Euro-Krise: Staatspleiten & Banken-Crashs sind jetzt nicht mehr aufzuhalten

Die europäischen Notenbanker und Politiker führen eine Schlacht, die sie nicht gewinnen können. Der Euro ist wahrscheinlich der größte geldpolitische Reinfall der Geschichte

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 22.01.2015

Es gibt einen Krieg, der nie zu Ende geht, und das ist der, bei dem die Menschen fortwährend versuchen, den Trend des Wirtschaftszyklus zu bekämpfen. Die Europäische Zentralbank wird nun damit beginnen, die faulen Staatschulden – für die sie überhaupt erst gesorgt hat – aufzukaufen, anstatt das zu tun, was von Beginn an notwendig gewesen wäre – die Konsolidierung der Staatsschulden der einzelnen Euroländer (Schuldenunion). Dadurch wäre es dem Euro möglich gewesen, eine überlebensfähige Währung zu sein, da so eine Reservebasis geschaffen worden wäre, die heute gar nicht existiert.

Stattdessen ließ man jedem Euroland seine Staatsschulden, die dann auf einmal im Bankensystem Reservequalität genossen – und das war der größte Fehler in der Geschichte. Die europäischen Banken stecken jetzt in echten Schwierigkeiten. Sie bewerten diese Staatsanleihen in ihren Büchern nicht zu Marktpreisen, sondern mit ihrem Nominalwert. Der Staat geht einfach davon aus, dass er immer das Beste ist, was es gibt.

Europa ist ein Reinfall, da sie die Eurozone nicht reformieren werden. Vielmehr sind die aktuellen Entwicklungen mit dem Waterboarding der NSA zu vergleichen – es ist ein langsamer, schrittweiser und schmerzlicher Prozess. Die Eurokrise kann auf diese Art und Weise jedenfalls nicht gelöst werden.

Die Staatsanleihekäufe haben eine deflationäre Wirkung, da die wertlosen Schulden dadurch im Grunde in den Ruhestand geschickt werden. Es ist eine Bankenrettung und hat nichts mit einer Belebung der Wirtschaft zu tun, da die Banken dieser Gelder nicht mehr weiterverleihen werden. Die Banken werden einfach in Schutt und Asche gelegt werden, da ihre Reserven wertlos sind. Das ist ein sehr interessantes Problem, das öffentlich niemand diskutieren möchte, da es sich hierbei um die größte politische Manipulation aller Zeiten handelt, die richtig, aber richtig nach hinten losging.

„Seit mehr als 100 Jahren haben Wirtschaftszyklen unaufhörlich für Bewegung gesorgt. Sie haben während enormer wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Veränderungen angehalten; sie widerstanden unzähligen Experimenten der Industrie, Landwirtschaft, des Bankwesens und bei den Wirtschaftsbeziehungen; sie haben unzählige Prognostiker verblüfft und die wiederholten Prophezeiungen ´einer neuen Ära des Wohlstands` widerlegt, und sie haben die wiederholten Befürchtungen einer ´chronischen Depression` überdauert.“ – der ehemalige Fed-Vorsitzende Arthur F. Burns im Jahr 1947

Der Staat hat die Wirtschaft oder die freien Märkte noch nie akzeptiert! Sie glauben, dass sie über die Fähigkeit und das Recht verfügen, die Gesellschaft zu manipulieren. Und jedes einzelne Mal sind sie dabei gescheitert. Sie sind einfach völlig unfähig, anzuerkennen, dass es eine natürliche Ordnung der Dinge gibt, die durch die Natur des Menschen (den menschlichen Charakter) angetrieben wird. Sie kämpfen fortwährend gegen den Wirtschaftszyklus an und versuchen zu verändern, was nicht verändert werden kann. Und damit kämpfen sie auch in einem fortwährenden Krieg, den sie nie gewinnen können.

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Die Römer versuchten, die Prostitution zu verbieten und erklärten, dass man Prostituierte nicht mit einer Münze bezahlen könne, auf der das Bild des Kaisers zu sehen sei. Zu jener Zeit war das Bild des Kaisers auf jeder Münze zu sehen. Die Lösung: Es wurden privat einfach neue Münzen geprägt.

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Die menschliche Natur lässt sich nicht verbieten. Das hat noch nie funktioniert. Es wird immer Prostituierte geben und es wird auch immer Menschen geben, die trinken oder Drogen nehmen. Das Einzige, was man tun kann, ist den Handel zu regulieren, da man die menschliche Natur niemals auslöschen kann, ganz gleich, was man tut.

Der Staat ist überhaupt nicht in der Lage, gegen den Wirtschaftszyklus zu gewinnen. Das Einzige, was sie tun können, ist, den Zyklus zu verschlimmern und seine Geschwindigkeit anzuheizen, was zu Paniken führt.

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