Gehirnwäsche: Konzerne und Regierung bestimmen, worüber in den Medien berichtet wird

RT.com, 28.01.2011

In den Vereinigten Staaten besitzen einige wenige riesengroße Konzerne alle großen Nachrichtennetzwerke und Zeitungen. Wie stark ist die Kontrolle, die sie auf die Inhalte ausüben?

Jeder scheint zu wissen, dass man die Hand, die einen füttert, nicht beißt, da es die Hand ist, die das Sagen hat. „Wer die Musik zahlt, bestimmt auch, was gespielt wird.“ so Steve Rendall, leitender Analyst bei FAIR.

In den USA wird die Zeche seitens der Konzerne beglichen. Sie entscheiden darüber, was Amerikaner zu sehen, hören und zu lesen bekommen.

„Es ist eine Geldmaschine, ein Goldesel. Die Leute glauben nicht, dass man mit den Medien Geld machen kann. Abgesehen von der Gesundheitsindustrie, handelt es sich bei den Medien heutzutage jedoch um die Branche des 21. Jahrhunderts.“ so Professor Chris Chambers von der Georgetown University.

Vor 50 Jahren wurden die Zeitungen und Nachrichtensender in den USA von 50 Konzernen gesteuert. Bis heute kam es zu einer schnellen Konzentration in diesem Bereich, die dazu führte, dass die Medien nun im Besitz eines fast vollständigen Monopols einiger Glücklicher sind.

Der Medienkritiker Danny Schechter führt dazu aus: „Die Gefahr dieser Art von Medienkonzentration besteht darin, dass man der Demokratie dadurch ihre Vielfalt raubt, sie beraubt die Zuschauer einer größeren Bandbreite an Meinungen.“

Analysten erklären, dass sich die USA gegenwärtig in einem goldenen Zeitalter der Medienbeeinflussung befinden. „Nie war es einfacher herauszufinden, wer genau hinter einer Sache steckt und wo die Interessenkonflikte liegen.“ so Medienanalyst TJ Walker.

Die Liste der Eigentümer wird von Rupert Murdoch und seinem Imperium News Corp angeführt. Murdoch gehört FOX News, das Wall Street Journal und die New York Post, um nur einige Medienfirmen anzuführen.

General Electric, einer der größten Militärdienstleister in den USA, und Comcast, eine der führenden Kabelanbieter des Landes, betreiben gemeinsam NBC.

„Auf dem Grund des Hudson Rivers befindet sich lauter krebserregendes PSB – diese toxischen und gefährlichen Chemikalien sind durch General Electric dorthin gelangt. General Electric besitzt NBC. NBC hat sich bisher noch kein bisschen darum geschert, über diese riesige Umweltverschmutzung zu berichten.“ so Rendall.

Disney, der Konzern mit dem unschuldigen für ihn so typischen Gesicht von Mickey Mouse, ist stolzer Besitzer von ABC. „Als ABC von Disney gekauft wurde, gab es einige ABC-Berichte über Unschicklichkeiten in Disneyland und Disney World, da hat Disney all diese Berichte aus dem Programm genommen.“ so Chambers.

CNN und Time Magazine gehören Time Warner. Zu den Mediengiganten gesellt sich auch noch die CBS Corporation, die über CBS News und Viacom thront. Viacom ist ein weltweiter Anbieter von Unterhaltung und beispielsweise für Comedy Central verantwortlich.

„Angeblich sollen die Journalisten denen, die sich allzu sicher und wohl fühlen, Unbehagen bereiten und zum Wohle der Heimgesuchten agieren, wenn man dann jedoch Journalisten hat, die mit Leichtigkeit um Konzern- und Regierungseliten herumschwänzeln, wird der Grund ihrer Existenz fast vollständig zunichte gemacht.“ so Rendall.

