Spannungen nehmen weiter zu: Iran-Krise könnte in Dritten Weltkrieg ausarten

Kurt Nimmo, Infowars.com, 09.01.2012

Alles deutet auf einen unmittelbar bevorstehenden Krieg, wenn man bedenkt, dass die Vereinigten Staaten, Großbritannien, die Europäische Union und Israel gerade ihre Vorbereitungsmaßnahmen für das Embargo gegen den Iran abschließen (was faktisch schon eine Kriegserklärung darstellt) und sich bereits Kriegsschiffe in Richtung des Persischen Golfs aufgemacht haben.

Schauen wir uns einfach die jüngsten Entwicklungen an:

US-amerikanische/israelische Militärübung im Persischen Golf

Am Freitag gaben die USA und Israel bekannt, dass sie in Kürze eine riesige Militärübung im Persischen Golf abhalten würden – eine Maßnahme, die auf den Iran abzielt. An der Übung namens „Austere Challenge 12“, bei der verschiedene Luftabwehrsysteme zur Bekämpfung von Raketenbeschüssen getestet werden sollen, werden tausende US-amerikanische und israelische Soldaten teilnehmen.

Am 02.01.2012 testete der Iran im Rahmen seiner jüngsten Militärübung die Qader-Rakete, bei der es sich um eine Langstrecken-See-Boden-Rakete handelt. Darüber hinaus testeten die Iraner auch die Boden-Boden-Rakete Nour. Die iranische Nachrichtenagentur IRNA zitierte Seyed Mahmoud Musavi, Admiral der iranischen Marine, mit den Worten, dass es sich bei der Nour-Rakete um eine „fortschrittliche, radarumgehende, zielverfolgende, ferngesteuerte Rakete [handelt], für die es ein Leichtes ist, ihr Ziel zu finden und zu zerstören.“

Der Iran kündigt ein neues Kriegsspiel an

Konteradmiral Ali Fadavi, Marinekommandeur der Islamischen Revolutionsgarde, erklärte am Freitag, dass der Iran im Februar eine zweite Militärübung im Persischen Golf abhalten wird. Er sagte, dass sich die Übung „von den zuvor durchgeführten Übungen der Islamischen Revolutionsgarden unterscheidet“, hielt sich bezüglich weiterer Details jedoch bedeckt.

Darüber hinaus begann der Iran am Samstag mit einem Militärmanöver nahe der afghanischen Grenze. Mohammad Pakpour, Kommandeur der Bodenstreitkräfte der Revolutionsgarde, erklärte, dass die Übung namens „Märtyrer der Einheit“ darauf abzielt, „die Sicherheit entlang der iranischen Grenzen zu erhöhen“, so die iranische Nachrichtenagentur Fars.

Großbritannien entsendet Kriegsschiffe

Am Samstag gab die britische Marine bekannt, dass sie eines ihrer modernsten Kriegsschiffe in den Persischen Golf entsendet. Das Schiff ist ein Zerstörer der Daring-Klasse (Typ 45) und verfügt über das modernste See-Radar der Welt.

Wenige Tage zuvor warnte der britische Verteidigungsminister Philip Hammond den Iran, die Straße von Hormus zu blockieren – eine Reaktion auf die jüngsten Drohungen des Iran, Maßnahmen zu ergreifen, sollten die Vereinigten Staaten während der 10-tägigen iranischen Militärübung erneut mit einem ihrer Flugzeugträger in den Persischen Golf einfahren. Mit der iranischen Marineübung soll die Fähigkeit des Iran demonstriert werden, die strategisch wichtige Öl-Passage zu blockieren.

Französische und russische Kriegsschiffe befinden sich auf dem Weg nach Syrien

Die israelische Internetseite DEBKAfile meldete heute, dass der russische Flugzeugträger „Admiral Kusnetsow“ am Sonntag gemeinsam mit dem Zerstörer „Admiral Tschabanenko“ und der Fregatte „Jaroslaw Mudry“ im syrischen Mittelmeerhafen Tartus einlief.

„Um auf diesen Schritt zu reagieren, entsandte Frankreich den Zerstörer Forbin in die Gewässer vor Tartus,“ so die Internetseite DEBKAfile, die überdies behauptet, dass ihre

„Militärquellen melden, dass es in den letzten Tagen zu einer fortwährenden Eskalation bei den militärischen Spannungen rund um den Iran und Syrien gekommen ist, was nicht nur auf die raschen Fortschritte des Irans im Hinblick auf die Herstellung einer Atomwaffe, sondern auch auf Ängste des Westens und Israels zurückzuführen ist, dass Teheran und Damaskus über gemeinsame Militärpläne für den Persischen Golf und Sektoren des Mittelmeerraums verfügen.“

