Krieg über alles

Paul Craig Roberts, Prisonplanet.com, 26.02.2011

Die Vereinigten Staaten können vom Krieg nicht genug bekommen. Während das Regime des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi gerade einer rebellierenden Bevölkerung zum Opfer fällt, meldet CNN, ein Sprecher des Pentagons hätte erklärt, die USA würden alle militärischen Optionen prüfen.

Also macht sich das Pentagon – das für eine Million tote Iraker und eine unbekannte Zahl toter Afghanen und Pakistaner verantwortlich ist – nun angeblich Sorgen über den Tod von 1.000 Libyern.

Während das Pentagon noch versucht herauszufinden, wie es sich an der libyschen Revolte beteiligen könnte, entwickelt der für den Pazifik verantwortliche Kommandeur der US-Streitkräfte gerade neue Schlachtpläne, wie man sich mit den Chinesen auf ihrem Heimatboden anlegen könnte. Der 4-Sterne-Admiral Robert Willard ist der Meinung, dass die USA in der Lage sein sollten, China in seinen eigenen Küstengewässern zu schlagen.

Eine Möglichkeit, die dem Admiral vorschwebt, wäre es, seinen Kampfstreitkräften weitere US-Marines zur Seite zu stellen, so dass die USA die chinesischen Streitkräfte von umstrittenen Inseln im Osten und Süden des Chinesischen Meeres vertreiben können.

Nein, es sind nicht die Vereinigten Staaten, die sich dort um Inseln streiten, aber wenn es irgendwo eine Möglichkeit für einen Krieg gibt, will der Admiral schon sicherstellen, dass sie nicht einfach so ausgelassen wird.

Admiral Willard hofft auch darauf, dass die militärischen Beziehungen zu Indien weiter ausgebaut werden können und dieses Land unter seine Zuständigkeit fällt. Indien ist, so der Admiral, „ein natürlicher Partner der Vereinigten Staaten“ und ein Land „von entscheidender Bedeutung bezüglich der Strategie des 21. Jahrhunderts des Gleichgewichts mit China“. Die USA wollen die Inder ködern, indem sie ihnen fortschrittliches Fluggerät verkaufen.

Sollte der Plan von Erfolg gekrönt sein, dann werden uns Indien und die NATO dabei helfen, Pakistan zu besetzen, wodurch sich gegenüber China die Möglichkeit eines Zwei-Fronten-Kriegs ergäbe.

Das Pentagon braucht ein paar neue Kriege, so dass wieder einiges an „Wiederaufbau“ durchgeführt werden kann.

Der Wiederaufbau ist ein sehr lukratives Geschäft, besonders angesichts der Tatsache, dass Washington in der Vergangenheit zahlreiche Projekte privatisierte, wodurch die Regierung ihren gut aufgestellten Freunden zahlreiche Plünderungsmöglichkeiten bescherte. Man denke nur an all das Geld, das dafür ausgegeben worden ist – abgeschlossene Wiederaufbauprojekte findet man hingegen kaum.

Seitens des Kongressausschusses für Vertragsabschlüsse zu Kriegszeiten wurde jüngst ein Bericht veröffentlicht, worin es heißt, dass man nicht genau sagen könne, wie viel der USD 200 Milliarden an „Wiederaufbau“-Geld für Afghanistan nun aufgrund kriminellen Verhaltens und krasser Korruption einfach verschwunden sei – USD 12 Milliarden gingen jedoch alleine aufgrund von „verdecktem Betrug“ verloren.

Durch Krieg machen die Leute, die über beste politische Verbindungen verfügen, jede Menge Geld. Während die flaggenwehende Bevölkerung auch weiterhin stolz ist auf den Dienst, den ihre Söhne, Brüder, Ehemänner, Väter, Cousinen, Frauen, Mütter und Töchter leisten, streichen die smarten Burschen, die das ganze Feuerwerk überhaupt erst ins Leben brachten, unterdessen zig Millionen ein.

General Smedley Butler erklärte einer hurrapatriotischen amerikanischen Bevölkerung vergeblich: „Krieg ist ein sehr einträgliches Geschäft.“ Solange die amerikanische Bevölkerung weiterhin stolz darauf ist, dass ihre Verwandten als Kanonenfutter des militärischen Komplexes dienen, wird der Krieg auch weiterhin ein sehr einträgliches Geschäft sein.

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