Deflationärer Monster-Crash: Der Zusammenbruch des Rubels ist erst der Anfang!

Der Untergang des Sozialismus: Wir werden gerade Zeugen des Zusammenbruchs der Weltwirtschaft, weil wir es bei den Staaten mit einer allesdurchdringenden Korruption und politischen Manipulationen zu tun haben. Die Politiker sorgen sich einzig um den Ausgang der nächsten Wahlen. Da gibt es keine langfristigen Pläne.

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 16.12.2014

Die weltweite Anti-Dollar-Fraktion – die immer wieder gepredigt hat, dass Russland seine eigene Währung unabhängig vom US-Dollar handelt und China dieselben Schritte plant – versucht es in den Blogs nun mit der Behauptung, es würde sich um eine Verschwörung „zionistischer Banker“ handeln und die Abwendung vom US-Dollar würde beweisen, dass alle Länder die Schulden des zionistischen Bankwesens leid sind. Wenn wir die Vorurteile einmal beiseitelassen, dann geht es in Wahrheit aber nicht nur um Schulden und das Bankwesen.

Ich hatte in „The Greatest Bull Market“ davor gewarnt, dass während einer riesigen Staatsschuldenkrise buchstäblich alles dem Boden gleichgemacht werden wird. Es ist die totale Auslöschung, bei der nichts mehr stehen bleibt.

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Es gab nichts, was die Große Depression überlebt hat – ganz gleich, ob wir hier von Aktien, Anleihen, Rohstoffen, handfesten Vermögenswerten oder Währungen sprechen. Und genau damit sind wir heute ebenfalls wieder konfrontiert: Die vollumfängliche Kernschmelze der Weltwirtschaft dank des Aufeinandertreffens vieler verschiedener Faktoren. Im Grunde läuft gerade alles falsch, was falsch laufen kann, und das Endspiel sieht nicht sonderlich schön aus.

Wie anhand des nachfolgenden Anleihecharts zu sehen ist, haben all jene, die in die Anleihemärkte gegangen sind, dank der Zahlungsausfälle auf Staatsschulden entweder alles verloren oder mussten dabei zusehen, wie ihre US-Anleihen von Roosevelt plötzlich abgewertet und die Gold-Konvertibilität einfach ausgesetzt wurde – und das obwohl Andrew Millon während des Aktienmarktcrashs von 1929 noch damit prahlte, dass „Gentleman Anleihen kaufen“.

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Die russische Zentralbank versuchte am Dienstagmorgen die Währung mittels einer Anhebung des Leitzinses auf 17% zu stützen – doch als sich zeigte, dass diese Maßnahme keinerlei Wirkung entfaltet, löste sich das Vertrauen in die Bank in Luft auf und es kam zu einer Verkaufspanik. Das ist ein Beispiel für die Probleme, mit denen wir es bei allen Staaten zu tun haben.

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Gegenwärtig wird der Staat von den Menschen im Grunde als eine Art Halbgott betrachtet, der die Verantwortung trägt und allmächtig ist. Ich habe hinter den Kulissen gearbeitet und ich erhielt auch Anrufe von verschiedenen Zentralbanken inmitten einer Panik. Diese Leute haben über die Dinge genauso wenige Kontrolle wie Sie oder ich. Das Einzige, was sie tun können, ist sich aufzuplustern und darauf zu hoffen, dass die Leute das tun, was sie predigen.

Der aktuelle Zusammenbruch in Russland geht auf den Zusammenbruch der Energiepreise zurück. Der Nahe Osten ist von den hohen Energiepreisen abhängig geworden – sie haben ihre Haushalte immer weiter erhöht und mit fortwährend hohen Energiepreisen gerechnet. Aber wie bei allen anderen Dingen gibt es auch hier Zyklen.

Für unsere ursprüngliche Preisprognose im Jahr 1998 – wo wir sagten, der Ölpreis würde bis 2007 auf USD 100 pro Barrel steigen – wurden wir ausgelacht. Im Jahr 2000 wollte dann bereits das US-Energieministerium, dass wir Energiepreisprognosen für die USA erstellen.