Ron Paul: Sanktionen sind der erste Schritt in Richtung Krieg

Am Sonntag erklärte der US-Präsidentschaftskandidat Ron Paul, dass die immer massiver ausfallenden Sanktionen, die dem Iran aufgrund seines behaupteten wenn auch unbewiesenen Atomwaffenprogramms auferlegt werden, der erste Schritte in Richtung eines Krieges sein könnten:

„Sanktionen waren der erste Schritt unserer Kriege gegen den Irak und gegen Libyen, und nun werden weitere Sanktionen gegen Syrien und den Iran geplant, die genau in dieselbe zerstörerische Richtung gehen.“

Der Iran „rechnet damit, bombardiert zu werden“, und würde daher verständlicherweise die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um diese Bedrohung abzuwenden, und das Alles, obwohl es „überhaupt keine Beweise“ dafür gibt, dass die Iraner Uran bis zur Waffenfähigkeit angereichert haben, so Paul.

Er wies auch darauf hin, dass die US-Regierung sich bereits 1953 direkt in die inneren Angelegenheiten des Irans eingemischt hat, als die CIA den demokratisch gewählten Führer Mohammad Mossadegh stürzte und den Schah installierte.

Der Ölpreis steigt

Aufgrund der aktuellen Kriegsvorbereitungen der USA und des Iran lassen sich bereits erste Anstiege des Ölpreises beobachten. Februar-Futures für Rohöl der Sorte Brent kletterten am Montag in London um USD 0,14 auf USD 113,20 pro Barrel. Das anhaltende Kriegsgetöse beider Seiten hatte den Ölpreis zuvor schon auf ein 8-Monatshoch von über USD 100 pro Barrel geschickt.

Der Preisdruck dürfte aber noch erheblich zunehmen, sollte die Straße von Hormus tatsächlich geschlossen werden – ein Ereignis, das dramatische Auswirkungen auf den globalen Welthandel hätte. John Manners-Bell, einstiger Europa-Marketing-Chef von UPS, sagte gegenüber Bloomberg:

„Sollte die Straße von Hormus aus irgendeinem Grund geschlossen werden, würde dies für die Wirtschaft im Nahen Osten enorme Folgen haben und zu einer systemischen Umstrukturierung der Handelsströme auf dem ganzen Planeten führen.“

Propaganda über iranische Raketenbasen

Jetzt, wo der iranische Präsident Ahmadinedschad gerade Lateinamerika besucht, tauchen auch wieder die bereits diskreditierten Gerüchte auf, dass der Iran auf der venezolanischen Halbinsel Paraguaná Abschussbasen für Mittelstreckenraten errichten würde.

Dieses Gerücht wurde erstmals durch die deutsche Nachrichtenseite „Welt Online“ verbreitet und später von der Jerusalem Post aufgegriffen. In Wirklichkeit handelt es sich hierbei jedoch um eine gut dokumentierte Propaganda-Operation neokonservativer Kreise. Bei dieser Geschichte muss man unwillkürlich an die kubanische Raketenkrise von Oktober 1962 denken.

Die Iraner hätten, so Welt Online unter Verweis auf „westliche Sicherheitskreise“, „Dutzende Millionen Dollar“ für die Baumaßnahmen der Raketenbasis bereitgestellt, die dann dazu genutzt würde, Raketen auf die USA abzufeuern, sollte der Iran angegriffen werden.

„Eine kleine Gruppe führender iranischer Ingenieure von der den Revolutionswächtern gehörenden Baufirma Khatam al-Anbia hat den Standort schon besichtigt. Der geheime Besuch … wurde vom Kommandeur der Luftwaffe der Revolutionswächter, Amir al-Hadschisadeh, genehmigt …“ so Welt Online.

Robert Johnson von Business Insider schrieb vergangene Woche, als die Geschichte aufgrund von Ahmadinedschads Reise wieder hochkochte:

„Von Caracas bis nach Miami sind es 1.300 Meilen, von dieser Insel aus vielleicht auch noch ein paar hundert Meilen mehr – wohlmöglich innerhalb des Radius der iranischen Mittelstreckenrakete Ashoura, die eine Reichweite von 1.200 Meilen hat.“

Business Insider verweist auch auf einen Bericht von latlongpacific, worin Koordinaten für mögliche Standorte sowie „Details zur Basis und den Raketen genannt werden, die der Iran dort wahrscheinlich parken würde, wie die Ghadr-100A mit einer Reichweite von 3.000 km oder rund 1.800 Meilen.“

Das US-Außenministerium erklärte: „Wir haben keine Beweise, die diese Behauptung stützen würden und daher auch keinen Grund zu der Annahme, dass die Behauptungen in dem Artikel glaubwürdig sind.“

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