Staatsschuldenbombe: Warum Sie einen Plan B haben und Goldmünzen besitzen sollten

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 10.01.2014

Verwerfungen in Europa – das passiert, wenn Rechtanwälte und Sozialisten regieren

Frage: „Ihre Voraussagen zur aktuellen Entwicklung in Europa sind beeindruckend korrekt. Sie erklärten, dass der US-Dollar in die Höhe schnellen würde und der Euro tot sei. Könnten Sie bitte etwas konkreter ausführen, was Sie damit meinen?“

Im Folgenden finden Sie den Chart, den ich auf der Konferenz in Berlin gezeigt hatte. Auf der Konferenz sagte ich auch voraus, dass Griechenland aus dem Euro austreten würde. Ich finde es einfach nur erstaunlich, dass die Politiker und die Masse der Menschen ein so simples Konzept wie das eines freien Wechselkurssystems und seine wirkliche Bedeutung nicht begreifen.

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Wenn ich Ihnen bei einem Goldpreis von USD 300 pro Unze Gold leihe und Sie dieses Gold dann weiterverkaufen, um das Bargeld zu nutzen, müssen Sie mir den Betrag dann auch wieder in Gold zurückzahlen, wenn Gold auf USD 1.200 pro Unze gestiegen ist. Und das heißt, dass Sie nun das Vierfache des ursprünglichen Dollarwerts aufwenden müssen, um mich wieder in Gold auszuzahlen. Genauso funktioniert das aktuelle freie Wechselkurssystem bei den Währungen und das ist auch exakt der Grund, warum der Euro in Schutt und Asche gelegt werden wird.

Der für die Schaffung des Euros verantwortliche Ausschuss nahm 1997 an meiner World Economic Conference in London teil. Ich erklärte ihnen damals, dass der Euro ohne Schuldenkonsolidierung [Schuldenunion] scheitern würde. Warum? Weil die ausstehenden Schulden von Griechenland unter dem Euro zunahmen [Außenwert der Schulden verdoppelte sich], und das hatte zur Folge, dass Griechenland seine Wirtschaft ausplündern musste, nur um die Schulden zurückzuzahlen. Genauso wie bei dem Gold-Beispiel, wurde durch den Euro eine riesige Deflation geschaffen.

Der Euro kann auf diese deflationäre Art nicht funktionieren. Hat der Euro auf Wochen-, Monats- und Jahresbasis erst einmal die Marke von USD 1,1640 durchbrochen, ist das Spiel vorbei. Wir werden erleben, wie der Kampf in Europa gegen die separatistischen Bewegungen weiter anhalten wird, und wenn Griechenland den Euroraum erst einmal verlassen hat, werden sich die Kapitalmärkte den nächsten Akteuren zuwenden.

Und da die Analyse der europäischen Banken und Finanzinstitutionen nicht wirtschaftlich korrekt, sondern politisch korrekt sein muss, besteht praktisch keinerlei Hoffnung auf Reformen. In Brüssel wird man an den Jobs festhalten und um sie kämpfen, bis bei den Bevölkerungen der letzte Blutstropfen ausgesaugt wurde. Die Vorstellung, dass eine Einheitswährung und eine Einheitsregierung Krieg verhindern würden, wird sich in ihr Gegenteil verkehren und zum Auslöser für Krieg werden.

Europa ist dem Untergang geweiht, sollte es beim politischen Trend nicht zu einer Umkehr kommen. In Europa kann man jetzt mitverfolgen, was passiert, wenn Rechtsanwälte und Sozialisten am Ruder sind.

Dow Jones: US-Aktien werden mit steigenden Zinssätzen in die Höhe schießen

Der Dow Jones konnte sich über der bärischen Wochenumkehrmarke von USD 17.722 Punkten halten. Wir hatten ja gewarnt:

„Der Hauptstützungsbereich beginnt im Bereich von 16.300 Punkten. Ein Wochenschlusskurs unterhalb von USD 17.722 Punkten würde dafür sorgen, dass der Dow Jones damit anfängt, eine Basis auszubilden.“

Es scheint, dass jetzt eine Konsolidierungsphase im Gang ist, bei der der Dow Jones bis Mai dieses Jahres mit einigem Hin und Her auf der Stelle tritt. Wir haben das Bestätigungssignal für diesen Trend aber bisher noch nicht erhalten und das flache Hoch des Dow Jones ist eine Warnung, dass das finale Hoch bisher mit Sicherheit noch nicht da ist.

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Der Widerstand verläuft nach unserem Dafürhalten nach wie vor im Bereich von 18.500 bis 18.600 Punkten – dieser Preisbereich muss überstiegen werden, bevor wir von einem echten Ausbruch und einem in die Höhe schießenden Markt ausgehen können. Dieser Tag steht uns noch bevor.

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Wenn es zur ersten Welle von Zinserhöhungen kommt, werden die allermeisten wenn nicht gar alle Analysten behaupten, dass der Dow Jones crashen wird. Das wird dann natürlich der Zeitpunkt sein, wo die Rally beim Dow Jones richtig losgehen wird.

