Inflationäre Depression: Was Ihnen die Presstituierten der Massenmedien garantiert nicht verraten werden

Wirtschaftslehre für Anfänger: Die US-Wirtschaft schrumpft bereits seit Jahren, eine Erholung hat es nie geben. Die inflationäre Depression ist bittere Realität und wird sich innerhalb der kommenden 36 Monate in voller Blüte entfalten

Paul Craig Roberts, Prisonplanet.com, 31.01.2012

Am 27.01.2012 verkündete die US-Behörde für Wirtschaftsanalyse ihre revidierte Schätzung für das US-Wirtschaftswachstums und erklärte, dass die US-Wirtschaft im vierten Quartal 2011 inflationsbereinigt mit einer Jahresrate von 2,8% gewachsen ist, was gegenüber dem dritten Quartal 2011 einen Anstieg darstellt.

Na das hört sich doch gut an, oder? Falsch, hier hört sich überhaupt nichts gut an. Wenn Sie wissen wollen, was sich hier in Wirklichkeit gerade abspielt, sollten Sie sich besser die Daten von John Williams auf Shadowstats.com ansehen.

Was die Presstituierten der Massenmedien der Öffentlichkeit nämlich nicht sagen, ist, dass fast das gesamte BSP-Wachstum auf einem „unfreiwilligen Aufbau von Lagerbeständen“ beruht, was nichts anderes heißt, als dass mehr Güter produziert als verkauft worden sind. Zieht man die nicht verkauften Waren ab, kommt man bei dem annualisierten US-Wirtschaftswachstum in Wirklichkeit auf 0,1%.

Und selbst diese winzige Wachstumsrate der US-Wirtschaft ist immer noch eine Übertreibung, weil sie durch die geschönten offiziellen US-Inflationszahlen künstlich aufgebläht wird. Bei der aktuellen Ermittlungsmethode der offiziellen Inflation werden die Lebenshaltungskosten überhaupt nicht mehr erfasst. Vielmehr basiert die Ermittlung der staatlichen Inflationszahlen heutzutage auf einer Methode, bei der billige Güter als Ersatz für all jene Produkte dienen, die im Preis gestiegen sind.

Mit anderen Worten: Die US-Regierung hält die offiziellen Inflationszahlen unten, indem sie den Lebensstandard, der den Berechnungen zu Grunde liegt, ganz einfach absenkt. Das erlaubt es den Herrschern, die Rentensteigerungen, die den Empfängern staatlicher Renten aufgrund der steigenden Lebenshaltungskosten eigentlich zustünden, für Angriffskriege, den Ausbau des Polizeistaats und die Rettung der Banker zu verwenden.

Würde man bei der Ermittlung des US-BSP reale Inflationszahlen einfließen lassen, bei deren Berechnung der Lebensstandard nicht abgesenkt wird, käme man zu dem Ergebnis, dass die US-Wirtschaft in Wirklichkeit schrumpft. Dann würde auch deutlich, dass es bei der US-Wirtschaft überhaupt keine Erholung gegeben hat und sich die USA bereits seit vier Jahren in einer massiven Rezession befinden, ungeachtet all der Beteuerungen der US-Behörde für Wirtschaftsanalyse, die anhand der fingierten staatlichen Wirtschaftsdaten eine Erholung behauptet.

Eine Regierung ist immer in der Lage, die Illusion von Wirtschaftswachstum zu erzeugen, indem die wahre Inflationsrate nach unten manipuliert wird. Es steht außer Frage, dass eine Inflationsberechnungsmethode, bei der billigere Güter als Ersatz für sich verteuernde Waren genommen werden, die von den Menschen wahrgenommene reale Inflation verschleiert und nach unten manipuliert.

Völlig unabhängig von den US-Inflationsdaten gibt es jedoch auch noch andere Beweise dafür, dass sich aus den offiziellen Wirtschaftsdaten der US-Regierung keine Wirtschaftserholung ableiten lässt. Würde sich die US-Wirtschaft tatsächlich in einer Erholung befinden, müssten die staatlichen Wirtschaftsdaten eine Aufwärtsdynamik aufweisen – in Wirklichkeit lassen sich aber, wie John Williams veranschaulicht, lediglich Seitwärtsbewegungen und Rückgänge beobachten.

