Euro-Zusammenbruch: Schweizer Großbank rechnet mit Bürgerkrieg und Chaos

Obschon die schweizerische UBS immer noch fest an einen Zusammenhalt der Eurozone glaubt, rechnet sie im Falle eines Zusammenbruchs des Euros mit Bürgerkrieg und Chaos. Unterdessen scheint die Zeit davonzulaufen. Der Finanzmarktanalyst Martin A. Armstrong geht davon aus, dass Europa bereits zwischen November und Juni in den Abgrund rauschen könnte

Propagandafront.de, 06.09.2011

Die schweizerische Großbank UBS hat einen Bericht veröffentlicht, wonach es bei einem Zusammenbruch der europäischen Einheitswährung zu Bürgerkrieg und Chaos kommen könnte. In dem Bericht vom 06.09.2011 heißt es unter anderem, dass die Länder, die sich dafür entscheiden würden, den Euro zu verlassen und zu ihren Nationalwährungen zurückzukehren, mit enormen zusätzlichen finanziellen Belastungen zu rechnen hätten.

Laut der UBS müssten schwächere Eurozonenländer im Falle einer Rückkehr zur Nationalwährung alleine in den ersten 12 Monaten mit zusätzlichen Kosten von bis zu EUR 11.500 pro Kopf rechnen. Stärkere Länder der Eurozone würde der Austritt im ersten Jahr bis zu EUR 8.000 pro Kopf kosten. Zu den politischen Kosten eines Auseinanderbrechens der Eurozone heißt es:

„In vielerlei Hinsicht sind die wirtschaftlichen Kosten die geringste Sorge, die man bezüglich eines Auseinanderbrechen haben sollte. Durch die Aufspaltung des Euros käme es zu politischen Kosten. Europas internationaler Einfluss als ´sanfte Macht` würde zurückgehen (da das Konzept eines politisch integrierten ´Europas` bedeutungslos wird). Auch ist interessant, zu beobachten, dass bisher so gut wie keine moderne Fiatgeld-Währungsunion auseinandergerbrochen ist, ohne dass es zu einer Art von autoritärer oder militaristischer Regierung oder zu einem Bürgerkrieg gekommen wäre.“

Weiter heißt es in dem Bericht:

„Unser Grundlagenszenario für den Euro ist, dass die Währungsunion durch eine Art von fiskalischem Bündnis…zusammenhalten wird…

Doch was passiert, wenn das Katastrophenszenario eintritt? Wie können Investoren investieren, wenn Sie an einen Zusammenbruch des Euros glauben, egal wie niedrig die Wahrscheinlichkeit dafür auch sein mag? Die simple Antwort ist, dass ihnen dies nicht möglich ist…In einem Zusammenbruch-Szenario sind die Folgen für das Wachstum entsetzlich. Durch das Risiko von Bürgerunruhen würde das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit in Frage gestellt, genauso wie solch grundlegende Themen wie Eigentumsrechte. Selbst Länder, die internen Ärger und Spaltungen vermeiden, müssten wahrscheinlich administrative Kontrollen nutzen, um Extremlagen ihrer Märkte zu verhindern.

Die einzige Methode, sich vor einem Euro Zusammenbruchs-Szenario zu schützen, ist, überhaupt keine Euro-Vermögenswerte zu besitzen.“

Der Finanzblog ZeroHedge kommentierte das Zusammenbruchs-Szenario von UBS mit den Worten: „Leider Gottes wird dies jedoch der finale Ausgang sein. Bedauerlicherweise werden noch weitere Billionen an Kapital des Steuerzahlers verlorengehen, bevor es soweit ist.“

Die Eurozone steckt in einem Dilemma, das mit den katastrophalen Zusammenbrüchen totalitärer Regime zu vergleichen ist. Normalerweise wäre es überhaupt kein Problem, die europäische Wirtschaft und das Finanzwesen zu stabilisieren, aber abgesehen von der Tatsache, dass die Politiker nicht willens zu sein scheinen, ihren faschistischen und kommunistischen Befehlsgebern – der internationalen Bankenmafia – abzuschwören, fehlt ihnen, und das ist das Entscheidende, letztendlich die rechtsstaatliche Legitimation.

