Geschäftsführer von Goldman Sachs prahlen in E-Mails über Spekulationen auf den Absturz des Häusermarkts

Raw Story, 25.04.2010, Andrew McLemore

Goldman Sachs Direktoren waren sich darüber im Klaren, dass die Firma Geld verdiente, indem man gegen den US-Häusermarkt wettete, wie aus internen am Samstag veröffentlichten E-Mails hervorgeht.

Der Geschäftsführer der Bank schrieb November 2007, dass die Firma „nicht um den Hypothekenschlamassel herumkam“ aber „mehr machte, als sie dabei verloren hat“, indem man gegen den Häusermarkt wettete, wie Associated Press berichtet.

Die E-Mail war eines von verschiedenen Firmendokumenten, die im Rahmen einer Untersuchung des Senatsausschusses herangezogen wurden. Darunter sind viele E-Mails, in denen die Geschäftsführer von Goldman Sachs darüber prahlen, wie sie Geld machten, während der Markt um sie herum zusammenbrach.

Einer der Goldman Sachs Händler schrieb in einer E-Mail an eine Frau, die er offenkundig umwarb, dass sich die von ihm verkauften Investments, „wie Frankenstein gegen seinen eigenen Erfinder wenden.“ In einer anderen E-Mail verwirft derselbe Händler die von der Bank geschaffenen Schulden als „reine intellektuelle Masturbation“.

„Ich handle ein Produkt, dass vor einem Monat USD 100 wert war und heute nur noch USD 93 wert ist.“ schrieb Fabrice Tourre, der gemeinsam mit der Bank diesen Monat von der US-Börsenaufsicht, SEC, eine Zivilklage erhielt. „Das wirkt so, als wäre es nicht viel, wenn man aber berücksichtigt…(dass die Investitionen) Milliarden wert sind, dann kommt da gut eine Menge Geld zusammen.“

Die Dokumente scheinen mit Goldmans Leugnungen im Widerspruch zu stehen, die Bank hätte nicht vom Zusammenbruch der Subprime-Hypotheken profitiert, indem sie insgeheim auf einen fallenden Häuserpreis wetteten. Zur selben Zeit verkaufte Goldman zig Milliarden an riskanten Hypothekenpapieren.

Goldman Sachs, die weltgrößte Investmentbank, war die einzige große Wall Street Firma, die einem Großteil des Subprime-Crashs entging, der einen weltweiten wirtschaftlichen Zusammenbruch einleitete.

Nun sagt die Firma, sie habe nur zum Wohle der Kunden gegen die Märkte gewettet.

Laut Medienberichten, bereitet sich die Bank bereits detailliert auf Vorwürfe vor, die Öffentlichkeit absichtlich irregeführt zu haben und dadurch an der Wirtschaftskrise eine Mitschuld zu tragen.

Dieses angeblich 11 Seiten starke Dokument soll von Blankfein verwendet werden, wenn er am Dienstag als Zeuge vor dem ständigen Untersuchungsausschuss des Senats geladen wird.

Die E-Mails sind nur der jüngste Skandal, der den Demokraten dazu dienen wird die Finanzreform durch den Kongress zu bringen, so der New York Times Kolumnist Frank Rich.

Er räumte jedoch ein, dass es unklar ist, wie viel Einfluss die Lobbyisten der Banken auf die Gesetzgebung haben werden.

So heilsam, wie die Kette der Ereignisse auch sein mag, stellt sie doch nur einen kleinen Schritt für die Menschheit dar. Wir wissen immer noch nicht, wie viele Schlupflöcher die Lobbyisten im Rahmen des Gesetzgebungsprozesses haben werden. Wir wissen auch noch nicht, wie der Fall der SEC ausgehen wird, mal ganz abgesehen von der absolut notwendigen Verfolgung Wall Streets, die im Nachgang folgen könnte. Und wir wissen immer noch nicht, welche, wenn überhaupt, wirklichen Korrekturendes es wegen dem außer Kontrolle geratenen Casinos der Finanzbranche geben wird, das – zum großen Teil legal – die Subprime-Hypothekenblase einer handvoll überhitzter amerikanischer Bundesstaaten in einen weltweiten wirtschaftlichen Zusammenbruch verwandelte.

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