Angriff auf das Unterbewusstsein: Wie man durch unterschwellige Botschaften Konsumenten steuert

80 Jahre nach den ersten erfolgreichen Anwendungen moderner unterschwelliger Propaganda räumt die Wissenschaft langsam ein, dass sie funktioniert

Propagandafront.de, 14.09.2010

Die Medien, die Werbebranche und der Kulturbetrieb sind seit jeher der verlängerte Arm des Staates. Bereits vor über 2.000 Jahren schrieb der griechische Staatsphilosoph Platon über die Notwendigkeit Bühnenkünstler staatlich zu sanktionieren, da ihr Einfluss auf die Menschen so gewaltig sein kann.

Seit den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wird moderne unterschwellige Propaganda und unterschwellige Beeinflussung ausdrücklich zum Zweck der Manipulation der Massen eingesetzt. Diese Technik wurde vom Gottvater der Propaganda, Edward L. Bernays, auf die Spitze getrieben und vervollkommnet.

Bernays wurde von Privatkonzernen, Regierungen, Politikern, Geheimdiensten und vielen anderen Gruppierungen engagiert um die Massen zu steuern und sie zu dem zu machen, was man bis heute als den perfekten Bürger ansieht. Aus Sicht des Establishments handelt es sich hierbei um einen unkritischen, unpolitischen und domestizierten Verbraucher, der unhinterfragt seine Arbeit erledigt, sich den für ihn geplanten Vorschlägen der Elite anschließt, von denen er glaubt, es seien seine eigenen Vorstellungen, und den überwiegenden Teil der Konsumartikel aus der Massenfertigung willfährig annimmt.

Bernays war der Neffe von Sigmund Freud und verlieh dem jahrtausendealten Wissen darüber, wie man Menschenmassen mithilfe von auf das Unterbewusstsein abzielenden Methoden kontrolliert, ein neues für das 20. Jahrhundert modernisierte Antlitz. Er war es auch, der dafür sorgte, dass Frauen mit dem Rauchen anfingen und dies gesellschaftlich akzeptiert wurde.

Bernays verlieh Politikern ein gutes Image, wenn sie in den Umfragen einbrachen und beriet dabei erfolgreich US-Präsidenten. Er war es, der dafür sorgte, dass der Begriff Propaganda in „Public Relations“, zu Deutsch Öffentlichkeitsarbeit, umbenannt wurde, da die Nazis den Begriff zu negativ belegt hatten.

Anfang der 50er Jahre arbeitete Bernays mit der CIA und United Fruits (heute Chiquita) erfolgreich am Umsturz der „Bananenrepublik“ Guatemala, indem er unter anderem eine gigantische PR-Kampagne startete um die US-amerikanische Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass der kommunistische Feind direkt vor den Toren der USA stand, was natürlich frei erfunden war.

Bezüglich der allgemeinen Entwicklung der Massenbeeinflussung unter Zuhilfenahme des Unterbewussten und der Machenschaften der Konzerne, PR-Firmen und Werbeagenturen finden Sie im Folgenden die sehr empfehlenswerte englischsprachige BBC-Dokumentation „The Century of the Self“:

Unterschwellige Propaganda, also Informationen die unterhalb der bewussten Wahrnehmungsschwelle liegen, vom Betrachter jedoch erfasst werden, gibt es seit Jahrhunderten, vielleicht auch schon viel länger. Der Macher des Films „Rape of the Soul“, Michael A. Calace, der darin unterschwellige Botschaften in Kirchenkunst und Kirchenarchitektur aufzeigt, erklärt dazu:

„Umso tiefer ich grub, umso mehr entdeckte ich, nicht nur im Hinblick auf zeitgenössische Kunst, sondern bei Werken von einigen sehr bekannten und angesehen Künstlern, die über 500 Jahre zurückreichen. Sex und Horror ist der Treibstoff, der das skandalöse Verhalten der Kirche antreibt. Deshalb brauchen Kirchenführer überhaupt nicht weit zu schauen, weil das Problem kommt direkt aus der Kirche…

Seit Jahrhunderten haben Künstler von da Vinci bis zu Botticelli unterschwellige Bilder in ihre Kunst eingebettet. In diesem Fall fanden wir Penisse auf Kruzifixen, Anarchiezeichen, Swastikas, dämonische Gesichter und in modernen Arbeiten wurde sogar das Wort ´Sex` in den Bildern verschlüsselt. Zu den betroffenen Arbeiten zählen auch Messbücher und Gesangsbücher moderner Künstler, die jetzt in diesem Moment überall in den USA auf den Kirchenbänken liegen und den Kindern als religiöse Unterrichtsmittel dienen.“

In Deutschland und der westlichen Welt findet sich unterschwellige Propaganda heutzutage in Hülle und Fülle. Das menschliche Auge kommt an unterschwelliger Werbung nicht vorbei, aber nur ein Bruchteil der Menschen, ist sich über die auf das Unterbewusstsein abzielende Werbung im Klaren.