Der renommierte Staatsrechtler Karl Albrecht Schachtschneider erklärt dazu:

„Mit dem Vertrag von Lissabon wird die Union endgültig ein Bundesstaat. Die Aufgaben und Befugnisse der Union gehen längst weiter als etwa die des Bundes gegenüber den Ländern in Deutschland. Man bestreitet die Bundesstaatlichkeit der Union, weil sie nach dem Grundgesetz und nach den Verfassungsgesetzen anderer Mitgliedstaaten kein Bundesstaat sein dürfe…Die Ermächtigung zum vereinfachten Änderungsverfahren ist nichts anderes als eine Diktaturverfassung.“

Die Europäische Union wurde gegen den Willen der freien Völker Europas zu einem Bundesstaat ausgebaut und ähnelt einer modernisierten Sowjetunion. Die Völker Europas sind von Beginn an nicht mitgenommen wurden, weshalb es der EU an demokratischer Legitimität mangelt. Es handelt sich schlichtweg um ein autoritäres und von den Völkern gehasstes Regime, das den einzelnen Bürger bevormundet und verarmt, während es globalistische Agenden voranzutreiben sucht.

Das nun die warnenden Stimmen bezüglich eines Auseinanderbrechens der Eurozone immer lauter werden, ist verständlich. Doch was wäre die Alternative? Die Union der Sozialistischen Europarepubliken, kurz UdSER, die von der Politik bereits liebevoll Vereinigte Staaten von Europa genannt wird?

Und vor diesem Hintergrund sind die von den Monetaristen vorgebrachten Kosten eines Zusammenbruchs der europäischen Währungsunion völlig irrelevant. In einer Diktatur zu leben und zu dessen Erhalt noch mehr Autoritarismus einzufordern, ist für die Völker Europas nicht zielführend, dennoch werden die Eurokraten in Brüssel ebenso wie die Politmarionetten der Bankenmafia in Deutschland alles daran setzten, den Euro und somit auch den europäischen Superstaat zu retten.

Der Analyst und Finanzmarktexperte Martin A. Armstrong beschrieb jüngst das Dilemma der EU und warnte ausdrücklich davor, dass es in der Eurozone bereits in Kürze zu massiven Verwerfungen kommen dürfte. In einer Stellungnahme mit dem Titel „Eurobonds oder Krieg“ schrieb er vor wenigen Tagen:

„Die Eurobonds sind für den Zusammenhalt Europas als einem freizügigen und freiheitlichen Wirtschaftsraum von entscheidender Bedeutung. Europa steht am Rande einer Katastrophe. Wenn Europa auseinanderbricht, wird es zunehmend zu Handelsbeschränkungen kommen, während die Freizügigkeit immer weiter zurückgeht, da jeder mit dem Finger auf den anderen zeigen und ihm die Schuld zuweisen wird. Das öffnet dem Krieg die Tür, ganz egal, ob man sich nun mit diesem Gedanken auseinandersetzen will oder nicht.

Die Entscheidung – entweder für ein geeintes Europa oder dessen Auseinandergehen – muss schon sehr bald getroffen werden. Ab November wird die Volatilität alle Grenzen sprengen und jenseits von Gut und Böse liegen, was bis Juni 2012 weiter anhalten wird. Ich bin zutiefst besorgt darüber, dass die Welt sehr, sehr hässlich werden wird, und wir sprechen hier nicht über irgendwelche langfristigen Entwicklungen.“ [Hervorhebungen hinzugefügt]

Am 21.08.2011 schrieb Armstrong, welche politischen Voraussetzungen für eine stärkere wirtschaftliche Integration Europas überhaupt notwendig seien:

„Es wird eine extrem schwierige Public Relations (Propaganda) Aufgabe werden, die Menschen in Europa in Richtung mehr Integration zu führen. Viele werden mit dem geeinten Europa nicht glücklich sein. Einer solchen politischen Reform müsste es gelingen, ein größeres Vertrauen gegenüber einer Zentralregierung aufzubauen, die nicht der Feind der Menschen ist und in der Karrierepolitiker nichts zu suchen haben, während man den Menschen ihre nationale Würde und individuelle Kultur belässt. Es muss eine politische Reform geben, um die Unterstützung der Menschen für mehr Integration zu gewinnen.“

Angesichts der Geschwindigkeit, mit der die Eurokrise ihrem Höhepunkt entgegeneilt, und der autoritären und freiheitsfeindlichen Grundzüge der EU-Diktatur scheint die von Armstrong erwähnte „Propaganda“-Herausforderung nicht zu bewerkstelligen zu sein. Die Bürger sollten die Empfehlung der UBS für das Euro-Zusammenbruchs-Szenario daher ernstnehmen und so wenig Euro-Vermögenswerte als möglich halten.

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