Weltreservewährung: Rubel & Yuan sind in den nächsten Jahren keine Gefahr für den US-Dollar

Der US-Dollar wird die nächsten paar Jahre die mit Abstand bedeutendste Währung bleiben. Für seinen Reservestatus ist es völlig unerheblich, welcher Anteil des Welthandels in Yuan, Rubel oder Euro abgewickelt wird

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 22.05.2014

Frage: „Russland und China haben bilaterale Geschäfte vereinbart, bei denen der US-Dollar nicht verwendet wird. China hat auch mit anderen Ländern derartige Vereinbarungen abgeschlossen. Jetzt melden sich immer mehr zu Wort, die meinen, dass der US-Dollar in Ungnade fallen würde. Meines Erachtens scheint es aber so zu sein, dass man sich nicht einfach vom US-Dollar verabschieden kann, solange es Währungen gibt, die irgendwie mit dem US-Dollar verbandelt sind, und solange Öl in US-Dollars ausgepreist wird. Meine Frage ist also: Gibt es irgendeine Möglichkeit, sich vom US-Dollar zu verabschieden?“

Antwort: Der Handel ist nicht der entscheidende Faktor, der für den Wert einer Währung verantwortlich ist. Russland und China versuchen gegenwärtig, den US-Dollar zu umgehen, aber das sind lediglich vorübergehende Anstrengungen. Der Yuan stellt zurzeit nicht einmal 10% des weltweiten Handels und der Euro rangiert sogar noch hinter dem Yuan.

Das Entscheidende beim Dollar ist und bleibt die simple Tatsache, dass er die Reservewährung ist. Ja was bedeutet das eigentlich? Das ist nicht einfach so dahergesagt.

Der US-Dollar ist eine extrem tiefe Währung, in der sich Kapitalströme bewegen und auf globaler Ebene geparkt werden können. Der Euro ist diesbezüglich gescheitert, da man die Schulden der einzelnen Euroländer nicht konsolidiert hat, obwohl sie Europa föderalisiert haben. Die Schulden Europas entsprechen also den Schulden eines einzelnen US-Bundesstaats – der Euro ist nicht in der Lage, eine Reservewährung zu sein, und bei den einzelnen Euroländern gibt es viel zu viele verschiedene Sicherheitsrisiken.

Die Währungen von Russland und China sind gegenwärtig auch noch nicht bereit dafür. Derzeit gibt es zu viel politische Instabilität, die den Wert ihrer Währungen untergräbt. Die Menschen können in diesen Währungen handeln, ja toll, aber danach tauschen sie das Geld schnell in US-Dollars.

Nichtsdestotrotz ist der Prozess der Entthronung des Dollars im Gang – aber das wird mit Sicherheit nicht über den Handel erreicht. Die einzige Möglichkeit, wie das erreicht werden kann, ist, wenn es zum unvermeidlichen Systemzusammenbruch bei den Staatsschulden kommt. Dieser Systemzusammenbruch wird in Europa seinen Anfang nehmen, auf Japan überspringen und danach werden die USA als letztes an der Reihe sein.

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China und Russland hatten jetzt erst damit zu kämpfen, ihre Staatsanleihen zu verkaufen. Ohne die Möglichkeit, riesige Geldmengen in diesen Währungen zu parken, besteht keinerlei Aussicht darauf, den US-Dollar zu untergraben. Die Handelsströme sind viel zu winzig – es sind die Kapitalströme, die zählen.

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Fragen Sie sich doch mal selbst, ob Sie bereit wären, chinesische oder russische Staatsanleihen zu kaufen? Glauben Sie wirklich, dass diese Papiere sicherere Investments wären als US-Staatsanleihen? Wenn Sie sich diese Fragen ehrlich beantworten, werden Sie auch die Realität von dem Blödsinn unterscheiden können, also dem üblichen alten Unfug, dass der Dollar zusammenbricht, während der Rest der Welt irgendwie erstaunt dabei zuschaut. Das stammt von Leuten mit vorgefassten Meinungsbildern und wird schon die ganze Zeit über behauptet. Solche Dinge interessieren aber nicht, wenn es darum geht, richtige Geldmengen zu parken.

Andere Länder geben in US-Dollar denominierte Staatsanleihen aus und verlagern die Währungsrisiken dadurch auf sich selbst. Chinas einstige Staatsschulden, auf die es während der Großen Depression die Zahlungsunfähigkeit erklärte, waren ebenfalls in fremdländischen Währungen denominiert. Diese Staatsanleihen aus China und auch aus Russland aus den 30er Jahren kann man sich heute als eingerahmte Bilder kaufen und an die Wand hängen. Mit US-Staatsanleihen geht das nicht.

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