Die Wirkung von unterschwelligen Botschaften wurde von den Werbefirmen und der Wissenschaftsgemeinde nach außen hin immer als unwirksam verworfen. Man behauptete, die Menschen seien dadurch nicht beeinflussbar und die Medien würden derartiges nie tun.

Jetzt, 80 Jahre nachdem unterschwellige auf das Unterbewusstsein abzielende Propaganda erstmals eingesetzt wurde, fangen die „Wissenschaftler“ langsam damit an einzuräumen, dass unterschwellige Werbung funktioniert. Diese 80 Jahre sprechen Bände. Auch wenn die für die Öffentlichkeit sichtbaren „Experten“ die Ergebnisse immer wieder zu relativieren suchen, sind die Wirkungen gigantisch.

Hier ein paar Ergebnisse aus der neueren Forschung, die dem Sklavenschaf offiziell mitgeteilt werden dürfen und angeblich darauf schließen lassen, „dass Konsumenten keine Marionetten sind, deren Verhalten beliebig Steuerbar ist“:

1. Die unterschwellige Einblendung von Getränken in Filmen macht durstiger – 2002 wurde eine Untersuchung durchgeführt, bei der man 12-mal pro Sekunde für jeweils 33 Tausendstelsekunden eine Dose Cola eingeblendet hatte. Die Zuschauer waren danach durstiger als die zweite Gruppe, bei denen man ein Bild eingeblendet hatte, das nichts mit Cola zu tun hatte. Wie hieran zu erkennen ist, nimmt der Mensch praktisch alles wahr, er saugt gigantische Mengen an Informationen in sich auf, welche dann auch bei der Entscheidungsfindung mit in das Verhalten einfließen oder Bedürfnisse verstärken können.

2. Die unterschwellige Einblendung von Markennamen erhöht den Konsum – 2006 führte man eine Untersuchung durch, wo Personen während der Arbeit am Computer unterhalb der Wahrnehmungsschwell der Begriff „Lipton Ice“ eingeblendet wurde. Bei einer anderen Testgruppe wurden die gleichen Buchstaben in einer unlesbaren Reihenfolge eingeblendet. Im Nachgang bot man den Testpersonen Getränke an: 25% der Gruppe mit den unlesbaren Einblendungen entschieden sich für Eistee, bei der Gruppe, wo „Lipton Ice“ eingeblendet wurde, waren es 69% aller getesteten Personen. Unterschwellige Werbung ist also verkaufsfördernd.

3. Unterschwellige positive Aufladung von Markennamen – 2001 wurde nachgewiesen, dass Marken bei „gleichzeitiger Darbietung von positiven Stimuli im Gedächtnis mit diesen verbunden und somit positiv aufgeladen werden.“ (Die Gehirnwäsche der Massen durch Kinofilme, Serien und andere Untenhaltung funktioniert auch nach diesem Prinzip, ersetzen Sie einfach „Marken“ durch „Meinungen oder Verhaltensweisen“ und „von positiven Stimuli“ mit „durch beliebte Schauspieler oder Moderatoren und Prominente“.) In Untersuchungen der 90er Jahre und zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurde ferner nachgewiesen, dass unbewusst erfasste Markennahmen später leichter erkannt werden, vertraut und positiv wirken und andere Konditionierungsprozesse damit einhergehen, ohne das sich der Verbraucher auch nur im Ansatz darüber bewusst ist.

