Finanz-Crash: Warum die globale Vermögensvernichtung nicht aufzuhalten ist

King World News, 08.08.2014

David Stockman warnte die Zuhörer von King World News heute, dass sich die Anleger auf eine historische und weltweite Vermögensvernichtung einstellen müssen. King World News nimmt diese Warnungen sehr ernst, da Stockman der Mann ist, den US-Präsident Ronald Reagan während der Krise von 1981 als Berater hinzuzog und zum Direkter des Office of Management and Budget machte, um dabei mitzuhelfen, die USA vor dem Kollaps zu bewahren. Im Folgenden finden Sie, was Stockman in diesem beeindruckenden Interview zu sagen hatte.

Eric King: „Michael Belkin, der weltweit große institutionelle Anleger berät, sprach jüngst mit King World News und gab eine düstere Warnung für die Finanzmärkte aus. Ich frage mich, wie Sie die aktuelle Lage einschätzen, nun wo es beim Dow Jones zu Rückgängen gekommen ist und angesichts der aktuellen weltweiten Entwicklungen. Womit sollten wir rechnen?“

Stockman: „Nun, die aktuelle Parole lautet, sich in Sicherheit zu bringen. Wir befinden uns auf dem Weg in einen perfekten Sturm des politischen Versagens. Das ist nicht einfach bloß ein Scheitern der US-Notenbank – die eine riesige Spekulationsblase aufgebläht und sich selbst in eine Ecke manövriert hat, ohne zu wissen, wie sie da wieder rauskommt –, sondern es ist auch ein absolutes Scheitern im Hinblick auf die weltweite Vorherrschaft Amerikas.

Die US-amerikanische Außenpolitik bricht gerade überall auf der Welt in sich zusammen, dennoch wollen die Kriegsparteien in Washington weitermachen wie bisher. Diese Konfrontation mit Putin ist entsetzlich außer Kontrolle geraten und auch unnötig. Jetzt haben wir einen Handelskrieg, der die ohnehin bereits fragile europäische Wirtschaft in Mitleidenschaft ziehen wird.

Obama denkt nun darüber nach, wieder in den Irak zu ziehen. Was denkt er sich eigentlich? Wenn man das zu der ohnehin bereits fragilen Finanzblase – die nur darauf wartet, zu platzen – noch mit hinzunimmt, befinden wir uns meines Erachtens in einer extremen Gefahr.

Es ist schwer, vorherzusagen, ob das jetzt der große, vernichtende Bärenmarkt sein wird, der unvermeidlich auf uns zukommt, oder ob es sich einfach nur um einen weiteren kleinen Rücksetzer handelt, der die Trading-Algorithmen und die trainierten Seehunde an Wall Street dazu animiert, nachzukaufen und den Markt auf neues Hochs zu schicken. Aber irgendwann wird es zu diesem großen Einbruch kommen, und ich glaube nicht, dass das in allzu ferner Zukunft liegt.

Wenn wir uns den Aktienmarkt anschauen, sehen wir, dass er die letzten 62 Monate nur eine Richtung kannte und immer weiter in die Höhe schoss. Wenn man sich den Chart des S&P 500 Index anschaut, sieht man, dass die Rückgänge immer milder ausfallen und unregelmäßiger stattfinden, und das ist kein gesundes Chartbild. Es ist ein Hinweis darauf, dass der Markt die vor uns liegenden realen weltweiten Entwicklungen noch nicht eingepreist hat, sondern hier schlicht mit der Liquidität getradet wird, die nicht nur von unseren Zentralbank, sondern von den Zentralbanken auf der ganzen Welt in die Märkte injiziert wurde.

Das Problem ist, dass ich nicht glaube, dass dieser Zentralbank-Trick aufrechterhalten werden kann. Bei den Zentralbank-Bilanzen fanden so unglaubliche Ausweitungen statt, dass sich nun sogar schon die Zentralbanken selbst hinterfragen und damit beginnen, sich uneins zu sein und sich Sorgen zu machen, wie sie aus dieser Ecke, in die sie sich selbst manövriert haben, nun wieder rauskommen.

Das sind die Faktoren, die letztlich einen großen Zusammenbruch auslösen werden. Die einzige Frage ist, wann die schwarzen Schwäne landen werden oder wann das Vertrauen der Märkte in diese ganze Zentralbank-Illusion letztlich in sich zusammenbricht.“

Eric King: „Michael Belkin sagte auch, die Fed würde überhaupt nicht begreifen, welche Kredithebel von ihr geschaffen wurden. Ihre Politik des billigen Geldes und ihre Gelddruckerei würden laut Belkin bei allen Arten von Hedge Fonds in Manhatten landen, die ´bis zur Nasenspitze mit all diesen schrägen und undurchsichtigen Derivaten gehebelt sind.` Belkin warnte, dass es zu einer großen, sich selbst verstärkenden Kapitalvernichtung kommen würde.“

Stockman: „Ja, ich glaube, dass das ganze weltweite Finanzsystem mit all seinen sichtbaren und unsichtbaren Kredithebeln eine tickende Zeitbombe ist. Das Problem mit der Fed und speziell mit der Fed-Vorsitzenden Janet Yellen ist, dass sie sich lediglich einen sehr kleinen Ausschnitt von Indikatoren anschauen.

Sie schauen sich beispielsweise die nominellen Bilanzen der Großbanken an, obwohl die größte Quelle für gehebelte Produkte in der heutigen Wirtschaft der Bereich ist, wo auf die ein oder andere Art strukturierte Finanzprodukte und Optionen gehandelt werden. Die sind von Haus aus gehebelt, und der Markt ist überall mit diesen riesigen Kredithebeln überzogen worden. Auf dem Weg nach oben werden die Vermögenswerte dadurch dazu gezwungen, weiter zu inflationieren und zu steigen, aber auf dem Weg nach unten, können die Anpassungen sehr brutal in die andere Richtung ausfallen, da dann all diese Positionen liquidiert werden.“

Eric King: „Das hört sich so an, als würde hier Zug auf uns zurasen.“

Stockman: „Ja das mit dem auf uns zurasenden Zug ist ein sehr gutes Bild für die Dinge, die uns noch erwarten. Aber dieser Zug wird nicht einfach nur einen Crash hinlegen, sondern es wird schlimmer werden, weil sich das Ganze nun schon seit einigen Jahren entwickelt und aufgetürmt hat, und bisher ist es einfach ignoriert worden, speziell an den Finanzmärkten, die diese Blase auf Extreme und historische Höhen getrieben haben.

Aber wenn man sich die Fed-Bilanz so anschaut, die innerhalb von weniger als 70 Monaten von USD 900 Milliarden auf USD 4,5 Billionen gestiegen ist, und wenn man sich die überall auf der Welt gleichenden Muster so anschaut, dann können wir aktuell dabei zusehen, wie die Katastrophe in Zeitlupe auf uns zukommt. Die einzige Frage ist, wann es knallen wird. Die Antwort auf diese Frage ist, dass es nicht mehr in allzu ferner Zukunft liegt, und ich kann Ihnen versichern, dass das dann auch der Punkt ist, wo die Hölle losbricht.“

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