Der Silber-Kracher: Edelmetallanalysten rechnen mit neuer Preisrally

Propagandafront.de, 07.12.2011

Das „Gold des kleinen Mannes“, das zurzeit mit rund USD 32 pro Unze gehandelt wird, steht gegenwärtig immer noch im Schatten seines großen Bruders Gold. Zahlreiche Edelmetallexperten gehen jedoch davon aus, dass die jüngsten Versprechungen der westlichen Zentralbanken, die bankrotten Finanzinstitutionen und Staaten mit frisch gedrucktem Geld vor dem Untergang zu bewahren, erhebliche Auswirkungen auf den winzigen Silbermarkt haben dürften und Preisschübe in den kommenden Wochen und Monaten daher keine Überraschung wären.

Der renommierte Finanzmarktanalyst Clive Maund hält es für wahrscheinlich, dass bei Silber aufgrund der sich abzeichnenden globalen Geldschwemme neue Preisausbrüche bevorstehen, und schrieb dazu am 05.12.2011:

„Oberflächlich betrachtet, macht Silber auf den Charts im Vergleich zu Gold einen ziemlich fertigen und schwachen Eindruck. Aber umso genauer man hinschaut, desto positiver wird das Bild. In unserem letzten Update hatten wir eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation auf dem 18-Monats-Silber-Chart ausgemacht, die in Gang gesetzt würde, sollte Europa untergehen und das deflationäre Szenario die Oberhand gewinnen. Die Ereignisse von vergangener Woche deuten jedoch darauf hin, dass wir nun am Anfang einer Rettungsmaßnahme stehen und in bedeutendem Umfang große Mengen frischen Geldes geschaffen werden, um diese Rettung zu ermöglichen.

Die vorausgeschickt, sei hier angemerkt, dass die Schulter-Kopf-Schulter-Formation nicht aktiv zu werden scheint und es einige bedeutende Hinweise gibt, die nahelegen, dass sich die Investoren bereits darauf eingestellt haben … Wir gehen davon aus, dass wir uns zurzeit an einem sehr guten Einstiegspunkt für Silber und mit Silber in Zusammenhang stehende Vermögenswerte befinden – speziell, wenn es noch einmal zu einem kurzzeitigen Kursrücksetzer kommen sollte – da der nächste bedeutende Aufwärtstrend schon bald einsetzen dürfte.“

Die meisten Gold- und Silberanalysten gehen davon aus, dass sich Silber im Verlauf des aktuellen Edelmetallbullenmarkts besser entwickeln wird als Gold. Bisher waren die Performanceunterschiede nur minimal: Silber konnte innerhalb der vergangenen zehn Jahre Preissteigerungen in Höhe von 670% verzeichnen, während die Zugewinne bei Gold bei 530% lagen.

Da die Volatilität bei Gold aber bedeutend geringer ausfällt als bei dem für seine wilden Kurskapriolen berüchtigten Silber, dürften diese Performanceunterschiede für Investoren und Sparer, die es gerne ein wenig ruhiger mögen und sich daher Gold zuwenden, wohl ein akzeptabler „Sicherheitsabschlag“ sein.

Was Silber für Investoren wie auch für den Normalbürger besonders attraktiv macht, ist sein extrem niedriger Preis. Beispielsweise kann sich die Mehrheit der Deutschen physisches Anlagesilber leisten. Eine Anlagemünze mit einem Silberfeingehalt von einer Unze ist zurzeit für unter EUR 30 zu haben, und wer sich einen Kilobarren kaufen möchte, ist bereits mit rund EUR 1.000 dabei – das ist über 50 Mal billiger, als Gold zu kaufen.

Für Spekulanten und Hedge Fonds ist der Silbermarkt aufgrund seiner geringen Größe ebenfalls außerordentlich attraktiv. Die geringe Marktkapitalisierung physischen Anlagesilbers – die sich aktuell höchstens auf USD 35 Milliarden belaufen dürfte – beschert den Akteuren im Silbermarkt eine gigantische Hebelwirkung, die selbst die Erfinder des Euro-Rettungsfonds EFSF vor Neid erblassen lassen dürfte.

Diese Hebelwirkung ist es auch, die letztlich für die extremen Kurskapriolen im Silbermarkt verantwortlich zeichnet. Adam Hamilton, ein herausragender Finanzmarktanalyst, beschrieb diese Besonderheiten des Silbermarkt mit den Worten:

„Ein kleinerer Markt bedeutet, dass bei Silber im Vergleich zu Gold alle neuen Zuflüsse an Investmentkapital wilde überproportionale Auswirkungen zur Folge haben … Zu diesem Vergleich der Marktkapitalisierung kommt bei Silber auch noch eine Investoren-Affinität hinzu.

