papierwährungen erklärte der Ökonom und Investor Peter Schiff am 16.08.2011 gegenüber King World News:

„Gold wird noch über Jahre hinweg überkauft sein. Ja es wird auch Rücksetzer geben, aber die meiste Zeit wird es einfach immer weiter steigen, und man wird es kaufen müssen. Das ist die ´Sorgenwand` [die Gold in seiner noch relativ unspektakulären Phase des säkularen Bullenmarkt hinaufklettert]. Ständig spreche ich mit Leuten, die mir erklären: ´Ich kann Gold nicht kaufen, da es viel zu teuer ist.` Wer sagt, dass es zu teuer ist? Vielleicht ist es im Vergleich zu den Dollars, Euros und Renminbi, die zurzeit im Umlauf sind, sogar günstiger.

Gold ist eine Messlatte, an der der Wert von Geld abgelesen werden kann. Ein höherer Goldpreis sagt einem also lediglich, dass Geld als Vermögensspeicher weiter an Wert verloren hat. Und wenn das Geld weiter an Wert verliert, dann steigt auch der Goldpreis weiter an. Gold kann zurzeit nur in eine Richtung, und zwar weiter nach oben. Die einzige Möglichkeit, den Goldpreisanstieg zu verhindern, ist das zu tun, was Paul Volker im Jahre 1980 tat. Wir bräuchten enorme Zinsanstiege – so stark, dass die Zinsen höher sind als die reale Inflationsrate.

Das Problem ist nur, dass man dies nicht tun kann, ohne die frisierte US-Wirtschaft komplett zu vernichten, und dazu müsste man erst einmal bereit sein. Um den Lauf von Gold zu bremsen, muss man bereit sein, die Wirtschaft zu vernichten, die USA in die Pleite zu treiben, den Eigenheimmarkt zusammenbrechen zu lassen und die Banken zu Grunde zu richten. Man müsste also gewillt sein, eine Rezession oder Depression in Kauf zu nehmen, die bedeutend schlimmer wäre als die in 2008 und 2009. Ich sehe aber keinen politischen Willen, dies zu tun. Deswegen sage ich ja auch, dass sie weiterhin [Geld] drucken werden. Für Gold gibt es daher nur einen Weg.“

Europäer sollten besser nicht dem Irrglauben anheimfallen, dass es sich beim Euro um eine stabile Währung handeln würde, nur weil er sich im Vergleich zum US-Dollar gut halten kann. Preist man die europäische Einheitswährung in den aktuellen Fluchtwährungen Gold und Schweizer Franken aus, wird deutlich, dass der Euro einem gigantischen Wertverfall ausgesetzt ist und genauso wie der US-Dollar zur Weichwährung verkommt:

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Der Ökonom Joachim Jahnke wies am 13.08.2011 in einem Beitrag mit dem Titel „Die wunderbare Geldvermehrung in der Eurozone“ darauf hin, dass sich die Europäische Zentralbank und die nationalen Zentralbanken der Eurozonenländer darauf zurückgezogen haben, die Schuldenprobleme mit Geld zu bewerfen.

Jahnke legt dar, dass die Bilanz der Europäischen Zentralbank – die vor Ausbruch der Finanzkrise im Jahre 2007 noch bei EUR 1,2 Billionen lag – mittlerweile bereits auf EUR 2 Billionen aufgebläht wurde, während sich die nationalen Zentralbanken ebenfalls fleißig an der Geldschöpfung beteiligen, um die Pleitebanken über Wasser zu halten.

„Ebenso erhöhten sich die Bilanzen der Zentralbanken der 5 Krisenländer zwischen Juni 2007 und Juni 2011 um 19,3 % auf jetzt 9,8 Billionen Euro. Den Vogel schoß die Bilanz der griechischen Zentralbank mit plus 42,4 % ab. Dabei ist die Geldversorgung durch die Zentralbanken gemessen an der jeweiligen Wirtschaftsleistung der Länder in den 5 Krisenländern wesentlich höher als in den anderen…“, so der Ökonom.

Die 5 Pleiteländer der Eurozone haben ihre Bilanz im Schnitt auf das 9,5-fache ihres jeweiligen Bruttoinlandsprodukts erhöht, bei den restlichen Ländern liegt dieser Faktor gerade einmal bei 3,7. Darüberhinaus hat die Deutsche Bundesbank seit Beginn der Krise im Rahmen eines Programms namens „Target2“ offene Forderungen in Höhe von EUR 350 Milliarden angehäuft, „Geldschöpfung zugunsten des deutschen Exports in die 5 Krisenländer“, wie Jahnke es nennt.

Anstatt eine europäische Wirtschaftsregierung voranzutreiben und den europäischen Nationen Verfassungsänderungen aufzwingen zu wollen, sollten die Niederlande und Frankreich den ersten Schritt wagen und aus dem Euro austreten. Es ist nur schwer vorstellbar, dass der Kriegsverlierer Deutschland hier als erstes Land voranschreiten könnte. Als befreite Nationen verfügen die Niederlande und Frankreich jedoch über den historischen Hintergrund und die nötige Souveränität, dem verhassten und desaströsen Euro-Experiment ein Ende zu bereiten.

Menschen, die in der Eurozone leben, sollten sich jedoch nicht auf die Politik verlassen und ihre Ersparnisse besser eigenverantwortlich in Sicherheit bringen, solange noch Zeit dafür ist.

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