04Es war eigentlich ziemlich einfach: Öl musste im Preis steigen, um (1) neue Entwicklungen bei der Ölgewinnung und (2) alternative Energieträger voranzutreiben. Wir sahen diese Rally kommen und 2007 lag der Jahresschlusskurs dann auch bei USD 95,98 pro Barrel. Die Rally endete 2011, also nach der 13-Jahresmarke, mit dem höchsten Jahresschlusskurs von USD 98,83 pro Barrel, was auch mit dem Economic Confidence Model in Einklang stand.

Während der Großen Depression legten die Aktien bis 1929 eine Rally hin, und die Rohstoffe bildeten 1919 ihr Hoch aus. Der Rohstoffsektor ging daraufhin bis 1932 zurück, was mit dem Tief bei den Aktien in Einklang stand. Dieser 13-jährige Rückgang war massiv. Dadurch wurde ein Großteil der Rohstoffbranche ausgelöscht.

Die miteinander in Zusammenhang stehenden globalen Trends veranschaulichen, dass es sich hierbei nicht um eine Verschwörung zionistischer Banker, der Illuminati oder um Machenschaften zwischen Saudi-Arabien und den USA handelt, um Russland zu vernichten. Wir haben es hier mit einer sehr ernsten Krise der Weltwirtschaft zu tun, die keineswegs allein auf Russland oder auf Rohöl beschränkt ist.

Wir werden gerade Zeugen des Zusammenbruchs der Weltwirtschaft, weil wir es bei den Staaten mit einer allesdurchdringenden Korruption und politischen Manipulationen zu tun haben. Die Politiker sorgen sich einzig um den Ausgang der nächsten Wahlen. Da gibt es keine langfristigen Pläne.

Beim Rohölpreis gibt es aktuell zwei Zahlen, die wir für den Jahresschlusskurs ganz genau im Auge behalten müssen: USD 75 pro Barrel und USD 57 pro Barrel.

Ein Jahresschlusskurs unter der Marke von USD 57 pro Barrel, wäre eine Warnung, dass wir uns in massiven Schwierigkeiten befinden und das finale Tief beim Ölpreis erst 2016/2017 ausgebildet werden könnte. Das wirklich kritische Niveau liegt bei USD 32 pro Barrel. Ein drastischer Ölpreisrückgang dürfte zu einem abermaligen Test des Hochs von 1980 von rund USD 40 pro Barrel führen, ähnlich wie bei Gold, das sich in Richtung eines Tests seines Hochs von 1980 von USD 875 pro Unze aufgemacht hat. Ja, willkommen im Land der Deflation, wo all die Verheißungen des Sozialismus – laut denen sich der Staat von der Wiege bis zur Bahre um einen kümmert – Geschichte sind!

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Wer weitere Beweise dafür haben will, dass die aktuelle Entwicklung nicht allein auf Russland beschränkt ist, muss einfach nur die Augen aufmachen. Es handelt sich hier um eine Krise, die alle Schwellenmärkte betrifft. Dass der US-Dollar seinen Anstieg weiter fortsetzt und die Rohstoffpreise zurückgehen, ist Teil des Zyklus, der die Staatsschuldenpleiten in Gang setzt.

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Russland hat am Dienstagmorgen seinen Leitzins auf 17% erhöht – es war eine Notfallmaßnahme, um den Zusammenbruch des Rubels aufzuhalten, da der Rohölpreis immer weiter fällt und das von Sanktionen betroffene Land immer stärker in Richtung einer Rezession abgleitet. Wir blicken hier auf einen bedeutenden Rückgang der gesamten Weltwirtschaft. Das gehört zum Big Bang. Sobald die Schlusskurse für 2014 vorliegen, werden wir einen großen und sehr ernsten Report über die gesamte Thematik veröffentlichen.

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