Es ist viel mehr Investoren möglich, sich eine Unze Silber zu kaufen als eine Unze Gold, was an dem riesigen Preisunterschied liegt. Wie wir alle wissen, ziehen Investoren es vor, mehr ´Anteile` von irgendetwas zu besitzen als weniger. Da sich Silber also erschwinglicher anfühlt als Gold, wird Silber von kleinen Investoren oftmals präferiert. Dies erhöht die Reputation von Silber, dass es massive Zugewinne bescheren könnte, nur noch mehr. Diese psychologischen Faktoren sorgen dafür, dass Silber zu überdurchschnittlichen Preisentwicklungen neigt, wenn unverhältnismäßig hohe Beträge von diesem spekulativem Metall angezogen werden.“

3-Jahreschart Gold/Silber-Verhältnis - Zum Vergrößern anklicken.

Das Gold/Silber-Verhältnis (GSV) beläuft sich zurzeit auf 1:53. Wer eine Unze Gold kaufen will, muss dafür also das Preisäquivalent von rund 53 Unzen Silber zahlen. Der Silberinvestor und Edelmetallexperte Eric Sprott, der wiederholt erklärte, dass das GSV seines Erachtens innerhalb der nächsten Jahre auf unter 1:20 absinken wird, wies vor wenigen Tagen im Gespräch mit Mineweb darauf hin, dass es zahlreiche Widersprüchlichkeiten im Silbermarkt gibt, die auf höhere Preise deuteten:

„ … an dem Tag [im April 2011], als Silber in den verschiedenen Papiermärkten auf USD 49,50 pro Unze kletterte, wurden rund 1 Milliarde Unzen Papiersilber verkauft und natürlich auch gekauft. Aber wir produzieren ja gerade einmal 900 Millionen Unzen jährlich … Was soll man zu diesen Typen denn noch sagen, die über eine Milliarde Unzen Silber verkauft haben, ohne auch nur im Entferntesten daran zu denken, diese auch liefern zu können? …

Die Investmentnachfrage bei Silber liegt im Vergleich zu Gold auf Augenhöhe, und wenn ich sehe, dass Firmen wie Gold Money auf Dollarbasis genau so viel Silber verkaufen wie Gold, wenn ich sehe, dass die US-Prägeanstalt auf Dollarbasis genau so viel Silber verkauft wie Gold, dann legt dies in beiden Fällen nahe, dass 50 Mal mehr Silber verkauft wird als Gold. Als wir die öffentliche Erstemission unseres Gold Trust machten, kamen USD 440 Millionen rein. Als wir die Erstemission für unseren Silber Trust machten, waren es USD 550 Millionen … Ja wie kann das Preisverhältnis dann bei 1:50 liegen, wenn das Geld 1:1 [in Gold und Silber] geht.“

 Vergleicht man den aktuellen mit dem vorangegangenen säkularen Silberbullenmarkt, dann hat Silber immer noch einen extrem weiten Weg vor sich, sollte es zu einer Wiederholung der Preisverteuerung kommen, die in den 70er Jahren beobachtet werden konnte. Adam Hamilton schrieb dazu im Dezember 2010:

„Warum verfügt Silber heutzutage über eine derart mächtige Anziehungskraft? Einer der wichtigsten Gründe hierfür liegt in der nominellen Preisexplosion in Höhe von 3.627%, die während des Zeitraums von November 1971 (USD 1,29 pro Unze, USD 6,89 in heutigen Dollars) und Januar 1980 zustande kam! Sein Kapital mit einem einzigen Deal und in einem einzigen säkularen Bullenmarkt um einen Faktor von 37,3 zu vervielfachen, ist mit Sicherheit einfach nur atemberaubend. Welcher Investor oder Spekulant träumt nicht von derart gigantischen Gewinnen?“

Die dem aktuellen Edelmetallbullenmarkt zu Grunde liegenden Faktoren, scheinen immer noch vollumfänglich intakt zu sein. In den westlichen Ländern wütet gerade eine beispiellose Zusammenbruchskrise, während die Politiker ausschließlich zentralplanerische Lösungen anbieten.

Bullenmarkt: Performancevergleich v. 06.12.2001 bis 06.12.2011 - Zum Vergrößern anklicken.

Der einzige Plan, den sie bisher konsequent verfolgt haben, ist, die überwältigenden Schuldenprobleme der Zombiebanken und Zombiestaaten mit Papiergeld zu übertünchen, in der fatalen Hoffnung, die Krise würde einfach wieder verschwinden oder das Kartenhaus würde erst dann völlig zum Einsturz kommen, wenn sie selbst nicht mehr im Amt sind. Durch die Nullzinspolitik der Zentralbanken werden Inflation und Spekulation weiter angeheizt. Die Staatsschulden der Industrieländer blähen sich immer weiter auf, während die Öffentlichkeit zusehends das Vertrauen in die Papierwährungen verliert.

Kurzum: Das internationale Zentralbankwesen und die Politiker scheinen allen Ernstes gewillt zu sein, die letzten Überreste der Marktwirtschaft zum Wohle insolventer Banken und ihrer eigenen Interessen in Rauch aufgehen zu lassen.

