Euro-Crash: Investoren spekulieren weiterhin auf die Wiedereinführung der D-Mark

Während die Anleger nach wie vor auf die Wiedereinführung der D-Mark spekulieren, scheint die Europäische Zentralbank nichts dagegen zu haben, sollte der Euro sogar unter die Dollarparität absinken

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 21.11.2014

Während in Japan die Rezession zurückgekehrt ist und die Zinssätzen in den negativen Bereich gefallen sind, hat die Europäische Zentralbank im Grunde bekanntgegeben, dass sie ihre Bilanz abermals um EUR 1 Billion ausweiten wird.

China hat seine Zinssätze abermals gesenkt, was zeigt, dass die Auffassung, man könne die Wirtschaft mit niedrigen Zinssätzen beleben, immer noch weit verbreitet ist. In Wahrheit ist aber niemand in der Lage, auf irgendeine Phase der Menschheitsgeschichte zu verweisen, wo eine solche Geldpolitik jemals funktioniert hätte.

Die US-Notenbank Federal Reserve senkte die Zinsen nach dem Hoch im Jahr 1929, ohne dass das irgendetwas gebracht hätte. Obwohl sich die Absenkung der Zinssätze vielleicht nach einer guten Geldpolitik anhören mag, hat sie in Wahrheit nie funktioniert. Die Absenkung der Zinsen hat noch nie einen Aktienbullenmarkt zur Folge gehabt. Stattdessen haben Zinssenkungen zu den schlimmsten Wirtschaftseinbrüchen in der Geschichte geführt.

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Das Problem, mit dem wir heute konfrontiert sind, ist die Annahme, dass der Euro nicht bloß abstürzen wird, sondern vollständig auseinanderbricht. Wir können derzeit zwei bedeutende Veränderungen bei den Kapitalströmen beobachten.

(1) Die Schweiz steht nach wie vor unter Druck, und das obwohl die Schweiz den Schweizer Franken bereits an den Euro gekoppelt hat. Gegenwärtig werden mit alarmierender Rate Euros gegen Schweizer Franken eingetauscht.

(2) Die Zinssätze für deutsche Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit liegen unter den Zinssätzen von US-Staatsanleihen. Warum? Bestimmt nicht, weil es Deutschland aus wirtschaftlicher Perspektive besser gehen würde als den USA. Diese Käufe deutscher Staatsanleihen halten an, weil geglaubt wird, dass der Euro letztlich auseinanderbrechen wird und es dann wieder die Deutsche Mark gibt.

Das ist eine ziemlich närrische Auffassung, denn es sieht ganz so aus, als hätte die Europäische Zentralbank überhaupt kein Problem damit, es zuzulassen, dass der Euro sogar unter die Dollar-Parität absinkt – ja in Wahrheit würden sie einen solchen Rückgang des Euros sogar begrüßen, da sie davon ausgehen, dass so wenigstens die Wirtschaft angeheizt würde.

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