So lag beispielsweise die Zahl der US-Bürger in Beschäftigungsverhältnissen im Dezember 2011 laut regierungsamtlichen Daten unter der Zahl des Jahres 2001. In den letzten zehn Jahren ist die US-Bevölkerung aber immer stärker angewachsen. Die Presstituierten der Massenmedien bezeichnen die behauptete Erholung deshalb auch als eine „joblose Erholung“, was ein in sich widersprüchlicher Begriff ist, da es ohne Beschäftigungs- und Einkommenszuwächse überhaupt keine Wirtschaftserholung geben kann.

Im Jahre 1973 erreichte das reale wöchentliche US-Einkommen (bereinigt um die offiziellen US-Inflationsdaten) sein Allzeithoch. Das reale mittlere US-Haushaltseinkommen (bereinigt um die offiziellen US-Inflationsdaten) hat sich seit seinem Höhepunkt im Jahre 2001 nicht mehr erholt und liegt zurzeit sogar unter dem Niveau des Jahres 1969. Würde man diese Daten um die reale Inflation bereinigen, anstatt die neue mit Ersatzgütern arbeitende Inflationsberechnungsmethode zu verwenden, sähe das Bild noch bedeutend schlimmer aus.

Das US-Verbrauchervertrauen zeigt keinerlei Hinweise auf eine Erholung und liegt weit unter dem Niveau von vor 10 Jahren. Wie soll sich eine Wirtschaft erholen, ohne dass es beim Verbrauchervertrauen zu einer Erholung kommt?

Der US-Eigenheimmarkt dümpelt seit 2009 unter seinen zuvor erreichten Hochs vor sich hin. Die Einzelhandelsverkäufe liegen unter dem Indexniveau des Jahres 2000, während die Industrieproduktion ebenfalls unter dem Indexniveau von Januar 2000 verharrt.

Noch einmal: Der einzige Indikator, der auf eine wirtschaftliche Erholung hindeutet, ist das künstlich aufgeblähte BSP der US-Regierung, die sich dafür nach unten manipulierter Inflationszahlen bedient.

Die US-Wirtschaft ist garnicht in der Lage sich zu erholen, da die US-Wirtschaft auf die Ausgaben der US-Verbraucher angewiesen ist, die mehr als 70% der gesamten US-Wirtschaftsaktivität repräsentieren. Durch die Verlagerung der Mittelschicht-Arbeitsplätze ins Ausland wurde den Einkommenszuwächsen der Mittelschicht ein Ende bereitet, was zu einem Einbruch der Verbraucherausgaben führte.

Unter Alan Greenspan kompensierte die US-Notenbank Federal Reserve diese ausbleibenden Einkommenszuwächse durch eine Politik des leichten Geldes und indem sie die Eigenheimpreise durch niedrige Zinssätze anheizte. Diese Politik erlaubte es den US-Bürgern, ihre Eigenheime zu refinanzieren und die durch Greenspan´s Politik aufgeblähten Eigenheimwerte zu verkonsumieren.

Mit anderen Worten: Die US-Wirtschaft wurde von nun an anstatt durch die ausbleibenden US-Einkommenszuwächse durch die US-Privatverschuldung und die Auflösung der Ersparnisse angetrieben.

Heutzutage sind die US-Verbraucher aber bereits viel zu hoch verschuldet, als dass sie noch neue Kredite aufnehmen könnten, und die US-Banken sind viel zu insolvent, als dass sie noch in der Lage wären, Kredite zu vergeben. Daher besteht jetzt auch nicht mehr die Möglichkeit, die Schulden als Ersatz für reale Einkommenszuwächse auszudehnen. Eine ausgelagerte Wirtschaft ist eine tote und erschöpfte Wirtschaft.

Die Folge einer toten Wirtschaft – wo die Regierung Billionen US-Dollars für krasse Angriffskriege und die Rettung betrügerischer Finanzinstitutionen zum Fenster hinauswirft – ist, dass das Haushaltsdefizit nurmehr über das Gelddrucken finanziert werden kann.

Die Folge des Gelddruckens – in einem Umfeld, wo die Arbeitsplätze ins Ausland verlagert worden sind – ist eine inflationäre Depression. Diese Katastrophe könnte in 2012 oder 2013 ihren Lauf nehmen. Sollten sich die Probleme in Europa weiter verschlimmern, könnte die Flucht in den US-Dollar die drastischen Anstiege bei der US-Inflation noch bis 2014 hinauszögern.

Der Kaiser ist nackt, und früher oder später werden das auch alle mitbekommen.

Weitere Artikel zu diesem Thema