Konzerne existieren, um Gewinne zu erwirtschaften. Das bedeutet, dass die Interessen der Investoren über allen anderen Dingen stehen, die beim Journalismus sonst noch eine Rolle spielen würden. „Gute Geschäfte bedeuten schlechten Journalismus. Und guter Journalismus bedeutet schlechte Geschäfte.“ so Chambers.

Die Moderatorin Laura Flanders erklärt, es sei einfach naiv, von den Konzernmedien zu erwarten, dass sie irgendwelche Fakten liefern würden:

„Wir können nicht darauf vertrauen, wenn der Militärvertragsnehmer General Electric über den Krieg berichtet, genausowenig wie wir darauf vertrauen können, dass uns die von Disney gesteuerten Fernsehsender die Wahrheit über die Vorgänge in der Wirtschaft berichten.“

Da die Medien immer weiter monopolisiert werden, geht auch die Zahl derjenigen, die daran interessiert sind, den US-Zuschauern etwas namens „Wahrheit“ zu vermitteln, immer weiter zurück. Anstatt Journalismus zu betreiben, haben sich die Medien in laute Sprachrohre der Konzerne verwandelt.

Der Autor Michael Parenti sagt, die großen Nachrichtenanbieter würden nicht nur den großen Konzernen gehören, sondern es käme auch noch hinzu, dass diese wiederum mit Werbeeinnahmen finanziert würden, die von anderen Konzernen stammen:

„Es besteht immer die Sorge, den Werbekunden zu gefallen. Den Amerikanern wurde gelehrt, dass wir eine freie und unabhängige Presse haben, weil sie nicht im Besitz der Regierung ist. Tatsache ist jedoch, dass die ideologischen Parameter in der Presse sehr stringent und eng gefasst sind und seitens der Konzerneigner und der die Werbung schaltenden Konzerne festgelegt werden. Diese ideologischen Parameter bedeuten, dass man nichts allzu kritisches über das weltweite Konzernsystem sagt.“

Aufgrund dieses Systems, so Parenti, seien die Amerikaner dergestalt indoktriniert worden, dass sie glauben, die US-Politik sei richtig und „Ein Geschenk Gottes an die Welt.“

Bezüglich der Voreingenommenheit der Konzernmedien führt Parenti weiter aus: „Es ist extrem schwer, überhaupt irgendetwas kritisches über irgendjemanden zu sagen, der auch nur über ein wenig wirtschaftliche Macht verfügt.“

Der Radiomoderator Alex Jones erklärt, dass Objektivität in den Medien nicht möglich ist, wenn es solch massive Interessen bezüglich der Inhalte gibt:

„Man hat die alten Dinosaurier-Medien, die jetzt 5 oder vielleicht 6 Megakonglomeraten gehören und mit der Regierung bereits gemeinsame Sache machen und geheime Zahlungen erhalten. Und es sind nicht bloß diese 5 oder 6 Megakonzerne, die über all diese Konzernzuwendungen verfügen und die nicht über Sachen berichten werden, bei denen sie selbst in schlechtem Licht dastehen – es gibt auch noch direkte Zahlungen von Steuerzahlergeld seitens der Regierung, was ihnen im Geheimen zugesteckt wird.“

Jones führt aus, dass genau dieser Umstand immer mehr Amerikaner von den Massenmedien wegtreibt. Sie gingen stattdessen ins Internet, um unabhängige Medienquellen zu finden:

„Wir haben erlebt, wie es beim Kabelfernsehen, beim Rundfunk und bei den Zeitungen zu riesigen Einbrüchen bei der Zuschauer- und Leserschaft kam – und man hat gesehen, dass Seiten wie inforwars.com und andere alternative Medienseiten explodieren.“

Jones sagt, dass die alternativen Medien für die Konzernmedien mittlerweile eine Bedrohung darstellen und die Konzernmedien daher versuchen, Einfluss auf die Regierung zu nehmen, um andere Medienquellen zu verbieten.

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