Rohstoffmärkte: Vereinte Nationen fordern globale Besteuerung und Preiskontrollen

Völlig durchgeknallt und ultragefährlich: Die diktatorischen Vereinten Nationen behaupten, gierige und naive Investoren seien an den explodierenden Rohstoffpreisen schuld. In einem neuen Bericht fordern sie eine globale Besteuerung, mehr Regulierungen, direkte Marktinterventionen sowie globale Preiskontrollen

Alex Newman, The New American, 09.06.2011

In einem jüngst von den Vereinten Nationen veröffentlichten Bericht werden die „Herden“-Mentalität der Investoren und armselige Regulierungen für die volatilen Preise an den Rohstoffmärkten verantwortlich gemacht, während gleichzeitig vorgeschlagen wird, eine neue globale „Transaktionssteuer“ auf den Handel zu erheben und internationalen Regierungsstrukturen weitreichendere Befugnisse bei der Kontrolle der Märkte einzuräumen.

Die gesamte „Studie“ strotzt nur so vor Arroganz und kann nur schwerlich als objektiv erachtet werden. Beispielsweise lasten die Autoren die Schuld fortwährend dem „Herdenverhalten“ der Investoren an und stellen zusätzlich noch die absurde Behauptung auf, die weisen Regulierer würden dafür sorgen, dass die Märkte effizienter funktionierten – wenn man den internationalen Institutionen nur mehr Macht verleihen würde.

Das Papier nimmt sogar Bezug auf eine „strengere Regulierung von Finanzinvestoren“ und, sofern dies nötig sein würde, „weitreichendere internationale politische Maßnahmen, darunter auch Preisstabilisierungsmaßnahmen“.

Der Bericht wurde von der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD) verfasst, die bei dieser Arbeit von der Arbeiterkammer Wien unterstützt wurden, und trägt den Namen „Preisbildung in den von Finanzspekulationen erfassten Rohstoffmärkten“.

Das Papier konzentriert sich besonders auf Öl, Gerste, Kakao, Mais, Zucker und Weizen. Nach diversen Analysen geht man in dem Bericht dazu über, die Art, wie die Rohstoffmärkte funktionieren, anzugreifen.

Im Grunde wird behauptet, dass die naiven und gierigen „Spekulanten“ nur nach schnellen Profiten streben würden und somit für eine riesige „Blase“ in den Rohstoffmärkten gesorgt hätten – speziell bei Öl und Nahrungsmitteln – die nun seitens der Regierungen zum Platzen gebracht werden müsse, um die Armen zu retten.

Die meisten Ökonomen gehen jedoch davon aus, dass es für die steigenden Rohstoffpreise andere Ursachen gibt, als die von UNCTAD behaupteten: Die wilde Gelddruckerei und die Inflation durch die Zentralbanken; Unsicherheiten, die auf rücksichtlose fiskalische und geldpolitische Maßnahmen zurückzuführen sind; Marktmanipulationen des Bankenkartells und darüberhinaus auch noch eine tatsächliche Zunahme der Nachfrage bei gleichzeitiger Angebotsverknappung.

Doch die antikapitalistische UNCTAD ist da ganz anderer Meinung und erklärt, dass die Schuld vielmehr bei den nicht ordnungsgemäß funktionierenden Märkten und dem Mangel an Regulierung zu suchen sei. „Um das ordnungsgemäße Funktionieren der Rohstoffmärkte wiederherzustellen, sind rasche politische Maßnahmen im globalen Maßstab notwendig“, so der Bericht.

In dem Papier werden dann auch verschiedene Vorschläge unterbreitet, welche Art von globalen „Maßnahmen“ UNCTAD gerne sehen würde. Zu diesen Vorschlägen gehört beispielsweise die „direkte Intervention in den physischen Märkten oder den Finanzmärkten.“

Diese international überwachte Einmischung würde mit einem „weltweiten und institutionellem Abkommen“ einhergehen, das die sogenannte „Global Intelligence Unit“ dazu ermächtigt, ein angemessenes Preisniveau zu bestimmen. Sollten die Bürokraten dann zu der Meinung gelangen, dass die Preise mit den zugrunde liegenden Fundamentaldaten nicht in Einklang stehen, würden die Regulierer eingreifen.