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1927 senkten die USA den Leitzins – es war ein verzweifelter Versuch, das Kapital zurück nach Europa zu schicken. Die US-Notenbank Federal Reserve wurde damals für die Absenkung der Zinsen kritisiert, da dies angeblich zur Aktienmarktblase geführt hatte. Daraufhin hob sie die Zinsen an. Und auch dieses Mal wird die Fed die Zinsen anheben in dem Glauben, dass höhere Zinsen die Aktienmarktrally etwas eindämmen werden. Sie werden exakt denselben Fehler begehen, den sie 1927 gemacht haben.

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Wie auf dem oben stehenden Chart zu erkennen ist, hob die Fed die Zinsen von 1927 bis 1929 von 3,5% auf 6% an, während sich der Aktienmarkt aufgrund der Kapitalzuflüsse verdoppelte. Die Fed erklärt, dass sie die Zinsen vielleicht wieder anheben wird, und obwohl die Zentralbanker dabei Inflation als Codewort verwenden, haben sie in Wahrheit Angst vor der Aktienmarktrally. Sie werden die Zinsen anheben müssen, um der Kritik, sie würden im Inland eine Spekulationsblase schaffen, etwas entgegenzusetzen, aber durch die Anhebung der Zinssätze wird es zu dem Zusammenbruch der vom Ausland ausgegebenen US-Dollarschulden im Wert von USD 6 Billionen kommen.

Wenn die Zinserhöhungen beginnen, werden aller Vorausschau nach erleben, dass es beim Dow Jones zu einem Ausbruch und dem Übergang zu einer Phasentransformation kommt.

Ansteckung: Die Staatsschuldenblase

Frage: „Danke für die atemberaubenden Informationen, die Sie so freizügig veröffentlichen. Ich habe versucht, meine Freunde und meine Familie bezüglich der von Ihnen identifizierten Anleiheblase zu warnen. Es ist ja recht einfach zu erklären, warum die internationalen Kapitalströme den US-Dollar und den Anleihemarkt immer weiter in die Höhe treiben, aber ich habe Schwierigkeiten zu erklären, warum der US-Anleihemarkt ab Herbst 2015 crashen wird.

Ich verstehe, dass das zu Grunde liegende Muster ein 8,6-Jahreszyklus ist, doch was wird der konkrete Auslöser sein, der dafür sorgen wird, dass der Anleihemarkt fällt? Wird hier aufgrund der Staatspleiten in Europa und in den Schwellenmärkten auch das Vertrauen gegenüber US-Staatsanleihen wegbrechen, oder steckt da noch mehr dahinter?“

Antwort: Aus historischer Sicht geht es immer nur um Vertrauen. Herbert Hoover schrieb in seinen Memoiren, wie sich das Kapital 1931 während der Staatsschuldenkrise verhielt:

„Während dieser neuen Phase der Depression trieb es den Flüchtling Gold und die ausländischen Deviseneinlagen durch Ängste befeuert fortwährend von einem Ort des Planeten zum nächsten. Wir mussten mit ansehen, wie die Währungen zermürbt und die Regierungen in Verlegenheit gebracht wurden, während das Gold aufgrund der Angst von einem Land zum nächsten trieb. Fakt ist, dass es eine Masse an Gold und kurzlaufenden Krediten gab, die sich auf dem sturmgetriebenen Schiffsdeck der Welt wie ein unsicherer Kanonist verhielten.“ – US-Präsident Herbert Hoover, Memoires, Band II

Dass die Zinssätze derzeit in den negativen Bereich fallen, ist ein wichtiger Punkt im Hinblick auf das Vertrauen der Öffentlichkeit. Wie lange wird das noch so weitergehen? Werden Sie dem Staat 5% zahlen, dass er Ihr Geld hält? Wenn erst einmal ein Staat Risse zeigt, werden die Menschen sukzessive das Vertrauen gegenüber allen Staaten verlieren.

Der entscheidende Unterschied zwischen damals und heute ist, dass jetzt noch zusätzlich Hatz auf Kapital gemacht wird. Dadurch wird es extrem schwierig, sich zu schützen, da sie ja Jagd auf alles machen. Man kann heute nicht einmal mehr USD 3.000 vom Konto holen, ohne dass deswegen nicht irgendwelche Alarmglocken bei den Banken angehen.

Das ist auch der Grund dafür, warum ich sage, dass man Bargeld und Goldmünzen halten sollte – keine Goldbarren, sondern Münzen. Wir müssen nicht unbedingt in ein Mad-Max- oder Hunger-Games-Szenario abtauchen – doch da das Geld derzeit immer stärker in Richtung elektronischen Geldes geht, könnte es sein, dass alles eingefroren wird. Man muss einfach einen Plan B haben. Man braucht etwas, das die Öffentlichkeit kennt, und dazu gehört nun einmal auch Bargeld.

Das Einzige, was ich tun kann, ist, auf das hinzuweisen, was in der Vergangenheit schon einmal passiert ist. Fällt ein Land, wird sich das Kapital sofort umschauen, um herauszufinden, welches Land als nächstes dran ist. Der US-Dollar wird der letzte Überlebende sein. Und danach dürfte irgendeine neue Weltwährung auftauchen. Wir haben bei der Staatsverschuldung nun einen extremen Punkt erreicht.

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