4. Unterschwellige Botschaften verstärken bereits bestehende Wünsche – 2003 führte man eine Untersuchung durch, wo den Testpersonen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle Worte eingeblendet wurden, die mit Durst im Zusammenhang stehen. Bei einer anderen Testgruppe wurden Wörter eingeblendet, die mit Durst nicht im Zusammenhang standen. Die erste Gruppe trank aber nur dann mehr, wenn sie zuvor in einem Fragebogen bereits angegeben hatte durstig zu sein. Im Schnitt tranken sie 200 ml. Die Testpersonen beider Gruppen, die nicht angaben Durst zu haben tranken beide im Schnitt 130 ml. Das ist der Grund, warum die Werbebranche in der Regel auch auf Nummer sicher geht und mit unterschwelligen Botschaften arbeitet die mit Urtrieben wie dem Sexualtrieb oder dem Todestrieb zu tun haben.

5. Unterschwellige Botschaften zur Verhaltensveränderung – 1997 blendete man bei einer Testgruppe Begriffe ein, die etwas mit alten Menschen zu tun haben. Im Vergleich zur zweiten Testgruppe verließen diese langsamer das Labor. 2006 führte man dasselbe Experiment mit Menschen durch, die alte Menschen nicht mögen. Diese liefen daraufhin schneller als vorher. Das langsamere Gehen führte man auf eine Art von Synchronisierung zurück, da sich das Gehirn auf den Umgang mit älteren Menschen eingestellt hätte. Beim Experiment aus dem Jahre 2006 dürfte es sich wohl um eine Abwehrreaktion handeln.

7. Bemerkt man unterschwellige Botschaften gehen ihre Wirkungen verloren – 2006 ließ man Testpersonen Fotos betrachten und sagte den Teilnehmern, sie sollten sich auf die Gesichter konzentrieren. Einige Bilder enthielten eine Wasserflasche der Marke Dasani. Nach dem Test durften alle Testpersonen unter vier unterschiedlichen Mineralwasserflaschen wählen. Testpersonen, die die Wasserflasche der Marke Dasani auf den Bildern nicht bemerkt hatten, wählten diese Sorte häufiger. Testpersonen, denen die Flasche Dasani aufgefallen waren, entschieden sich jedoch nicht häufiger für diese Marke als die Testgruppe, bei denen sich überhaupt keine Flaschen auf den Bildern befanden.

8. Automatisierte Abwehrmechanismen gegen unterschwellige Beeinflussung – Man fand heraus, dass automatisierte Abwehrmechanismen gegen unterschwellige Beeinflussung aufgebaut werden können. 2007 befragte man Testpersonen nach Bezugspersonen, die von ihnen wünschen, dass sie hart arbeiten und nach Bezugspersonen, die wollen, dass sie Spaß haben. Danach mussten die Personen Aufgaben am Computer durchführen, während man unterhalb der Wahrnehmungsschwelle die Namen der genannten Bezugspersonen einblendete. Personen, die angaben besonders häufig „reaktant“ (widerspenstig, stur usw.) zu reagieren, arbeiteten nach der Einblendung der Namen von Personen, die wünschen, dass sie hart arbeiten, sogar langsamer.

„Die Teilnehmer hatten ihre Reaktanz…so weit automatisiert, dass schon die unbemerkte Wahrnehmung des Namens der kontrollierenden Person sie veranlasste ein Verhalten zu zeigen, das dem Wunsch der kontrollierenden Person entgegen läuft.“

9. Bewusstes Handeln kann die Wirkung unterschwelliger Werbung reduzieren – In Untersuchungen der 90er Jahre und Anfang des 21. Jahrhunderts fand man heraus, dass unterschwellige Werbung besonders gut funktioniert, wenn die „Verhaltenskontrolle“, also die bewusste und reflektierte Entscheidungsfindung, gering ist. Die Verhaltenskontrolle ist beispielsweise besonders niedrig, wenn man nur wenig Zeit hat, abgelenkt ist, Handlungen durchführt, die als unwichtig oder unbedeutend angesehen werden, oder müde ist.

Unterschwellige Botschaften wirken also und können der Propaganda oder einem Produkt eine unerklärliche Anziehungskraft verleihen.

In Deutschland finden Sie unterschwellige Botschaften unter anderem in Fernsehsendungen, wo zum Beispiel unauffällig Produkte eingeblendet werden, in der Printwerbung wie bei Zigaretten- und Kinoplakaten, bei der Werbung für Markenprodukte – man findet sie überall. Auf das Unterbewusstsein abzielende Propagandamaßnahmen sind ein probates Mittel der Politik, des Establishments und der Wirtschaft.

Im Folgenden finden Sie einen Kurzfilm, wo sich das ein oder andere gute Beispiel für unterschwellige Botschaften finden lässt:

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