Weltwirtschaftskrise: Vereinte Nationen warnen vor massivem Anstieg sozialer Unruhen in Europa
Laut den Vereinten Nationen steht die Welt „am Rande einer neuen Rezession“. In den Industrieländern würden in den kommenden 2 Jahren gerade einmal 2,5 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen, obwohl insgesamt 27 Millionen Arbeitsplätze benötigt würden. Speziell im Hinblick auf Europa rechnet man mit einem starken Anstieg sozialer Unruhen
Steve Watson, Infowars.com, 31.10.2011
Eine bekannte Behörde der Vereinten Nationen hat eine Warnung veröffentlicht, dass sich die Welt nun auf direktem Wege in eine langanhaltende Wirtschaftsrezession befindet, weltweit über 40 Millionen Arbeitsplätze fehlen und es zu einem starken Anstieg sozialer Unruhen kommen würde.
In dem heute von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) veröffentlichten Bericht wird davor gewarnt, dass die Welt vor einem „dramatischen Abschwung“ bei den weltweiten Beschäftigungszahlen stünde. Die ILO drängt die G20-Länder, Maßnahmen zu ergreifen, um die „Auswirkungen abzufedern“.
In dem „Weltarbeitsbericht des Jahres 2012“ wird im Detail erörtert, dass die Welt vor einer „neuen und tieferen Arbeitsplatz-Rezession“ steht, sich die Schaffung neuer Arbeitsplätze weiter verlangsamt und die weltweite Arbeitslosigkeit mit 200 Millionen Menschen auf einem Rekordniveau verharrt.
„Wir schätzen, dass die Weltwirtschaft innerhalb der nächsten 2 Jahre 80 Millionen Arbeitsplätze bräuchte, um die Beschäftigungsrate auf das Niveau zu bringen, auf dem sie vor der Krise [des Jahres 2007 lag]“, so Raymond Torres, Chef der Forschungsabteilung der ILO.
Torres fügte hinzu, dass, „würde die Weltwirtschaft während dieses Zeitraums nur 40 Millionen Arbeitsplätze schaffen“, so wie es bei den gegenwärtigen Trends zu erwarten wäre, es noch mindestens 5 Jahre bräuchte, um in den Industrieländern bei der Beschäftigung wieder auf das Vorkrisenniveau des Jahres 2007 zu kommen.
Von den laut der ILO prognostizierten 40 Millionen neuen Arbeitsplätzen würden in den Industrieländern gerade einmal 2,5 Millionen geschaffen, während in diesen Wirtschaftsräumen zwischen 2012 und 2013 eigentlich weitere 24,7 Millionen Arbeitsplätze benötigt werden.
Darüber hinaus erklärte die ILO, dass die Zahl der Arbeitslosen in der Eurozone im September dieses Jahres auf 16,2 Millionen gestiegen ist – auf das höchsten Niveau seit erstmaliger Erfassung dieser Daten im Jahre 1998.
Laut der ILO wird dieser massive Arbeitsplatzmangel in über 45 Ländern zu sozialen Unruhen führen. „Das gilt im Besonderen für die Wirtschaften der Industrieländer, speziell in der EU, den arabischen Raum und in geringerem Umfang auch für Asien“, so der Bericht.
Das größte Risiko sozialer Unruhen sieht die ILO in Griechenland, Portugal, Spanien, Estland, Frankreich, Slowenien und Irland. Ohne Gegenmaßnahmen wird die Krise eine Rezession vom Zaum reißen, die über ein Jahrzehnt, wenn nicht gar noch länger anhalten könnte, so der Bericht.
Wenn man 1% des Bruttosozialprodukts in den Arbeitsmarkt investiert, könnte die Beschäftigung laut der ILO je nach Land um 0,4% bis 0,8% erhöht werden. „Die Stunde der Wahrheit ist gekommen. Wir haben hier ein kurzes Handlungsfenster, um einen großen Double-Dip bei der Beschäftigung zu vermeiden“, so Torres.
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