„An den von Finanzspekulationen erfassten Rohstoffmärkten – wie auch an den Devisenmärkten – könnten die Interventionen es den Marktteilnehmern sogar noch einfacher machen, die zugrunde liegenden Fundamentaldaten zu erkennen…für eine Zentralbank oder eine andere Behörde ist es möglich, sich in den Finanzmärkten als Marktmacher oder als eine Institution einzubringen, die in der Lage ist, den Markt zu schocken, wenn dieser über das Ziel hinausschießt.“

Neben den direkten staatlich initiierten Marktverzerrungen empfiehlt die „Studie“ eine progressive „mehrstufige Transaktionssteuer“, die dann vermutlich an irgendeine internationale Behörde gezahlt werden soll. Die durch diese Methode generierten Gelder könnten dann eingesetzt werden, um Diktaturen auf aller Welt „Hilfe“ zu leisten: „Mehr offizielle Entwicklungshilfe im landwirtschaftlichen Bereich der Entwicklungsländer“ sei „mit Sicherheit notwendig“, so der Bericht.

„Ferner die Einführung eines Transaktionssteuer-Systems, das die Finanzmarktaktivitäten generell verlangsamen könnte,“ so das Papier. Man geht hier ganz offenkundig davon aus, dass eine Verlangsamung des Handels an den Finanzmärkten eine gute Sache sei. Die vorgeschlagene Steuer könnte sich mit steigenden Preisen progressiv erhöhen, was die Investoren vom Kauf abhalten würde, wodurch die Preissignale natürlich nicht mehr ihrer Aufgabe in den Märkten gerecht werden könnten.

Die internationalen Regulierungs-„Behörden“ sollten auch mehr Informationen über Geschäfte erhalten, die sich gegenwärtig noch der Transparenz entziehen, so der Bericht. Auch wird vorgeschlagen, einige Formen des Eigenhandels zu verbieten, während „international koordinierte“ Regulierungen und „Positions-Limits“ an den Märkten laut den Autoren ebenfalls eine gute Idee seien.

„Eine strengere Regulierung der Finanzinvestoren würde eine Intervention vereinfachen, sollten Unstimmigkeiten festgestellt werden,“ betont der Bericht. „Ähnliche Regulierungen sollten an allen Rohstoffbörsen und Ländern eingeführt werden, um eine durch Regulierungen begründete Abwanderung zu vermeiden.“

Darüberhinaus wird behauptet, dass die Regulierungsmaßnahmen an den großen amerikanischen Rohstoffbörsen besser seien als in Europa, man „jedoch beide [Märkte] strenger regulieren müsse.“

Der größte Teil der namentlich nicht genannten Händler, die für den Bericht befragt wurden, waren ebenfalls der Meinung, dass mehr Regulierungen von Vorteil seien. Es gibt jedoch nur wenig Informationen über die Befragten und wie diese ausgewählt wurden.

Und obwohl der Bericht der Vereinten Nationen „Spekulanten“ im Grunde als Parias darstellt, die Verachtung verdienen und reguliert werden müssen, ist die Realität eine andere: Der Investor ist bereit, ein Risiko einzugehen – oder zu spekulieren – und leistet in freien Märkten somit einen wertvollen Beitrag.

Wie eine Unzahl von Ökonomen ohne weiteres erklären kann, erhöht die sogenannte Spekulation in Wirklichkeit die Markteffizienz, sorgt für Liquidität und hilft Produzenten und Verbrauchern bei der Ermittlung adäquater Preise und der effizienten Ausbalancierung von Angebot und Nachfrage.

Der Mitautor der Studie und UNCTAD Direktor Heiner Flassbeck – ein Verfechter der gescheiterten keynesianischen Wirtschaftstheorien – lobte die Schritte der G20-Gruppe, die internationalen Regulierungen zu verschärfen, als einen „guten Anfang“.

UNCTAD hat natürlich bereits in der Vergangenheit wiederholt Berichte veröffentlicht, in denen man die freien Märkte attackierte, eine globale Fiat-Währung forderte, ja sogar Theorien über die diskreditierte menschlich verursachte Erderwärmung verbreitete.

Der jüngste Bericht dieser globalen Organisation erhält gerade eine ganze Menge Aufmerksamkeit in den Medien, obwohl die gesamte Geschichte von UNCTAD eine extremistischer Behauptungen und Vorhaben ist.

Die Ökonomen des freien Markts, die im Hinblick auf korrekte Analysen und Voraussagen eine mit Abstand bessere Erfolgsbilanz vorweisen können als UNCTAD, unterbreiten jedoch ganz andere Vorschläge. Solides Geld, ein wirklich freier Handel und eine eingeschränkte Regierung wären die weit bessere Lösung.

Weitere Artikel zu diesem Thema