8 Methoden, wie junge Menschen heutzutage ausgebeutet werden … und was man dagegen tun kann

Simon Black, Sovereign Man, 26.06.2013

Eines der Dinge, dir mir am meisten Spaß machen, ist unser alljährliches Liberty- und Entrepreneurship-Camp, das wir jeden Sommer in Europa durchführen.

Es ist vornehmlich für jüngere Menschen gedacht, die Anfang oder Mitte 20 sind, und eines der Dinge, die wir dabei jedes Jahr deutlich rüberbringen, ist, dass die Jugend heftigst abgezockt wird. Nehmen wir die folgenden Punkte:

1. Immer wenn sich die Regierung in wilde militärische Torheiten irgendwo auf der anderen Seite des Planeten stürzt, ist es die jüngere Generation, von der erwartet wird, in fremden Ländern zu kämpfen und dort ihr Leben zu lassen.

2. Die jungen Menschen zahlen ihr ganzes Arbeitsleben Steuern, um Schulden zu bedienen, die frühere Generationen aufgetürmt haben.

3. Sie müssen eine sich immer weiter aufblähende Zahl an Rentnern unterstützen – eine Zahl, die so groß ist wie nie zuvor in der modernen Geschichte. Zensusdaten zeigen, dass die Zahl der Arbeiter pro Rentner in den USA, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Italien, Japan usw. gegenwärtig auf Rekordtiefs liegt.

4. Angesichts der prekären Bilanzen der meisten westlichen Pensionsfonds und Rentenkassen werden diese Rentengelder aber komplett ausgetrocknet sein, wenn es für diese jüngere Generation eines Tages an der Zeit ist, selbst Renten in Empfang zu nehmen.

Mit anderen Worten: Sie zahlen jahrzehntelang in ein System ein, das, wenn sie selbst an der Reihe sind und zu Empfängern werden, nicht mehr für sie da sein wird.

5. Wie die Jugendarbeitslosigkeit, die in einigen Regionen des Planeten heute bereits bei über 50% liegt, zeigt, ist es oftmals die jüngere Generation, die die volle Härte der wirtschaftlichen Schwierigkeiten stärker zu spüren bekommt als alle anderen.

Junge Menschen sind die letzten, die eingestellt werden, und die ersten, die wieder rausfliegen. Ihnen wird erklärt, dass sie einen Universitätsabschluss brauchen, wenn sie anstellbar sein wollen, weshalb sie sich dann mit zigtausenden Dollars an Schulden versklaven (die man beispielsweise in den USA, dem Land der Freien und Tapferen, selbst im Rahmen einer Privatinsolvenz nicht wieder loswird).

6. Nimmt man hier noch die „Unterbeschäftigung“ mit hinzu, dann ist die wirkliche Arbeitslosenrate sogar noch höher. So erklärt uns die US-Behörde für Arbeitsmarktstatistik, dass es derzeit über 500.000 Pförtner, Hausmeister, Barkeeper und Kellner gibt, die einen Universitätsabschluss haben.

7. Finden die jungen Menschen dann doch eine etwas sinnvollere Betätigung, verbringen sie ihre ganze Karriere damit, von Job zu Job zu springen, während sie in einer zunehmend globalisierten Welt mit einem unglaublichen Wettbewerb konfrontiert sind – eine Art von Wettbewerb, mit dem frühere Generationen nie zu kämpfen hatten.

8. Das sorgt bei den jungen Menschen für jede Menge Abwärtsdruck bei den Gehaltsaussichten. Und da die Lebenshaltungskosten so hoch sind, schaffen es viele von ihnen einfach nicht, über die Runden zu kommen.

Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass man sie als „Bumerang-Generation“ bezeichnet. In den USA leben 45% aller 18- bis 24-Jährigen mit einem Hochschulabschluss immer noch bei ihren Eltern, wie das Pew Research Center im Jahr 2011 meldete.

Es dürfte mittlerweile für alle offenkundig sein, dass das alte Diktum – studiere hart, bekomme gute Noten, geh auf eine gute Schule, besorg dir einen großartigen Job und arbeite dich dann die Leiter hinauf – heute keine Bedeutung mehr hat. Und es ist an der Zeit, dieses Modell neu zu erfinden.

Ich erkläre unseren Schülern immer, dass eine Lehre ein großartiger Weg ist, um den Anfang zu machen.

Zunächst sollte man darüber nachdenken, wie man seine Zeit verbringen will – Achtung: Das ist eine andere Frage als „Was möchtest du machen …?“ Und im nächsten Schritt sucht man sich eine erfolgreiche Person, die genau das tut, und dann macht sich für diese Person unentbehrlich, um auf diese Art so viel als möglich zu lernen.

Das Reisen ist ein herausragender Lehrer. Der Preis für eine einjährige Reise rund um den Globus liegt bei einem Bruchteil der Studiengebühren, die für einen Universitätsabschluss fällig werden, aber wenn man in prosperierende Länder reist, erhält man dadurch Möglichkeiten, eignet sich Wissen an und kann seine sprachlichen Fähigkeiten verbessern, wie es in einem Klassenzimmer niemals möglich wäre.

Darüber hinaus herrscht in vielen Schwellenländern – obschon sich dort zahlreiche Möglichkeiten bieten – oftmals ein Mangel an Umsetzungs-Know-how und der „Wir schaffen das“-Einstellung, was dem jungen Menschen aus dem Westen praktisch einen eingebauten Wettbewerbsvorteil beschert.

Ich bin der Meinung, dass junge Menschen im Ausland nach Arbeit Ausschau halten sollten; die Fähigkeiten und der persönliche Hintergrund werden im Ausland stärker wertgeschätzt, gerade weil man einzigartig ist.

Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass man mit seinem Gehalt im Ausland viel weiter kommt. Man kann in Orten wie den Philippinen, Thailand oder Indien ein niedrigeres Einkommen verdienen und dennoch ein bedeutend erfüllteres Leben führen als im Westen.

Und abschließend sollten diejenigen, die tatsächlich das dringende Bedürfnis verspüren, einen Universitätsabschluss zu erhalten, ebenfalls darüber nachdenken, dies im Ausland zu tun. Warum soll man in den USA zigtausende von Dollars pro Jahr bezahlen, wenn man an derselben Universität, in die auch Einstein ging, rund USD 600 pro Semester bezahlt?

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