Wenn die Zentralbanken hoffnungslos verschuldete Pleiteländer und Zombiebanken mit aus dem nichts gedruckten kostenlosen Geld über Wasser halten – von einer Rettung kann hier keine Rede sein – während der Normalbürger für besicherte Kredite wie einen Autokredit 5%, 6% oder 7% Zinsen zahlen muss, dann handelt es sich dabei um nichts weiter als um einen verbrecherischen und skrupellosen korporativistischen Faschismus, eine gigantische Vermögensvernichtungsmaschinerie, bei der der arglose Bürger von einem Haufen Soziopathen seiner Arbeitsleistung und seiner Ersparnisse beraubt wird, nur damit die bestehenden Machtstrukturen ein klein wenig länger aufrecht erhalten werden können.

So gesehen, ließe sich auch argumentieren, dass die den aktuellen Edelmetallbullenmarkt anfachenden Systeminstabilitäten bei Weitem gravierender sind, als die Rahmenbedingungen, die die Edelmetallpreise in den 70er Jahren in die Höhe schraubten.

Martin Cooper von Arabian Money schrieb am 06.12.2011 bezüglich des aktuellen globalen Finanzmarkt-Chaos und dessen Auswirkungen auf den Silbermarkt:

„Zunächst müssten die Zentralbanken die Zinssätze massiv anheben, um die Inflation unter Kontrolle zu bekommen, bevor es bei Silber ein fundamentales Abverkaufs-Signal gäbe. Das passiert aber nicht. Alles, was wir zurzeit sehen, ist die Volatilität des Silberpreises in einem steigenden Markt. Man sollte sich davon nicht verrückt machen lassen.

Könnte es nun, ausgehend von den aktuellen Preisniveaus, zu einem erneuten Kursrücksetzer kommen? Wird Silber wieder auf USD 50 pro Unze jagen, so wie im April? Natürlich – die Fundamentaldaten von Silber sind außerordentlich, jetzt wo der Internationale Währungsfonds mit den Druckerpressen voranschreitet.

Das größte Risiko besteht darin, nicht im Markt zu sein. Sollten erst einmal die anderen Investoren Wind davon bekommen und in den Markt einsteigen, wird die Silberversorgung so angespannt sein, dass es einen echten Preisausbruch geben wird, und von dort aus wird der Preis dann so stark steigen, wie ihn die Spekulanten in die Höhe treiben können …“

Der Edelmetallexperte John Hathaway erklärte am 07.12.2011 im Hinblick auf den Silbermarkt gegenüber King World News:

„[Der Silbermarkt] ist wie eine Aktie mit geringer Marktkapitalisierung. Was ich damit sagen will, ist, dass Silber nicht über die Kapazitäten verfügt, neue, in den Markt strömende Gelder aufzunehmen. Ich glaube daher, dass es bei Silber zu einer großen, gewaltsamen Aufwärtsbewegung kommen könnte, speziell, wenn Gold auf neue Höchststände klettert. Ich glaube, Silber würde dann innerhalb kürzester Zeit dasselbe tun.“

Der Edelmetallinvestor Peter Schiff warnte am Wochenende davor, dass der Zusammenbruch Europas und Nordamerikas seiner Auffassung nach bereits eingesetzt hat, eine Einschätzung, die er im Gespräch mit King World News am 06.12.2011 nochmals bekräftigte:

„Mir will nicht einleuchten, wie wir gleichzeitig all das Geld für uns selbst und Europa drucken wollen – aber das scheint angesichts der jüngsten Aufstockung der Dollar-Liquiditäts-Swaps genau das zu sein, was wir gerade tun. Ich glaube, dass das Geld durch den IWF geschleust wird, obwohl es natürlich aus den USA kommt … Ich denke, sie versuchen die ganze Geschichte einfach nur noch zusammenzuhalten.

Sie wollen bestimmt nicht die letzte Person sein, die Währungen hält, die letzte Person, die Gold kauft. Denn umso mehr Menschen das Vertrauen in Papierwährungen verlieren, desto stärker wird ihr Wertverlust ausfallen, während der Goldpreis weiter ansteigt. Das sorgt dann dafür, dass noch mehr Käufer in den Edelmetallmarkt kommen, weil dadurch die Schwächen von Fiatgeld aufzeigt werden.

Und da die Menschen aufwachen und sich von der ganzen ihnen in die Augen gestreuten Regierungspropaganda befreien und begreifen was los ist, werden sie Gold kaufen. Das wird ein sich selbst befeuernder Teufelskreis, wo immer mehr Menschen Angst vor den Währungen bekommen … Gold steigt, die anderen Preise gehen hoch, und all jene, die immer noch Dollars halten, sind dann bedeutend ärmer, weil die Lebenshaltungskosten steigen. Sie werden am Ende zusehends das Handtuch werfen und [Gold] kaufen, das wird dann selbsttragend.“

Gold und Silber dürften sich auch in 2012 als sichere Häfen erweisen, mit dem kleinen Unterschied, dass sich Silber bedeutend mehr Menschen auf dem Planeten leisten können als Gold. Wie lange das noch der Fall sein wird, bleibt abzuwarten.

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